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Totenschiffchen in der Bismarck-See

  • Rabaul
  • 2. März 2020 um 15:28
  • Rabaul
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    611
    • 2. März 2020 um 15:28
    • #1

    Der Naturhafen von Rabaul im Nordosten Neubritanniens war von den Japanern als Basis für ihre weiteren Operationen in Richtung Neuguinea

    ausgewählt worden. In diesem Zusammenhang fand ich die Abbildung einer japanischen Postkarte, welche diese Schiffchen mit ihren Lasten zeigt. Ich kenne mich in der japanischen Mythologie nicht sonderlich aus. Sind dies tatsächlich Totenschiffchen, die ihre Verstorbenen auf dem Meer der Sonne entgegen senden? Ist jemand so nett und klärt mich auf ?

    Bilder

    • Japan Rabaul Schiffchen.jpg
      • 181,96 kB
      • 846 × 546
      • 590

    http://www.the-papuan-villager.de

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    29.310
    Geschlecht
    Männlich
    • 2. März 2020 um 17:14
    • #2

    Hier steht etwas über einen japanischen Totenseelenkult mit Seelenschiffen, die auch sehr groß sein können: 


    Eine spektakulärere Art der Verabschiedung ist das Wegsenden der Totenseelen in einem Seelenschiff. Neben den kleinen von einer Familie ins Wasser gesetzten Seelenschiffen in Modellbootgröße gibt es auch große bis zu 8 m lange Schiffe, die am Ufer von einer ganzen Dorf- oder Tempelgemeinde gemeinsam gebaut und ver-abschiedet werden. Dieses Wegschicken der Totenseelen in einem Schiff findet am 15. abends oder am 16. morgens statt. Im Kantō-Gebiet gibt es so ein traditionelles Wegsenden der Totenseelen z.B. am Morgen des 16. August bei Misakiguchi auf der Miura-Halbinsel (Präfektur Kanagawa).

    Gefunden in:

    https://oag.jp/img/images/publications/oag_notizen/Notizen_0612_Pauly_fertig.pdf

    auf Seite 30

    Gruß kartenhai

  • Rabaul
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    611
    • 3. März 2020 um 12:03
    • #3

    Danke, kartenhai - sehr interessant.

    Die buddhistischen Totenseelen-Schiffe werden , wie deine Buchillustration zeigt, in blumengeschmückten Schreinen mit Laternen ausgestattet, dem Meere übergeben.

    Auf der Postkarte werden schmucklose Bündel ( vermutl. Verstorbene ) auf seltsamen Holzbooten ohne Laternen auf die letzte Reise ins Totenreich gebracht.

    Da die Postkarte etwas mit dem WWII zu tun haben soll, können wir vielleicht noch mehr erfahren?

    Bilder

    • Japan Postkarte.jpg
      • 178,12 kB
      • 558 × 843
      • 450

    http://www.the-papuan-villager.de

  • Jean Philippe
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    8.045
    • 20. Mai 2026 um 15:27
    • #4

    So übersetzt es die KI; viel erfahren wir da nicht :

    Diese Postkarte ist eine Feldpostkarte (Gunji Yūbin) aus dem Zweiten Weltkrieg, die am 21. Juni 1943 (Shōwa 18) von einem japanischen Soldaten an seine Familie (seine Frau) geschickt wurde.

    Hier ist die deutsche Übersetzung der Adresse, des Absenders und des Nachrichtentextes:

    1. Empfänger (Rechte Seite)

    • Übersetzung: „An Frau Masako Hiramatsu, Yahata-machi, Chita-gun, Präfektur Aichi“ (heute Chita-shi, Aichi).

    2. Absender (Mitte und linke Seite)

    Aus Gründen der militärischen Geheimhaltung wurde der genaue Standort (Südpazifik/Südostasien) verschwiegen. Stattdessen wurde eine codierte Einheitennummer verwendet.

    • Übersetzung: „Entsandt in die Südregion, Osamu-Einheit Nr. 9041 / Einheit 5755-3, Seiji Hiramatsu“
    • Datum: „18.6.21“ (21. Juni 1943)
    • Zensurstempel (Links oben): Der rote quadratische Stempel kennzeichnet die Karte als „Militärpost“ (軍事郵便) und „Zensiert“ (検閲済) durch den Prüfer mit dem Nachnamen „Fukuda“ (福田).

    3. Nachrichtentext (Unterer Teil)

    Der Soldat schickte seiner Frau einen kurzen Gruß über sein Befinden sowie ein kurzes Gedicht (im Stil eines Waka/Tanka):

    • Rechter Teil (Gruß):
    • Übersetzung: „Sehr geehrte [Masako], mir geht es gut. Ich wollte dir erst einmal diese Zeilen zukommen lassen!!“
    • Linker Teil (Gedicht):
    • Übersetzung: „Über dem Rand der Berge ist der Mond aufgegangen. Wie viele Tage sind wohl schon vergangen, seit ich meine Reise an die Front antrat?“

    Gruss,

    Jean Philippe

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