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Poststation Brocken Drucksache

  • Dogge13
  • 25. Oktober 2017 um 18:03
  • Dogge13
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    • 25. Oktober 2017 um 18:03
    • #1

    Hallo alle zusammen!
    Liebe Kollegen, wer könnte mir helfen folgende Sache zu identifizieren, bzw. richtig zu benennen? Ich habe vor kurzem bei Ebay diesen Aufkleber für Drucksache gekauft. Verkäufer hat das Lot sehr genau beschrieben, nun weiss ich nicht, ob das nur ein Formular (Aufkleber für Absender / Empfänger Adresse) ist, oder es ist eine Ganzsache. Oben rechts Portohinweis : Porto für Deutschland und Österreich 10 Pf. - ist das nur Hinweis oder Wertzeichen in Stufe 10 Pf?
    Hier noch Beschreibung vom Lot:
    "ungebrauchtes Formular, dünnes Papier - keine Karte - eher wie ein Aufkleber, rückseitig gummiert

    unten Editionsvermerk : Ernst Schmidt, Musikverlag, Cöthen - Anhalt.

    Oben rechts Portohinweis : Porto für Deutschland und Österreich 10 Pf.

    Ich nehme an, dass der Beleg aus der Zeit um 1920 stammt, da nach Portogebührenhandbuch nur in der Zeit vom 6.5.1920 bis zum 31.3.1921 das einfache Drucksachenporto die angegebenen 10 Pf. betrug."

    Freue mich auf Eure Rückmeldungen.

    Bilder

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  • linos203
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    • 25. Oktober 2017 um 18:13
    • #2

    Keine Ganzsache, da kein aufgedrucktes Wertzeichen, der Aufdruck ist nur als Hinweis zu sehen, solche Portohinweise gab es immer wieder auch auf Ansichtskarten bis in die Neuzeit.

  • kartenhai
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    • 25. Oktober 2017 um 18:34
    • #3

    Ich würde das schon als Ansichtskarte bezeichnen, die muß eben noch mit 10 Pfennigen frankiert werden, da vorne Drucksache steht, darf man wohl auf der Rückseite nichts mehr draufschreiben, sonst wird das Briefeporto fällig. Schade, daß sie nicht gelaufen ist.

    Hier noch eine Webseite über die Geschichte der Brockenpost mit vielen Belegen (1. Link!):


    Gruß kartenhai

  • Dogge13
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    • 25. Oktober 2017 um 19:49
    • #4
    Zitat

    Original von linos203
    Keine Ganzsache, da kein aufgedrucktes Wertzeichen...


    Aufgedrucktes Wertzeichen war nicht immer drauf, z.B. Mulready Ganzsachen. Und Hinweis, das an dieser Stelle eine Briefmarke geklebt werden muss, ist normalerweise ohne Portostufe. Warum ist hier nur Porto 10 Pf für Österreich und Deutschland gemeint? Die anderen Länder wurden ausgeschlossen? Glaube ich nicht :)
    Eine Ansichtskarte ist das auch nicht, Papier ist ganz dünn, wie Zeitungspapier. Und Rückseite ist mit Kleber, wie eine Briefmarke. Also das Stück sollte auf Drucksache oben drauf geklebt werden, als Absenderadresse-Aufkleber und dann noch zusätzlich eine Briefmarke... Ok, aber warum nur für Drucksachen und nur für zwei Länder?

  • kartenhai
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    • 25. Oktober 2017 um 21:36
    • #5

    @ Dogge13:

    Bei den Mulready-Ganzsachen steht unten am Bildrand: Postage One Penny oder Postage Two Pence drauf, erst bei den späteren Ganzsachen gab es oben rechts einen Werteindruck:


    Eine Ganzsache ist Dein Beleg auf keinen Fall wegen dem fehlenden Werteindruck. Als Ansichtskarten-Sammler dieses Gebietes würde ich dieses Stück aber immer gerne mitnehmen, auch wenn es nicht aus Karton besteht und nur aus dünnem Papier.

    Mein voriger Link über die Geschichte der Brockenpost führt zum Briefmarken-Sammler-Verein Göttingen von 1901, Autor des Artikels war ein Wolfram Richter. Ich würde da mal nachfragen, vielleicht kennnt er diesen Beleg oder kann Näheres darüber in Erfahrung bringen?


    Habe noch so einen Beleg bei Ebay gefunden. Da heisst es, er wäre ca. aus dem Jahre 1920. In der Beschreibung dort steht aber auch nicht mehr drin:


    Zum Porto um diese Zeit kann ich leider nichts sagen.

    Einen Sinn gibt dieser Beleg eigentlich nur, wenn ihn der Käufer auf ein Stück Pappe oder Karton klebt, weil das dünne Papier alleine von der Post wohl nicht angenommen wird. Auch in einen Brief gesteckt gibt es keinen Sinn, warum sollte dann Drucksache auf dem Beleg stehen. Ein sonderbarer Beleg, bei dem es sich lohnt, etwas nachzuforschen. Auch als Vorläufer der Ansichtskarte oder als offener Brief (beide vor 1870) kommt er nicht in Frage, da erst viel später herausgegeben.

    Gruß kartenhai

    Bilder

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    4 Mal editiert, zuletzt von kartenhai (25. Oktober 2017 um 21:47)

  • Dogge13
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    • 25. Oktober 2017 um 22:24
    • #6

    Danke für Ihre Antworten. Ich war selber skeptisch, dass es eine Ganzsache ist. Nur war dieser Beleg auch in Kategorie "Ganzsachen" verkauft, das hat mich bischen verwirrt. Also bleibt trozdem in meiner Sammlung im Album mit änlichen Sachen :)
    @ kartenhai - frage mal dieser Verkäufer, er hat bestimmt noch so einen Beleg.
    MfG

  • linos203
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    • 26. Oktober 2017 um 06:08
    • #7

    Dann hab' ich ja eine ganze Menge an solchen "Ganzsachen", nur wird sich die Post weigern es ohne Wertzeichen zu befördern. Hier mal gleich die oberste von meinem Ansichtskartenstapel. Sie unterscheidet sich eigentlich nur von deiner das auch ein Wert für Ansland (wo immer das liegt ;) ) angegeben ist.

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  • jmh67
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    • 26. Oktober 2017 um 11:12
    • #8

    Wäre es möglich, dass die Abbildung der Poststation uf dem Brocken nur schmückendes Beiwerk ist und der wirkliche Nutzer bzw. potentielle Absender der unten stehende Musikverlag ist? Notendrucke sind ja meistens umfangreicher, größer und schwerer als die Wald- und Wiesen-Drucksache, die um 1900 einen Dreier kostete. Diese gummierten Zettel wurden sicher auf die Verpackung der Sendung geklebt.

    -jmh

  • kartenhai
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    • 26. Oktober 2017 um 14:01
    • #9

    Gute Idee, heute kommen einem 10 Pfennig Porto für eine Drucksache sehr wenig vor, aber damals war das doch etwas mehr Geld als heute. Gab es damals eigentlich noch keine Büchersendung, die verbilligt war? Oder wuden damals schwerere Briefe mit Notendrucken oder ganzen Büchern auch als Drucksache bezeichnet?

    Dann müßte es von dem Musikverlag eigentlich auch andere Zettel mit ähnlichen Ansichten geben, wenn es nur als schmückendes Beiwerk gedacht war?

    Die Inschrift Musikverlag unten hat mich anfangs auch etwas irritiert, dann dachte ich mir, die drucken außer ihren Notenbüchern auch andere Schriften wie diese Drucksache, um zusätzlich damit Geld zu verdienen. Über diesen Musikverlag findet man im Netz leider nichts.

    Gruß kartenhai

  • linos203
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    • 26. Oktober 2017 um 14:13
    • #10

    Im Wikipedia-Artikel über die Büchersendung

    steht sinngemäß, dass die Büchersendung der Nachfolger der Drucksache ist.

  • kartenhai
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    • 26. Oktober 2017 um 14:24
    • #11

    Dann ist die Sache eigentlich klar. Diese gummierten Klebezettel wurden mit Leim auf die großen Briefe geklebt, die Bücher und, wie in vorliegendem Falle, schwere Notendrucke des Musikverlages enthielten. Auf der Poststation oben auf dem Brocken wurden diese Zettel sicher nicht an die Touristen verkauft, das war nur eine schöne Ansicht, vielleicht eine von mehreren?

    Als Sammler hätte man damals diesen Drucksachen-Zettel auf einen zugeschnittenen Karton kleben sollen und als Drucksache versenden müssen, da hätte man wohl ein seltenes Ansichtskarten-Unikat geschaffen für die Nachwelt. :D

    Gruß kartenhai

    Einmal editiert, zuletzt von kartenhai (26. Oktober 2017 um 14:25)

  • jmh67
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    • 26. Oktober 2017 um 16:01
    • #12

    In alten Adressbüchern steht Ernst Schmidt seit 1891 als Stadtmusikdirektor, 1886 noch als junior und Musikdirigent, 1888 schon als Musikdirektor (wohl unter seinem Vater Ernst senior). 1908 und 1910 hat er als Firma eingetragen: Ernst Schmidt, Musik-Verlag und Versandhaus. Von 1904 bis 1912 finde ich auch Schmidt und Schütze, Pianofortehandlung und Pianoleihinstitut. 1916 steht weder der Herr Stadtmusikdirektor (seit 1910 a. D.) noch eine seiner Firmen drin. sei's gedankt. Jedenfalls scheint der Verlag recht kurzlebig gewesen zu sein.

    -jmh

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