Erst kürzlich gefunden. DDR-Bildganzsache P52/01 mit geschwärztem Bild. Man störte sich wohl an der Inschrift zum Bild, die einen "gesamtdeutschen" Anspruch interpretieren lässt. Einzig bisher bekannte Schwärzung dieser Bildganzsache. Vielleicht kennt ja jemand noch welche.
Postkriege
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Hier eine Doppelfrankatur mit Westberliner und SBZ-Frankatur. In der "Hoch-Zeit" des Berliner Postkrieges war dies eine Möglichkeit unbeanstandeter Beförderung. Beide Postverwaltungen akzeptierten diese Art der Frankatur.
Echter Bedarf, wie dieser Beleg ist selten. -
...führe diesen Thread weiter um ab und zu mal wieder über Postkrieg zu berichten oder Fragen meinerseits loszuwerden.
Hier ein Beleg "20 Jahre Vertreibung" an die Polnische Militärmission. Diese lag in West-Berlin ! Sicherlich ein anachronistisches Überbleibsel aus der Zeit bevor Berlin fest im Griff des Kalten Krieges war. Es gab solche Militärmissionen wohl auf beiden Seiten.
Der Brief trägt eine Aufschrift "Annahme wegen Verklebung der Vertriebenenmarke verweigert", meiner Meinung nach vom ausliefernden Postbeamten oder dem Postamt,dass den Brief zurücksandte, angebracht. Allerdings besteht darin eben noch Unklarheit, ob diese handschriftlichen Niederschriften (2 sind belegt) wirklich postalischen Ursprungs sind.
Vielleicht kann ja jemand mehr zu diesen Militärmissionen sagen oder sogar, ob es überhaupt Postverkehr mit diesen von Bürgern des Westens gab ? Oder wurden Briefe generell nicht angenommen, da kein Postverkehr mit diesen Institutionen bestand, und Briefe generell abgelehnt wurden.
Wie gesagt, die Hintergründe sind noch nicht wirklich klar, und jeder erhellende Fakt ist willkommen.
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Guten Tag dietbeck,
diesen handschriftlichen Eintrag auf der Rückseite darf man wohl getrost als postalischen Ursprungs bezeichnen, da er das Datum des darauffolgenden Tages und ein Namenskürzel trägt. Als Beleg-Besitzer notierte man nachträglich zwar evtl. ein Datum, hat aber keine Paragraphe dazugesetzt. Das Namenskürzel eines Postbeamten war aber notwendig für nachträgliche Beschwerden.Beweisen kann ich's natürlich auch nicht.
Schönen Tag noch
wünscht Abarten-Hannes -
Extrem seltener Postkrieg zwischen Falkland und Argentinien. Die Markenserie 100 Jahre Zugehörigkiet der Falkland-Inseln zu Grossbritannien (1933) wurde auf Sendungen nach Argentinien nicht anerkannt und mit Nachgebühr belegt.
Ich habe in meinem Sammlerleben erst 2 Belege gesehen. Sollte jemand mal einen auf einer Auktion sehen oder anderweitig angeboten, ich wäre ein dankbarer Abnehmer (auch wenn die Dinger im 4-stelligen Bereich liegen)
dietbeck
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danke für die Antwort. Ich halte den handschriftlichen Hinweis auch für echt, aber wie es so ist, handchriftlich lässt sich immer schlecht als echt beweisen. Auch deshalb weil es hier ein philatelistischer Beleg ist. Mehr aber noch weil in den vergangenen Postkriegskatalogen der Autor vermutet, dass die Zurückweisung noch andere Gründe als die Marke(n) hatte.
Ein endgültiger Beweis wäre daher eine (Post-)Verfügung, die diese Einrichtungen anweist Sendungen mit entsprechenden Marken abzulehnen (jedenfalls für eine gesicherte Aufnahme in den Katalog).
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Wollte den Thread mal wieder bereichern und 2 Belege zum Thema Paketkarten einstellen.
Die erste ist eine beeindruckende MEF der Kriegsgefangenengedenkmarke, 9x verklebt, in die DDR. Eigentlich wurde diese Marke in de DDR intensiv "bekämpft", aber auf dieser Paketkarte unbeanstandet durchgelaufen. Erstaunlich (leider nur in schwarz-weiss).
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anbei der teuerste mir bekannte Postkriegsbeleg (vor nicht allzulanger Zeit bei einer Auktion für 12100 Euro weggegangen).
Paketkarte von Westberlin in die SBZ, u.a. mit Berlin-Rotaufruck. Entsprechende Nachgebühr wegen der Beanstandung der Westberliner Marken in der SBZ. Die Nachgebühr ist falsch berechnet, stimmt die Angabe so doch weder mit einfacher noch mit eineinhalbfacher Gebühr zusammen. Sicher ein Versehen. Der Beleg ist vom 12.9.49, also knapp vor Ende des Berliner Postkrieges.
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Im September 1948 wurden SBZ-Marken als gültige Frankatur von der Luftbrückenbeförderung ausgeschlossen. Dadurch kam es bei Mischfrankaturen mit Westberliner Marken zu Rücksendungen an den Absender, da somit weder über die Luftbrücke (SBZ-Marken) noch über die SBZ (Beanstandung der Westberliner Marken) befördert werden konnte. Allerdings hat sich die Westberliner Post in den wenigsten Fällen an Ihre eigene Anordnung gehalten, so dass nichtbeförderte Belege die deutliche Minderheit darstellen und selten sind
Beleg hier vom Oktober 1948 mit Aufkleber des Westberliner Postamtes SW11 "Keine Beförderungsmöglichkeit".
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Aktueller Postkrieg von 2008. Karte von Mazedonien nach Griechenland mit Zusatzstempel Griechenlands, dass man den Landesnamen Mazedonien (auf der Marke) im Grunde nicht akzeptiert, sondern Mazedonien als "FYROM"=Former Yugoslav Republic of Macedonia betrachtet.
Im Laufe von 2008 muss es wohl zu einer Verschärfung des Postkrieges gekommen sein, indem gegenseitig Sendungen nicht befördert wurden.
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Hallo,
ich möchte eine Statistik der Farbübermalungen in der DDR zusammenstellen. Daher hier die Frage an die Leser und Mitglieder, ob mir Scans von entsprechenden Belegen zur Verfügung gestellt werden könnten. Ich brauche insgesamnt eine "kritische Masse" um statistisch relevante Aussagen treffen zu können. Für jeden Beleg/Scan bin ich dankbar, gerne als PN oder an meine email dietbeck@web.de
Danke im voraus
dietbeck -
Wollte mal wieder einen Beleg einstellen, den ich kürzlich rworben habe und den ich als nettes Stück für meine Sammlung sehe.
Es handelt sich um einen Beleg aus dem Rhodesien-Grossbritannien-Postkrieg aus Anfang der 1970er Jahre, im Zuge der Nichtanerkennung der Unabhängigkeit Rhodesiens.
Der Beleg ist wie üblich behandelt, also mit Nachgebühr belegt (wegen der Marke Rhodesiens mit Dezimalwährung). Offensichtlich wurde die Annahme des Beleges verweigert oder er konnte nicht zugestellt werden (dabingehend auch Fragen meinerseits). Jemand bei der Post hat sich dann die Mühe gemacht, die Nachgebührmarken mit schwarzer Farbe und Kugelschreiber unkenntlich zu machen.
Meine Fragen dahingehend, ob erkennbar ist, ob der Brief in der Annahme verweigert wurde oder nicht zustellbar war.
Ich sehe zwei Stempel dahingehend:
1. No response to ... treatment
2. Undelivered for reasons stated / Return to senderRückseitig noch Ankunftsstempel in der Rücknahme durch Rhodeseien, der rote Stempel als Hinweis auf die fehlende Absenderadresse, also durchaus möglich, dass der Brief dem Absender nicht retourniert werden konnte.
Insgesamt aber ein recht dekorativer Beleg, zumal entsprechende Rücksendungen aus dem Rhodesien-Postkrieg sehr selten sind.
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Wollte mal ein paar Belege zum Thema abgerissene Marken im Postkriegsrahmen zeigen.
Generell ist das Abreissen/Entfernen von Marken natürlich eine recht einfache Methode unliebsame Marken zu behandeln, ohne einen Beleg retournieren zu müssen, also den Postauftrag erfüllen zu können. Sind doch keine Stempel oder Schwärzungen notwendig. Andererseits kann man so allerdings natürlich auch eine Postsendung beschädigen.
Im Postkriegsgeschehen ist das Abreissen von Marken nur in 2 Szenarien systematisch erfolgt. Einerseits bei der Notopfermarke in die DDR, andererseits hat die UdSSR sich in den 60er Jahren der Markenentfernung bedient und dies mit einem "Fehlstempel" quittiert. Ein Beleg dazu ist in diesem Thread schon hinterlegt.
In vielen anderen Postkriegen sind Abrisse ebenfalls erfolgt, aber sporadisch.
Zu den Belegen
1. Beim ersten Beleg (Bund/DDR) wurde neben der Notopfermarke auch die Kriegsgefangenengedenkmarke (Mi 165) entfernt. Hier hat man das sicher in einem "Aufwasch" getan. Normalerweise wurde die Gedenkmarke in der überwiegenden Zahl der Fälle geschwärzt.
2. Antwortkarte (Bund/DDR). Hier wurde die Marke "10 Jahre Vertreibung" entfernt (Mi 215). Das erstemal, dass ich in diesem Zusammenhang einen Abriss sehe, Sendungen mit der Marke wurde eigentlich immer retourniert (in seltenen Fällen geschwärzt). Vielleich hat man sich gedacht, dass man in diesem Fall eine Ausnahme macht handelt es sich doch bei der Antwortkarte um ein "Dokument" der DDR und hat somit die Zustellung ermöglicht
3. Abriss der Marken 5 Pf Stettin (Bund/UdSSR). Hier hat der abreissende Beamte wohl aufgegeben. Der Brief wurde retourniert. Allerdings ist hier komisch, dass Sendungen mit diesen Marken eigentlich generell zurückgeschickt wurden. Warum also erst die Mühe mit dem Abreissen (ausser man wollte hier zustellen). Es ist vom Brief her nicht ersichtlich warum dieser nicht der üblichen Retournierung unterworfen werden sollte.
Andere Erklärung, man fand den Viererblock der unliebsamen Marke denn doch zu "heftig" und hat deshalb versucht diesen zu "verunstalten". -
Wollte mal wieder aus dem Postkrieg berichten. Allerdings hier mal in Form eines Beleges, den ich nicht auflöse, sondern mal sehe, ob jemand Lust hat die Auflösung zu liefern.
Was ist an dem Beleg besonders/aussergewöhnlich und welche Erklärung(en) ist/sind möglich ?
Gruss
dietbeck -
Hallo dietbeck,
dieser einfache Fernbrief von Glauchau nach Chemnitz, portorichtig freigemacht mit 24 Pf, scheint von der Frankatur, vom Absende- und Bestimmungsort her ein gewöhnlicher DDR-Inlandsbrief zu sein.
Auffällig ist der auf Inlandsbriefen eigentlich nicht verwendete DDR-Propagandastempel "Wir arbeiten für den Frieden" mit dem Symbol einer Friedenstaube und der rote (Westberliner?) Gegenstempel ".......... aber nicht unter kommunistischer Diktatur!".
Die Frage ist also, wie der DDR-Propagandastempel und erst recht der westliche Gegenstempel überhaupt auf diese Sendung gelangen konnten. Eine naheliegende Möglichkeit wäre, dass der Brief - auch in Anbetracht der nicht in der Anschrift angegebenen Postgebietsleitzahl - irrtümlich zur grenzüberschreitenden Beförderung nach Westberlin sortiert wurde und daher auch den für den "nicht friedliebenden Klassenfeind" vorgesehenen DDR-Propagandastempel erhielt. Offensichtlich erreichte der Brief jedenfalls die Westberliner Post, die ihn sogleich nach Eingang mit dem roten Gegenstempel versah und dann wohl zurück in die DDR schickte.
Eine andere Erklärungsmöglichkeit liefert die Tatsache, dass es sich sowohl beim Absender - einem volkseigenen Betrieb - als auch beim Empfänger - einer dem "Konsum" (Handelseinrichtung) zugehörigen Stelle - um volkswirtschaftlich wichtige Institutionen handelte. Der Briefinhalt könnte also sensible Informationen über Versorgungs- und Wirtschaftsaktivitäten der DDR enthalten haben, die auch im Westen von Interesse gewesen sein könnten. Denkbar für die Fehlleitung des Briefes wäre daher beispielsweise auch eine bewusste Sabotagetätigkeit von DDR-Postmitarbeitern gegen die staatliche Wirtschaft, indem solche potenziell brisanten Nachrichten zunächst nach Westberlin umgeleitet wurden, um dort eventuell ausgewertet werden zu können. Um solche Sabotage-Aktivitäten von vornherein zu verhindern, wurde später der Zentrale Kurierdienst (ZKD) gegründet, dem nicht nur Verwaltungsorgane, sondern auch alle (Groß-)Betriebe für den internen Postverkehr angeschlossen waren.
Diese beiden Erklärungsansätze könnten eine Lösung des Rätsels sein.
Beste Sammlergrüße
philnum
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Wie kommt der westdeutsche Gegenstempel "aber nicht unter kommunistischer Diktatur" auf einen Brief, der nur innerhalb der DDR lief?
Gruß, T-M
Nachtrag: Jetzt hat philnum es schon beantwortet, während ich noch geschrieben habe.
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Glauchau- Chemnitz, komischer Postkriegsbeleg, da kann man nur abstrus -und vermutlich falsch- denken.
Nehmen wir mal an, in dem Konsumverband -Außenstelle Chemnitz- sitzt ein Briefmarkensammler XY der diesen Beleg bekommt.
Dieser Sammler XY wiederrum hat einen Tauschpartner Z im Westen der Stadt Berlin oder aber in Westdeutschland. Beide schicken sich gegenseitig die Belege und Briefmarken hin und her. Irgendwann stellt einer fest, dass der Versand von Belegen als Drucksache erheblich günstiger ist. Also werden die Belege in einem Umschlag verpackt und dieser wird nicht verschlossen gen Westen gesandt. Diese Drucksache gerät in die Postkontrolle und wird kontrolliert. Nicht nur die Drucksache auch der Inhalt/ die Belege werden mit dem Gegenstempel gekennzeichnet.
So oder ähnlich könnte es sich abgespielt haben.
Liebe Grüße von einem nicht Postkriegssammler (kommt vielleicht noch)
Schildescher
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Toll, wie schnell die Antworten gekommen sind und wie gut durchdacht.
Tatsächlich gib es eine ganze Reihe solcher Belege (trotzdem selten), meistens mit Empfänger in Altenburg, also hier eine Ausnahme, da Chemnitz der Adressat war.
Es gibt bis heute 2 Erklärungen für diese Briefe.
1. Genau die, die Schildescher genannt hat, die Briefe wurden in Tauschsendung von der DDR nach Berlin im Umschlag versandt, dieser in Westberlin geöffnet und dann der Gegenstempel auf die Belege in der Sendung aufgebracht.
2. Die zweite Theorie ist, dass es sich in diesem Fall um Gefälligkeitsstempel handelt.
Noch ist keine wasserdichte Aussage möglich, mangels entsprechender "Beweise". Ich "glaube" an die erste Theorie, andere Postkriegssammler halten die zweite Theorie für denkbar.
mit sehr viel Wissen einen Tipp abgegeben, meinen Respekt. Noch eine Nachfrage, ich habe schon einige Belege gesehen, wo die DDR-Propagandastempel auch auf Sendungen innerhalb der DDR-Verwendung fanden, bei einer Gesamtzahl von über 3000 verschiedenen Propagandastempeln nicht verwunderlich in meinen Augen, auch wenn diese natürlich auf Sendungen nach Westberlin und in die BRD Ihre eigentliche Wirkung entfalten sollten
toll, auf Anhieb eine der Erklärungen gegeben, ich wär darauf nicht so schnell gekommen. Würde mich freuen einen neuen Postkriegssammler zu finden
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da war jetzt mal das blinde Huhn am Start, das mit dem Körnchen.....
Vor Jahren habe ich mal von dieser Möglichkeit der Tauschsendung per Drucksache -in Zusammenhang mit der Stempelung sämtlicher Belege aus dieser Drucksache- gehört/ gelesen.Habe so einen Beleg bisher noch nicht gesehen. Allerdings kann ich Philnums Äußerung nachvollziehen. Dieser Stempel hätte nicht auf diesen -innerostdeutschen- Brief gehört meint der
Schildescher
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Hallo,
interessanter Beleg, ich freue mich auf die echte Aufklärung !!!
Grüße von Wolle
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