Rechtzeitig zu Weihnachten sind meine beiden Karten eingetroffen.
Postkarte vom 1.10.1914 aus Enzeli (Persien) nach Taschkent. Der Transport lief zunächst über die Zensurstelle in Baku (Zensurstempel Typ 1) und dann über das Kaspische Meer und anschließend über Land bis Taschkent, dort ein weiteres Mal geprüft (Zensurstempel Typ 1 in früher Verwendung und rot statt wie im Speeckaert in blau angegeben). Der Verkäufer denkt dagegen, das die Karte direkt nach Krasnowodsk (heute Türkmenbaşy) gelaufen ist und dort geprüft wurde. Einen Transitstempel gibt es aber weder von Baku noch von Krasnowodsk.
Russland Postzensur 1914 - 1917
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Einschreiben aus Warschau nach New York, aufgegeben am 2.12.1914. Der Brief lief zunächst über Petrograd (5.12.), wurde dort fast drei Jahre lang aufbewahrt und dann zensiert. Hier wurde der einzeilige Vermerk Задержан военной цензурой = von der Zensur angehalten (bei Speeckaert das erste Wort fälschlich mit Э statt З) aufgetragen und der Brief mit einem Zensurstreifen wieder verschlossen und erhielt den Stempel Typ 24. Interessant finde ich auch den Verschlussstreifen, den ich so noch nicht gesehen habe. Übrigens hat mir ein Bekannter kürzlich mitgeteilt, das er über 50 (!) verschiedene Streifen registriert hat.
Anschließend ging die Reise nach New York weiter. Dort traf der Brief am 30. Januar 1918 ein, konnte aber nicht ausgeliefert werden. Gut vier Wochen später, am 2. März 1918 wurde dann der Zeigefinger-Stempel RETURNED TO WRITER / UNCLAIMED aufgetragen und der Brief zurück gesendet. -
Guten Morgen zusammen,
wie man anhand der weniger gewordenen Beiträge unschwer erkennen kann, ist neues Material schwerer zu ergattern bzw. muss man es erst einmal finden. Eventuell bekomme ich heute Abend noch etwas!?
Briefumschlag aus Balaklawa, auf der Krim ca. 15 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Sewastopol und heute ein Stadtteil davon, aufgegeben am 27.1.1917 und nach Pskow gesendet, gelaufen zunächst über die Zensurstelle Sewastopol (Speeckaert Typ 3 mit nicht genannter Zensornummer "18") und ein weiteres Mal geprüft bei der Ankunft (Speeckaert Typ 8). -
Moin 241264hsv-fan
immerhin, Du findest ab und zu noch etwas. Bei mir seit Wochen Fehlanzeige. Ich kann nicht mal behaupten dass ich in hartem Bietergefecht unterlegen wäre. Es kommt nichts auf den Markt
.Viele Grüße
DKKW -
Um einen Zensurstempel von Zarskoje Selo dokumentieren zu können, genügte A. Speeckaert nicht einmal der erste Nachtrag. Er konnte dann einen Dreizeiler mit der Zensornummer "3" eintragen. Ich kann einen ganz ähnlichen Stempel mit der Zensornummer "6" zeigen.
Brief aus ? an ein Reserve-Bataillon (Ankunft 18.11.1916). -
Frisch eingetroffen ist mein letzter Gewinn vom Sonntag. Leider wurde die Frankatur entfernt oder ist abgefallen, jedoch ist ja der Zensurstempel das wichtige.
Bildpostkarte vom ??? aus ??? nach Kustanai (September 1915), gelaufen über die Zensurstelle Troizk. Der Zensurstempel ist bei Speeckaert nicht notiert, die Zensornummer "98" unbekannt, Besonders interessant finde ich, das im Wort TROIZK hinter dem "K" ein "A" folgt. Alle weiteren im Handbuch gelisteten Stempel haben statt dessen ein Härtezeichen (Ъ). -
Mal nur zur Info: Falls jemand den "Speeckaert" sucht: Für ein "Taschengeld" hier zu haben: https://www.zvab.com/buch-suchen/ti…t/antiquarisch/
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165 Euro? Boah! Ich hatte ihn letztens noch für 40 Euro gesehen.
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Bildpostkarte vom ??? aus ??? nach Kustanai (September 1915), gelaufen über die Zensurstelle Troizk. Der Zensurstempel ist bei Speeckaert nicht notiert, die Zensornummer "98" unbekannt, Besonders interessant finde ich, das im Wort TROIZK hinter dem "K" ein "A" folgt. Alle weiteren im Handbuch gelisteten Stempel haben statt dessen ein Härtezeichen (Ъ).Hallo hsv-fan,
der Absendeort ist leider aus dem Stempelfragment nicht zu erraten. Auch ein handschriftliches Datum konnte ich im Text nicht finden. Das Motiv zeigt ein Doschtschanik (ein hölzernes Binnenschiff https://de.wikipedia.org/wiki/Doschtschanik) auf der Wolga. Verlegt wurde die Karte vom Schreibwarengeschäft Oparin in Kazan. Evtl. liegt der Absendeort in eben dieser Region. Aus dem Mitteilungstext ergibt sich, dass der Schreiber nach Irkutsk fährt und zuvor "bei Vasja in R... (leider unleserlich)" war.
Das "A" in TROIZKA ist eine Genitivendung.
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Hallo northstar,
schön, nach längerer Zeit wieder von dir zu hören und besten Dank für deine Mühe!
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Satzbrief vom 11.7.1916 nach Amsterdam.
Einen ähnlichen Streifen konnte och bereits zeigen. Auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, der Verschlussstreifen ist der gleiche .... Zum Vergleich habe ich hier beide angezeigt. Unterschiede sind erkennbar. Ein Bekannter, der schon längere Zeit Zensur sammelt, teilte mir mit, er habe über 50 verschiedene Typen registriert. Ich selber komme auf gut 40, aber auf Grund der Ähnlichkeit wie hier, muss man noch genauer hinsehen. -
Hallo zusammen,
es geschehen noch Zeichen und Wunder. Es haben wieder einmal einige russische Zensurpostbelege den Weg in meine Sammlung gefunden.
Den Auftakt macht ein Brief aus, ja woher eigentlich, ich kann den etwas unklaren Stempel nicht entziffern, aus dem Jahr 1915 in die bulgarische Hauptstadt Sofia gelaufen. Nur den hinteren Teil des Stempels "....Kontora Nr. 414" kann ich erkennen.
Es sieht so aus als ob der Brief offen eingeliefert wurde, denn der Zensurstempel "D. Z. No. 237" aus Odessa (Speeckaert Type 7, sehr häufig) wurde sowohl auf der Briefvorderseite als auch auf der Rückseite abgeschlagen, der rückseitige Stempel war von der Briefklappe teilweise verdeckt. Außerdem sind rückseitig zwei undeutliche bulgarische Stempel abgeschlagen, der Transitstempel von Roustchuk und der Ankunftstempel von Sofia.
Viele Grüße
DKKW -
Das ist dann möglicherweise ein Feldpostamt.
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Hallo zusammen,
hier mein zweiter Neuzugang. Eine Paketkarte für ein Paket aus Petrograd ins finnische Viborg aus dem Jahr 1915. Postsendungen nach Finnland wurden grundsätzlich zensiert.
Den Zensurstempel habe ich bei Speeckaert nicht gefunden, er ähnelt ein wenig der Type 14, die Buchstaben "D.Z." sind aber anderes geformt. Zudem stammt meine Paketkarte vom 23.10.1915. Die Type 14 ist laut Speeckaert bis September 1915 nachgewiesen. Ist das praktisch der Nachfolger oder doch ein finnischer Stempel aus Viborg. Laut rückseitigem Ankunftstempel kam die Paketkarte am 6. XI. 15 in Viborg an, Vierzehn Tage Laufzeit obwohl Viborg nur einen Katzensprung von Petrograd entfernt liegt, da waren die Zensoren wieder ganz besonders gründlich. Paketkarten mit Postzensur findet man nicht so häufig.
Viele Grüße
DKKW -
Dieser Zensurstempel dürfte aus Wiborg stammen. Unter #566 zeigte ich den gleichen Stempel.
ZitatPostsendungen nach Finnland wurden grundsätzlich zensiert.
Das stimmt so sicher nicht, denn ich selber zeigte schon eine Karte nach Finnland, die erst bei der Ankunft geprüft wurde. Und ich habe weitere Beispiele im Archiv, wo es sich auch so verhält. Es war wohl eher anders herum. Sendungen aus Russland wurden in Finnland generell zensiert.
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