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Einschreiben Inflation mit Gebührenzetteln

  • kartenhai
  • 27. Dezember 2019 um 09:39
  • kartenhai
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    • 27. Dezember 2019 um 09:39
    • #1

    Diesen seltsamen Einschreibebrief aus dem Jahre 1925 (wenn ich das richtig entziffert habe) sah ich beim laufenden Auktions-Erlösspiel, das ich mal wieder um eine Minute verpasst habe, wie schon öfters in diesem Jahr. :evil:

    Der Brief ist mit drei Gebührenmarken bestückt im Nennwert von 30.000,- und 2 x 75.000,- Mark (in den Farben rot und orange!), also zusammen 180.000,- Mark. Wenn man die Jahreszahl auf den Stempeln als 1925 liest, ergibt das Ganze keinen Sinn, denn die Inflation endete ja bekanntlich Ende 1923. Ober kann es sein, daß die Jahreszahl auch 1923 heissen könnte? Dann würde der Stempel mit 18.9. besser dazu passen.

    Nichtsdestotrotz, warum wurden bei diesem Ortsbrief von Halle nach Halle solche Gebührenzettel mit Aufschrift: "Gebühr bezahlt" verwendet und auch anstandslos von der Post abgestempelt? Habe so einen Brief noch nie gesehen. War es damals vielleicht möglich, bei fehlenden Inflationsmarken, deren Nominale sich ja täglich geändert haben, einfach Gebührenmarken mit der gewünschten Nominale als Ersatz aufzukleben? Gibt es dafür irgendwelche amtliche Schreiben für diese Ausnahmen? Oder ist das einfach ein gefälschter Brief? Wer weiß was dazu?

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
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    • 27. Dezember 2019 um 10:11
    • #2

    Im Netz dazu gefunden:

    Von der Briefmarkenwelt Dortmund habe ich jetzt einen interessanten Artikel gefunden, der über solche Frankaturen Aufschluß gibt:

    Markenlose Belege verdanken ihre Existenz aber auch dem Umstand, daß überhaupt keine Marken zur Verfügung stehen. Eine derartige Notzeit war die Inflation. Die Reichsdruckerei und die eingeschalteten Privatdruckereien konnten den Markenbedarf einfach nicht decken. So behalf man sich mit Gebührenzetteln, deren Ausführung durch A.D.A.V.2.§4 bestimmt wurde (Inschrift "Gebühr bezahlt" bzw. "taxe percue" und Namenszug:

    Gebührenzettel der Inflationszeit existieren nicht nur in gedruckter Form, vielfach wurden
    gummierte Zettel mit dem Abdruck des Gebühr bezahlt- Stempels versehen und dann auf die
    Sendung geklebt:

    gefunden in:

    http://www.briefmarkenwelt-dortmund.de/ohnem.htm

    Gruß kartenhai

  • erron
    Moderator
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    • 27. Dezember 2019 um 12:55
    • #3

    @kartenhai,

    diese Gebührenzettel stammen vom Briefmarkenversandhaus Walter Behrens.

    Sie wurden ca. 3 Wochen lang unbeanstandet verwendet.

    Danach wurde die Verwendung seitens der Postverwaltung untersagt, da es sich um private Gebührenzettel handelte.

    Es gibt sie mit Werteindruck von 5 000, 15 000,30 000, 75 000 und 150 000 Mark.

    https://www.infla-berlin.de/17_Daten/Verla…f?m=1349772010&

    http://www.philadb.com/?site=list&cat…17&mode=vorwort

    mfg

    erron

    http://www.philadb.com

  • linos203
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    26. Oktober 1966 (59)
    • 27. Dezember 2019 um 12:58
    • #4

    Kann es nicht sein, das die Jahreszahl 23 ist?

  • kartenhai
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    • 27. Dezember 2019 um 13:56
    • #5

    @ linos203:

    Es wird 1923 sein, ist nur schlecht auf dem Stempel zu lesen. 1925 ergibt ja keinen Sinn, da die Inflation schon vorbei war.

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
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    • 27. Dezember 2019 um 14:03
    • #6

    Gebührenzettel Behrens

    Da habe ich noch 6 ähnliche Werte gefunden von diesen Gebührenzetteln. Die 75.000,- Mark gibt es anscheinend in mehreren Farb-Varianten. Und hier steht auch noch Braunschweig drauf.

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
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    • 27. Dezember 2019 um 14:24
    • #7

    Auskunft der Briefmarkenfreunde Halle, bei denen ich auch anfragte wegen der als erstes gezeigten Gebührenmarken auf Brief:

    Bei diesen Marken handelt es sich um private Machwerke, die weder
    offiziell anerkannt waren noch Frankaturkraft hatten. Natürlich gibt
    es aber privat initiierte Sammlerbelege mit diesen reinen
    Privatmarken, Sammler hatten schon immer gute Beziehungen zu dem
    einen oder anderen Postbeamten....Sie finden die Machwerke auch
    abgebildet im Michel- Deutschland- Spezial 2018 auf Seite 609 unter
    Deutsche Lokalausgaben 1923 - da gab es für die OPD Halle
    tatsächlich auch offizielle Infla- Gebührenzettel.

    Gruß kartenhai

  • Filli
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    • 27. Dezember 2019 um 14:57
    • #8

    kartenhai

    Einfach einmal für Deine Bemühungen - nicht nur hier:

    :goodjob::goodjob::goodjob::goodjob::]

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • erron
    Moderator
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    2.517
    • 27. Dezember 2019 um 20:00
    • #9

    Noch ein paar Bemerkungen zu dieser privaten Mache mit der Abstempelung aus Halle vom 18.9.1923.

    Ich habe den etwas schlechten Briefescann mit diesen "Gebührenzettel" bei meinem erstes Posting bei der flüchtigen Überprüfung nicht genau genug auf meinem Smartphone erkennen können.

    Müsste mir mal ein neues größeres Smartphone zulegen.

    So, am PC geht es mit dem Scann besser.

    Also:

    Dieser gemachter Beleg stammt nicht vom Briefmarkenhändler Behrens aus Braunschweig sondern von einem Herrn Ulrich Runge aus Halle.

    Dieser Herr Runge stellte diese Gebührenzettel selbst her und verschickte sie überwiegend an sich selbst.

    Es gibt vereinzelte Belege an andere Adressaten, die bei der Reichspost durchgeschlüpft sind. Diese Zettel wurden aber nach eingehender Überprüfung sofort von der Reichspost verboten.

    Ob dieser Herr Runge danach mit seinen Postbetrügereien belangt wurde, weiß ich nicht.

    Das Postamt in Halle verwendete nur Gebührenzettel ohne Werteindruck in roter Farbe.

    Das Porto in dieser PP 17 vom 01.09.23-19.09.23 betrug für einen Ortsbrief bis 20 Gramm mit Zusatzleistung Einschreiben 105.000 Mark. Bis 100 Gramm waren es 115.000 Mark. Bis 250 Gramm waren es 150.000 Mark. Somit ist dieser "Belegmache" hoffnungslos überfrankiert.

    Dieser Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten, HALLE / * (SAALE) 2 C, (Infla: Stempeltype 3) ist der bekannteste Falsch(Gefälligkeits)stempel von Halle.

    mfg

    erron

    http://www.philadb.com

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 29. Dezember 2019 um 16:46
    • #10

    In einem anderen Forum werden diese privaten Gebührenzettel auch besprochen:

    https://forum.bdph.de/showthread.php…cc2991ffc156fcd

    Gruß kartenhai

  • Online
    rama
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    Geburtstag
    1. April
    • 24. September 2023 um 16:56
    • #11

    Hallo,

    ein bischen im Forum gesucht und schon einige Antworten auf meinen Beleg gefunden, sodass ich kein neues Thema aufmache.

    Vor fast genau 100 Jahren

    Diese Gebührenzettel sind laut Michel Mache und wurden trotzdem verwendet. Kartenhai hat im vorigen Beitrag schon einen guten Link präsentiert.

    Farbige Gebührenzettel Halle/Saale in verschiedenen Wertstufen

    Auslands-Einschreiben 360.000 Mark in die Schweiz vom Halle (Saale) 4h 19.9.23

    Auslandsbriefporto bis 20 gr.: 200.000 M

    jede weitere 20 gr. : 100.000 M

    Einschreibegebühr: 75.000 M

    Ankunftstempel: Luzern 22.9.23

    Wenn auch Mache bleibt er in der Sammlung.

    viele Grüße

    rama

    2 Mal editiert, zuletzt von rama (24. September 2023 um 19:39)

  • Jean Philippe
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.806
    • 24. September 2023 um 17:17
    • #12

    rama

    Sehr schönes Stück als Ergänzung zu diesem Thema (Treath?). Es sind aber 360.000 Mark. Ist das dann auch noch portogerecht?

    Gruss,

    Jean Philippe

    Nutzt die Funktionen des Forums, wie insbesondere die Hilfe, die Suche, das Inhaltsverzeichnis und die Linkliste.

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