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Kiautschou

  • Brackwasser
  • 2. Februar 2010 um 22:25
  • Kontrollratjunkie
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    7.212
    • 2. Februar 2010 um 22:25
    • #1

    Moment, da hat sich doch tatsächlich noch eine Chinakarte versteckt....

    Also hier meine P 1 aus Kiautschou, bedarfsgebraucht ohne Zusatzfrankatur und rückseitig mit reichlich Text nach dem Motto "Mein lieber Otto..."

    Und nun wieder Deine tollen Stücke.

    Gruß
    KJ

    Dateien

    Ganzsache Kiautschou.jpg 319,12 kB – 186 Downloads
  • gomo
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    • 11. Februar 2010 um 20:58
    • #2

    ich habe heute eineTauschsendung von gerhard 1 erhalten(ein wirklich toller Tauschpartner, wollte ich mal erwähnen).

    Dabei war dieser Brief.
    Kann mir den mal einer erklären,da stehen so viele Zahlen drauf????

    Vorderseite:
    oben 20/1?? dann Zurück, darunter 6F 34/Wilhelmshafen gestrichen.
    Unten in rot ein Wort, was ich nicht lesen kann, daneben in grün wieder Zahlen&Buchstaben(wenn ich mich nicht täusche).

    Rückseite:
    Nicht ermittelt????
    Stempel oben nur halb??

    Wo war der Brief über einen Monat???
    Was ist dieser Wert??

    Bin mal gespannt was da raus kommt, wollte diesen Brief dokumentieren, da ich davon keine Ahnung habe.

    gruß
    gomo

    Dateien

    Brief.jpg 287,38 kB – 459 Downloads Brief Rückseite.jpg 269,08 kB – 473 Downloads

    2 Mal editiert, zuletzt von gomo (11. Februar 2010 um 21:01)

  • kartenhai
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    • 11. Februar 2010 um 22:14
    • #3

    @ gomo:

    Ganz einfach: Nachdem der Empfänger in Wilhelmshaven nicht zu ermitteln war, wurde der Brief wieder nach Tsingtau/Kiautschou zurückgesendet. Das dauerte wegen der langen Schiffs-Reise über einen Monat.
    Das Zeichen vor "zurück" heißt wohl nicht 20.1., sondern ist ein Namenszeichen des Postbeamten, der den Stempel nach erfolgloser Suche aufgedrückt hat. Die Zahlen mit Bleistift können auch von einem Sammler aus irgend welchen Gründen aufgemalt worden sein.
    Die grünen Buchstaben nach dem "nicht" kann ich auch nicht entziffern, es ist jedenfalls eine Abkürzung (vielleicht eine Abteilung der Matrosen-Division) und bedeutet wohl, daß der Brief nicht zugestellt werden konnte.
    Über den Wert muß Dir noch ein Spezialist für Kolonien etwas sagen. Ein interessanter Brief!

    Gruß kartenhai

  • gomo
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    • 12. Februar 2010 um 09:35
    • #4

    Danke kartenhai,

    bin jetzt aber immer noch nicht weiter.
    Wer ist den Spezialist für solche Belege???

    gruß
    gomo

  • kartenhai
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    • 12. Februar 2010 um 09:43
    • #5

    Hallo gomo,

    "Wer ist den Spezialist für solche Belege???"

    Weiß ich auch nicht, ich hoffe, es meldet sich noch jemand!

    Gruß kartenhai

    Einmal editiert, zuletzt von kartenhai (12. Februar 2010 um 09:44)

  • PW0001
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    • 12. Februar 2010 um 20:11
    • #6

    Die grüne Abkürzung könnte J B t in Kurrentschrift heißen. Was es bedeutet ?(

    Gruß Peter
    Ich will den alten Kaiser Wilhelm wiederhamm !

  • PW0001
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    13. Juni 1950 (76)
    • 12. Februar 2010 um 20:33
    • #7

    Links neben Zurück könnte das Datum 20/2 sein.

    Ich denke es könnte so gewesen sein, dass der Brief von Wilhelmshaven nach "J B t" (was immer das sein soll) ging. Deshalb wurde Wihelmshaven durchgestrichen und "J B t" drauf geschrieben. In/an/bei "J B t" schrieb man in rot "nicht" davor und unterstrich alles rot. Von dort ging er dann am 20/2 zurück. Am 7.3. kaum er dann wieder in Tsingtau an und wurde mit dem Stempel "Nicht ermittelt ..." versehen.

    Gruß Peter
    Ich will den alten Kaiser Wilhelm wiederhamm !

  • kartenhai
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    • 12. Februar 2010 um 20:59
    • #8

    Wikipedia schreibt zu dieser Abkürzung unter anderem:

    Jervis Bay Territory (Regionalcode nach ISO 3166-2), ein australisches Bundesterritorium

    Kann es sein, daß die Schiffspost nach Tsingtau zuerst über Australien lief?

    Gruß kartenhai

  • 1872
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    • 12. Februar 2010 um 21:49
    • #9

    Hallo,
    der Brief ging wohl eher von Wilhelmshafen weiter nach Lübeck, als nach Australien, wäre jedenfalls naheliegender,
    Gruß 1872

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 13. Februar 2010 um 07:16
    • #10

    Könnte es vielleicht auch heißen Z. B. A. = Zurück Bis Absender ?

    Der mittlere Buchstabe sieht aus wie ein großes B in deutscher Schrift.

    Noch eine Frage an die früheren Matrosen: Was war das für ein Dienstgrad bei der früheren Matrosen-Division (Kaiserliche Marine): M.-A.-K. ?
    Doch nicht: Marine-Aushilfs-Kapitän ?(;)

    Gruß kartenhai

  • gomo
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    • 13. Februar 2010 um 07:27
    • #11

    M.-A.-K. = Matrossenartillerie-Abteilung-Kiautschou

  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
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    25. September 1958 (68)
    • 13. Februar 2010 um 10:18
    • #12

    Hallo gomo,

    Ist zwar nicht mein Spezialgebiet, aber ich versuche mal eine Deutung:

    Der Brief wurde am 2.2.1914 in Tsingtau aufgegeben und lief nach Wilhelmshafen zur dort stationierten 2. Matrosen Division.

    Der Absender war sich aber wohl selbst nicht sicher, ob der gewünschte Empfänger, "Obermaat Voss", dort Dienst tat, denn er vermerkte vorsorglich als ihm bekannte ehemalige Dienststelle des Obermaat Voss "frueher M.-A.-K. in Tsingtau.", also die "Matrosenartillerie-Abteilung-Kiautschou".

    Daß Obermaat Voss bei der Einheit in Wilhelmshafen nicht anzutreffen war wundert einen eigentlich nicht, denn in der Matrosen-Division befanden sich Seeleute, welche als Schiffsbesatzungen eingeplant waren.

    Vor der Mobilmachung gab es eine Reihe von Schiffen, die abgerüstet im Hafen lagen und erst im Krieg aktiviert werden sollten.

    Die Ausbildung der Besatzung dieser Schiffe wurden permanent von der Matrosen-Division durchgeführt.

    Die 2. Matrosen Division war in Wilhelmshaven stationiert und hatte 3 Abteilungen zu 3 Kompanien.

    Bei dem Brief wurde "Wilhelmshafen" in blau durchgestrichen und ein weiterer Zustellversuch wurde bei einer anderen Einheit unternommen.

    In grün wurde vermerkt "Z. B. A."(?) oder so ähnlich.

    Auch bei dieser zweiten Einheit war Obermaat Voss jedenfalls nicht bekannt, so daß auch dieser Zustellversuch erfolglos blieb, woraufhin in roter Tinte das "nicht" vermerkt wurde.

    Der Brief wurde dann rückseitig mit dem Stempel "Nicht ermittelt / Marine-Postausgabe" versehen und vorderseitig wurde der Stempel "Zurück" angebracht.

    Als aktuelles Datum zu diesem Zeitpunkt wurde der "20/2" links neben dem Zurück-Stempel vermerkt.

    Der Brief lief dann nach Kiautschou zurück, kam dort am 7.3.1914 wieder an, siehe rückseitigen Ankunftstempel, und wurde dem Absender wieder ins "Postfach 27" gelegt.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    PS:
    Zur Wertbestimmung:
    so einen "nackten Brief" ohne Detail-Beschreibung würde ich bei etwa 10 € netto ansetzen.

    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (13. Februar 2010 um 10:25)

  • asmodeus
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    • 27. Februar 2010 um 12:04
    • #13

    Ich bräuchte einmal die aktuelle Katalogbewertung für diesen Stempel: Mi.Nr.: V2II- aber: Die Stempel im Michel Spezial beziehen sich nur auf die Stempel "Tsingtau- Kiautschou", andere Stempel wohl höherwertig.

    Vielen Dank für die Hilfe!

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    Kiautschou.jpg 37,22 kB – 344 Downloads
  • Peter1965
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    • 21. Oktober 2012 um 22:12
    • #14

    Hallo, eine Frage zu dieser Marke:

    Es ist eine China 5I mit Stempel Tsintau vom 24.10.98, also Vorläufer V5I Kiautschou mit Stempel 3. Die Marke ist von Bothe geprüft, allerdings ohne Angabe des Aufdruck-Typs (I oder II). Meine Frage: War (und ist) es bei den Vorläufern unüblich,den Aufdruck-Typ bei der Prüfung zu bezeichnen? Wird hier generell nicht "I" oder "II" angegeben? Die Unterscheidung trifft der Michel ja schon eine ganze Weile.

    Danke und Gruß
    Peter

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    China 5I VS.jpg 98,15 kB – 407 Downloads China 5I RS.jpg 60,21 kB – 444 Downloads
  • woermi
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    • 22. Oktober 2012 um 17:20
    • #15

    I da 45 grad aufdruck!

  • Brackwasser
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    • 28. April 2014 um 14:34
    • #16

    Hallo Asmodus,

    das ist ja traurig. In vier Jahren keine Antwort.

    Im Arge Stempelkatalog wertet der Stempel 15.- € auf Briefstück.
    Da es sich um einen Vorläufer, besser gesagt um einen Mitläufer (ab 1.1.01), handelt, ist man im Kolonial-Vorläufer Handbuch von Steuer besser aufgehoben. Hier wird der Faktor 4X angegeben. Die Basispreise kommen aus dem Michel.

    MiNr. M3IIa 20.-M€ x 4 = 80.-M€

    Bei den Farben b und c werten dann schon insgesamt mit 880.-M€ bzw. 920.-M€.

    Schöne Grüße
    Michael

    Brackwasser

  • Bummi
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    • 4. Dezember 2015 um 16:08
    • #17

    Hallo zusammen,

    sind die beiden Sätze Kiautschou Michel 18-27 (ohne Wasserzeichen) und 28-37 (mit Wasserzeichen) zeitgleich von der Reichspost ausgegeben worden?
    1.10.1905?

    MfG

  • kartenhai
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    • 4. Dezember 2015 um 16:41
    • #18

    Nur die 18-27 sind am 1.10.1905 verausgabt worden, bei den 28-37 stehen im Michel nur ganze Jahreszahlen von 1905-1919, bei jeder einzelnen Marke eine andere Jahreszahl ohne genaues Datum.

    Gruß kartenhai

  • Bummi
    neues Mitglied
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    • 4. Dezember 2015 um 17:51
    • #19

    Danke kartenhai!

  • DKKW
    Stamm Mitglied
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    • 4. Dezember 2015 um 17:55
    • #20

    Hallo Bummi,

    ja, teilweise stimmt dies. Man hatte 1905 die bisher in deutscher Währung ausgegebenen Marken aufgrund von Währungsschwankungen durch Marken in chin.$ Währung ersetzt. Diese Marken wurden wohl im Sommer 1905 gedruckt, kamen im September 1905 an die Berliner Sammlerschalter und erreichten im Oktober 1905 Kiautschou.

    Genau in diese Zeit fällt bei den Germania-Marken in Deutschland die Einführung des Wasserzeichen-Papiers. Einige Ausführungen im Kohl-Handbuch und im Buch "Hundert Jahre Germania" von Jäschke-Lantelme deuten darauf hin, dass sich die Deutsche Reichspost aufgrund diverser Fälschungen zum Schaden der Post schließlich doch zur Einführung eines Wasserzeichens als zusätzliches Sicherheitsmerkmal für ihre Briefmarken durchrang.

    Laut Amtsblatt vom 7.10.1905 wird die Einführung von Marken auf Wasserzeichenpapier angekündigt. Da waren die Kolonialmarken für Kiautschou mit dem Schiffsmotiv aber schon draussen. Folgende Druckaufträge erfolgten dann selbstverständlich auch auf Wasserzeichenpapier. Laut Friedemann-Handbuch:
    1c = Juni 1906
    2c = März 1909
    4c = November 1909
    10c = Januar 1909
    20c = Dezember 1908
    40c = Dezember 1905
    1/2 Dollar = Oktober 1907
    1 Dollar = Februar 1906
    1 1/2 Dollar = Oktober 1905
    2 1/2 Dollar = Oktober 1905

    Viele Grüße
    DKKW

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