Danke. Der widerrechtliche Gebrauch, wenn es ihn denn gegeben hat, ist also kaum je zu beweisen. Fragt sich also wie wirksam die Lochungen waren, ausser als Abschreckung von diebischen Elstern. Irgendwann war ja auch Schluss mit dem Perforieren.
Perfins - Deutsches Reich
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Liste mit Firmen-Abkürzungen:
Bei Wikipedia gibt es eine Liste mit vielen Firmen, auch mit den Abkürzungen. Vielleicht kann man damit bei einigen Perfins (Lochungen) auf Briefmarken herausfinden, zu welcher Firma sie gehören:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von…rkl%C3%A4rungen
Gruß kartenhai
Das ist ein Trugschluß, da der vollständiger Firmenname als Abkürzung nichts mit den Lochungen zu tun hat. Nur zufälliger Weise mag das ab und an einmal passen.
Maßgeblich ist der Katalog der ARGE Lochungen, in dem für jedem Buchstaben (und zusätzlich den Bild- und Sonderzeichen) in je einem umfangreichen pdf.-Dokument alles bisher bekannte aufgelistet ist (z.B.: Firmenname, Lochanzahl und Form, Nutzungszeitraum und Ort usw.).
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Also hier die Firmenlisten durchzugehen bringt wenig bis gar nichts. Das hat Herr Nussbickel bei seinem ersten Österreich-Katalog gemacht und einfach Namen aus einem alten Telefonbuch genommen. Nur Belege geben hier tatsächlich Aufschluss, für alles andere könnte man gleich in die Glaskugel schauen.
Die aktuellen Kataloge der ArGe-Lochungen (Deutschland), von Gerhard Sand (Österreich) und vielen anderen Ländern werden laufend aktualisiert und sind nach mehreren Jahrzehnten umfassender Forschung bereits sehr umfangreich. Ich habe in langen Jahren bislang genau zwei "neue" Lochungen und nur eine Handvoll noch unbekannte Verwender entdeckt.
Sollte jemand Hilfe bei der Identifizierung einer beliebigen Lochung brauchen, einfach melden. Ich habe mit wenigen Ausnahmen fast alle verfügbaren Kataloge und kann gerne weiterhelfen.
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Bevor ich es bei Ebay einstelle, möchte ich es gerne hier anbieten. Es geht um ein Profila-Album mit vielen Perfins aus dem Deutschen Reich. Die Marken sind alle identifiziert und mit dem jeweiligen Katalogbild der ArGe-Lochungen versehen. Bei einigen - siehe Detailbild - wurden sogar die einzelnen Verwender bestimmt, die durch die letzte Zahl der Bleistiftbeschriftung angegeben sind. Diese Angaben sind allerdings ohne Gewähr, da ich nicht alle nochmals nachgeprüft habe.
Die Bilder sollten einen guten Überblick zur enthaltenen Vielfalt geben. Es sind alle Albumseiten abfotografiert. In dieser Fülle - inkl. Katalogkärtchen - wird das nur ganz selten auf den Markt geworfen, also eine tolle Möglichkeit, die eigene Perfin-Sammlung zu komplettieren oder damit anzufangen.
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Schönen guten Morgen,
Ich habe hier eine DR-Marke Mi.-Nr. 355 von 1924 mit der Lochung P. P.
Weiß jemand etwas dazu zu berichten?
Viele Grüße
Katze_13
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Das dürfte eine Lochung (Perfin) des Zeitschriftenverlages Paul Parey in Berlin sein:
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Das kann man ohne Lochbild unmöglich sagen! Und selbst dann gibt es mehrere Möglichkeiten ... der schon genannte Paul Parey oder Paul Pittius/Berlin kommen genauso infrage, wie etwa eine Teillochung von PPH oder PPS.
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Schönen guten Morgen,
Ich habe hier eine DR-Marke Mi.-Nr. 355 von 1924 mit der Lochung P. P.
Weiß jemand etwas dazu zu berichten?
Viele Grüße
Katze_13
Hallo Katze,
ein Bild oder Scan würde viel helfen.

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Die Lochung entspricht der von Kartenhai gezeigten.
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Hier meine Ergebnisse. Nachdem ich mich dazu entschlossen habe, bei der alten Nummerierungsreihenfolge zu bleiben (hier wurde bei der letzten Katalog-Aktualisierung einiges durcheinandergeschmissen), gebe ich die alten Katalognummern an. Ist aber kein Problem, sie selbst zu aktualisieren. Die Typ-Zahlen - also 1 für einzeilige Lochungen, 2 für zweizeilige etc. - stehen jetzt nicht mehr am Anfang, sondern erst an zweiter Stelle. Also statt früher 2-ABC-01-14 nun ABC-2-01-14. Das ist allerdings für die Identifizierung der Firmen eh nicht relevant.
Los geht`s ...
1)1-K-43-1 -> H. Koch & Co., Nähmaschinenfabrik - Bielefeld (Zuordnung aufgrund des Stempels "Bielefeld")
2) Stempel Hamburg - Kann ich leider nicht identifizieren. Könnte ein kleines "R" sein.
3) 1-CW-4-2 -> C. Waldemann - Köslin
4) 3-ADK-1-2 -> Alexander Koch, Verlagsanstalt - Darmstadt
5) Beim durchgestrichenen Kreis handelt es sich um eine Stanze, die vom Stanzenerzeuger bei Reparatur bzw. zu Testzwecken zur Verfügung gestellt wurde. Eine Zuordnung dieser Lochungen ist nur mit Belegen möglich.
6) 1-MC-17-2 -> H.Meyer & Co. - Lübeck -
mehrere Möglichkeiten (Lübeck/Berlin), Zuordnung aufgrund der im Katalog angebenen Verwendungszeit.
7) 1-GZB-1 -> Girozentrale Provinz Brandenburg - Berlin
2-EAN-1 -> E. A. Naether, Kinderwagenfabrik - Zeitz9) 2-SVD-2 -> Stahlwerks-Verband A.G., Abt. E - Düsseldorf
10) 2-SP2-1 -> Schultheiss-Brauerei - Berlin - Zuordnung aufgrund der Marke/Verwendungszeit
11) 2-ABA-1 -> August Blatter, Deutsche Speckstein-Fabrik - Augsburg - Zuordnung durch Verwendungsort
12) 1-RP-1-2 -> Reichsverband der Privatversicherungen - Berlin - Zuordnung nach Verwendungszeitraum
13) 2-CFB-1-2 -> Kölner Feuer- und Unfallversicherung - Köln - Zuordnung nach Verwendungszeitraum
14) 4-036-3-1/2 (2 Möglichkeiten) -> Albert Mendel, Arzneimittel - Berlin ODER Excelsior-Gummi-Compagnie - Hannover - weder durch Stempel noch Verwendungszeitraum einer Firma zuordenbar
15) 3-CC-1-1 -> Continental Caoutschouc- und Gutta-Percha Comp
16) 1-FS-9 -> F. Schacht, Chemische Fabrik - Braunschweig
17) 1-CC-3-? -> Müsste wieder "Continental Caoutschouc-Comp" sein, aber Zuordnung zu Braunschweig, Frankfurt, Hannover oder Stuttgart leider nicht möglich.
18) 2-GDH-2 -> Gebrüder Heine - Leipzig
19) 1-DMG-1 -> Daimler-Motoren-Gesellschaft - Berlin (Marienfeld) ODER Mercedes Fahrradwerke - Berlin (Marienfeld) ... ist im Prinzip aber dasselbe Unternehmen
20) 1-V&H-1 -> Voigt & Häffner, Überstrom-Schalter - Frankfurt
21) 1-HW-38 -> Nürnberger Hercules-Werke - Nürnberg
22) 1-AF-9-1 -> Armaturen-Fabrik Klein, Schranz & Becker - Frankenthal
23) 1-MZ-4 -> Die Propyläen, Verlag - München (Gebiet: Bayern)
PS: Find ich absolut genial, dass hier eine 8 mit Klammer dahinter automatisch in ein Sonnenbrillen-Emoji umgewandelt wird und man nix dagegen tun kann.
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Sehr schön!
Belege sind immer ein Traum und manchmal auch die einzige Chance, Lochungen korrekt zuzuordnen.
Die Verwender sind durch die Absender ohnehin klar, aber vielleicht interessieren jemanden die Katalognummern:
1-KZ-7-2 (M. DuMont-Schauberg, Köln)
1-FAM-1 (Stadtverwaltung Frankfurt)
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Auch wenn es viel zu spät ist, kurz eine Erklärung zu den Paketkarten. Zumindest in Österreich kam es häufig vor, dass der Beamte, der die Karten am Ende frankiert hat, nicht auf die Zuordnung der mitgelieferten Marken - mit oder ohne Lochung - geachtet hat und einfach irgendwas raufgeklebt hat. Es tauchen hier sogar Paketkarten auf, die unterschiedliche Firmenlochungen aufweisen. Sprich: Eine Paketkarte kann immer nur mit Vorbehalt zu einer Identifikation einer Lochung herangezogen werden.
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Fragen und Antworten, Scans und Beispiele.
Wenn man Mut und Offenheit darlegt, helfen Argen mit Infos.
Ich bat um Scans über perfinierte Fiskalmarken und bekam umgehend Email mit Allem worum ich bat. Ich kann diese Hilfsbereitschaft nur in den höchsen Tönen loben!
An den Argen-Partner:
Summa cum LAUDE!


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Auch wenn es viel zu spät ist, kurz eine Erklärung zu den Paketkarten. Zumindest in Österreich kam es häufig vor, dass der Beamte, der die Karten am Ende frankiert hat, nicht auf die Zuordnung der mitgelieferten Marken - mit oder ohne Lochung - geachtet hat und einfach irgendwas raufgeklebt hat. Es tauchen hier sogar Paketkarten auf, die unterschiedliche Firmenlochungen aufweisen. Sprich: Eine Paketkarte kann immer nur mit Vorbehalt zu einer Identifikation einer Lochung herangezogen werden.
Wenn ich Dein Posting kritisch und aufmerksam durchlese, komme ich zu dem Ergebnis, dass Du gründlichst (!) nachgeforscht hast.
Das gefällt mr!



Hast Du auch vergleichbare Ergebnisse zu den Frachtstempel(urkunden)marken??
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Wenn ich Dein Posting kritisch und aufmerksam durchlese, komme ich zu dem Ergebnis, dass Du gründlichst (!) nachgeforscht hast.
Nachdem ich eigentlich keine Belege, Paketkarten etc. sammle, bin ich auf diesem Gebiet überhaupt nicht bewandert und kann ich da leider auch nicht mit konkreten Anschauungsbeispielen weiterhelfen. Und Stempel- oder Gebührenmarken sind so gar nicht mein Thema. Da hab ich maximal ein paar Dutzend unter meinen 14.000 österreichischen Perfins.
Die Info bezüglich Paketkarten hab ich nur vor einiger Zeit mal in einem persönlichen Gespräch mit dem Herausgeber des österreichischen Perfin-Katalogs bekommen. Nicht mehr und nicht weniger. Wobei sich das von mir genannte Beispiel natürlich nur auf große Speditionen in Österreich-Ungarn bezieht und ich nicht weiß, ob das bei deutschen Paketkarten ebenfalls vorkommen konnte.
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