Moin,
dem einen oder anderen ist im Münzprogamm für 2027 sicher die Sondermünze "Bundeswehr - Im Dienste der Gesellschaft" aufgefallen.
Nun mag man über die Aufnahme der Bundeswehr in das Münzprogamm stolpern.
Man kann aber auch argumentieren, dass die Ausgabe der 10-Euro-Münze nicht einem gewissen Realitätsbezug entbehrt.
Allerdings ist die mit dieser Ausgabe einhergehende Aufwertung militärischer Institutionen ganz allgemein zu kritisieren. Der Einsatz von Waffen ist mit dem Schutz des Lebens unvereinbar. Die zunehmende präsenz der Bundeswehr darf nicht zu einer Normalisierung militärischen Denkens führen.
Wenn Investitionen in die Bundeswehr zu Lasten essentieller Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Soziales geht, gerät der Dienst an der Gesellschaft schnell in Schieflage und dürfte einer Mehrheit der Gesellschaft kaum vernünftig vermittelbar sein.
Es steht daher die Frage im Raum, was der Grund dafür ist, die bisherige Zurückhaltung aufzugeben. Militärische Themen waren bisher praktisch nicht vertreten. In sofern reden wir auch nicht von einem Routinevorgang. Wenn es aber keine singuläre Entscheidung ist, was dann?
Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen? Kaum vorstellbar.
Veränderte geopolitische Rahmenbedingungen? Da wäre Diplomatie gefragt.
Eine grundsätzliche Neuausrichtung des Programms?
Das bisher entpolitisierte Münzprogramm mag kulturell aufgeladen und stark selektiv wirken. Das mag auch auf ein selektivrs Selbstverständnis hindeuten. Allerdings sollte man tunlichst darauf achten, das ein neues Selbstverständnis nicht zum Boomerang wird.
Die Bundeswehr war Garant für Frieden, Freiheit und Stabilität. Sie ist mittlerweile eine Krieseninterventionsarmee. Und diese Interventionsarmee soll kriegstüchtig werden? Wer bedroht uns denn?
Die Aufgabe der Bundeswehr ändert sich und ist zu hinterfragen.
Diese Ausgabe Im Dienste der Gesellschaft ist nicht minder zu hinterfragen.
Gruß