Hallo, benötige kurz Hilfe bei der Bestimmung dieses Briefes^^
War es erlaubt im Deutschen Reich GAAs zu verwenden und wie ist so ein Brief zu bewerten? MfG
Deutsches Reich Germaniamarken auf Ganzsache
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@ phil.a
Der Brief ist portogerecht im Ortsverkehr bis 20 gramm frankiert.Die Germania-Marken verloren ihre Gültigkeit am 31 Okt. 1922. Da hat wohl der versender noch alles zusammen gekratzt was er so hatte,Die aufgeklebten Ganzsachen auschnitte waren normalerweise nicht frankaturgültig.
Ich denk mal das der Brief unter Umgehung der bestehenden Bestimungen gelaufen ist oder einfach nur ein Machwerk ist.
Über die Bewertung kann ich nichts sagen,da der Brief so nie verschickt werden durfte. -
erron
7. März 2021 um 19:08 Hat den Titel des Themas von „Deutsches Reich GAA“ zu „Deutsches Reich Germaniamarken auf Ganzsache“ geändert. -
Anderswo (in den philaseiten mit Berufung auf den Michel) steht dass die Verwendung von Ganzsachenausschnitten ab 1.10.1922 bis 31.12.1924 erlaubt war. Dann wäre diese Frankatur zu 2 Mark doch in Ordnung gewesen und der Absender hätte den kurzen verfügbaren Zeitraum des Oktobers 1922 benutzt um seine GAA aufzubrauchen ?
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Hallo zusammen,
laut meinem Ganzsachenkatalog aus dem Jahr 2005 war im Deutschen Reich die Frankatur mit Ganzsachenausschnitten unzulässig. Eine Ausnahmeregelung gab es in der Inflationszeit vom 1.10.1922 bis 30.09.1923. Am gleichen Tag, also am 30.09.1923 endete auch die Gültigkeit der Ganzsachen mit Germania-Wertstempeln. Der vor über 18 Jahren von einem Forumsmitglied das auch schon 15 Jahre nicht mehr im Forum war gezeigte Brief war also frankaturgültig aber auch so was von philatelistisch "erwünscht"
Viele Grüße
DKKW -
Du meinst zuerst 1922, aber egal, die Schlussfolgerung bleibt die gleiche.
Schon merkwürdig, welch unterschiedliche Angaben zur Gültigkeit man finden kann. Siehe insbesondere Beitrag #5 hierunter : https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=7072;CP=0
Auch zum Gültigkeitsende der Ganzsachen mit Germaniamarken haben wir jetzt zwei verschiedene Daten.
Hat der Michel nach 2005 also geändert ? Was sagt er heute ?
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Stimmt, fat finger. Ist korrigiert.
Nun ich würde der Aussage eines Ganzsachen-Spezialkataloges mehr trauen als der Aussage in irgendeinem Forum. Auch wenn sich natürlich Katalog-Macher ebenfalls irren können
Viele Grüße
DKKW -
Das Forum gibt aber auch als Quelle den Michel an, nur eben einen neueren als deinen.
Vielleicht hat jemand einen noch aktuelleren.
Aber wie auch immer, es geht ja drum dass das Forum als Wissensquelle auch für zukünftige Leser richtige Informationen liefert. Deshalb ist es wichtig, dass Falschaussagen, ganz gleich wie alt sie sind, verbessert oder gelöscht werden. Schlimm genug, wenn sie über Jahre Bestand haben und in der Zeit vielleicht so mancher ihnen vertraut hat.
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Katalog 2009:
- DKKW: Richtig, ab 30.09.923 sind alle (!) PWZ unter 100 Mark ungültig. Somit auch GA/GAA (Germania)
- Zu dem Sonderzeitraum (wie oben von DKKW benannt) habe ich nichts gefunden (bin aber auch in dem Gebiet nicht kompetent). Wenn mir jemand schreibt, wo genau (!) ich nachsehen könnte, will ich dies gerne machen.
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Moin Filli
vielen Dankk für Deine Bestätigung. In meinem Ganzsachenkatalog steht der Abschnitt Ganzsachen-Ausschnitte auf der zweiten Seite der Einführung, linke Spalte.
Viele Grüße
DKKW -
# 9
Danke für den Hinweis - hatte ich einfach übersehen. Zitat im MI 2009:
-... bis auf wenige Ausnahmen nicht frankaturgültig.
- erlaubt: einige Altdeutsche Staaten - hier aber nicht relevant (s. dort)
- erlaubt: DR: bis 01.03.1875 (aus Umschlägen !)
- erlaubt: 01.10.1922 bis 31.12.1924 (allerdings ohne Bewertungsangaben!)
Weiterhin:
- DDR erlaubt: ab 01.08.1959
- BRD/WB erlaubt: 01.01.1981 bis 30.09.1998 (nur "Nicht-Standard-Sendungen" am Schalter). Im Postlauf befindliche Sendungen (auch Standard-Sendungen) wurden aber geduldet. Insofern können auch solche Belege vorkommen und akzeptiert werden!!
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Der Beleg ist mindestens 2 Pfennig unterfrankiert, weil der Reichspostwertstempel schon 20 Jahre ungültig war. Abgesehen davon kann man nicht belegen, dass der Brief auch gelaufen ist.
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Recht herzlichen Dank fürs Nachschauen. Du bestätigst damit sowohl die Angaben von DKKW als auch von den philaseiten (bzw. von Michel). Das ist kein Widerspruch, weil sie sich nicht immer auf die gleichen Postwertzeichen beziehen.
Somit ist klar, dass (mit Ausnahme des berechtigten Einwands von lickle betreffend den bisher nicht erwähnten 2 Pfg. GAA), der in Beitrag #1 gezeigte Brief mit am 11.10.1922 gültigen GAA frankiert war und demnach die Schlussfolgerung von Germaniafan nicht stimmt. Dass der Beleg mehr als philatelistisch angehaucht ist und wahrscheinlich gar nicht befördert wurde, sei dahin gestellt.
Darüber hinaus gehend entnehme ich den verschiedenen Beiträgen, dass :
1. ganz allgemein der Gebrauch von GAA vom 1.10.1922 bis zum 31.12.1924 erlaubt war,
2. allerdings ab 1.10.1923 alle Postwertzeichen unter 100 Mark (mein alter Michel sagt zwar "Alle Inflationsausgaben unter 100 Mark", aber das macht wohl keinen Unterschied) ( DKKW präzisiert alle GA und somit GAA mit der Germania) ungültig wurden,
3. für den Zeitraum vom 1.10.1923 bis zum 31.12.1924 Punkt 1 sich nur auf solche GAA beziehen kann die nicht laut Punkt 2 ungültig wurden.
(P.S. Um komplett zu sein : Es bleibt eine kleine Unstimmigkeit betreffend die Zeit bis 1875. Laut philaseiten war der Gebrauch von GAA bis zum 17.3.1875 erlaubt, laut Filli bis zum 1.3.1875.)
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P.S. Um komplett zu sein : Es bleibt eine kleine Unstimmigkeit betreffend die Zeit bis 1875. Laut philaseiten war der Gebrauch von GAA bis zum 17.3.1875 erlaubt, laut Filli bis zum 1.3.1875.)
Keine Differenz

Ich reiche hier die von mir verschlampte "7" im Datum nach
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Danke erron für diese zusätzliche Information. Im Nachrichtenblatt 677 würde man also die Angaben über die am 30.9.1923 ungültig gewordenen Freimarken finden.
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Danke erron für diese zusätzliche Information. Im Nachrichtenblatt 677 würde man also die Angaben über die am 30.9.1923 ungültig gewordenen Freimarken finden.
Hallo,
Auszug aus dem Nachrichtenblatt des Reichpostministerium. September 1923. Unternummer 677
Nach dieser Verfügung konnten/sollten Vordrucke mit eingedruckten Wertstempeln unter 100 Mark nach dem 30.9.23 aufgebraucht werden durch durchstreichen des Wertstempel und überkleben mit gültigen Freimarken.
mfg
erron
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Danke erron für diese interessante Lektüre. Schön zu sehen wie die Post sich bemüht hat, über die Versandstelle für Sammlermarken ihre Bestände noch zu Geld zu machen, sogar mit Hilfe der Katalognummern von Senf und Michel, und mit 10% Händlernachlass.
Tröstlich auch, dass ungültig gewordene Ganzsachen zwar nicht vergütet wurden, aber mit neuen Marken frankiert aufgebraucht werden konnten. Wenigstens war das Papier dann nicht verloren.
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