Russland Postzensur 1914 - 1917
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Hallo zusammen,
einen russischen Zensurpostbeleg bin ich noch schuldig. Nichts besonderes aber ich nehme Belege aus St. Petersburg/Petrograd aus der Zeit nach der Umbenennung in Petrograd am 18. August 1914 gerne in meine Sammlung auf, bei denen noch die alten Poststempel und/oder R-Zettel verwendet wurden.
Hier ein eingeschriebener Brief der Russisch-Asiatischen Bank Riga der in Petrograd aufgegeben wurde und nach Amsterdam adressiert war.
Stegstempel S. Petersburg 2-10. 14 (jul. Kalender) und internationaler R-Zettel St. Pétersbourg.
Rückseitig der häufige Doppelovalstempel "Geöffnet / Militär / Zensur" in violett der 1. Ekspdiatia Petrograd (Speeckaert Type 2) sowie ein Lacksiegel Type 42 das leider im Laufe der Zeit etwas gelitten hat (ebenfalls häufig). Ankunftstempel Amsterdam 27.10.14 (greg. Kalender).
Mal sehen wie viele Wochen vergehen werden bis ich wieder einen interessanten Beleg erwische.
Viele Grüße
DKKW -
Weitere Postkarte aus dem Militärbezirk Minsk, aufgegeben in Gomel (?), Datum leider unleserlich, was hier durchaus interessant wäre, denn: Zensor F. I. ADAMOWITSCH arbeitete laut A. Epstein in Minsk, später in Smolensk. Gomel (Gebiet Mogilew) hatte wie Mogilew eine Zensurstelle. Ebenfalls interessant: der Nebenstempel-Zweizeiler "GEPRÜFT - MILITÄRZENSUR" ist hier in einer klar anderen Farbe. Das könnte darauf hindeuten, das ein 'Helfer' diesen aufgebracht hat.
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Unter #1664 konnte ich den dreizeiligen Zensurstempel bereits auf einer Postkarte zeigen. Hier habe ich nun einen Kartenbrief mit dem Dreizeiler sowie zusätzlich dem Einzeiler "GEÖFFNET MILITÄRZENSUR", welcher auf der Postkarte keinen Sinn gemacht hätte. Der Brief wurde am 19.10.1915 (?) aufgegeben und nach Paris gesendet. Der Tagesstempel ist gar nicht, der Einheizenstempel kaum zu lesen.
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Entzückend kleines Briefchen (104,5 x 63 mm) vom 7.10.1918 aus Petrograd nach ?
Wolynsk (wohl verkürzt für Новоград-Волинський [Nowohrad-Wolynskyj], seit 2022 wieder Звягель [Swjahel]), oder aber auch Владимир-Волынск [Vladimir-Wolynskyj], beide Städte in Wolhynien (Волынская губерния).
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Hallo northstar,
besten Dank!

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Dieser Umschlag ist nicht besonders schön und gut erhalten, aber trotzdem ein MUSS! Denn wie man sieht, sieht man - gar nix!
Der Brief lief am 22.9.1917 von Bendery ins Kriegsgefangenenlager Hameln bei Hannover. Die Zensurstelle ist vermutlich Bendery. Die Zensornummer "6" deutet jedenfalls darauf hin, aber dort, wo im Stempel normalerweise der Ort steht, steht nichts. Das lädt zur Spekulation ein. Der Speeckaert Typ 2 (dieser Stempel mit Ort) ist nur bis September 1916 bekannt. Wurde der Stempel beschädigt? Oder wurde der Ort absichtlich entfernt, um eventuell die Herkunft zu verschleiern? -
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Brief vom 27.7.1915 aus Minsk nach Kalmar in Schweden. Leider wurde der Brief sehr rabiat geöffnet und irgendwann oben gekürzt. Somit ist dann leider der R-Stempel nicht lesbar.
Interessant jedoch ist Rückseite. Wieder ist es ein Stempel des Zensors M.M. Schwarz aus dem Militärbezirk Minsk. Nur zwei Tage, nachdem er eine Postkarte in die Schweiz (Abb. 2) geprüft hatte, prüfte er diesen Brief und verwendete einen anderen persönlichen Stempel (Abb. 3). Zudem ist es auch das erste Mal, das ich bei ihm die Verwendung eines "GEPRÜFT MILITÄRZENSUR"-Stempels statt "GEÖFFNET ..."-Stempels sehe. Zu beachten ist besonders der persönliche Stempel: Bei dem neuen Stempel ist in der Inschrift das Wort "Stab" nicht mehr enthalten. Dieses spricht, genau wie der R-Stempel für eine Versetzung vom Hauptquartier zum Post-und Telegrafenamt. -
Hallo zusammen,
ich darf auch wieder mal mitspielen. Ich zeige eine schmale Ansichtskarte, die schon eher an ein Lesezeichen erinnert und die 1917 von Kiev nach Nizza in Frankreich gelaufen ist. Zum Glück hat der Absender auf der Bildseite oben Ort und Datum vermerkt, denn die Stempel sind praktisch unleserlich. Mit einer 10 Kop. Überdruckmarke frankiert.
Die Karte wurde in Kiew zensiert. der Kastenstempel ist leider sehr unklar. Es handelt sich um die Type 7 nach Speeckaert, wobei dieser die Zensorennummer 6 nicht notiert hat. Speeckaert beschreibt den Stempel als "weniger häufig"
Nett auch, dass die Bezeichnung in lateinischer Schrift "Trycksaker" lautet, norwegisch für Drucksache.
Viele Grüße
DKKW -