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Russland Postzensur 1914 - 1917

  • DKKW
  • 1. November 2011 um 13:34
  • 241264hsv-fan
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    • 18. April 2020 um 10:50
    • #1.241

    Nach zweieinhalb Wochen ist endlich meine Karte aus Frankreich eingetroffen.

    Aufgegeben am 12. Februar 1915 in Noworossiisk lief die Karte nach erfolgter Prüfung nach Frankreich.

    Auch wenn hier kein Ortsname oder Prüfername im Zensurstempel steht, wurde die Prüfung in Noworossiisk durchgeführt. Das "досмотрено" ist ganz typisch für den Ort, wie weitere Zensurstempel zeigen. Der hier vorliegende Stempel ist bei Speeckaert nicht verzeichnet. Unter Typ 7 hat er allerdings einen Stempel mit dem Prüfer "полковник Левашовъ" (Oberst Lewaschow) eingetragen. Ob die Initialen П.Л. auch dafür stehen?

    Rückseitig ist eine Gesamtansicht von Sotschi zu sehen.

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel und Postzensuren 1. Weltkrieg.

  • 241264hsv-fan
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    • 19. April 2020 um 08:16
    • #1.242

    Eine weitere Karte aus Noworossiisk vom 5. Januar 1915 nach England wurde ebenfalls dort geprüft. Auch dieser Zweizeiler beinhaltet wieder das Wort "досмотрено" und ist ebenfalls bei Speeckaert nicht notiert. Den Abmessungen nach ist es wohl sogar in beiden Fällen der gleiche Stempel, so das die Initialen P. L. ein extra Stempel war.

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  • 241264hsv-fan
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    • 20. April 2020 um 20:36
    • #1.243

    Karte aus Tobolsk nach Böhmen geschrieben am 20. August, aufgegeben am 1. September 1915. Den Zensurstempel habe ich bei Speeckaert nicht gefunden. Obwohl Tobolsk eine Zensurstelle besaß, kann hier nicht mit Sicherheit angegeben werden, ob die Prüfung auch in Tobolsk statt fand.

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  • Online
    anhei64
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    • 21. April 2020 um 19:07
    • #1.244

    Die Unsicherheit einer örtlichen Zuordnung besteht immer wenn dies nicht aus dem Zensurstempel hervorgeht!

    Speeckaert hat sich in der Regel am Aufgabeort orientiert und diese dort eingeordnet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass er mit seiner Einschätzung durchaus richtig lag - Ausnahmen bestätigen die Regel. So auch bei dem Stempel den du abbildest. Meine Exemplare kommen allesamt aus Tobolsk, nach Speeckaert Typ 2. Wenn du ihn genauer betrachtest fällt die "21" mit Rötel geschrieben auf. Die Zensurstelle in Tobolsk hatte die Nummer 21. (Barnaul 24 und 28, Kurgan 14 usw.) zumindest auf allen ansonsten gelisteten Stempeln dieser Zensurstelle findet sich die 21. Damit dürfte die Zuordnung absolut berechtigt sein, lediglich die angegebene Farbe Grün bei Speeckaert ist mir noch nie begegnet. Meine Exemplare sind alle hellblau.

    Russischer Kriegsgefangenenvordruck ohne Ortsangabe "Correspondence" aus Tobolsk am 28.08.1915 am Ort aufgegeben und weitergeleitet nach Wien.

    Hier deutlich der Typ 2 von Tobolsk mit der 21 zur erkennen.

  • 241264hsv-fan
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    • 21. April 2020 um 20:30
    • #1.245

    Das mit der Nummer '21' habe ich gar nicht beachtet, macht aber zusammen mit deinen Stempeln Sinn. Beim Stempel selber hatte ich wohl Tomaten auf den Augen.

    Nun eine österreichische Feldpostkarte vom März 1915 geprüft in Saratow (Zensurstempel der Zahnradstempel Typ 1B hier spät verwendet sowie Typ 7 hier früh verwendet).

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  • 241264hsv-fan
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    • 22. April 2020 um 15:47
    • #1.246

    Karte an das Kriegsgefangenenlager Josefstadt, welches im Norden des heutigen Tschechien liegt. Die Karte wurde im Januar 1916 in Taganrog aufgegeben und geprüft (Speeckaert Typ 3).

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  • 241264hsv-fan
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    • 4. Mai 2020 um 20:27
    • #1.247

    Postkarte aus ? über die Zensurstelle Wien nach Tschembar. In Russland lief die Karte über die Zensurstelle in Moskau. Verendet wurden hier die Typ 8 und der sehr seltene Typ 22. Da ich vom Text nur wenige Worte lesen kann, kann ich nicht sagen, was den Prüfer dazu bewogen hat, die Karte zu beschlagnahmen.

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  • kartenhai
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    • 4. Mai 2020 um 20:56
    • #1.248

    @ hsv-fan:

    der Absendeort ist Skalitz = Skalica (heutige Slowakei), den Text werde ich mir morgen mal anschauen.

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
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    • 5. Mai 2020 um 08:18
    • #1.249

    @ hsv-fan:

    Hier noch der Text auf der Karte:

    Skalitz, 14. März 17

    Lieber!

    Freitag (16.) fahre ich mit dem Vater nach Olmütz.

    Werde übernachten in Ihrem Kabinet; bin schon von Ihren lieben S. Eltern (Schwiegereltern?) eingeladen.

    Da werde ich gewiß von Ihnen träumen. Kann mich auf etwas freuen! Mit lieber Erinnerung

    Mila


    Oben steht noch auf französisch:

    Correspondanes des prisonniers de guerre (Kriegsgefangenen-Korrespondenz)


    Mila ist der weibliche Kurzname für Ludmila, Milena oder Miloslava und hat eine slawische Herkunft


    Gruß kartenhai

  • 241264hsv-fan
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    • 5. Mai 2020 um 10:30
    • #1.250

    Danke dir. Dann wird die Karte wohl eher einkassiert worden sein, weil es vielleicht genau wie ich keiner lesen konnte!?

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  • 241264hsv-fan
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    • 9. Mai 2020 um 08:12
    • #1.251

    Den Typ 6 aus Astrachan habe ich schon gezeigt. Dieser kommt auch häufig vor. Anders sieht es bei den Initialen aus. Speeckaert hat unter Typ 13 zehn verschieden Initialen zusammen gefasst, welche dann in violetter oder wie hier das O.A. roter Farbe vorkommen.

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  • 241264hsv-fan
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    • 11. Mai 2020 um 16:03
    • #1.252

    Ortspostkarte vom Januar 1916 aus Taps mit dortiger Zensur. Zu sehen sind die Speeckaert-Typen 5 und 3.

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  • 241264hsv-fan
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    • 12. Mai 2020 um 15:27
    • #1.253

    Seltener Zensurstempel Typ 4 von Ponewesch auf Karte von Poswol vom März 1915.

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  • 241264hsv-fan
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    • 13. Mai 2020 um 13:25
    • #1.254

    Feldpostkarte mit Stempel der aktiven Armee und schwarzem Zensurstempel 'Gelesen Fähnrich' sowie Unterschrift des Prüfers nach Wesenberg.

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  • 241264hsv-fan
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    • 14. Mai 2020 um 13:21
    • #1.255

    Den Zensurstempel auf dieser Karte aus ...? vom Juni 1915 nach Oberpalen kann ich leider nur teilweise lesen, da dieser etwas schwach abgeschlagen ist. Geprüft Militär- / zensur ....- / . Vielleicht kann northstar hier ergänzen und korrekt übersetzen (auch wegen der Abkürzung)?

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  • 241264hsv-fan
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    • 15. Mai 2020 um 11:44
    • #1.256

    Feldpostbrief mit vorderseitigem Tagesstempel des 36. Feldpostamtes vom Januar 1917 nach Moskau. Auf der Rückseite befinden sich der Zensurstempel sowie der Wappenstempel der aktiven Armee und ein Zweizeiler Feldpost- / Amt Nr. 36. Vom 36. Feldpostamt hat Speeckaert keinen Stempel gelistet.

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  • northstar
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    • 16. Mai 2020 um 10:21
    • #1.257
    Zitat von 241264hsv-fan

    Den Zensurstempel auf dieser Karte aus ...? vom Juni 1915 nach Oberpalen kann ich leider nur teilweise lesen, da dieser etwas schwach abgeschlagen ist. Geprüft Militär- / zensur ....- / . Vielleicht kann northstar hier ergänzen und korrekt übersetzen (auch wegen der Abkürzung)?

    Hallo 211264hsv-fan,

    Aufgegeben wurde die Karte in Vammelsuu/ Ваммелсуу (seit 1948 Serovo), einem kleinen Ort auf der Karelischen Landenge nordöstlich von Kronstadt am Ufer des Finnischen Meerbusens.

    Der vollständige Text des Zensurstempels sollte heißen:

    Просмотрено военной цензурой […]* Кронштадтского Крепостн[ого] временн[ого] госпиталя.

    Geprüft durch die Militärzensur des [...]* Kronstädter provisorischen Festungshospitals

    *hier steht evtl. eine Nummer, die aber nicht erkennbar ist, weil an dieser Stelle der Tagesstempel zu festt abgeschlagen ist

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • 241264hsv-fan
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    • 16. Mai 2020 um 15:35
    • #1.258

    Super! Besten Dank. Das hilft schon sehr.

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  • 241264hsv-fan
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    • 19. Mai 2020 um 15:41
    • #1.259

    Kriegsgefangenenkarte vom Januar 1918 aus Taschkent nach Kroatien. Zensurstempel ist der Typ 8 von Taschkent, welcher mit mindestens einem Dutzend verschiedener Nummern existiert. Rechts oben sehr schwach zu erkennen ist vermutlich noch ein Lagerstempel. Die Karte wurde für Kriegsgefangene in Turkestan hergestellt? anhei64 kann dazu sicherlich mehr sagen.

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  • Online
    anhei64
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    • 19. Mai 2020 um 16:12
    • #1.260

    In der Tat!

    Über die Zensur ist nicht viel Aufhebens zu machen...von der Militärzensur zur Militärkontrolle.

    Kontrolleur Nr. 58. Dies ist der Nachfolgestempel des zaristischen Typs 4 und 5. Jetzt durch deren Nachfolger die Provisorische Regierung (später Kerenski) eingeführt.

    Der Stempel oben rechts kann als Lager-(zensur)-stempel angesehen werden. Diese Stempel wurden nach den Aufständen der einheimischen Bevölkerung, der Sarten, ab Spätsommer 1916 in den Kriegsgefangenenlagern eingeführt. Dieser Stempel ist aus Osch/Fergana ("Osch Stadt") Die noch verbliebenen Gefangenen wurden 1918 von Aufständischen, heute würde man sagen Islamisten, ausnahmslos ermordet.

    Genutzt wurde ein russischer Kriegsgefangenenvordruck des Turkestanischen Post- und Telegraphen Distrikts, hier aus der zweiten Serie zu 1 Kopeken.

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