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Du sollst auf Qualität achten

  • Luitpold
  • 20. Oktober 2008 um 11:33
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 20. Oktober 2008 um 11:33
    • #1

    „Sammle nur breitrandige, klar gestempelte Marken, auf Kabinett- oder Luxusbriefen“!
    So oder so ähnlich lautet das „Gebot“, das auch hier im Forum (Altdeutschland - Bayern, Quadratausgabe betr.) immer wieder zu hören ist.

    Was soll man aber machen, wenn z.B. sich ein gesuchter Stempel auf einem Brief befindet, der nicht „sammelwürdig“ ist (siehe Abbildung)?

    Denn es heißt immer: Warte auf ein besseres Stück, es kommt schon wieder. Aber wann? Und könnte dann z.B. das erst- und letztbekannte Verwendungsdatum eines Stempels nicht verloren gehen (wenn das nicht schon geschehen ist)? Was wohl frühere Sammlergenerationen „entsorgt“ bzw. zerschnitten haben?

    Als Beispiel hier ein Briefchen, das nicht in’s Album darf. Aber könnte nicht das Datum interessant sein? Denn in den ersten Monaten des Jahres 1862 wurde in Würzburg der gMR 598 verwendet. Die Frage ist nur, wie lange? Mit diesem Brief ließe sich zumindest die Zeit eingrenzen.

    Auch bei der Betrachtung des Briefaustausches und der Gebührenverrechnung im Postverein wäre es doch sträflicher Leichtsinn, nur solche Stücke zu beachten, die einwandfrei sind. Für eine umfangreiche Datensammlung (und Absicherung) kommt es doch nicht zuerst auf Qualität an. Deshalb ist wie vieles im Leben auch das Gebot Qualität relativ zu betrachten. Oder?

    Zwei wichtige Punkte sind auch der Sammlungszweck und der vorhandene finanzielle Rahmen. Wer ausstellen will, kann nur mit Top-Qualität punkten. Wer wieder verkaufen – oder seine Erben glücklich machen – will, muss ebenfalls das Gebot Qualität in den Vordergrund seines Sammelns stellen. Dafür sind dann auch in der Regel hohe Preise zu zahlen. Für weniger gute Stücke kennt man ja die Preisabstufungen.
    Und ich meine nicht, dass um jeden – hohen – Preis, ein Stück zu erwerben ist. Jeder setzt hier seine eigenen Prioritäten.

    Aber für mich an altem Papier Freude Findender ist auch zu berücksichtigen, dass es sich oftmals um Dokumente handelt, die von der früheren Zeit, ihren Problemen, Sorgen, ihrem Handel und Wandel usw. erzählen. Man denke nur an die „Todesnachricht“ im Thread „Drucksache mit Pfiff“ von bayern klassisch (mal abgesehen vom seltenen OBSt). Oder sollte man solche Briefe wegwerfen, nur weil die Marke der Beleg keine gute Qualität zeigte?

    Das fragt mit besten Grüßen

    Luitpold

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    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (20. Oktober 2008 um 11:34)

  • lickle
    erfahrenes Mitglied
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    • 20. Oktober 2008 um 11:40
    • #2

    Luitpold

    Das kommt ganz darauf an.
    Als klassischer Ländersammler sollte man nur auf die Qualität achten, weil die Sammlung auch nach diesen Gesichtspunkten später einmal bewertet wird.
    Für einen Postgeschichtler ist die Aussage des Beleges entscheidend. Habe ich hundert Euro zur Verfügung und muß zwischen einem schönen Brief - einem echten Sahnestück - und einer postgeschichtlichen Rosine in minderer Qualität entscheiden, so würde ich doch immer die Rosine vorziehen.

    Grüßle

    lickle

  • toxc
    aktives Mitglied
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    2. September 1966 (59)
    • 20. Oktober 2008 um 12:17
    • #3

    Hallo,

    Erst mal denke ich daß man hier nichts verallgemeinern kann, da die persöhnlichen Ansichten zu verschieden sind.

    Meiner Meinung nach ist eine Aussage wie ' kaufe nur allerbeste Qualität' absoluter Quatsch.
    Bei meinem Sammelgebiet Bayern würde wohl derr gesamte Markt zusammenbrechen wenn sich jeder daran halten würde, denn da macht diese Top-Qualität nach meiner Schätzung maximal 1% des Gesamtangebots aus. Das würde bedeuten von 100 Marken landen 99 in der Tonne und die eine perfekte wird zum 20-Fachen Michelpreis verkauft, will das wirklich jemand ?( ? Damit würden wir dann von vornherein den Grossteil der kleinen Sammler vom Hobby ausschliessen.

    Schon allein deshalb finde ich es wichtig dass was den Sammelzustand betrifft endlich mal mehr Toleranz einkehrt, und auch mal andere Ansichten respektiert werden.
    Warum nicht ein sehr schönes Stück auch dann kaufen wenn die Marke z.B. hinterlegt ist, ist das so ein KO-Kriterium ? Dafür gibt es sie ja billiger, oder sie ist in perfektem Zustand nicht auf dem Markt. Hier sollte wirklich jeder für sich entscheiden was für ihn noch akzeptabel ist und was nicht. In meinem Fall finde ich angesetzte Ränder, nachgemalte Stellen, Nachzähnungen, Löcher und scharfe Büge NICHT mehr akzeptabel, aber wenn jemand anders damit noch leben kann, bitte...

    Den postgeschichtlichen Aspekt hat Luitpold ja schon auf den Punkt gebracht, das sehe ich ganz genau so.

    Allerdings gebe ich zu dass das bei anderen Sammelgebieten wo haufenweise beste Ware da ist, anders aussieht. Zum Beispiel eine Bund-Marke von 2000 mit umgebogenem Eckzahn ist wohl wirklich weitgehend Müll.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. Oktober 2008 um 12:59
    • #4

    Hallo Luitpold,

    wenn man sein Sammeln konsequent angeht, muss man wohl oder übel Kompromisse eingehen.

    lickle hat es schon geschrieben - Qualität für Ländersammler, ein Stück mit Pfiff für PO - Sammler.

    Will man PO sammeln, aber nicht auf gute bis erstklassige Qualität verzichten (weil der Ästhet noch in einem ruht), dann sollte man bei Stücken, die schon in ihrer Zeit ungewöhnlich waren, Gnade vor Schönheit walten lassen.

    Würde man aber nur z. B. einen weitergeleiteten Brief benötigen, dann kann man schon mal einige Zeit warten und etwas schmuckes nehmen, weil es dergleichen noch recht häufig zu kaufen gibt.

    Eine Weiterleitung nach Hawaii wäre natürlich etwas anderes ... aber da kommen wir wieder zu den Stücken mit Pfiff.

    Ich kann nur jedem Forscher raten, den Faktor Qualität nicht zu unterschätzen, denn jede Sammlung kostet Geld, und welcher Sammler sähe es nicht gerne, seinen Einsatz in Zukunft wieder zu bekommen?

    Man sollte auch unter optischer Qualität und tatsächlicher Qualität unterscheiden: Es gibt Marken und Briefe, die prima aussehen, aber versteckte Fehler haben.

    Für mich ist das akzeptabler, als eine verschnittene Marke oder ein fragmentarisch erhaltener Brief. Könnte ich wählen zwischen einer farbfrischen, breitrandigen Marke mit schönem Stempelabschlag, leider mit ein paar hellen Stellen, und einer angschnittenen Version, dann wüßte ich, was ich nehme ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.145
    • 20. Oktober 2008 um 13:12
    • #5

    Dann will ich mich auch einmal als Qualitätsfanatiker outen.

    Für meine Sammlungen steht die Qualität an erster Stelle, WENN es denn eine solche gibt.
    Bei modernen Gebieten ab ca. 1950 braucht man m.E. in der Regel keinerlei Kompromisse einzugehen. Es ist alles in ausreichender Menge am Markt.
    Bei Ausgaben in Krisenzeiten, z. B. Besetzungsgebiete oder Alliierte Besetzung kann es schon ganz anders aussehen. Da bin ich oft froh, eine Marke mit lesbarer Entwertung zu haben, oder auch eine Marke mit sauberem Erstfalz. Da muss man von guter Zentrierung oder Topzähnung, man denke z.B. an die Linienzähnung der AM - Post - Ausgabe Deutscher Druck, leider Abschied nehmen.

    Beim Sudetenland gar sind etliche Marken gar nicht mehr in postfrischer Erhaltung bekannt. Da bedeutet ein Kompromiß aber auch keine Abkehr von Sammelgewohnheiten.

    Für Altdeutschland gilt dann wieder das Recht des dickeren Geldbeutels. Natürlich kann ich Bayern Kreuzerzeit auch sammeln, indem ich mir nur Puppen kaufe. Das wird eine Weile gut gehen, aber irgendwann könnte ich mir das nicht mehr leisten. Nicht jeder verfügt über den finanziellen Background eines Erivan Haub.

    Bei Bedarfspost sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Topqualität gibt es da eigentlich nur als FDC. Aber wer will das schon ?
    Ansonsten haben die Belege den Postsack von innen gesehen und weisen mehr oder weniger starke Beförderungsspuren auf. Alles andere bedeutet sich in die Tasche zu lügen.

    Gruß
    KJ, immer nach der besten Erhaltung strebend........

    Einmal editiert, zuletzt von Kontrollratjunkie (24. Oktober 2008 um 10:33)

  • Erdinger
    aktives Mitglied
    Beiträge
    345
    • 20. Oktober 2008 um 13:28
    • #6

    Servus Luitpold,

    als Heimatsammler sitzen wir im gleichen Boot. Die Frage: "Kommt das jemals wieder?" plagt mich auch regelmäßig. Ich habe deshalb - vor allem am Anfang - für einige Stücke mehr bewilligt als der klassische Ländersammler das tun würde. Allerdings lernt man dazu, wird wählerischer, aber manchmal ...

    Auf die abgebildete Briefhülle bin ich zufällig kurz vor Ablauf der Auktion bei eBay gestoßen.
    Sie weist vorderseitig kräftige Büge auf, mit dem Registraturtext war Landrichter von Lerchenfeld auch nicht gerade sparsam. Trotzdem habe ich dafür etwa 12 Euro hingelegt, nicht zuletzt weil ich erst einen Konkurrenten aus Österreich niederbieten musste, der den Stempel wohl als Haag am Hausruck interpretiert hatte.
    Das Patrimonialgericht Hubenstein lag aber nahe Taufkirchen/Vils im Landgericht Erding. Für mich war der Beleg interessant, weil ich aus dieser Ecke noch nichts hatte und weil das Stück einen Umweg über Haag/Obb. machte. Es hätte den Boden des Landgerichts nie verlassen müssen, denn es gab eine direkte Straßenverbindung. Über den Grund kann ich jetzt nachdenken.
    Gut, drei Euro hätten es vielleicht auch getan, und Luxus ist etwas anderes, aber dennoch ...

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b349ehgl4phyogtbo.jpg]

    Ich habe in einem Arge-Rundbrief einmal den Beitrag eines Sammlers gelesen, der kurios verschnittene Bayern-Marken auf Briefen präsentierte. Warum eigentlich nicht? Auch eine Marke, die nicht aus dem Bogen herausgeschnitten, sondern mehr oder weniger herausgerissen wurde, kann eine Geschichte erzählen.

    An dieser Stelle könnte man die Story einer Postkarte der Kreuzerzeit (1873) von Erding nach Brüssel einflechten, die bei einem Auktionshaus zuerst liegenblieb, dann beim zweiten Mal zum Untergebot (270.-) wegging, bei einem anderen Auktionator (versehen mit Attest) - trotz kaum auffallender Fehlerchen - als "Granate" mit 600.- ausgerufen und für 800.- zugeschlagen wurde.

    Die Palette diskussionswürdiger Themen ließe sich übrigens um "Nur portogerecht ist richtig" oder "Sie müssen Destinationen/Portostufen etc. sammeln!" erweitern.

    Müssen tu ich aber grundsätzlich gar nix! Als Sammler bin ich zum Glück mein eigener Herr. Und als solcher muss ich hin und wieder Qualitätsabstriche machen. Das geht selbst Granatenkäufern so.

    Merke ;) :
    a) (gilt allgemein) Alle anderen kaufen grundsätzlich schlauer, besser und günstiger sowieso.
    b) (gilt speziell für Heimatsammler) Die perfekten Stücke stammen immer aus anderen Orten, die meilenweit von deinem Gebiet entfernt liegen.

    Viele Grüße vom
    Erdinger

  • doktorstamp
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    • 20. Oktober 2008 um 14:00
    • #7

    Der wirklich erfahrene Sammler weis was er im Kauf bzgl. Qualität hinnehmen muß. Sein Gebiet kennt er auswendig. Ein dickes Portmonnaie ist nicht nötig, schon eine Hilfe, aber vor allem kommt das Wissen zum Vorschein. Literatur hat er haufenweise, einiges schon von seiner Hand.

    Der erfahrene Sammler dagegen, ist manchmal dessen nicht sicher, also beschließt sich auf Nummersicher zu gehen, nicht immer aber oft. Wissen hat er, ist aber noch nicht fortgeschritten. Literatur hat er. Beteiligt sich an der Forschung, stellt Fragen und hört zu.

    Otto Normal Sammler achtet meist auf die Qualität, wiedermal muß es betont nicht immer, aber er lernt noch reichlich dazu.und bestützt sich auf den Michel. Literatur vielleicht in kleinen Mengen vorhanden. Ansonsten wenn er etwas wissen will, stellt er Fragen. Manchmal Schwerhörig.

    Der unerfahrene (unbedarfte) Sammler, ihm ist alles würsch, hauptsache nach Katalognummern, sein Album (meist ein Vordruck) ausfüllen.Oft nicht mal über den Michel verfügt er. Literatur (Sind das Bücher?) Lernen will er nicht (Beratungsresistent und vielleicht Genmanipuliert), aber eine unerschöpfliche Quelle dummen Fragen. (Taub, leider nicht Stumm!)

    Wie die unzählige Sandkörnchen im Meer, haben die vielen Menschen ihre Meinung zu Qualität.
    Es kann nur Richtlinien geben, und sogar diese fliessen ineinander.

    Sicher werden welche sich oben erkennen, ist nicht bös gemeint.

    mfG

    Nigel


    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. Oktober 2008 um 14:43
    • #8

    Lieber Nigel,

    das ist ganz wunderbar geschrieben - vielen Dank :).

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • toxc
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    • 20. Oktober 2008 um 15:34
    • #9

    :) Ja, sehr amüsant

    Allerdings sollte man das Thema nicht so stark von der Erfahrung des Sammlers abhängig machen, ich denke am meisten ausschlaggebend ist schon noch der Geldbeutel.
    Wenn jemand z.B. eine hinterlegte (reparierte) Bayern Nr. 1 mit Fingerhutstempel kauft bedeutet das in aller Regel nicht daß der Käufer Qualitätsstufen verkennt, sondern ganz einfach daß er solch eine Marke zwar möchte sich aber eine absolut perfekte eben nicht leisten kann.
    Natürlich kann dann jemand sagen 'was ich mir nicht in perfektem Zustand leisten kann kaufe ich nicht' aber das muß ja wieder jeder für sich selber entscheiden, ohne dass man daraus auf seinen Kenntnisstand der Materie schliessen kann.

  • doktorstamp
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    • 20. Oktober 2008 um 15:56
    • #10

    toxc

    Wie die Sandkörnchen im Meer.......................

    Neulich ist das Museum fur Deutschen Humor aufgemacht. Ein Besuch deinerseits scheint ja Wünschenswert. Q.E.D.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • toxc
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    • 20. Oktober 2008 um 16:28
    • #11

    Hallo Nigel :)

    Ich denke Du hast mich missverstanden, mir hat der Humor-Aspekt Deines Beitrags durchaus gefallen, das 'sehr amüsant' in meinem vorigen Post war auch ernst gemeint.

    Ich wollte mit meinem letzten Post nur verhindern daß jetzt jemand fälschlicherweise denkt, der Erhaltungszustand der Marken in einer Sammlung hängt ausschliesslich vom Fachwissen des Sammlers ab.

    ...also 'no offence'
    Grüße
    Michael

  • Bayern-Nils
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    • 20. Oktober 2008 um 16:29
    • #12

    Hallo.

    Ist Qualität Individuell oder ist es ein allgemeine Masstab?
    Meiner Meinung nach kann Qualität nur eine subjektive Ausgangspunkt haben, wenn wir die Dinge in schlecht oder gut Beurteilen.

    Nigel listet die Beurteilungen wir machen durch welche Erfahrungen wir haben, und behauptet dass wir Qualität besser Beurteilen können wenn wir viele Erfahrungen habe. So einfach ist es leider nicht.
    Qualität nach der "God and Bad Axis" ist vor allem kulturell bedingt, und jeder versteht sein Kultur nach sein kulturellen Rücksack.
    Also auch durch zum Beispiel Neugier, Geldbeutel, Sammlerzweck, Kaufmöglichkeiten, Zeit usw gemessen.

    Qualität lässt sich nicht allein durch Intellekt messen, Qualität lässt sich nicht allein durch Gefühle messen. Qualität ist niemals Endgültig fertig gemessen.

    Aber je mehr Erfahrung ich habe, habe ich auch die Möglichkeit meine eigene Qualität-Masstaben zu beurteilen. Aber es ist sehr Individuell.

    Und es macht immer Spass Qualität zu diskutieren.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • Drudenfus
    aktives Mitglied
    Beiträge
    451
    • 20. Oktober 2008 um 17:42
    • #13
    Zitat

    Ist Qualität Individuell oder ist es ein allgemeine Masstab?


    Die Frage ist mehr, was IST denn Qualität überhaupt? Jeder redet dauernd von Qualität, aber was ist das denn?

    Grade bei Belegen gibt es für mich genau zwei Kategorien: Kaputt und nicht kaputt.
    Nicht kaputt ist sammelwürdig, kaputt ist bedingt sammelwürdig. Die Unterscheidung zwischen "Für MEIN Sammelgebit interessant" oder eben nicht, ist pur subjektiv und hängt ganz vom eigenen Gebiet ab, hat aber mit Qualität garnichts mehr zu tun, sondern nur damit, ob besagtes Stück für einen selbst interessant ist oder nicht.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. Oktober 2008 um 17:58
    • #14

    Hallo,

    was gute Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise machen.

    Was schlechte Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise für gute Qualität nicht zahlen können.

    Der folgende Brief ist bezüglich seiner Markenqualität eine lockere Note 6 - die Marke besteht aus 2 Teilen! Für jeden Ländersammler eine Katastrophe, absolut sammelunwürdig, noch dazu eine billige Bayern Nr. 15, die mit dem etwas besseren Stempel von Lichtenfels auf mal gerade ein paar Euro Katalogwert kommt. Reeller Wert somit im Centbereich.

    Diese Aussage ist völlig korrekt.

    Meine Aussage als Postgeschichtler ist eine andere: Erfolgreicher Postbetrug in Lichtenfels auf einem Brief nach Österreich, auch dort unbemerkt geblieben.

    Marke aus 2 Teilen geschickt zusammengesetzt. Darauf stand Gefängnis, und das war 1870 sicher kein Erholungsurlaub wie heute.

    Postgeschichtlicher Wert ab 50 Euro (wofür ich den Brief nie hergeben würde ...).

    Qualitativ für einen Ländersammler ein absolutes "no go";
    qualitativ für einen PO - Sammler ein absolutes "must have".

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Drudenfus
    aktives Mitglied
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    451
    • 20. Oktober 2008 um 18:28
    • #15
    Zitat

    Qualitativ für einen Ländersammler ein absolutes "no go";
    qualitativ für einen PO - Sammler ein absolutes "must have".


    Im Kern stimme ich dem natürlich zu, nur sehe ich immernoch nicht, was das mit Qualität zu tun hat.
    Für einen Ländersammler uninteressant, für einen Postgeschichtler interessant. Aber über die Qualität wird dabei meiner Meinung nach noch keine Aussage gemacht.
    Das mache ich erst, wenn ich den Zustand betrachte. Hat der Beleg Knicke, Risse, Stockflecken,... Aber selbst solche Qualitätsmerkmale, ob positiv oder negativ, können noch nicht alleinig ausschlaggebend sein, ob das jeweilige Stück verallgemeinert sammelwürdig ist, oder nicht.

    Siehe hierzu meine Italien-Marke mit Saarbrückenstempel.
    Die Marke ist nicht selten. Sagt nichts aus über Qualität, ok. Aber sie war mit Klebstoff auf Karopapier aufgeklebt, hat also auf der Rückseite Rückstände vom Kleber. DAS ist eine Aussage über die Qualität und Erhaltung. Da ich aber Saar sammle, inklusive eben solcher Kleinigkeiten, ist die Marke trotzdem sammelwürdig.
    ABER: die Qualität kann sich nicht ändern, auch nicht im Auge des Betrachters. Selbst wenn ich sage, das Stück ist interessant für mich und jemand anders würde sie wegwerfen, muss ich eingestehen, dass Qualität und Erhaltung vielleicht nicht die beste sind, denn das ist eine absolute Eigenschaft des Stücks. Nur mein Sammelgebiet und meine Interessen bestimmen, in wie weit gewisse Qualitätskriterien für mich interessant sind, oder nicht.

    Demnach hat z.B. auch eine allerwelts Beileidskarte aus dem zweiten Weltkrieg, von denen es sicher millionen gibt, trotzdem eine gute Qualität, wenn Umschlag und Marke ordentlich erhalten sind. Jede weitere Beurteilung hat nichts mit Qualität, sondern mit Interessenlage zu tun.

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 21. Oktober 2008 um 08:47
    • #16
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Hallo,
    was gute Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise machen.
    Was schlechte Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise für gute Qualität nicht zahlen können.Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Bei Bayern ist das SEM-Handbuch Kreuzerausgaben anerkannter Maßstab für Qualitätsbeschreibung und Preise. Am einfachsten ist das bei einer Mühlradstempelsammlung nachzuvollziehen. Die Stempel-Nr. und Orte sind im SEM aufgeführt mit Preisen für lose Marken und auf Brief. Abgesehen von den selternen und schlecht stempelnden Postorten ist es einfach eine Qualitäts-Sammlung anzulegen, jedoch auch hier ist bald der finanzielle Rahmen ausschlaggebend. Hier stimme ich bayern klassisch schon zu, dass man das hineinsteckte Geld auch wieder herausbekommen möchte. Jedoch schaut man in den Internet-Angeobten solche Mühlradstempel-Sammlungen an, sieht man immer sehr unterschiedliche Erhaltung.
    Viel schwerer wird eine Bewertung von Belegen, bei denen sich aber doch einige Qualitätsmerkmale am Markt finden: Eine durchgestrichene Adresse, gestützte Briefe, gereinigte Briefe usw.
    Abschließend vielen Dank für alle Beitragsschreiber - hier hat mir Erdinger Mut gemacht, da er meine Richtung sammelt und mit dem beschriebenen Beleg genau meine Situation getroffen hat.
    Viel Spaß weiterhin bei Eurer Sammelei
    wünscht
    Luitpold

  • XYZ
    Gast
    • 21. Oktober 2008 um 10:00
    • #17

    kleiner Einwand zu Bayern klassich
    was gute Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise machen.
    Was schlechte Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise für gute Qualität nicht zahlen

    zu eins:
    Was gute Qualität ist bestimmen die gesetzlichen Regelungen der verschiedenen Postanstalten zur jeweiligen Zeit alles andere wird aussortiert und landet als Abart bei Abarten Hannes ;)

    Qualität ist 1. eine Normaussage des Urzustandes. Also ein Sammler vor 100 Jahren kauft eine perfekte Marke frisch vom Postboten, klebt sie persönlich 100% gewinkelt auf die Marke, schlägt einen perfekt zentrischen Stempel mittig auf der Marke ab, bringt sie persönlich zum Adressaten um sie nicht auf dem Postweg zu beschädigen und dieser schließt sie die nächsten 100 Jahre ein um sie auf einem Auktionshaus teuer zu verkaufen. Daraus ergibt sich

    1. Jede Marke die nicht aussieht wie vor hundert Jahren frisch gekauft ist keine gute Qualität.

    2. Jede Marke die nicht 100% zentrisch gestempelt ist ist keine gute Qualität.

    3. Jeder Brief/Karte oder sonstein Poststück das nicht so aussieht als hätte es niemals den Postweg oder die Reise durch die Zeit angetreten, ist keine gute Qualität.

    Man kann so sammeln, wenn man ein gutes finanzielles Polster hat und es gibt genug Sammler die so sammeln und regelmäßig geehrt werden und Goldmedalien für ihre Sammlungen kassieren. Dummerweise glauben diese Sammler sie müssten diese Norm auf alle anderen Sammler übertragen und vergessen das es auch eine weitere Aussagen über Qualität gibt.

    2. Qualität ist rein supjektiv der Maßstab den ich anlege. Ich bin das Non Plus Ultra, ich entscheide was gute und schlechte Qualität ist und was ich bereit bin dafür zu bezahlen. Hier geht es nicht mehr um die opjektive Frage der Qualität Ist die Marke wie im Urzustand, der Brief so wie vor hundert Jahren sondern einzig um die Frage gefällt sie mir und entspricht sie meinen Qualitätsansprüchen.

    In diesem Sinne stimmt auch die von Bayern Klassisch gemachte Formel nich bzw. nur zum Teil nämlich nur in der 1 Deffinition
    gute Qualität = von denjenigen die die Marktpreise machen
    schlechte Qualität = von denen die die Preise nicht zahlen

    In der zweiten Deffinition entscheide nämlich ich selber was gute Qualität ist und da kann es durchaus sein das für mich ein kaputter Bayern 1 auf einem Brief aus meinem Heimatort, dem man die Zeit und das Erlebte anssieht eine höhere Qualitätstufe hat als ein "steriler" und nichtssagender wenngleich "technisch" perfekter Bayern 1 für den ich kein Geld ausgeben würde.

  • lickle
    erfahrenes Mitglied
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    721
    Geschlecht
    Männlich
    • 21. Oktober 2008 um 10:47
    • #18
    Zitat

    Original von XYZ
    kleiner Einwand zu Bayern klassich
    was gute Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise machen.
    Was schlechte Qualität ist, bestimmen diejenigen, die die Marktpreise für gute Qualität nicht zahlen

    zu eins:
    Was gute Qualität ist bestimmen die gesetzlichen Regelungen der verschiedenen Postanstalten zur jeweiligen Zeit alles andere wird aussortiert und landet als Abart bei Abarten Hannes ;)

    Qualität ist 1. eine Normaussage des Urzustandes. Also ein Sammler vor 100 Jahren kauft eine perfekte Marke frisch vom Postboten, klebt sie persönlich 100% gewinkelt auf die Marke, schlägt einen perfekt zentrischen Stempel mittig auf der Marke ab, bringt sie persönlich zum Adressaten um sie nicht auf dem Postweg zu beschädigen und dieser schließt sie die nächsten 100 Jahre ein um sie auf einem Auktionshaus teuer zu verkaufen. Daraus ergibt sich

    1. Jede Marke die nicht aussieht wie vor hundert Jahren frisch gekauft ist keine gute Qualität.

    2. Jede Marke die nicht 100% zentrisch gestempelt ist ist keine gute Qualität.

    3. Jeder Brief/Karte oder sonstein Poststück das nicht so aussieht als hätte es niemals den Postweg oder die Reise durch die Zeit angetreten, ist keine gute Qualität.

    Man kann so sammeln, wenn man ein gutes finanzielles Polster hat und es gibt genug Sammler die so sammeln und regelmäßig geehrt werden und Goldmedalien für ihre Sammlungen kassieren. Dummerweise glauben diese Sammler sie müssten diese Norm auf alle anderen Sammler übertragen und vergessen das es auch eine weitere Aussagen über Qualität gibt.

    2. Qualität ist rein supjektiv der Maßstab den ich anlege. Ich bin das Non Plus Ultra, ich entscheide was gute und schlechte Qualität ist und was ich bereit bin dafür zu bezahlen. Hier geht es nicht mehr um die opjektive Frage der Qualität Ist die Marke wie im Urzustand, der Brief so wie vor hundert Jahren sondern einzig um die Frage gefällt sie mir und entspricht sie meinen Qualitätsansprüchen.

    In diesem Sinne stimmt auch die von Bayern Klassisch gemachte Formel nich bzw. nur zum Teil nämlich nur in der 1 Deffinition
    gute Qualität = von denjenigen die die Marktpreise machen
    schlechte Qualität = von denen die die Preise nicht zahlen

    In der zweiten Deffinition entscheide nämlich ich selber was gute Qualität ist und da kann es durchaus sein das für mich ein kaputter Bayern 1 auf einem Brief aus meinem Heimatort, dem man die Zeit und das Erlebte anssieht eine höhere Qualitätstufe hat als ein "steriler" und nichtssagender wenngleich "technisch" perfekter Bayern 1 für den ich kein Geld ausgeben würde.

    Alles anzeigen

    xyz

    Zusammengefasst heißt das also:

    Der Markt honoriert gute Qualität. Wer die dafür bewilligten Preise nicht bezahlen kann/will muß sich eben mit minderwertigem Material begnügen. Spass macht es Dir aber trotzdem.

    Grüßle

    lickle

  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. Oktober 2008 um 10:47
    • #19

    Hallo XYZ,

    wir sind doch gar nicht so weit auseinander. Schau dir mal meinen gezeigten Brief an.

    Ein Lichtenfelser Heimatsammler würde ihn sicher gerne kaufen, denn er ist schön gestempelt, der Brief (nicht die Marke!) gut erhalten, die Schrift sauber, der Bestimmungsort noch mit Rötel hervorgehoben usw. usw... .

    Stell dir vor, die Marke wäre aus einem Stück - dann hätten wir sicher einen Kabinettbrief vor uns, für den der Heimat- oder Normalsammler fast den Katalogwert berappen müssten.

    Für einen PO - Sammler wäre er dann fast uninteressant; er würde ihn kaum kaufen.

    Was ich ausdrücken wollte, sind allgemein gültige Regeln.

    Wenn die betuchten Sammler nur vollrandige Marken (egal welchen Landes) kaufen, und es wenig vollrandige davon gibt, wird eine solche eben ein mehrfaches einer leicht berührten kosten, die wiederum ein mehrfaches einer stark verschnittenen kosten würde.

    Ein Heimatsammler kann oft nicht wählerisch sein und muss nehmen, was er noch nicht hat oder kennt. Dieses Dilemma hatte ich auch, als ich als Nebensammlung meinen Heimatort sammelte. Von Luxus zu reden hieße da zu träumen, denn die Realität sah leider ganz anders aus (und ich kaufte alles, was ich bekommen konnte).

    Wer damit leben kann und will, viel "Schrottqualität" zu kaufen, nur weil diese der Heimat zugeordnet werden kann, der sei damit glücklich von ganzem Herzen. Ich hielt das auf die Dauer nicht durch/aus.

    Zitat

    In der zweiten Deffinition entscheide nämlich ich selber was gute Qualität ist und da kann es durchaus sein das für mich ein kaputter Bayern 1 auf einem Brief aus meinem Heimatort, dem man die Zeit und das Erlebte anssieht eine höhere Qualitätstufe hat als ein "steriler" und nichtssagender wenngleich "technisch" perfekter Bayern 1 für den ich kein Geld ausgeben würde.

    Du vertauschst gute Qualität mit erstrebenswert (wiewohl das oft Hand in Hand geht). Ein Brief mit einer angeschnittenen Bayernmarke ist 2. Wahl - objektiv und subjektiv. Da braucht es nicht einmal der erklärenden Wort von Herrn Sem, das weiß man als Sammler von Bayern.

    Dass aber ein unterfrankierter Brief mit der Schwarzen Eins, angeschnitten oder nicht, eine große postgeschichtliche Seltenheit darstellt, auf die auch die allermeisten Ländersammler erpicht sind, hebt ihn aus der Masse der anderen Einsern klar hervor.

    Gäbe es jetzt einen schönen, unterfrankierten, und einen versauten und angeschnittenen damit, welcher wäre dir lieber im Briefealbum?

    Und genau das drückt der Markt aus: Wer es sich leisten kann und will, der kauft den schönen für sehr viel Geld; die anderen streiten sich um den verbliebenen in 2. Wahl.

    Nur die postgeschichtliche Betrachtung erhebt oft optisch mittelmäßige Briefe (so gut wie nie lose Marken) in ganz andere Höhen. Daher ist die Preisfindung hier kaum mit "normalen" Katalogen möglich oder gar zum scheitern verurteilt.

    Wenn der Rest der Welt 50-60 Euro für einen Brief zahlen würde, aber du ein Gebot von 500 Euro dafür abgibst, musst du dich schon fragen lassen, ob alle anderen weit daneben liegen, und nur du der einzige bist, der ein Stück korrekt einschätzen kann.

    Ein alter Sammler sagte mir mal, dass ein Stück genau so viel wert ist, wie ich dafür bezahlt habe. Da ist viel wahres dran.

    Erhellen Jahre nach dem Kauf neue Erkenntnisse die sammlerischen Horizonte, stellt sich oft heraus, das der Brief damals marktgerecht gekauft wurde, heute aber ein Super - Schnäppchen wäre, da mittlerweile für dergleichen Stücke ein vielfaches zu zahlen ist.

    Auch die Zeit relativiert Qualität, Preis und Begehrlichkeit.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 21. Oktober 2008 um 11:39
    • #20

    [quote]Original von bayern klassisch
    Nur die postgeschichtliche Betrachtung erhebt oft optisch mittelmäßige Briefe (so gut wie nie lose Marken) in ganz andere Höhen. Daher ist die Preisfindung hier kaum mit "normalen" Katalogen möglich oder gar zum scheitern verurteilt.[quote]Original von bayern klassisch

    @ALLE


    Gerade ein Formular in ebay geshen, das aus der Wühlkiste kommen könnte (sieht doch so aus, oben geknickt, schmutzig?). Aber für einen Heimatsammler oder Postgeschichtler ... siehe Zitat von bayern klassisch.

    Viele Grüße von Luitpold

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