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Russland Postzensur 1914 - 1917

  • DKKW
  • 1. November 2011 um 13:34
  • northstar
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    • 29. März 2013 um 22:27
    • #81

    Hallo DKKW,

    das ist der Anlass, meinen bislang einzigen Zensurbeleg aus dem Postverkehr innerhalb des russischen Kernlands zu zeigen.

    Aber zunächst zu Deinem Beleg: Empfänger der Weihnachtskarte war eine Familie mit dem deutschklingenden Namen Werner und der unverdächtige Mitteilungstext („Fröhliche Weihnachten“) ist in Polnisch verfasst. Vielleicht hat das die Zensoren auf den Plan gerufen?

    Leider erscheint mir die Lage bei der philatelistischen Literatur zur Inlandspostzensur im I. WK als dünn, um nicht zu sagen, ich bin noch nicht auf Abhandlungen über ihre genauere Praxis gestoßen. Nach den bei M. Kosoj (Sov. Kollekcioner 24) zitierten „Einstweiligen Bestimmungen über die Militärzensur“ bestand außerhalb der Kriegsschauplätze nur eine teilweise Militärzensur, die lediglich eine selektive Überprüfung inländischer Postsendungen vorsahen.

    Nun zu meinem Beleg: der Brief war an Irina Richter (1895 -- ?, Doktor der Biologie), gerichtet. Er wurde am 24.06.1916 in Zarskoje Selo (heute Puschkin) abgesandt und erhielt am 28.06.1916 in Samara einen Ankunftstempel. Hier wurde der Brief auch geöffnet und mit dem vierzeiligen Stempel „GEÖFFNET DURCH DIE MILITÄRZENSUR / SAMARA / MILITÄRZENSOR / Nr. 64“ versehen. Der Brief lief zweimal durch die Ankunftstempel-Maschine, wahrscheinlich einmal vor und einmal nach der Zensur, die demnach am selben Tag stattfand.

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    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

    Einmal editiert, zuletzt von northstar (29. März 2013 um 22:28)

  • DKKW
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    • 30. März 2013 um 06:42
    • #82

    Hallo northstar,

    es handelt sich zwar nur um eine Spekulation meinerseits, aber für eine Inlandszensur in Samara und damit auch für Post aus Samara könnte ich mir folgende Erklärung vorstellen:

    Bei Samara lag eine der größeren deutschen Kolonien, sie wurde in den 1850er Jahren gegründet. Es wäre interessant, ob es Beispiele für Inlandszensur aus dem Saratower Gebiet gibt (Region der Wolgadeutschen) um meine Theorie zu untermauern.

    Ich bin über Ostern nicht da und wünsche damit allen ein schönes und frohes Osterfest.

    DKKW

  • DKKW
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    • 15. April 2013 um 20:11
    • #83

    Hallo zusammen,

    kaum schreibt man über Inlandszensur, schon fällt einem ein weiterer Beleg vor die Füsse.

    Es handelt sich hierbei um einen Brief aus dem Jahr 1915 aus Irkutsk nach Balagansk (nördlich von Irkutsk, heute am Bratsker Stausee gelegen).

    Vorderseitig ist der recht bekannte Doppelkreis-Zensurstempel von Irkutsk mit der Nummer 4 abgeschlagen, dieser Stempel ist recht häufig (Speeckaert Type 3). Rückseitig ist ein mir bislang unbekannter Zensur L2-stempel abgeschlagen, er ähnelt der Speeckaert-Type 2, allerdings ein L1-Stempel, wobei die Textzeile (obere Zeile beim L2-Stempel) im Wortlaut identisch ist.

    Nach Michalowe/Skipton lautet der Stempeltext ins Englische übersetzt:
    Opened by military censorship
    Military Censor
    Das Gekrakel neben dem Stempel könnte das handzeichen des Zensors sein.

    Viele Grüße
    DKKW

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  • northstar
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    • 20. April 2013 um 16:42
    • #84

    Hallo DKKW, liebe Zensurpost-Interessierte,

    Die im vorvorigen Beitrag geäußerte Spekulation ist wahrscheinlich gar nicht so verkehrt. Die Nachfahren der teilweise bereits zu Zeiten Peters I. in den großen Städten lebenden Kaufleute, Gelehrten und Handwerker deutscher Abstammung sowie der seit den Zeiten Katharinas II. ins Land gekommenen deutschen Kolonisten waren mit Ausbruch des 1. Weltkrieges plötzlich ungerechtfertigten Verdächtigungen und Benachteiligungen ausgesetzt, sofern sie nicht vorzogen, das Land zu verlassen.

    Auch bei dem zweiten von DKKW gezeigten Beleg, trugen Absender und Empfänger keine russischen Namen. Natürlich ist der bisher von uns gezeigte Korpus recht mager, um daraus allgemeine Schlüsse zu ziehen.

    Die von mir bislang zum Thema Militärzensur und Postkontrolle konsultierte Sekundärliteratur (z.B. Smykalin 2008; Peregudova 2000) enthält leider weder eine Aufstellung über die Einführung der Militärzensur im I. WK, noch genauere Angaben über ihre Praxis in den einzelnen Gebieten des Russischen Reiches, insbesondere hinsichtlich der Inlandskorrespondenz von Privatpersonen untereinander.

    Auf dem Portal openntextnn.ru habe ich jetzt einige interessante Artikel zum Thema gefunden, die die Sache etwas erhellen können. Allerdings habe ich sie bislang aus Zeitmangel nur mehr oder weniger querlesen können. Deswegen nachfolgend nur die Zusammenfassung einiger Hauptaspekte:

    Grundlage für die Einführung der Militärzensur war die von Zar Nikolai II. bestätigte Einstweilige Bestimmung über die Militärzensur vom 20. Juli 1914. Die Militärzensur wurde in jenen Gebieten in vollem Umfang eingeführt, in denen der Kriegszustand erklärt wurde. Dies waren zunächst die Gouvernements Kiev, Podolsk, Volynsk, Poltava, Tschernigov, Bessarabien. In den restlichen Gebieten galt die teilweise Militärzensur. In den Gouvernements wurde ein dreistufiges System aus Hauptmilitärzensurkommission, örtlichen Militärzensurkommissionen und Militärzensoren eingerichtet. In den Kommissionen waren Angehörige der Militär-, Innen-, Post- und Verwaltungsbehörden vertreten.

    Da die Einstweilige Bestimmung nicht alle Einzelheiten der Militärzensur regelte, wurden einzelne Aspekte u.a. durch Rundschreiben aus den Kreisstäben geregelt. D.h. es gab örtliche Abweichungen in der Praxis.

    Hinsichtlich der Praxis in Saratow gibt der Aufsatz von Beloborodowa () Hinweise. So waren ab 22. Mai 1915 Annahme und Beförderung von Postsendungen in deutscher Sprache untersagt. Später wurden u.a. Sendungen in hebräischer Sprache, islamischer Geistlicher und Sendungen mit Postlageranschrift ins Visier genommen.

    Bei Einrichtung der Militärzensur wurde sowohl auf Mitarbeiter der bereits bestehenden, offiziellen Zensur ausländischer Druckwerke, als auch auf Mitarbeiter der „Schwarzen Kabinette“ (geheime Einrichtungen der inoffiziellen und ungesetzlichen Durchleuchtung von Postsendungen) zurückgegriffen. Entsprechend brachten diese Mitarbeiter ihre Erfahrung ein, d.h. Arbeitsmethoden und Gespür zur Auswahl von zu überprüfenden Postsendungen, sofern nur eine teilweise Zensur erfolgte.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • northstar
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    • 25. April 2013 um 00:12
    • #85

    Vsem privet!

    Kürzlich konnte ich eine Karte erwerben, auf der der Zensor richtig „zugeschlagen“ hat - fast die Hälfte des deutschsprachigen Mitteilungstextes wurde geschwärzt.
    Die Karte wurde am 27.01.1916 im Bahnpostwagen auf der Strecke Vladikavkas -Rostov am Don gestempelt und in Petrograd von der Zensur behandelt, wovon der rechteckige violette Stempel im Bereich der Frankatur und eine mit violettem Stift notierte Nummer (27) zeugen. Die Nummer des Zensors ist aufgrund des etwas schwachen Abschlags auf dem grünfarbigen Markenhintergrund nicht zu identifizieren. Die Type (Z 1.05.00 nach Kosoy 1986) des Zensurstempels ist häufig anzutreffen. Die Karte trägt noch einen Transitstempel der 1. Expedition des Petrograder Postamtes vom 01.02.1916. Leider hat die Karte in Stockholm keinen Ankunftstempel erhalten.

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  • 241264hsv-fan
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    • 2. Mai 2013 um 18:07
    • #86

    Auch ein paar Zensurbriefe habe ich in Essen günstig erstanden. Dieser 7-Kopeken-Umschlag mit 13 Kopeken zufrankiert durchlief als R-Brief von Schugan die Zensur in UFA und dann weiter nach Kopenhagen. Rückseitig der Zensurstempel Skipton & Michalove Figur Nr. 5 in violett "Bewertung - Militärzensur - UFA - Militärzensor Nr. 50". Über das Kaff SCHUGAN habe ich leider nichts gefunden.

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel und Postzensuren 1. Weltkrieg.

    Einmal editiert, zuletzt von 241264hsv-fan (31. Mai 2018 um 17:51)

  • 241264hsv-fan
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    • 3. Mai 2013 um 08:48
    • #87

    Karte aus ASTRACHAN nach Kopenhagen. In Astrachan wurde die Karte auch zensiert. "BEWERTUNG MILITÄRZENSUR - ASTRACHAN - Militärzensor -74" ist Skipton & Michalove Figur 8. Über die Stempelfarbe gibt es keine Erwähnung.

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    Einmal editiert, zuletzt von 241264hsv-fan (31. Mai 2018 um 17:52)

  • 241264hsv-fan
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    • 4. Mai 2013 um 09:02
    • #88

    Karte aus UFA nach Berlin. Wie schon auf dem zuvor gezeigten Brief der Zensurstempel "Bewertung - Militärzensur - UFA - Militärzensor Nr. 50". Diesmal zusätzlich der Stempel mit den Initialen des Zensors "S.I.W." (Skipton & Michalove Figur Nr. 9).

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel und Postzensuren 1. Weltkrieg.

    Einmal editiert, zuletzt von 241264hsv-fan (31. Mai 2018 um 17:53)

  • DKKW
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    • 4. Mai 2013 um 09:10
    • #89

    Hallo 241264hsv-fan,

    wirklich schöne Belege, ich werde evtl. heute abend mal näher auf die gezeigten Zensurstempel eingehen. Zudem hast Du mir nichts weggekauft, da ich keine Kriegsgefangenenpost sammel ;)

    Viele Grüße
    DKKW

  • DKKW
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    • 4. Mai 2013 um 15:45
    • #90

    Hallo 241264hsv-fan und alle anderen Zensurpostfreunde,

    Der gezeigte Einschreiber stammt wohl aus Russkij Shugan, der Ort liegt in der Tatarischen Autonomen Republik westlich von Ufa. (Der Kartendienst von Bing ist detaillierter als der von Google)
    Auch Speeckaert führt den Stempel unter der Nummer 5, er soll in schwarz, violett, blau und rot vorkommen und recht häufig sein. Speeckaert führt die Stadt Ufa unter der Bezeichnung Oefa, ich habe etwas suchen müssen bis ich da drauf gekommen bin.

    Viele Grüße
    DKKW

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (4. Mai 2013 um 15:57)

  • DKKW
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    • 4. Mai 2013 um 15:49
    • #91

    Hallo zusammen,

    Astrachan auf der Landkarte zu finden macht weniger Mühe als Shugan. Nach Speeckaert handelt es sich um die Stempeltype Nr. 8. Er kommt nur in rot vor, hat nur die Nummer 74 hinter dem dicken Balken (fast unleserlich beim gezeigten Exemplar) und soll ebenfalls recht häufig sein.

    Viele Grüße
    DKKW

  • DKKW
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    • 4. Mai 2013 um 15:56
    • #92

    Hallo zusammen,

    der Zensurpoststempel Ufa Nr. 5 ist im vorvorigen post näher beschrieben, der zusätzlich abgeschlagene Zensorenstempel "S. I. B." wird bei Speeckaert unter der Nummer 6 geführt, soll in violett und in rot vorkommen und wie der Stempel Nr. 5 recht häufig sein.

    Viele Grüße
    DKKW

  • 241264hsv-fan
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    • 4. Mai 2013 um 16:34
    • #93

    Danke für deine weiteren Ausführungen. Über die Seltenheit macht der Skipton & Michalove ja keine Angaben.

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  • 241264hsv-fan
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    • 5. Mai 2013 um 10:34
    • #94

    Hier habe ich eine weitere zensierte Kriegsgefangenenkarte. Vielleicht kannst du mir dazu auch etwas sagen!?

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel und Postzensuren 1. Weltkrieg.

    Einmal editiert, zuletzt von 241264hsv-fan (31. Mai 2018 um 17:53)

  • DKKW
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    • 5. Mai 2013 um 11:59
    • #95

    Hallo 241264hsv-fan,

    ein wenig kann ich beitragen: Es handelt sich vermutlich um das heute zum Oblast Wolgograd gehörige Nikolajewsk. Anscheinend gehörte der Ort zur Zarenzeit zu Samara.
    Der Zensurstempel wurde in Samara verwendet und hat bei Speeckaert die Nr. 3, die Farbe ist grundsätzlich violett und der in der dritten Zeile genannte Name des Zensors ist Kapitein Solowjewits. Speeckaert stuft den Stempel als selten ein.

    Für die Entzifferung des kompletten Stempeltextes brauchen wir wohl wieder einmal die Hilfe von northstar.

    Viele Grüße
    DKKW

  • 241264hsv-fan
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    • 5. Mai 2013 um 12:57
    • #96

    Damit bin ich schon mal ein Stück weiter. Im Skipton & Michalove ist der Dreizeiler die Figur 3. Als Verwendungszeitraum ist März bis September 1915 angegeben. Über die Stempelfarbe ist keine Angabe gemacht worden. Grün war dann Speeckaert nicht bekannt. Den Einzeiler habe ich dort nicht gefunden.

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  • northstar
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    • 5. Mai 2013 um 15:20
    • #97

    Doppelpost - Inhalt geloescht

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    3 Mal editiert, zuletzt von northstar (5. Mai 2013 um 15:24)

  • northstar
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    • 5. Mai 2013 um 15:23
    • #98
    Zitat

    Original von northstar
    Hallo DKKW, 241264hsv-fan und Zensurpostinteressierte,


    Städte mit dem Namen Nikolajewsk gibt es ja mehrere. Im vorliegenden Fall sollte es sich um eine andere, als von DKKW vermutete Stadt handeln.
    Die Geschichte des Namens und administrativen Zugehörigkeit dieser Stadt Nikolajewsk ist etwas unfamgreicher: Die Stadt Nikolajewsk wurde 1764 als Sloboda Metschetnaja gegründet, erhielt 1836 die Stadtrechte und wurde gleichzeitig zu Ehren von Nikolaus I. in Nikolajewsk umbenannt. Seit 1918 heißt die Stadt Pugatschow (nach dem Anführer des gleichnamigen Aufstands) und gehört nach Auflösung des Gouvernements Samara im Jahr 1928 zur Oblast Saratow (zwischen 1928 und 1936 Kraj bzw. Oblast Untere Wolga bzw. Kraj Saratow).

    [quote]Original von DKKW
    Für die Entzifferung des kompletten Stempeltextes brauchen wir wohl wieder einmal die Hilfe von northstar.

    Also wenn Ihr meint ;)

    Einzeiliger Stempel (violett):
    prosmotreno – geprüft, durchgesehen

    Dreizeiliger Stempel (grün):
    Razrescheno voennoj censuroj
    Voennyj censor v Samare
    Rotmistr Solovevic

    Genehmigt von der Militärzensur
    Militärzensor in Samara
    Riitmeister Solowjewits

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • 241264hsv-fan
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    • 5. Mai 2013 um 16:15
    • #99

    Super Ausführung. Besten Dank. :ok:

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  • northstar
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    • 7. Mai 2013 um 11:49
    • #100

    Hallo 241264hsv-fan, da nich' für!

    Meinerseits möchte ich heute die Karte eines Kriegsgefangenen aus umgekehrter Richtung – von Deutschland nach Russland – zeigen.

    Die Postkarte von Grafenwöhr nach Petrograd 53 weist einen Stempel der Kommandantur des Lagers Grafenwöhr, einen runden Zensurstempel der „Prüfungsstelle Kriegs-Gefangenen-Lager Grafenwöhr/Geprüft/F.a.“, einen ellipsenförmigen Stempel der Petrograder Militärzensur (Nr. Z3.03.03. nach Kosoj) und einen Ankunftstempel der Postabteilung Petrograd 53 vom 16.06.1915 auf. Die Handzeichen links bzw. rechts der Zensurstempel könnten von den jeweiligen Zensoren stammen.

    In Grafenwöhr befand sich im 1. Weltkrieg das größte Kriegsgefangenenlager in Bayern. Hintergründe zum Lager und zum Motiv auf der Bildseite der Karte kann man u.a. hier nachlesen: http://www.online-infos.de/sazg/2008/pdf/…er_Mai_2008.pdf

    Im Text teilt der Schreiber mit, dass er auf vier von ihm geschriebene Briefe keine Antwort erhalten hat. Dies war keine seltene Erscheinung und hatte neben anderen Gründen seine Ursache in den Zensurbehörden, die mit der Bearbeitung der Sendungen zeitweilig nicht nachkamen und somit die Sendungen nur mit großer Verzögerung ausgeliefert werden konnten. Außerdem wurde ein Teil der Sendungen auch einfach beschlagnahmt.
    Leider befindet sich auf der Karte außer der Datumsangabe im Ankunftstempel keine weitere Datumsangabe, so daß wir die Laufzeit nicht nachvollziehen können.

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    Einmal editiert, zuletzt von northstar (7. Mai 2013 um 11:50)

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