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  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
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Prüfer

  • narnia2009
  • 14. Januar 2014 um 11:45
  • narnia2009
    Gast
    • 14. Januar 2014 um 11:45
    • #1

    Hallo liebes Forum,

    ich habe mal eine Frage:

    Was kann ein Prüfer was ein Normalsterblicher Philatelist nicht auch kann, außer seinem Siegel drunterzusetzen?

    Gibt es zusätzliche Verfahrensweisen die einem normalerweise nicht bekannt sind?

    Ein Prüfer (gerade was Farben angeht) orientiert sich doch auch am geprüften Material eines anderen. Oder nutzt den Farbführer und sein erfahrenes Auge.
    Was ist wenn der Prüfer sih irrt? Woher weiß man ob der Prüfer Recht hat oder sich nicht doch geirrt hat, weil er eben auch nur ein Mensch ist?

    Und ein Wasserzeichen kann man auch selber erkennen sogar die Papierstruktur und ob das WZ stehend oder liegend ist usw.

    Gestrichenes, gewöhnliches und gefasertes Papier kann man selber unterscheiden...

    Und warum ist es eigentlich so wichtig die Marken prüfen zu lassen? Hat der Prüfer allein die Macht?

    Ein Philatelist sammelt aus Leidenschaft und weil er Spaß dran hat und nicht zu. kommerziellen Zwecken.

  • saeckingen
    Stamm Mitglied
    Beiträge
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    Männlich
    Geburtstag
    30. Juni 1970 (55)
    • 14. Januar 2014 um 12:56
    • #2

    Ein Prüfer in einem anerkannten Prüfverband muss seine Fachkenntniss, seine geräteausstattung und sein Vergleichsmaterial nachweisen. Somit gibt das eine gewisse Sicherheit zur Qualität seiner Befunde.

    Selbstverständlich können das auch viele erfahrene Phialtelisten, die keine Prüfer sind, da hat man aber keine externe Beurteilung der Prüfqualität.

    Niemand muss als Sammler etwas prüfen lassen - wer selbst beurteilen kann was er hat und ob es OK ist braucht keinen Prüfer und wem es egal ist, ob er falsch zugeordnete Marken oder Fälschungen in der Sammlung hat, auch nicht.

    Allerdings ist beim Verkauf solcher Stücke eine Prüfung eigentlich unerlässlich, da der Käfer sich kaum auf die "Fachkenntnisse" des Verkäufers verlassen wird. Der Käufer wird bei teueren und fälschungsgefährdeten Stücken wohl immer auf eine kompetente Prüfung bestehen.

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • uli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.810
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    Männlich
    • 14. Januar 2014 um 14:00
    • #3
    Zitat

    Und warum ist es eigentlich so wichtig die Marken prüfen zu lassen? ....Ein Philatelist sammelt aus Leidenschaft und weil er Spaß dran hat und nicht zu kommerziellen Zwecken.


    Gegenfrage: Stellen wir uns vor, es gibt eine Marke in den Farb-Varianten a und b. Variante a hat den Wert 1 Euro, Variante b 100 Euro. Beide Varianten fehlen dir und beide möchtest du kaufen. Ich biete dir jetzt eine dieser Marken an und versichere dir, dass es die teure Variante b ist. Würdest du mir einfach so die 100 Euro geben?

    Vermutlich nicht. Bei JEDER Aussage geht es nur darum, wie stark man glaubt(!), dass sie richtig ist. Bei Prüfern ist "das ganze Drumherum" so, dass man deren Aussagen mehr Glauben schenken kann, als den Aussagen anderer Leute. Da dieser Glaube bei (fast) allen Sammlern vorhanden ist, ist die Prüfung der "Quasi-Standard", auf den man sich geeinigt hat.

    Eine wirklich 100%ige Sicherheit gibt es aber niemals, auch nicht bei den Aussagen von Prüfern.

    Gruß
    Uli

    Suche Bund-Marken mit Stempel aus Düsseldorf! 
    Meine Tausch- und Verkaufsangebote im Philaforum --->  Ulis Flohmarkt

  • Briefmarkentor
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.081
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    Männlich
    • 14. Januar 2014 um 15:01
    • #4

    Hallo Uli,

    natürlich sollte der Spaß und die Leidenschaft an unserem Hobby an erster Stelle stehen. Und deshalb kaufe ich gerne weiters Material. Mangels Vergleichsmöglichkeiten aus meiner Sammlung verlasse ich mich dabei bei höherpreisigen Stücken auf Atteste. Ich sehe dies nicht aus kommerzieller Sicht, sondern möchte einfach nicht übers Ohr gehauen werden.

    Vorweg, auch Prüfer können irren, oder die Forschung überholt alte Ansichten. Aber ein Prüfer hat sich eingehend mit dem Material eines bestimmten Gebietes beschäftigt, d.h.,

    - ihm ist bekannt, wie die Postwertzeichen aussehen
    - kennt entsprechende Fälschungen
    - kennt Merkmale von Manipulationen (Falschgummi, Nachzähungen, Reparaturen ect.)
    - kennt den Verwendungszeitraum und die entsprechenden Stempel
    - kann notfalls auf Kenntnisse von Prüferkollegen/ARGE-Mitgliedern zurückgreifen

    Im Übrigen wird ein Prüfer sich nicht auf dem Wissensstand und dem Material seiner Vorgänger ausruhen, sondern neues Wissen erarbeiten und einbringen.

    All dies sind Fachkenntnisse, die wir uns erst mit der Zeit aneignen, vorausgesetzt, wir interessieren uns überhaupt dafür. Es geht also nicht um Macht (worüber auch) sondern schlicht um Schutz.

    Viele Grüße

    Marko

    https://www.dropbox.com/scl/fo/831ungh…t=zbkbzwpv&dl=0

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.154
    • 14. Januar 2014 um 16:07
    • #5

    Natürlich geht es auch um kommerzielle Interessen und zwar um diejenigen des Käufers. Dabei sollte man nicht außer Acht lassen, dass wir uns bei geprüftem Material in der Regel bei höherwertigen Stücken aufhalten. Wer will schon billige Varianten zum überhöhten Preis kaufen.
    Und ich muss mich nicht in allen Gebieten perfekt auskennen, um beim Sammeln Freude zu haben. Die mir allerdings vergeht, wenn ich anderen vertraue, die vielleicht noch weniger Ahnung, aber garantiert immer die besseren, sprich teureren Varianten im Album haben.
    Insofern ist die Prüfvergütung in jedem Falle gut angelegtes Geld. Auch wenn es schmerzt.
    Nach meiner Erfahrung kann man den Prüfern im BPP vertrauen, dort wird sehr gute Arbeit geleistet, die gar nicht hoch genug anerkannt werden kann. Ich kenne auch keine Sachverständigenorganisation, die zu solchen Spottpreisen arbeitet.....

    Gruß
    KJ

  • Claude D.
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.326
    Geburtstag
    20. Februar 1963 (63)
    • 14. Januar 2014 um 16:49
    • #6
    Zitat

    Original von narnia2009

    Was kann ein Prüfer was ein Normalsterblicher Philatelist nicht auch kann, außer seinem Siegel drunterzusetzen?

    Gibt es zusätzliche Verfahrensweisen die einem normalerweise nicht bekannt sind?

    Hallo narnia2009,

    Ja, zusätzliche Verfahrensweisen gibt es mittlerweile wirklich. Die moderne Technik hat auch vor dem Prüfen von Briefmarken nicht haltgemacht.

    Ein Beispiel: Im März letzten Jahres wurde ein USA-Brief von 1853 mit einer halbierten 1 Cent-Marke von 1851 von einem renommierten Auktionshaus versteigert. Um die Echtheit des Briefes zu überprüfen arbeitete die Philatelic Foundation (USA-Prüfungsorganisation) mit dem National Postal Museum in Washington zusammen.

    Sie unterzogen den Brief verschiedenen physikalischen Tests: einer optischen Untersuchung mit einem "Video spectral comparator" genannten Gerät, einem Röntgen-Fluoreszenz-Analyzer oder einer Infrarot-Spektroskopie.

    Alles Geräte, die auch in anderen Bereichen zur Überprüfung der Echtheit von Dokumenten eingesetzt werden. - Und alles Geräte, die ein "normalsterblicher Philatelist" nicht in seinem Wohnzimmer herumstehen hat.

    Natürlich geht es dann meist um teureres Material (der Brief wurde für $52 000.- verkauft). Aber es stimmt eben nicht immer, dass Prüfer nur dasselbe machen wie die anderen Sammler auch.

    Liebe Grüsse,
    Claude

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.848
    • 14. Januar 2014 um 18:11
    • #7

    Hallo narnia2009,

    die wesentlichen Aussagen haben meine Vorschreiber schon getätigt. Seltene Marken bzw. fälschungsgefährdete Marken sind nur mit Prüfung/Attest marktfähig.

    Je mehr Du Dir Spezialwissen zu Deinen Sammelgebieten aneignest, desto weniger wirst Du für Dich einen Prüfer brauchen, ich nehme für meine Sammelgebiete nur in ganz seltenen Fällen einen Prüfer in Anspruch. Ich sammele beispielsweise Dänemark und Norwegen aber auch schon seit über dreissig Jahren.

    Gute Prüfer haben umfangreiche Archive, in denen alle wichtigen Objekte des jeweiligen Sammelgebietes teils Jahrzehnte zurück archiviert sind und damit auch Veränderungen der Erhaltung nachvollzogen werden können. Hast Du ein Archiv zu Deinen Sammelgebieten angelegt? Nicht alle Verfälscher und Restauratoren sind Stümper, ich denke da beispielsweise an die "Taunusklinik"

    Über die unfangreiche technische Ausstattung, die sich Prüfer zulegen (müssen), hat Claude D. ja schon geschrieben.

    Viele Grüße
    DKKW

  • bayerbernd
    neues Mitglied
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    27. Juni
    • 14. Januar 2014 um 18:30
    • #8

    Ganz zu Beginn wir dürfen froh sein den BPP zu haben ohne diese Organisation gäbe es noch mehr Fälschungen oder Verfälschungen auf dem Markt.
    Kann doch jeder selber entscheiden ob er prüfen lassen will oder nicht, ich selber halte es so was gut ist oder sein kann wird geprüft und dann ist die Freude über die Stücke um so größer, ohne jeden Hintergedanken irgendetwas gewinnbringend zu verkaufen !

    bayerbernd

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    29.286
    Geschlecht
    Männlich
    • 17. Januar 2014 um 09:36
    • #9

    Hier noch ein kleiner Link zum Thema Prüfer:


    Gruß kartenhai

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