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ROLAND - Die neuzeitliche Gummidruckpresse - einer der Gründe weswegen ich Briefmarken sammele.

  • BI-Z 100 I - 4 ?
  • 1. März 2023 um 09:27
  • BI-Z 100 I - 4 ?
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    737
    • 1. März 2023 um 09:27
    • #1

    Etwas nachträglich zum 50. Todestag von Reinhold Alfred Max Bittrof

    **27. November 1890 Frankfurt-Oder, Ꙩ15. Mai 1972 Frankfurt-Main

    Lithograf, Graphikdesigner, Schrift-, Banknoten-, Briefmarken- sowie Gebrauchsgraphikentwerfer.

    Ab 1952 Dozent für Gebrauchsgraphik an der Kunstschule Westend - Frankfurt am Main

    Hier nur Auszugsweise

    Entwurf der Briefmarken Bund: u.a. 111-112 ^ 116 ^ 139-140 ^ 153-154 ^ 167-170 ^ 177-196

    Entwurf Bi-Zone Bautenserie: 170 bis 101


    Ausschnitt aus Zeitschrift:

    Werbung aus 1937

    ROLAND - Die neuzeitliche Gummituchpresse


    Rückblickend wohl der Briefmarken-Künstler der mich als Kind, ohne es zu wissen und in Worte fassen zu können, für das sammeln Briefmarken Bund begeistert hat.

    Neben dem immer vorhandenen, direkten Verknüpfungen zum Dreisatz Technik-Handwerk-Kunst dieser kleinen zeitgeschichtlichen Kunstwerke.

    Vor allem mit den Nummern 111-112, 153-154 sowie besonders die 116 hatten es mir damals angetan.

    Ein weiteres philaabseitiges Werk des Künstlers das mir vorliegt


    Die barbusige Europa (lässig) reitend auf Stier hat wohl eine kontroverse (und wohl recht heftige) Diskusion um Moral und Ästhetik 1948 in der Vor-BRD ausgelöst.

    Und die so genannten Guillochen-Linien um die Wertziffer 5 wurden von der "künstlerischen" Kritik auch als:

    „Liniengewirr in Picasso-Manier“ bezeichnet.

    Seine Antwort:

    „Dieses Gebilde zeigt den Mut, im Zeichen der Stromlinie etwas Neues zu schaffen.

    Der Notenentwurf entspricht meinem Künstlerstandpunkt, auch wenn ich durch banktechnische Vorschriften beengt war.

    Es ist jedermanns Recht, vom Künstlerischen her anderer Meinung zu sein.“

    Diese Linien waren wohl in mehr oder minder frei zu wählender künstlerischer Umsetzung, als Sicherheitsmerkmale verpflichtend von Bank Deutscher Länder vorgegeben.

    Die auch von ihm entworfenen 50 ^ 100 DM Banknoten für die Bank Deutscher Länder liegen mir leider nicht vor.

    Auch keine der zahlreichen, in der Konsumindustrie verwendeten Enwürfe (u.v.a. Autos, Füller, ...)

    Reichhaltig Bilder im Netz.

    Für mich ein unverwechselbarer Stil.

    Handwerklich auf hohem Niveau ausgeführt.

    Satte Farben, klare Linien, sehr starke und direkt verständliche Bildsprache.

    Sehen und auch schon unbewusst verstehen.

    Interessant ist vielleicht für manche der kunstgeschichtliche Hintergrund seiner Jugend- und Lehrjahre.

    Da das hier zu weit führt, hier nur ein Beispiellink mit kurzem Hinweis:

    https://www.lernort-mint.de/allgemeinwisse…r/kunstepochen/

    Interessant finde ich dort, das die dort nachfolgend aufgeführten Epochen quasi auch von seinen Arbeiten deutlich initiert bzw. teilweise in seinen Arbeiten vorweggenommen (?) wurden.

    Eventuell kann jemand etwas ergänzen oder hat eine Arbeit vom Künstler vorliegen und zeigt das hier!

    Schade das es für diesen Künstler nicht auch ein Postwertzeichen bzw. vielleicht sogar eine Serie / Block zum Gedenken gegeben hat!

    Oder habe ich so etwas verpasst?

    Damit hier auch eine Arbeit vom Künstler gezeigt wird, welche für das Forum kompatibel ist.

    Bund 116 Entwurf Bittrof - meine Variante "Extra Blau" ;)


    Grüße Jo.

    Quellen

    u.a. Wikepedia

    sowie

    https://forum.bund-forum.de/viewtopic.php?f=680&t=16574

    Dort auf Fotolink Künstler bei der Arbeit an der 3 DM Bautenserie!

    https://www.lagis-hessen.de/pnd/1104283247

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    6 Mal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (1. März 2023 um 09:51)

  • BI-Z 100 I - 4 ? 1. März 2023 um 09:40

    Hat den Titel des Themas von „ROLAND - Die neuzeitliche Gummituchpresse - einer der Gründe weswegen ich Briefmarken sammele.“ zu „ROLAND - Die neuzeitliche Gummidruckpresse - einer der Gründe weswegen ich Briefmarken sammele.“ geändert.
  • Filli
    Stamm Mitglied
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    1.892
    • 1. März 2023 um 09:56
    • #2

    Na, das paßt ja (Gummituchpresse) ;) - auch wenn es sich hier um eine "Industrievariante" handelt.

    Ich wollte gerade zum Thema "Erfahrungen mit Trockenpressen" ein Thema starten.

    Selbst besitze ich keine Trockenpresse und will mir auch keine anschaffen. Grund meiner Frage sind die evtl. "Auswirkungen" bei dieser Art der Trocknung. Bei USA gibt es - bedingt durch das jeweilige Druckverfahren - Unterschiede in den Bildgrößen, die sich durch Messung oder gesichertem Vergleich ermitteln lassen.

    Hat diese Form der "Trocknung" evtl. Auswirkungen auf die Papiermasse, so daß sich dann auch bei dem Druckbild Verschiebungen ergeben können? Oder ist der Druck zu gering, um hier Veränderungen zu bewirken?

    Das "geprägte" Ausgaben unter zu großem Druck leiden, ist unumstritten..

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • BI-Z 100 I - 4 ?
    erfahrenes Mitglied
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    737
    • 1. März 2023 um 11:54
    • #3

    Filli

    Zeig doch mal bitte Bilder!

    Veränderung nach dem Marken-Druck folgende Trocknung in der Druckerei?

    oder

    Veränderung nach privaten ablösen der gebrauchten Stücke und nachfolgender Trocknung?

    Klar spielt bei solchen Größenveränderungen auch die Druckkraft selber eine Rolle.

    Beschreibe ich das mal laienhaft, ist noch eine Rückstellkraft der Faserarmierung des Papiers trotz Prägedruck vorhanden, versucht das Papier sich zurückzustellen. Vorhande Farbe wird mitgenommen. Je nach Ausführungsdetails teilweise sehr regelmäßig verzerrt.

    Bei stark unterschiedlicher Grundfeuchte Papier-Farbe und je nach Farbauftragdicke, starke Risse der Farboberfläche, halte ich für vorstellbar.

    Das eine solche Rückstellkraft im Papier vorhanden ist kann durch zuwenig, als auch durch zuviel Krafteinwirkung beim Druck entstehen.

    Für optimale Ergebnisse muss die Druckkraft auch auf die verwendetete Papiersorte (Z.B. gr/m²) abgestimmt werden.

    Weiterhin auf das verwendete Druckverfahren.

    Hinzu vielleicht auch unterschiedlichen Arten von Farben welche je nach Verfahren verwendet wurden.

    Sehr unterschiedliche Viskosität bei unterschiedlichen Druckverahren ist mir in Erinnerung geblieben.

    Zum anderen spielt vielleicht auch allgemein (zusammen mit Druckverfahren) auch die Qualität / Zustand des verwendeten Papier eine prägende Rolle.

    Die von Dir beschriebenen, Größenveränderungen im Markenbilddruck kann es meinem logischen Verständnis doch eigentlich nur bei gleichzeitiger Größenveränderung (Verkleinerung) des Markenpapiers geben.

    Erhöhter Feuchtegehalt Papier wäre meine erste Vermutung.

    Entweder durch zu dünne / wässrige Farbe oder das Papier selber hatte bei der Verarbeitung einen hohen Feuchtegehalt, welcher nachher zusammen mit der Farbe ausgetrocknet ist.

    Das kann ja nun erfahrungsgemäß ganz schnell schon durch falsche (Zwischen-) Lagerung geschehen. Müssten viele ja aus eigener Erfahrung auch kennen.

    Wo und unter welchen Bedingungen wurden die Marken hergestellt.

    Je nach Oberflächenstruktur (und Grundmaterial) saugt das Papier sich schnell auf die "Raum-/Ausgleichsfeuchte". Eventuell auch teilweise (je nach Papierqualität) punktuell mit Extremen viel-wenig. Im kleinsten tatsächlich je nach Lage der Marke im Bogenstapel.

    Vergleich Trocknung von Betonmasse-Bauteilen und vergessenen Wäschehaufen.

    Haben sicherlich einige auch ein eigenes Bild vor Augen.

    Sehe bei diesem physikalischen Punkt, keine zu großen prinzipiellen Unterschiede zu Papier.

    Das hat dann weniger mit dem Druck selber zu tun, welcher aber alleine auch schon für sich Verzerrungen / Rückstellungen erzeugen kann.

    Durch ein Druckverfahren bedingte, recht "trockene" Farbkonsistenz würde meiner Vorstellung, bei Verkleinerung durch Nachtrocknung, von der Farblinie recht scharf begrenzte Linien erzeugen.

    Ist die Farbe durch das Druckverfahren bedingt eher "wässrig", dann zieht durch kapilare Kräfte im schon feuchten Papier schon vor der Nachtrocknung, mehr oder minder (abh. Qualität Papier) in benachberte Bereiche. Es sollte eine leicht verwaschene Abgrenzungslinie entstehen.

    Auf der Spitze der Nachforschung (Druckverfahren und Papier) könnten m.E. sicherlich signifikante Rückschlüsse auf die Papierfeuchte beim Druck erzielbar sein.

    Verlassen die von Farbe soweit getrockneten Bogen die Druckerei mit hohem (Raum-)Feuchteanteil im Papier, halte ich persönlich bei USA auch eine Verwendung dieser Marken für möglich. Dann wiederum erfolgte das erste richtige heruntertrocknen u.U. beim Ablösen vom Brief mit der Trockenpresse. Oder auf dem Beleg selber falls dieser mal natürlich (z.B. Sonneneinstrahlung) ausgetrocknet wurde.

    (Physikalischer Effekt: Papier hält Feuchte wegen "Saugfähigkeit" ganz gut.

    Ist Papier Anfangs mehr an Feuchte belastet als die Verarbeitungsumgebung, dann wird sich die natürliche Angleichung an die Umgebungsfeuchte niemals ganz vollziehen.

    Sowie ist Anfangs im zeitlichen Angleichungsverlauf, die Differenz noch sehr groß.

    Sprich, das dauert! Umgekehrt gilt es analog.)

    Meine Überlegungen adhoc & querbeet, vielleicht als Anregung zu deinem Thema.


    Eine Bittrof- Bund 112 zum Beitrag

    Mit rotem Strich und rotem Punkt.

    (Nicht der rechts oben im O - der gehört dahin)

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    4 Mal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (1. März 2023 um 13:18)

  • Filli
    Stamm Mitglied
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    1.892
    • 1. März 2023 um 13:44
    • #4

    Jetzt muß ich das einmal "auseinander dröseln" ;) .

    Meine Frage bezog sich auf (mögliche) Größenveränderungen in einer Trockenpresse - im Gegenzug zum Trocknen im üblichen Trockenheft unter "beschwerten Bedingungen". Das würde mich einmal interessiere. Hat da jemand Erkenntnisse?

    Weiteres war nicht meine Frage.

    Anderes Thema: Die USA-Druckerei hat experimentiert, um Probleme mit der Farbtrocknung und -anhaftung auf dem Papier im Druckprozeß zu optimieren (trockenes und angefeuchtetes Papier) .Im Katalog als "feuchter und trockenener Druck" (Beispiel: AM MI 553x bzw. 553w (feucht). Erkennbar ist feuchter Druck an dem verwaschenen Druckbild und der leichten Einfärbung auf hellen Stellen in der Druckfarbe. Es wurde aber wegen weiteren Problemen mit dem Papier aufgegeben.

    Anderes Thema: Das verschiedene Druckverfahren, z. B. bei den "Franklins". Um hier schnell zu sortieren, habe ich mir Schablonen gefertigt. Alles Weiter ist in den von mir zusammen getragenen Informationen im Anhang zu lesen. Um Größenveränderungen - die nicht ursächlich im Druckverfahren liegen - wurde oben gefragt. Könnte z. B. die Presse eine ebensolche Größenveränderungen erzeugen?

    Anderes Thema: Unterschiedliche Markenbildgrößen bei Normal - und MH-Ausgaben. Hier schreibe ich bei Gelegenheit einmal etwas unter "beschnittene USA-Freimarken".

    Bilder

    • USA Bildgröße 1 Beschnitten.jpg
      • 191,02 kB
      • 874 × 1.200
      • 97
    • USA Bildgröße 2 Beschnitten.jpg
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      • 89

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • labarnas
    Stamm Mitglied
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    3.835
    • 1. März 2023 um 13:55
    • #5

    @Filli, kannst Du die Experimente zum Trocknen näher beschreiben?

    Es ist auf jeden Fall zu beachten, dass der rückseitige Abklatsch auch eine Form des Abliegens bei noch nicht trockener Farbe sein kann. Ebenso hat jeder Druckvorgang Feuchtigkeit dabei, habe da z. B. den Offsetdruck im Blick. Hier ist zu beachten, dass die Bögen bereits die Gummierung hatten. Auch bei einem mehrfarbigen Druck, wenn der Stand der Technik mehrere Druckvorgänge erfordern, ist der Feuchtigkeitsgrad des bedruckten Papiers zu beachten.

    Also, das Thema interessiert mich sehr.

    Grüße

    labarnas

    Forschungsgemeinschaft DDR Plattenfehler - Koordinator im Philaforum - Web-Seite der FG

    Literaturliste (Stand Januar 2022)

  • Filli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.892
    • 1. März 2023 um 14:59
    • #6

    Ich will zuerst einmal etwas klar stellen. Es geht bei obigem Thema nicht um die "Nachtrocknung" nach dem Druck, sonder um den "Papierzustand". Ehe ich viel schreibe, hier im Anhang eine Kopie der von mir zum Thema zusammen getragenen Angaben. Leider geben die Bilder im Scan nicht das her, was sie zeigen sollten :( .

    Allerdings entfernen wir uns nun doch etwas vom Ursprungsthema. Wenn es doch noch Fragen gibt, versuche ich zu helfen.

    Abklatsch: Neben anderen Einflüssen - auf die ich hier nicht weiter eingehen will - vor allem zu schnelle Ablage/Überlagerung der Druckbogen. Am Beispiel USA einmal erläutert:

    Bei dem Bogendruck haben (meist Frauen) den Leerbogen eingelegt, den Druckvorgang ausgelöst, den bedruckten Bogen entnommen und auf Stapel abgelegt. Waren sie zu schnell, war die Farbe des letzten Bogens noch nicht "luftgetrocknet" und es entstand hinten ein Abklatsch auf dem Folgebogen. Ich habe dazu auch noch ein Bild. Muß ich suchen.


    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • BI-Z 100 I - 4 ?
    erfahrenes Mitglied
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    737
    • 1. März 2023 um 20:09
    • #7
    Zitat von Filli

    Anderes Thema: Die USA-Druckerei hat experimentiert, um Probleme mit der Farbtrocknung und -anhaftung auf dem Papier im Druckprozeß zu optimieren (trockenes und angefeuchtetes Papier) .Im Katalog als "feuchter und trockenener Druck" (Beispiel: AM MI 553x bzw. 553w (feucht). Erkennbar ist feuchter Druck an dem verwaschenen Druckbild und der leichten Einfärbung auf hellen Stellen in der Druckfarbe. Es wurde aber wegen weiteren Problemen mit dem Papier aufgegeben.

    Oh, das gibt es tatsächlich absichtlich in Kauf genommen.

    Diese auch unabsichtlich (nicht als Experiment wie USA von Dir) vorkommenden Auswirkungen, speziell Druckverfahren-Farbe-Papier habe ich oben u.a. beschrieben.

    Schön zu wissen, dass dort 0,25mm für eine "plattgerollte" lange Ausführung, dort sozusagen das Maß der Dinge sind

    Hängt ja alles zusammen. Wahl des Druckverfahren ist ja zum Teil wohl auch vom Motiv abhängig.

    Jedes Druckverfahren erfordert andere technische Arten von Farben.

    Spezielle Farben benötigen spezielles Papier.

    Spezielles Papier benötigt bestimmte Farben bei bestimmtem Temperaturfenster,

    Und eben auch speziell mehr Druck, da Papier von der Oberfläche veredelt ist und manche Farben deshalb bei zuwenig "Einpreßdruck" nur in Seen trocknen würden.

    Zitat von Filli

    Könnte z. B. die Presse eine ebensolche Größenveränderungen erzeugen?

    Technik 1922 - Plattenpresse im direkten Druckverfahren?

    Verlängerungen / Verkürzungen in dieser Größenordnung?

    Nein. Da bei Platten- und Trockenpressen beim Arbeitsvorgang, praktisch nur horizontaler Druck ausgeübt wird.

    Prägungen / Verquetschte Ränder.

    Selbst wenn der Wassergehalt des Papiers überhoch wäre und der Druck gering. Eher schlecht anhaftender / verwässender Druck.

    Gleiches gilt für nachfolgende Behandlung mit handelsüblichen Trockenpressen heutzutage.

    Dafür müssen die Bahnen/Bogen zumindest in eine Richtung der Blattebene gestreckt werden.

    Die von dir angeführten langen USA Stücke sind rotary press.

    Da sind zusätzliche horizontale und eventuell etwas weniger vertikale (längs dem Druckzylinder) Kräfte sind in Blattebene vorhanden, welche beim Druckvorgang auf das Papier einwirken.

    Falls das Papier eine mangelnde Zugfestigkeit infolge erhöhter Feuchte aufweist, streckt sich das Papier im Zweifel alleine schon durch die Vorspannung beim einführen zwischen die Druckzylinder. Zuwenig Druck hätte wohl i.d.R. eine schlechterer Trocknung der Farbe zufolge.

    Hauptsächlich in Richtung des Druckvorgangs. Vertikal u.U. mehr oder weniger durch die Konstruktion bedingt.

    Teig unter der Küchenrolle.

    Sauberes gleichartig verzerrungsfreies Druckbild vorausgesetzt, steht die Durchlaufgeschwindigkeit m/s im direkten Zusammenhang mit der Papierfeuchte und Anpreß-Druckkraft.

    Je höher die Geschwindigkeit umso höher der Zug durch die Drucktechnik auf das Papier, umso zugfester (trocken, verdichtet, geglättet, dicker) muss das verwendete Papier sein.

    Umso höher muss dann auch bei trockenen Farben der Druck sein, da sonst das mit der Trocknung/Haltbarkeit auf dem Trägerpapier suboptimal wäre.

    Bei den frühen Bund speziell auch bei den Bittrof-Stücken habe ich das so noch nie gesehen.

    Hier mal eine Bund 139

    EDIT -

    So wie ich das verstanden habe, waren die ersten Maschinen quasi ohne Kontroll-/Korrektureinrichtung bezüglich dieser in Blattebene wirkenden Kraftkomponente bzw. dieses war nur sehr grob zu steuern / einzustellen. Danach kam wohl so etwas wie ein vorgeschalteter Entlastungszylinder um diese für den Arbeitsablauf (Vorschub) ja zwingend notwendigen Kraftkomponenten genauer, dauerhaft einstellen zu können. Korrekturen / Nachstellen im Betrieb wurde dadurch wohl auch einfacher.

    0,25 mm liegt an der unteren Grenze was das menschliche Durchschnittsauge noch bei bestimmter Geometrie und Farbe wahrnehmen kann, meistens aber auch im direkten Vergleich übersieht. Genau so wie die grüne, bucklige Ecke links oben vom Markenbild 139.

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    6 Mal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (2. März 2023 um 08:22)

  • Filli
    Stamm Mitglied
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    • 2. März 2023 um 08:49
    • #8

    Gleiches gilt für nachfolgende Behandlung mit handelsüblichen Trockenpressen heutzutage.

    Dafür müssen die Bahnen/Bogen zumindest in eine Richtung der Blattebene gestreckt werden.

    Schön, daß es jetzt hier ein Mitglied gibt, das sich bei Fragen zum Druck auskennt.

    Dein obiger Satz - sofern ich das richtig interprediere - bezieht sich wohl auf das industrielle Verfahren.

    Meine obige 1. Anfrage bezieht sich aber auf die Trocknung gewaschener Marken auf "Handtrockenpressen". Sie entstammen wohl der privaten Anfertigung/Trocknung von Ppierfotos und werden - so habe ich gehört - auch gerne für Marken zur Trocknung verwendet.

    Auf Erfahrungen mit dieser Art der Trocknung bezog sich eigentlich meine Ausgangsfrage:

    Reicht der Druck dieser Trockenpressen aus, "Markengrößenveränderungen" zu erzeugen?

    Ich glaube wohl nicht. Ansonsten gäbe es ein Problem bei der Bestimmung (Herstellungsbedingte Größe oder nachträglich verändert).

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • Filli
    Stamm Mitglied
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    1.892
    • 2. März 2023 um 13:24
    • #9

    Erläuterung:

    Im Beitrag #6 zeige ich ein Dokument von mir (S.1), in dem sich eine kleine Unklarheit verbirgt.

    Es wird dort von "EINE STICKNEY" geschrieben. Richtig muß es heißen: "einer Stickney-Druckpresse", die von ca. 1912 bis 14 in der USA bei dem BEP genutzt wurde. Da evtl. nicht jeder mit dieser Firmenbezeichnung etwas anfangen kann, hier einmal ein Bild:

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • BI-Z 100 I - 4 ?
    erfahrenes Mitglied
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    737
    • 2. März 2023 um 20:31
    • #10
    Zitat von Filli

    ...

    Schön, daß es jetzt hier ein Mitglied gibt, das sich bei Fragen zum Druck auskennt.
    ...

    Stopp! Nein.

    Wirklich auskennen ist das nicht!

    Schau doch meine Vita hier im Forum durch. Die ist nicht so alt.

    Eher ein interessierter Phila-Laie mit etwas handwerklichen und technischen Grundverständnis.

    Bin kein Maschinenbauer oder Drucker ...

    Mit den speziellen Herstellungsvorgängen von Postwertzeichen speziell habe ich mich bis vor nun 1 Jahr nie mit beschäftigt.

    Problem bei meiner Recherche als quasi Späteinsteiger, ist ja auch die richtigen Schlagworte zu finden.

    Viel Licht/viel Schatten.

    Es gibt mit Sicherheit hier weit aus mehr als ein Mitglied, das sich bei allgemeinen Fragen wie oben, zum Druck und insbesondere der Besonderheiten der verwendeten Maschinen auskennt!

    Und sehr vermutlich weitaus besser als ich.

    Traue mich mit Novizenstatus vielleicht auch einmal etwas mit technischer Beschreibung / Aussage daneben zu liegen

    Ich habe von einigen verschiedenen Druckmaschinen Konstruktionszeichnungen gesehen und etwas eingelesen.

    Mechanische und farbliche Bearbeitung vom Werkstoff Papier.

    Falls in Tabellen zur jeweilige Drucktechnik Anforderungen an Papierqualität und -feuchte sowie Zugfestigkeit, speziellen Farben und Anpreßdrucken, Temperaturfenstern etc. steht, kann das schon in einen kausalen Zusammenhang mit möglichen Abweichungen vom Sollzustand des Endprodukt Postwertzeichen gebracht werden.

    Alleine die technischen Randbedingen sagen ja schon einiges aus.

    Das finden von solchen Infos bereitet Mühe.

    Und lerne zur Zeit jeden Tag etwas neues bezüglich Druck.

    Damals wie Du zeigst ja technisch eher Grundlagenforschung, am lebenden Objekt.

    Physik & Chemie nicht anders als Heute.

    Versuch macht klug. Handwerklich schauen wo die technischen Grenzen liegen und vielleicht Anhaltswerte für Bereich mini/max zu erlangen.

    Die guten / nicht ganz so schlimmen Stücke wurden ja in Umlauf gebracht. Denke die hatten bei Versuchen einiges an Ausschuß.


    .

    Eine Stickney - schlechte Übersetzung oder allgemein gebräuchliche Bezeichnung dieser besonderen Nummer drüben in Amiland?

    Ohne nun selber noch mal nachzuschauen, was ist den das Besondere an dieser Stickney Marke?

    Woran erkenne ich die als interessierter Sammler? Spezielles Bild?

    ---------------------------------------------------------------------------


    Meine obige 1. Anfrage bezieht sich aber auf die Trocknung gewaschener Marken auf "Handtrockenpressen". Sie entstammen wohl der privaten Anfertigung/Trocknung von Ppierfotos und werden - so habe ich gehört - auch gerne für Marken zur Trocknung verwendet.

    Oben in meiner Antwort includiert.

    "handelsübliche Trockenpressen"

    Nein.

    Dachte mir zwar das du die Fotopresse meinst, die meinte ich aber auch. Arbeitsprinzip (Ausübung Kraft nur aus einer Richtung) ist gleich.

    Um das von dir angefragte Fehlerbild sowie in dieser Größenordnung hin zu bekommen, muss das Papier zu naß sein und unter Druck in Länge gezogen sowie eventuell in Breite "gedrückt" werden. Rollendruck eben.

    Die handelsüblichen Fototrockenpressen üben nur Druck von oben aus. Und der ist in Anbetracht der üblichen Dicke einer Briefmarke in meinen Augen zu gering.
    Maximal können hier u.U: nur Fasern platt gedrückt werden. Klar auch eine Vergrößerung. Meßbar mit solch einer Schablone wie oben von dir gezeigt? Eher wohl nein.

    Leider meine 20to Presse abgegeben sonst hätte ich da den Versuch mal mit gewässerten Briefmarken gestartet. Zwischen zwei Trockenbuchseiten.

    Meine Vermutung/Prognose

    Normal dünne Marken keine Chance. Die bleiben wie sie sind.

    Brauchst Material (dickes Papier) das weg gepresst werden kann / worauf Druck übertragen werden kann.

    Und da die Farben nicht mit angelöst werden, könnten die Farben brechen. Müssen aber nicht.


    Eine eigentlich schon bei erster Antwort aufdrängende Frage.

    Wie könnte jemand feststellen, ob ein Postwertzeichen explizit wegen der Trocknung in der Presse plötzlich größer oder kleiner geworden ist?


    Bittrof - Bund 116 X

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    Einmal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (2. März 2023 um 20:38)

  • BI-Z 100 I - 4 ?
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    737
    • 3. März 2023 um 09:26
    • #11

    Finde den hier im Forum schon gegebenen Link ins Nachbarforum bezüglich Unterschiede im Druck anhand von Markenbeispielen nicht mehr.

    Das sind schön die Unterschiede in der Marken-Zeichnung erklärt.

    Das hat mir einen technischen Überblick gegeben.

    Zumindest im Prinzip zumindest für neuere Maschinen.

    https://print24.com/de/blog/2017/0…samtueberblick/

    Auch das Ergebnis wie von dir vorgestellter z.B. USA-Versuche.

    Allgemeines zu Papier wikipedia

    https://de.wikipedia.org/wiki/Papier

    Und dann wären Kenntnisse über die in USA verwendeten (historischen) Druckmaschinen hilfreich.

    Damit kann ich nicht dienen.

    Bittrof - Bund 139 I

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    2 Mal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (3. März 2023 um 09:44)

  • Filli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.892
    • 3. März 2023 um 12:43
    • #12

    So richtig mit den Informationen zum Druck amerikanischer Marken habe ich mich auch nicht beschäftigt.

    Neben dem üblichen "Bogendruck" habe ich nur noch für diese Maschinen Informationen:

    Stickney iiste eine Rollendruckmaschine (s. mein obiges Bild) im Stichtiefdruckverfahren (naß) für Briefmarken in Linienzähnung der USA (aber auch Kanada, Belgien, Tschecheslowakei und Schweden).

    Für den trockenen Druck so ab 1930 wurde dann auch Kammzähnung benutzt.

    Dann kamen die Deutschen Maschinen der Goebel AG/Damstatt und der Schweizerischen WIFAG auf den Markt.

    Ein anderer, weit verbreiteter Hersteller von Druckmaschinen war Giori. Giori war am Anfang ein Stichtiefdruckverfahren, bei em nur eine Platte/Walze benutzt wurde - allerdings mit mehreren Farbwerken, damit bis zu 3 Farben zugleich aufgebracht werden konnten. (1926 bereits in Mexico benutzt, 1938 in Polen und ab 1938 in Frankreich! Ab 1957 auch in der USA [BEP].

    Im Übrigen wurden USA-Banknoten ebenso gedruckt. Deswegen sind in der USA Briefmarken und Banknoten fiskalisch gleich gestellt und wurden bei Fälschungen auch gleich behandelt! In der heutigen Zeit fälschen chinesische Kriminelle so schnell, daß bereits kurz nach Ausgabe der Edition massenhaft gefälschte Ware auf dem Markt auftaucht (s. Deutschland). Das ist aber ein eigenes, großes, Thema ;) .

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

    2 Mal editiert, zuletzt von Filli (3. März 2023 um 17:31)

  • labarnas
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    • 3. März 2023 um 13:11
    • #13

    Der Link zum Offsetdruck enthält im wesentlichen Dinge, die sich auf die heutige Technik beziehen. Die in der Berliner Reichsdruckerei / Staatsdruckerei benutzten Offsetdruckmaschinen wurden Anfang der 1920er Jahren beschafft. Das lag u. a. an einem personellen Wechsel, denn dieser brachte die nötige Erfahrung mit. Zugleich war es in der Infla-Zeit faktisch unmöglich die lange zeitliche Dauer in den klassischen Druckverfahren für Briefmarken aufrechtzuerhalten. Die Mi.-Nr. 111-112, A 113, 113 - 115 waren mit die ersten, die über dieses Druckverfahren hergestellt wurden. In der Druckerei waren die technischen Anlage zur Gummierung des Papiers, der Riffelung des Gummis, des Bogenzuschnitts ... bis zu Perforation (Kamm- und Durchstich) vorhanden. Allein das Umdruckverfahren von der "Ur"-Platte (Zink) und nicht mehr Stein ist für sich interessant. Und das damalige Offsetdruckverfahren, habe ich schon geschrieben, war ein Nassverfahren. Habe hier einige Literatur, die den damaligen Stand der Technik im allgemeinen beschreiben. Wenn es dazu Interesse gibt kann ich das gern mal einstellen, obwohl es nicht zu dem obigen Thema gehört.

    Grüße

    labarnas

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  • BI-Z 100 I - 4 ?
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    • 3. März 2023 um 14:07
    • #14

    Versuche in der Werkstatt. Interessantes Thema.

    Übergangszeit von Druckverfahren.

    Feuchte von Papier wohl technisch kein Problem. Feuchtes Papier ist nicht so teuer.

    Fehlten die genauen Erfahrungswerte.

    Effizienter musste es werden. Maximierung der Druckgeschwindigkeit.

    Schnellere Druckverfahren benötigten dann andere Farbkonsistenzen, infolge dann auch besseres Papier sowie höheren Pressdruck. Vorzugsweise Druck bei bestimmter Temperatur & Luftfeuchte.

    Experimente: Erst mal schauen was mit den alten & neuen Maschinen im Vergleich noch geht!?

    Kurz & schmerzlos - Vergleichswerte finden.

    Mit den Ergebnissen können dann die Kaufleute rechnen.

    Auch wohl, je nässer/preiswerter das Papier, umso besser / teurer die Farbe?

    Die Farben auf das alles abstimmen, bzw. "gute" Farbmischungen erstmals hier entwickeln, stelle ich mir anspruchsvoll vor.

    Wohl manchmal unbewusst besser von der Farb-Mischung getroffen bei den oben im Text besprochenen USA Stücken. nass-trocken

    Solche unterschiedlichen Trocknungserscheinungen bei ein und der selben Farbe, kann auch in vielen anderen handwerklichen


    Woran können die von dir aufgeführten Nummern erkannt werden.

    rotary sheet

    Experimente auf alter recht mechanisch anmutender Maschine mit Papier auf Zylinder gegenüber dem Druckzylinder?

    Oder Einzelbogeneinzug?

    stickney

    Mal das Internet bemüht

    - Name des größten Einschlagkrater auf dem Marsmond Phobos

    - Übersetzung ... klebrig

    Auf den Gummi bezogen oder auf die Arbeitsweise der Druckmaschine?

    Oder so ähnlich

    perforate stamps and coils

    The early years of the 20th Century saw the development of technologically and commercially viable stamp-vending and stamp-affixing machines; and this phenomenon had important effects upon methods by which several stamps in the 1902 series were produced--particularly as regards perforation. Because it proved impossible to devise machines that could

    oder

    Imperforate stamps and coils

    https://en.wikipedia.org/wiki/Series_of…tamps_and_coils

    https://en.wikipedia.org/wiki/Coil_waste

    Auf jeden Fall ein interessantes Thema welches ich bei späterer Sortierung meiner entsprechenden Nummern beachten werde.

    Hier dann noch eine

    Bittrof - Bund 112 V

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

  • BI-Z 100 I - 4 ?
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    • 3. März 2023 um 14:30
    • #15
    Zitat von labarnas

    Der Link zum Offsetdruck enthält im wesentlichen Dinge, die sich auf die heutige Technik beziehen. Die in der Berliner Reichsdruckerei / Staatsdruckerei benutzten Offsetdruckmaschinen wurden Anfang der 1920er Jahren beschafft. Das lag u. a. an einem personellen Wechsel, denn dieser brachte die nötige Erfahrung mit. Zugleich war es in der Infla-Zeit faktisch unmöglich die lange zeitliche Dauer in den klassischen Druckverfahren für Briefmarken aufrechtzuerhalten. Die Mi.-Nr. 111-112, A 113, 113 - 115 waren mit die ersten, die über dieses Druckverfahren hergestellt wurden. In der Druckerei waren die technischen Anlage zur Gummierung des Papiers, der Riffelung des Gummis, des Bogenzuschnitts ... bis zu Perforation (Kamm- und Durchstich) vorhanden. Allein das Umdruckverfahren von der "Ur"-Platte (Zink) und nicht mehr Stein ist für sich interessant. Und das damalige Offsetdruckverfahren, habe ich schon geschrieben, war ein Nassverfahren. Habe hier einige Literatur, die den damaligen Stand der Technik im allgemeinen beschreiben. Wenn es dazu Interesse gibt kann ich das gern mal einstellen, obwohl es nicht zu dem obigen Thema gehört.

    Grüße

    labarnas

    Bittrof als Künstler-Handwerker-Technik hatte sicher auch das Wissen ;)

    Dieser war zu diesem Zeitraum ja quasi frisch ausgebildet.

    Laut obiger Quelle (Hessen) ab 1920 selbstständig.

    1923 Gründer des Bundes Deutscher Gebrauchsgraphiker

    Graphik-Druck-Maschinen

    Das passt schon mit den Druckmaschinen in diesem Zeitraum.

    Ein einstellen von so etwas gesammelten/gebündeltem Wissen gerade über den Zeitraum im prinzipiellen technischen Wechsel von der Drucktechnik wäre nett!

    Würde ich gerne etwas drüber erfahren.


    Bittrof Bund 116 - 3 übereinanderliegende blaue Punkte - Falte

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    3 Mal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (3. März 2023 um 14:44)

  • labarnas
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    • 3. März 2023 um 17:03
    • #16

    Gut, dann mal zwei Quellen, die ich persönlich gelesen habe bzw. in meinem Besitz sind oder tlw. waren. Habe mal einen Link hinzugefügt (war einfach der erste).

    Gnewuch, G. (1979). 100 Jahre Bundesdruckerei. Berlin (Werkstätten der Bundesdruckerei Berlin) - klick

    Eine Festschrift, die sehr viele Details aus den 100 Jahren enthält. Auch immer den entsprechenden Teil, wo es um die dort gedruckten Briefmarken geht.

    Krüger, O. F. W. (1949). Die lithographischen Verfahren und der Offsetdruck. (3., vollständig umgearbeitete Auflage), Leipzig (F. A. Brockhaus) - klick

    Das ist ein "muss", wenn man Steindruck, Offsetdruck, Umdruckverfahren, Maschinen aus der Zeit verstehen will. Sehr anspruchsvoll, weil an den Drucker geschrieben. O. F. W. Krüger war Direktor der Grafischen Abteilungen von F. A. Brockhaus Leipzig. Würde die 3. Auflage empfehlen. Diese wurde zwei Jahre nach seinem Tode an seinen Wunsch auf "Stand der Technik" angepasst. Dort auch die Roland-Serien (u. a. Roland-Ultra) als Druckmaschine in Wort und Bild beschrieben.

    Grüße

    labarnas

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  • BI-Z 100 I - 4 ?
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    • 3. März 2023 um 18:40
    • #17

    @Iabarnas

    Danke, das hört sich gut an!

    Ausführungsanweisung für den Praktiker. Posthumes technisches Update.

    Internet ist das eine, gedruckte Bücher ...

    Und preislich moderat gegenüber manch anderer spezieller Literatur.


    Ein Zeitungsartikel wohl aus 1960

    Grüße Jo.

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

  • BI-Z 100 I - 4 ?
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    • 4. März 2023 um 17:57
    • #18

    Diesmal auch:

    - Poststempelwerbung für Normformate

    - Briefsverschlussmarken für Holland und Deutschland

    - Sehenswerte Grafiken / Gebrauchsgraphikdesign

    - Lebenslauf - Dr. Walter PORSTMANN

    Durchaus denkbar das Bittrof und Porstmann persönlich bekannt waren.

    Vorher aber noch was zum Druckbild am praktischen Beispiel Bund:

    Filli

    Medium Papier

    Das Thema mit Druck auf unterschiedlicher Papierqualität habe ich zwar schon in Philabereichen gesucht und besonders für Bund nichts gefunden.

    Habe mir mal u.a. die Steindruck Bund 119 angeschaut.

    Größtes Feuchtefenster für ordentliche Verarbeitung sowie geringste Anforderungen an Papiergüte => größeres Verarbeitungsfenster.

    Farbe wurde doch vor Ort noch selber gemischt / angepasst aufs Papier/Feuchte/Druck ... Druckerei eben. So wie ich die Beschreibungen in Erinnerung habe.

    Farbe konnte recht leicht beeinflusst werden, Maschine im begrenzten Maß. U.a. wohl Druckkraft, Durchlaufgeschwindigkeit.

    Angeliefertes Papier, war wohl die Variabele wo viel drauf abgestimmt wurde / wird.

    Naßes / schlechteres Papier bei Bund?

    Hier mal zwei Bund 119 nebeneinander, die rechte ist in Bund-Druckabweichungen betrachtet.

    Natürlich immer so eine Sache wie das hier auf Bild rüberkommt.

    Falls es da schon Beiträge gibt, ich habe diese nicht gefunden.

    Betrachte das unter dem Aspekt, mögliches technischen Gebrauchs-Spektrum.

    Wobei, die saubere Ausführung ist wohl seltener.

    Wir sehen ja immer nur die in Verkehr gebrachten Stücke.

    Das es bei dieser Nummer offensichtlich lange und kurze (breite & schmale?) gibt, erscheint mir für 1949 nicht ungewöhnlich.

    Auch das es hier augenscheinlich auch eine gute und eine weniger gute Zähnung gibt.

    Und m.E. auch Unterschiede in Papier und (gewollt angepasst) bei der Farbe.

    Zumindest meiner Ansicht nach, ist das Papier der linken 119 von schlechterer Qualität.

    Gleichmäßig grössere Fasern sowie raue Oberfläche. Durch die raue, größere Oberflächenstruktur nimmt solch ein Papier eine höhere Feuchte schneller an.

    Raues Papier sollte bei Druck etwas feuchter verarbeitet werden => etwas angepasste Farbmischung => angepasste Druckkraft

    Bei der rechten Nummer 119, satter fast überfetter Rotdruck, auf dicht geschlossenem kleinfasrigen, fast weißem Papier.

    2 verschiedene Papiersorten => 2 etwas andere Farbmischungen, mit unterschiedlicher Druckkraft aufgebracht?

    Natürlich gibt es auch natürliche mechanische Alterung, insbesondere auch Ausbleichung.

    Hier links die Nummer auch ausschließlich?

    Bei der von tobi125 gezeigten Bund Druckabweichungen [#125] Nummer 130 könnte für mich das suboptimale Zusammenspiel Papier-Farbe-Druck, zumindest einen Teil des Zustandes erklären.

    Auch da i.d.R. technisch solche negativen Abweichungen, auch negativen Einfluss auf das Alterungsverhalten haben.

    Dort bei der Bund 130 vielleicht am deutlichen Beispiel.

    Ob es Unterschiede bei meinen 119 in der Größe gibt?

    Gute Frage!

    Wohl eher ja, als nein.

    Hat jemand Erkenntnisse / Hinweise über die damals verwendeten Papierqualitäten, z.B. Bundesdruckerei?

    Ach ja Gebrauchsgraphik, Poststempelwerbung für Normformate, Druck, Papier, ...

    https://www.din.de/resource/blob/…ormate-data.pdf


    Entwurf von Bittrof - Bund 169 - rot - postfrisch & gestempelt


    Grüße Jo.

    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

  • Schildescher
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    • 4. März 2023 um 18:17
    • #19
    Zitat von BI-Z 100 I - 4 ?

    Vorher aber noch was zum Druckbild am praktischen Beispiel Bund:

    Habe mir mal u.a. die Steindruck Bund 119 angeschaut.

    Grüße Jo.

    Hallo Jo,

    ich bin mir nicht sicher, ob es einfach nur ein Schreibfehler ist oder du gedanklich falsch abbiegst. Die Bund 119 ist im Stichtiefdruck gefertigt. Das ist was ganz anders als Steindruck.

    Schildescher

    Ich mag Vollstempel (keine Versandstellenstempel) folgender Gebiete;

    Bund (bis zum Mauerfall)
    Berlin (u.a. Berliner Bauten , Mi.- Nr. 42- 60)
    DR /Dt. Kolonien / DSWA

    Keulen/ Cöln/ Coeln/ Köln bis 1940

    rote besondere AFS/PFS

  • BI-Z 100 I - 4 ?
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    • 12. März 2023 um 17:02
    • #20

    In geschmacklich technischer Vollendung

    OFFSET-DRUCK

    Zitat von Schildescher

    Hallo Jo,

    ich bin mir nicht sicher, ob es einfach nur ein Schreibfehler ist oder du gedanklich falsch abbiegst. Die Bund 119 ist im Stichtiefdruck gefertigt. ....

    Danke für den Hinweis.

    JA, Schreibfehler!

    Aber nicht falsche Richtung!

    Mir geht es ja um den prinzipiellen Zusammenhang zwischen Druckverfahren-Papier-Farbe.

    Und den gibt es wohl bei allen Druckverfahren!

    Und teilweise auch durch die Herstellung / Vorbehandlung der Druckvorlage.

    Zumindest laut Literaturtip

    Zitat von labarnas

    Krüger, O. F. W. (1949). Die lithographischen Verfahren und der Offsetdruck. (3., vollständig umgearbeitete Auflage), Leipzig (F. A. Brockhaus) - klick

    Auch die Problematik/Ergebnisse von Filli mit den "Versuchen" der US-Post einer Nummer in verschiedenen Drucktechniken, Papierqualitäten und vermutlich auch verschiedenen Farbzusammenstzungen, wird dort im Prinzip fachlich (handwerklich & technisch) im allgemeinen sowie speziellen Zusammenhang skizziert.

    Steindruck-einfacher Rollendruck-Offsetdruck.

    Und da damals neuester Stand der Technik, erste Kopierverfahren für die Druckvorlagen.

    Im Prinzip sollten wie oben GANZ grob beschrieben, die Zusammenhänge (in Bezug auf Papier und USA 553 von Filli ) in etwa so stimmen.

    (Kenntnisse in der Entwicklung von zumindest SW-Fotografie sowie Farbenlehre sind hier schon hilfreich)

    Wohl unter Umständen für Bestimmung vieler "Druckabweichungen, Farbunterschiede, Farbabwaschungen, etc." D-Land ab 1945 sowie frühen Bund sicherlich zielführend.

    Muss das mal für mich in tabellarischer Form herausarbeiten.

    Auch so manche technische Vokabel (z.B. strenge Farbe) muss ich hier noch mal genau nachschauen.

    Erwähnenswert finde ich, daß die damals angestrebten Genauigkeit an den zu Zeit "moderneren" Offset-Maschinen einen halben Zehntel Millimeter (1/50mm) betrug.

    Die Frage wäre weiterhin, ob es noch Unterlagen/Aufzeichnungen über die verwendeten Farben/Papierqualitäten der Bundesdruckerei gibt, bzw. wo sowas zu suchen / anzufragen wäre.

    Auch die Vor-Bund-Zeit wäre für mich da von Interesse!

    Gibt es da Phila-Literatur drüber?

    Nichts im Netz gefunden!

    Ein chemisches Labor gab es ab 1894 sowie ab 1899 eine Papiermacherei welche aber hauptsächlich der papiertechnischen Forschung diente.

    Farben hat die Bundes-/Reichsdruckerei wohl wegen zu sehr schwankender Qualität von Lieferanten wohl i.d.R. ab 1905 selber in einer Farbenreierei zusammengemischt.

    Für entsprechende bezüglich Literatur bzw. möglicher Quellen für Informationen wäre ich dankbar.

    Hier dann noch der Rest der obigen Beilage aus 1927

    Leider ist diese Beilage im Format Old (ungeschnitten 304,8 x 228,6mm / 12x9 inch) und somit für meinen DINA4 Scanner auch im Letter-Format (8,5x11 inch) nur 3-seitig beschnitten (hier links-rechts-unten) darstellbar.

    Und hier noch eine Bittrof-Bund 139 (PF I nach Michel)

    Einen guten Sonntag und Start in die Woche

    Grüße Jo.


    Bunt ist die Welt, aber nicht rund.

    2 Mal editiert, zuletzt von BI-Z 100 I - 4 ? (12. März 2023 um 17:21)

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