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Die Klasse der Säugetiere

  • heckinio
  • 6. November 2012 um 08:18
  • heckinio
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    Beiträge
    8.644
    • 30. August 2015 um 09:31
    • #261

    Hallo DKKW,
    einen großen Wal habe ich noch nicht lebend gesehen. Als ich noch ein Kind war, wurde ein riesiger präparierter Furchenwal auf einem einer Wanderausstellung in Stralsund gezeigt. Der hat mich damals schon sehr beeindruckt.

    Heute möchte ich die Familie der Delfine vorstellen. Delfine sind meist zwischen eineinhalb und vier Meter lang, der Große Schwertwal erreicht als größter Delfin sogar acht Meter. Sie haben einen stromlinienförmigen Körper, der an die hohen Schwimmgeschwindigkeiten angepasst ist. Im Kopf befindet sich ein rundes Organ, die Melone. Sie spielt eine Rolle bei der Echoortung. Bei vielen Arten sind die Kiefer klar abgesetzt und bilden einen langgezogenen Schnabel. Die Schnauze kann bei mehreren Arten sehr viele Zähne enthalten. Das Gehirn der Delfine ist groß und besitzt eine komplexe Hirnrinde, was ein Grund für viele Zoologen ist, sie zu den intelligentesten Tieren zu zählen. Es gibt aber auch die umstrittene Theorie, dass das große Gehirn lediglich eine Anpassung an das Leben im Wasser ist und dazu dient, den Wärmeverlust an das Wasser besser regulieren zu können. Grundlage dieser Theorie ist die Tatsache, dass das Gehirn der Delfine sehr viele Gliazellen und im Verhältnis dazu wenige Nervenzellen besitzt. Laut Annahme helfen die Gliazellen bei der Wärmeisolation Delfine können Bewegungsfolgen und Reaktionen auf akustische Reize schnell erlernen, bei abstrakten Gegenständen wie Drei- oder Vierecken liegt ihre Lerngeschwindigkeit jedoch unter der von Tauben und Ratten. Einige Ethiker sprechen jedoch aufgrund der angeblich hohen geistigen Kapazität und der emotionalen Intelligenz von Delfinen als Individuen, denen dieser Definition nach sogar Persönlichkeitsrechte zustehen würden.

    Vorführungen mit Delfinen, besonders mit Schwertwalen, auch Orcas genannt, sind sehr umstritten. Mehrmals kam es zu tödlichen Unfällen mit diesen Tieren.

    Im Loro Parque wurde nach einem Orca-Angriff im Jahr 2007 die Orca-Trainerin Claudia Vollhardt schwer verletzt.

    Am 24.12.2009 verstarb der Orca-Trainer Alexis Martinez (29) nach einer Orca-Attacke.

    Vor den Augen von mehreren Dutzend entsetzter Zuschauer packte der 4,5 Tonnen schwere Orca Tillikum die Trainerin Dawn Brancheau, die sich zu ihm gebeugt hatte und seinen Bauch kraulte, zog sie ins Becken und schleuderte sie dort immer wieder hin und her. Dawn Brancheau (40), eine der erfahrensten Trainerinnen des Tierparks, konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

    Die Mutter des von einem Orca tödlich verletzten Trainers, Mercedes Hernández Domínguez, in einer Stellungnahme gegenüber dem WDSF vom 05. Juni2014 mit der Bitte um Veröffentlichung:

    "An alle Personen, die daran beteiligt sind, die Gefangenschaft von Orcas und Delfinen aufrecht zu erhalten: Politiker und ihre Gefolgsleute - Reiseveranstalter und Medien, welche irreführende Informationen verbreiten - Unternehmer, welche nur an Gewinn und finanzielle Bereicherung denken - Besucher der Shows, welche durch ihr Unwissen die Gefangenschaft der Tiere unterstützen, sind mutmasslich verantwortlich für alle Menschen, die durch Angriffe von Orcas getötet wurden. Angriffe die das Resultat von dem täglichen Leid der Orcas sind, die entweder resignieren oder töten, als einzige Möglichkeit ihren Protest kund zu tun. Einer, der diesem Protest der Orcas zum Opfer fiel, war mein Sohn Alexis im Loro Parque."

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    Gruß heckinio

    2 Mal editiert, zuletzt von heckinio (30. August 2015 um 14:51)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
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    9.848
    • 31. August 2015 um 19:32
    • #262

    Hallo zusammen,

    hier noch zwei Vertreter der Kurzschnauzendelfine, lat. Lagenorhynchus. Zum einen den Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albisorstris) zum anderen der Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus).

    Beide auf grönländischen Marken aus dem Jahr 1998 dargestellt. Auch hier sind die Darstellungen "passiver" bzw. schematischer als die Darstellungen auf den Marken, die heckinio gezeigt hat.

    Viele Grüße
    DKKW

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    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (31. August 2015 um 19:33)

  • heckinio
    Stamm Mitglied
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    8.644
    • 5. September 2015 um 07:35
    • #263

    Heute möchte ich die Familie der Gründelwale vorstellen, zu denen die Narwale und die Weißwale gehören.
    Narwale sind bizarre Meeresbewohner. Bei den Männchen hat sich im Laufe der Evolution einer der Stoßzähne zu einem degenartigen Horn umgebildet, dass knapp drei Meter lang werden kann. Über den genauen Zweck dieses ungewöhnlichen Zahns konnten Forscher bislang nur spekulieren. Angeblich sollte die Länge des Stoßzahns über die Rangordnung der Männchen entscheiden. Andere Wissenschaftler meinten, die Tiere würden mit dem Stoßzahn die Eisschicht durchstoßen, den Meeresboden aufwühlen oder Fische aufspießen. Doch in Wahrheit handelt es sich um ein außergewöhnliches Sinnesorgan, wie ein amerikanisches Wissenschaftlerteam jetzt herausgefunden hat. Denn durch den Zahn verlaufen zehn Millionen Nervenbahnen. Diese verbinden das Äußere des Zahns mit den zentralen Nervensträngen, die ins Gehirn führen. Bei Experimenten mit einem lebenden Tier und mit einzelnen Stoßzähnen zeigte sich, dass das Sensorsystem Änderungen von Temperatur, Druck, Salzgehalt und weiteren Größen registrieren kann. Eine überlebenswichtige Fähigkeit, erklärten die Wissenschaftler von der Harvard University, der Smithsonian Institution und dem Paffenbarger Research Center am National Institute of Standards and Technology. Normalerweise sind Zähne von Säugetieren außen hart und innen weicher. Narwal-Zähne seien offenbar genau ungekehrt aufgebaut, erklärte Eichmiller auf einer Wissenschaftskonferenz in San Diego. Möglicherweise sollen die weicheren äußeren Schichten Stöße abmildern, glauben die Forscher. So ließen sich auch Brüche des wichtigen Sensors verhindern.

    Der weiße Belugawal ist ein geselliger und sangesfreudiger Meeresbewohner. Die Tiere leben in Gemeinschaften, die bei guten Bedingungen sehr viele Tiere umfassen können. Der Belugawal – aufgrund seiner Farbe auch Weißwal genannt – liebt die Gesellschaft seiner Artgenossen. Die Tiere leben vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas in Gruppen von etwa zehn Walen. Wenn ausreichend Nahrung vorhanden ist, können Belugawal-Gemeinschaften sogar auf mehrere Hundert Tiere anwachsen.
    Zur Paarungszeit von April bis Juli kommen nicht selten tausende Weißwale in flachen Buchten und Fjorden zusammen. Beim Belugawal ergreift das Weibchen die Initiative: Ganz im Sinne der Emanzipation lockt es männliche Tiere zu sich ins warme, seichte Wasser. Nach einem spielerischen Umkreisen wird der Nachwuchs gezeugt.

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    Gruß heckinio

    2 Mal editiert, zuletzt von heckinio (13. September 2015 um 07:25)

  • Jurek
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    1.038
    • 5. September 2015 um 08:14
    • #264

    Narwal hat eine Art "Degen"?
    Was macht er damit?

    Oder hatte er wie Pinocchio zu viel gelogen? :D

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    Geschlecht
    Männlich
    • 5. September 2015 um 08:37
    • #265

    @ Jurek:


    Gruß kartenhi

  • heckinio
    Stamm Mitglied
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    8.644
    • 5. September 2015 um 09:09
    • #266

    Hallo Jurek,

    hast Du den meinen Beitrag vollständig gelesen, da wird Deine Frage eigentlich beantwortet ? ;)

    kartenhai: Jules Vernes Geschichte hört sich sehr geheimnisvoll und reißerisch an, ist aber wohl nach neuesten Erkenntnissen in den Bereich "Hirngespinste" einzuordnen.
    Ich hoffe, Du hast es als Antwort aufs Jurek Frage mehr spassig gemeint.

    Gruß heckinio

  • DKKW
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    • 5. September 2015 um 11:21
    • #267

    Hallo zusammen,

    aufgrund der Legenden über Einhörner waren die Stosszähne der Narwale im Mittelalter eine hochbegehrte Handelsware. Die Dänen waren aufgrund des Handelsmonopols auf Grönland und Island nahezu die einzigen Lieferanten dieser begehrten "Einhörner" Sibirien, speziell die Nordmeerküste war damals noch nicht erschlossen. Narwalstosszähne wurden zeitweilig mit Gold aufgewogen. Erst nachdem die Walfänger ins Polarmeer fuhren gingen die Preise zurück und die wirkliche Quelle der "Einhorn-Hörner" wurde bekannt.

    In etliche Schatzkammern Europas (z. B. Wien) findet man aus Narwal-Stosszähnen hergestellte Prunkartikel. Den Gipfel leistete sich der dänische König Frederik III, der einen komplett aus Narwal-Stosszähnen hergestellten Thron bestellte. Der erste dänische König, der ihn für die Krönungszeremonie 1671 nutzte, war König Christian V.

    Der Thron steht heute im Rittersaal von Rosenborg Slot in Kopenhagen:

    Viele Grüße
    DKKW

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (5. September 2015 um 11:22)

  • heckinio
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    8.644
    • 5. September 2015 um 13:49
    • #268

    Vielen Dank DKKW für Deine interessanten Ergänzungen und das Zeigen des Narwalzahnthrohns des dänischen Königs.

    Gruß heckinio

    Einmal editiert, zuletzt von heckinio (5. September 2015 um 20:59)

  • heckinio
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    • 13. September 2015 um 07:24
    • #269

    Die Familie der Schweinswale setzt sich aus 3 Gattungen mit insgesamt 8 Arten zusammen. Manchmal werden in der Literatur auch nur 7 oder 6 Arten genannt, z. B. bei den Glattschweinwalen nur 2 Arten.
    Die Gattung Phocoena wird in 4 Arten unterteilt. Der Kalifornische Schweinswal kommt im Golf von Kalifornien vor. Der Burmeister-Schweinswal lebt vor der Pazifikküste und der südlichen Atlantikküste Südamerikas. Der Brillenschweinwal ist vor der südamerikanischen Atlantikküste und vor Südost-Australien anzutreffen.Der Gewöhnliche Schweinwal (Phocoena phocoena) wird in 3 Unterarten:Phocoena phocoena phocoena im Nordatlantik, Phocoena phocoena relicta aus dem Schwarzen und Asowschen Meer und Phocoena phocoena vomerina im Nordpazifik, unterschieden.
    Die Gattung Neophocaena spaltet sich in die 3 Arten: Indischer Glattschweinswal, Chinesischer Glattschweinswal und Japanischer Glattschweinswal auf. Die Heimat der Glattschweinswale sind die warmen Küstengewässer des Indo-Pazifiks und nördlichen Pazifiks.
    Zu der Gattung Phocoenoides gehört der im Nordpazifik heimische Weißflanken- bzw. Dall-Hafenschweinswal. Der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) ist die einzige in der Ostsee vorkommende Walart. Die Tiere haben viele Namen, so werden sie neben der gebräuchlichen Bezeichnung „Gewöhnlicher Schweinswal“ bzw. schlicht Schweinswal auch als „Kleiner Tümmler“, „Braunfisch“ oder sogar als „Meerschwein“ betitelt. Es existieren Aufzeichnungen über den kommerziellen Schweinswalfang, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Auf der Insel Fünen in Dänemark gab es seit 1500 sogar eine eigene Zunft der „Meerschweinjäger“. Während des 19. Jahrhunderts wurden in der Ostsee jährlich um die 1000 Schweinwale gefangen. Gegen Ende dieses Jahrhunderts stieg die Anzahl auf bis zu 2000 Tiere pro Jahr. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichten die Schweinswalfangquoten ihren Höhepunkt. Der Schweinswalbestand wurde durch die lange extensive Jagt stark dezimiert. Seit dem 1. Juli 1975 stehen Schweinswale weltweit mit dem Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutzabkommens unter Schutz. Heute ist die Jagd auf Schweinswale in allen europäischen Ländern gesetzlich verboten.

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    Gruß heckinio

  • DKKW
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    • 13. September 2015 um 14:32
    • #270

    Hallo heckinio,

    vielen Dank fürs zeigen. Gibt es von dieser einzigen Walart die regelmässig in deutschen Gewässern vorkommt, keine Briefmarke der deutschen Post? Die gibt doch sonst zu fast jedem Thema Briefmarken heraus :(

    Hier muss ich übrigens meine Aussage von weiter oben relativieren, ich habe bisher erst einen großen Wal mit eigenen Augen gesehen.

    Schweinswale kann man an den Stränden Nordfrieslands öfter zu Gesicht bekommen, meistens sieht man natürlich nur die Finne und ein bischen vom Rücken.

    Viele Grüße
    DKKW

  • heckinio
    Stamm Mitglied
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    • 13. September 2015 um 17:41
    • #271
    Zitat

    Original von DKKW
    Gibt es von dieser einzigen Walart die regelmässig in deutschen Gewässern vorkommt, keine Briefmarke der deutschen Post? Die gibt doch sonst zu fast jedem Thema Briefmarken heraus :(

    Einen Wal habe ich gefunden, aber keinen Schweinswal :)

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    Gruß heckinio

  • DKKW
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    • 14. September 2015 um 19:07
    • #272

    Hallo zusammen,

    hier noch ein "Meerschwein" auf einer 2 Kr Marke Grönlands aus dem Jahr 1998. Diesmal postfrisch und gestempelt (gestempelte grönländische Marken sind gar nicht so leicht zu bekommen).

    Die hier gezeigte Gattung Phocoeana phocoeana ist die auch an den deutschen Küsten (Nord- und Ostsee) vorkommende Walart.

    Viele Grüße
    DKKW

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  • heckinio
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    8.644
    • 20. September 2015 um 07:36
    • #273

    Der Pottwal ist das größte Raubtier des Planeten. Mit einem Gewicht von bis zu 9 kg hat der Pottwal das größte Gehirn aller Tiere. Gleichzeitig hat der Pottwal die niedrigste Geburtenrate im Tierreich. Pottwale leben in Gruppen von bis zu 50 Tieren. Erwachsene Männchen wandern teilweise allein.
    Insgesamt sind die Pottwale wenig erforscht und viele Informationen über ihre Verhalten sind Vermutungen. Bei der Jagd konnte bisher kein Pottwal beobachtet werden. Aufgrund von Narben am Körper und dem Sichten des Mageninhalts getöteter oder gestrandeter Pottwale konnte man Erkenntnisse über die Jagd und Nahrung erhalten. Pottwale können bis zu zwei Stunden tauchen und jagen dabei in großer Tiefe Tintenfisch und Kalmare. Nach solch langen Tauchgängen kann man das Atmen an der Oberfläche noch in mehreren Hundert Metern Entfernung hören.
    Im Kopf des Pottwals befindet sich das Spermaceti-Organ, auch Walratkissen genannt. Dieses Organ kühlt der Wal vor dem tauchen mit Meerwasser ab um schneller abtauchen zu können. Zum Auftauchen wird es stärker durchblutet und wird dadurch wärmer und leichter. Die darin enthaltene wachsähnliche Masse sieht weißlich aus. Früher wurde es für das Sperma des Pottwals gehalten, woher der Name des Organs rührt. Im Englischen wird der Pottwal übrigens als "Sperm Whale" bezeichnet.
    Gejagt wurde der Pottwal vor allem wegen seines Blubbers und des Walrats, das als Grundstoff für hochwertige technische Öle eingesetzt wurde. Das Fleisch der Pottwale soll jedoch für den Menschen ungenießbar sein und wurde gewöhnlich zu Tierfutter verarbeitet. Aus den Zähnen der Pottwale fertigten die Walfänger kunstvolle Gegenstände. Dieses Handwerk heißt im Englischen wie im Deutschen Scrimshaw. Der im Darm einiger Tiere gefundene Amber (auch Ambra genannt), unverdaubare Reste von verzehrten Tintenfischen, diente als wertvoller Rohstoff für die Parfumindustrie.

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    Gruß heckinio

  • heckinio
    Stamm Mitglied
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    8.644
    • 27. September 2015 um 09:26
    • #274

    Gangesdelfine leben einzelgängerisch oder in Kleingruppen von bis zu 10 Tieren. Die Orientierung, die Nahrungssuche und die Kommunikation untereinander erfolgen ausschließlich per Echoortung. Farben können die Tiere mit ihrem Sehsinn nicht unterscheiden. Sie sehen letztlich alles in Graustufen. Gangesdelfine sind relativ langsame und behäbige Schwimmer. Sie erreichen Schwimmgeschwindigkeiten von bis zu 27 km/h. Ein Tauchvorgang erstreckt sich über 10 bis 100 Sekunden, selten bis zu 180 Sekunden.
    Der Gangesdelfin gehört heute zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie EN, Endangered, geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet den Gangesdelfin in Anhang I des Abkommens. Zu den größten Gefahren gehören die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere die Fragmentierung durch Staustufen, der Fang, der nicht gewollte Beifang, die weitreichende Wasserverschmutzung und die vorsätzliche Tötung. Die Tiere wurden in der Vergangenheit stark bejagt. Verarbeitet wurde der Speck, aus dem Öl gewonnen wurde. Das Fleisch der Tiere landete auf den traditionellen Fleischmärkten. Auch wenn die Bejagung heute verboten ist, die Wilderei geht mangels Kontrollen weiter. Ein Problem ist auch der Beifang in den Netzen der traditionellen Fischer. Die Zahl der Verluste durch den Beifang ist jedoch nicht klar belegt. Für Fischer gilt der Gangesdelfin als Nahrungskonkurrent. Daher wird er in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes vorsätzlich getötet. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Wasserverschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft und Siedlungen. Nachgewiesen sind insbesondere Quecksilber und Arsen. Über die landwirtschaftliche Düngung gelangen Pestizide ins Wasser. Ebenfalls ein großes Problem ist die Fragmentierung durch Staustufen. An den Staustufen wird insbesondere Strom erzeugt. Durch die Staustufen werden Populationen isoliert, ein genetischer Austausch zwischen den Populationen kann nicht mehr stattfinden. Kleine Subpopulationen sind zudem anfällig für äußerliche Einwirkungen. Die Migration ist durch die vorhandenen Stauseen, Dämme und Staustufen blockiert

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    Gruß heckinio

  • heckinio
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    • 4. Oktober 2015 um 07:16
    • #275

    Flussdelfine sind an ein Leben in trüben, engen Gewässern angepasst. Die großen Fluken und Flipper erhöhen die Manövrierfähigkeit. Ihr Echoortungssystem ist ausgezeichnet entwickelt, der Gesichtssinn hingegen schwächer. Die lange Schnauze dient dazu, im Schlamm zu wühlen und Fische und andere Beutetiere zu fangen. Im Gegensatz zu den eigentlichen Delfinen leben die Flussdelfine eher einzelgängerisch.
    Durch die Wasserverschmutzung, die Bejagung, die unbeabsichtigte Tötung in Fischnetzen und den Bau von Staudämmen und anderen Regulierungsmaßnahmen sind die süßwasserbewohnenden Wale oft stärker bedroht als ihre meeresbewohnenden Verwandten. Der Chinesische Flussdelfin ist möglicherweise bereits ausgestorben, der Amazonasdelfin gilt laut IUCN als gefährdet und vom La-Plata-Delfin gibt es keine genauen Angaben, vermutlich ist aber auch diese Art bedroht.
    Die systematische Stellung der süßwasserbewohnenden Delfine gilt als einer der großen Diskussionspunkte in der Systematik der Wale. Ob die zahlreichen morphologischen Übereinstimmungen der süßwasserbewohnenden Tiere auf Konvergenz oder auf eine gemeinsame Abstammung zurückzuführen sind, ist nicht restlos geklärt. Dementsprechend wurden die vier betroffenen Taxa, der Amazonasdelfin, der La-Plata-Delfin, der Chinesische Flussdelfin und die Gangesdelfine manchmal zu einer Familie (Platanistidae) oder zumindest Überfamilie (Platanistoidea) zusammengefasst, manchmal aber auch als Ergebnisse reiner Konvergenz in vier unabhängigen Familien klassifiziert.
    Molekulargenetische Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Gangesdelfine eine eigene Entwicklungslinie darstellen, die nicht näher mit den übrigen Vertretern gemeinsam ist.
    Der Chinesische Flussdelfin schien bereits ausgestorben. In in der chinesischen Stadt Tongling tauchte angeblich aus den Fluten des Jangtse-Flusses am 19. August 2007 ein schlanker, weißer Körper auf. Der Zoologe Wang Ding von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften identifizierte auf dem Digitalbild jetzt den Baiji-Flussdelfin. Das wäre eine Sensation, denn noch vor wenigen Wochen hatten amerikanische und chinesische Forscher verkündetet, dass der Baiji – eine der letzten Arten von Süßwasserdelfinen auf der Erde und eine der älteste Delfinarten überhaupt – mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgestorben sei. Erst letztes Jahr hatten Forscher auf einer Expedition versucht, den Baiji im Jangtse aufzuspüren – vergeblich. Die neuen Bilder könnten darauf hindeuten, dass die Forscher bei ihrer Expedition die Art in den trüben Wassern des Jangtse womöglich nur schlicht nicht gesehen hatten. Schwemmstoffe machen den Fluss undurchsichtig, der Baiji kann unter Wasser kaum sehen. Tierschützer hoffen jetzt, dass der weiße Flussdelfin doch noch eine Überlebenschance hat. „Es gibt eine letzte Chance, mit strengen Schutzmaßnahmen den Baiji zu retten“, meint Zhu Ziang vom chinesischen World Wide Fund for Nature (WWF) in Wuhan.

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    Gruß heckinio

  • heckinio
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    • 5. Oktober 2015 um 20:02
    • #276

    Passend zum heutigen Zeitungsbericht möchte ich heute die letzte Familie der Wale vorstellen und damit die Klasse der Säugetiere beenden.

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    Gruß heckinio

    Einmal editiert, zuletzt von heckinio (5. Oktober 2015 um 20:02)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
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    • 5. Oktober 2015 um 21:01
    • #277

    Hallo heckinio,

    es ist schade das Dein hochinteressanter thread zu seinem Ende gekommen ist, aber so ist es nun einmal. Irgendwann ist jede Geschichte an ihrem Ende angelangt.

    Ich möchte mich bei Dir ganz herzlich für Deine immer hochinteressanten Beiträge bedanken, ich habe ihnen viele mir neue Informationen zu verdanken.

    Viele Grüße
    DKKW (der hofft, bald etwas Neues von Dir zu lesen)

  • heckinio
    Stamm Mitglied
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    8.644
    • 6. Oktober 2015 um 12:26
    • #278

    Hallo DKKW,

    ein schönes Schlusswort!

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    Gruß heckinio

  • Vichy
    Stamm Mitglied
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    • 6. Oktober 2015 um 13:26
    • #279

    Hallo heckinio,

    wie einfach und dennoch so aussagekräftig

    ENDE

    Auch ich danke dir für dein Engagement

    Gruß Vichy

    Stempel aus PEINE gesucht bis 1963

  • Vogelfuchs
    aktives Mitglied
    Beiträge
    412
    • 7. Oktober 2015 um 09:43
    • #280

    Auch von mir besten Dank für die toll herübergebrachten Informationen.

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