Brief vom 19.6.1915 aus Glubokoje (Hauptpostamt) nach Pskow, geprüft in Glubokoje. Der Zensurstempel ist dem Typ 1 ähnlich. Hier ist eine leicht abgeänderte Schreibweise zu erkennen. Statt "Вскрыто военной цензурой - Глубокскй военный цензоръ No 1" heißt es hier "Вскрыто военной цензурою - Глубоковскй военный цензоръ No 1". Zensurstempel dieses Ortes sind äußerst selten.
Den Dienststempel kann ich leider nicht lesen.
Russland Postzensur 1914 - 1917
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Weihnachtskarte mit unleserlichem Datumsstempel aus Tauroggen? (Dezember 1914?) nach Kukoboi (zwischen Wologda und Jaroslawl liegend). Der Zensurstempel ist der bei Speeckaert aufgeführte Typ 2 und der einzig bekannte aus diesem Ort, da der Typ 1 nachträglich einem anderen Ort zugeordnet wurde. Dem entsprechend stuft Speeckaert ihn auch als äußerst selten ein. Somit muss man einen etwas schwachen Abschlag in Kauf nehmen.
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Postkarte vom 10.12.1915 aus Hamina (südöstliches Finnland) nach Petrograd.
Beim Zensurstempel "Просмотрено военной цензурой команды - готов.(ность) въ школы прапорщ.(ик) 2-го пехот.(а) - запаснаго баталiона" kann vielleicht northstar northstar Licht ins Dunkle bringen. Zum einen sind die Ergänzungen bei den Abkürzungen sicher nicht korrekt, zum anderen geht es mir um die Bedeutung.
Heißt es: "Geprüft Militärzensur des Teams zur Vorbereitschaft der Fähnrichschule, 2. Infanterie-Reserve-Bataillons"? -
Und nun eine durch die Polizei ausgeführte Zensur. Hiervon beinhaltet der Speeckaert selber nur sehr weniges.
Ansichtskarte aus Tschuchloma vom 10.3.1915 nach Moskau. Der Zensurstempel "просмотрено Полицейск надзираи наблюдаюшим запльннымив Чухломе" (?) bedeutet etwa "Geprüft vom Polizeiaufseher für Gefangene in Tschuchloma" (?). Tschuchloma ist eine Kleinstadt im Gebiet Kostroma. -
Hallo zusammen,
eigentlich sammele ich keine Kriegsgefangenenpost. Uneigentlich kam ich an dieser Postkarte dann aber doch nicht vorbei da sie für kleines Geld zu kriegen war. Bei den Postkarten in meiner Sammlung bei denen es ja in der Regel um private Nachrichten von Russen geht oder um Tauschkarten von Ansichtskartensammlern fanden die Zensoren nichts auszusetzen.
Bei dieser Postkarte aus dem Jahr 1915 aus dem sibirischen Bijsk nach Prag wurde aber eine Textzeile mit einem schwarzen Tintenstrich unkenntlich gemacht.
Bijsk im Gouvernement Tomsk gelegen hatte zwar eine eigene Zensurstelle, Speeckaert zeigt aber nur Stempel aus einer deutlich späteren Periode. Ob es sich um bislang nicht bekannte Zensurpoststempel handelt oder um Lagerpostzensur kann ich nicht sagen.
Viele Grüße
DKKW -
Die Zensurstelle in Bijsk wurde, so weit ich weiß, auch erst später eröffnet. Genaueres könnte anhei64 sicherlich sagen, doch leider war hier schon länger nicht aktiv.
Deinen Zensurstempel hat Speeckaert unter 'Omsk' als Typ 6 gelistet. Unter Beitrag 870 habe ich ihn schon zeigen können. -
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Hallo zusammen,
241264hsv-fan vielen Dank für den Hinweis auf die Zensurstelle Omsk. Ich habe, nachdem ich bei Bijsk nicht fündig wurde nur noch bei der Gouvernementshauptstadt Tomsk nachgeshen. Die Type 6 (oben links in Schreibschrift) lautet übersetzt: "D.Z. / Milit. Zens. W.F. Borowski"
Viele Grüße
DKKW -
Postkarte vom 28.4.1915 aus Woronesch nach Graz, gelaufen über die Zensurstelle in Petrograd. Von den Ovalstempeln hat Speeckaert über 30 Stück notiert und damit den größten Teil erfasst und hiervon die meisten, wie diesen auch, korrekterweise als selten eingestuft. Hier handelt es sich um den Typ 91.
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Moin 241264hsv-fan
sehr schön was Du uns da zeigst. Morgen darf ich auch wieder mal mitspielen. Leider geht mir kaum noch etwas in Netz.
Viele Grüße
DKKW -
Hallo zusammen,
ich hatte ja gestern versprochen, dass es auch mal wieder etwas von mir zu sehen gibt.
Es handelt sich um einen leicht überfrankierten eingeschriebenen Brief aus Riga nach Calcutta in Indien. 20 Kopeken hätten ausgereicht aber wenn man auf die 1 Kop. Marke verzichtet hätte dann wäre es ja kein Satzbrief mehr gewesen. Das hatten wir neulich schon mal bei dem Brief nach Malta.
Der Brief wurde am 14.3.15 (jul. Kal.) in Riga aufgegeben und wohl in Moskau zensiert: Ra-Stempel "D.Z." (Speeckaert Type 2, häufig). Der Brief lief offenbar über Sibirien denn auf der Rückseite finden wir einen Transitstempel von Hongkong vom 26. April 1915 (greg. Kal.). Außerdem einen weiteren Transitstempel von Tuticorin vom 15. Mai 1915 (greg. Kal.). Tuticorin ist eine Hafenstadt im Südindischen Tamil Nadu und heißt heute Thoothukudi. Am 18. Mai 1915 (greg. Kal.) kam der Brief in Calcutta an.
Der 15. März 1915 (jul. Kal. entspricht dem 28. März im gregorianischen Kalender, der Brief brauchte demzufolge 61 Tage bis zu seinem Zielort.
Viele Grüße und einen schönen 4. Advent wünscht
DKKW -
Diese Satzfrankatur findet sich ja relativ häufig und schaut ja immer sehr schön aus. Aber Satz ist ja nicht so ganz richtig, denn während die drei höheren Werte in Zähnung 12½ sind, hat die 1-Kopeken-Marke die Zähnung 13½.
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Du hast recht aber den Postlern war es vermutlich egal welche Zähnung, die haben nur auf die Wertstufe geachtet.
Viele Grüße
DKKW -
Nun, tröste dich. Soweit ich mich erinnere, habe ich noch keinen Satzbrief gesehen, bei dem alle vier Marken die gleiche Zähnung haben.
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