Tanneberg ...
Beim Lesen der Adresse habe ich erst mal gestutzt. Die Absenderin (wahrscheinlich selbst noch eine Schülerin, der Handschrift nach zu urteilen) hat einen Brief in die Tschechoslowakei (Gottwaldov, heute wieder Zlín) in kyrillischer Schrift (und auf Russisch) adressiert, und dann noch nach sowjetischem Muster. Ersteres ist ja halbwegs plausibel, denn Russisch wurde in der Schule gelehrt und diente in den RGW-Ländern als zwischenstaatliche Verkehrssprache, Tschechisch können im Vergleich dazu nur wenige Deutsche. Aber die Adressierungsart hätte zu einer Fehlleitung in die Sowjetunion führen können, wenn die Post nicht aufgepasst hätte ...
Mit dem Brief sollte vielleicht eine Brieffreundschaft angebahnt werden? "Mit einem Pionier (pionerom) der Mittelschule Nummer 7" mag ja grammatisch etwas hinken, aber vielleicht war's ein Verschreiber und sollte "Den Pionieren (pioneram) ..." heißen (wenn mich meine ziemlich verschütteten Sprachkenntnisse nicht im Stich lassen).
Jedenfalls ein Zeitdokument.
-jmh