1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Briefmarken
  4. Briefmarken Allgemein

Sinn und Irrsinn von Briefmarkenprüfungen

  • loetti_p
  • 19. Juli 2010 um 17:23
  • loetti_p
    aktives Mitglied
    Beiträge
    289
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 17:23
    • #1

    Hallo Zusammen,

    erstmal möchte ich sagen, dass es für mich teilweise unerlässlich ist manche Werte prüfen zu lassen. Ich kann jedoch nur für meine Sammelgebiete sprechen.

    Wenn ich mir die Prüferliste, welche in dem Katalog, der mit dem Namen einer Hamburger Kirche bedacht ist, ansehe kann ich teilweise nur noch den Kopf :oneien: . Es soll ja nicht heissen, dass ich den Prüfern die Kompetenz dafür abspreche, jedoch ist es für mich schon ein klarer Indikator, wenn jemand massenhaft Prüfgebiete beackert, dass diese Prüfung nicht immer richtig sein muss. Da gräbt sich der Prüferbund seine eigene Grube. Anders verhält es sich sicherlich dann, wenn die Prüfgebiete verwandt sind. So z.B. die Kolonien und die Marken des DR von 1875-1905.

    Ebenso unverständlich ist es für mich, dass der Prüferbund, sich nicht einschaltet, wenn es um Verfälschungen und Fälschungen von Prüfzeichen geht. Insbesondere dann, wenn der Prüfer verstorben ist und selbst keine Anzeige mehr stellen kann. Der Prüfer hat doch im Auftrag des Prüferbundes geprüft und war dort Mitglied. Vielleicht sollten sich hier einige Leute mal nen Kopf drüber machen.

    Auch sehr lustig finde ich die Vorgaben für Leute die gerne Prüfer werden möchten. Falls die Person ein Sammler ist, müsste die Person auch zeitgleich Mitglied in einem Saftladen werden, um nach den bestandenen Prüfungen prüfen zu dürfen, oder gar um zugelassen zu werden. Diese Frage sei mir hoffentlich gestattet: Geht es hier um fachliches Wissen und Kompetenzen auf einem Gebiet oder geht es hier nur um das erhalten und zuschieben von Mitgliedern an einen inkompeten und weltfremden Saftladen???

    Was mir aber vor allem tierisch auf den Zeiger geht, ist, dass sich diese Truppe erlaubt mit Ihren tintengetränkten Stempelchen, schöne philatelistische Sammelstücke zu zerstören!!! X( X( X( Auch wenn das Teil nur ein paar Euro kostet, ist der Schaden durch dieses Verhalten nicht zu kompensieren und mit Sicherheit auch nicht wertschöpfend.

    Wie gesagt, in meinen Sammelgebieten macht es teilweise Sinn prüfen zu lassen. Jedoch nicht um jeden Preis und um die zerstörerische Wut von Prüfern. Wenn ich einen Prüfer anschreibe und sage ich hätte gerne einen Befund für eine Marke die nur 50 € im Katalog notiert und keine Signatur haben möchte, hat der Prüfer zwei Möglichkeiten, er geht auf meine Wünsche als Kunde ein! Verweist er jedoch nur auf eine Prüfordnung, so bekommt er keine Marke zur Vorlage!

    Meine 2,5 €Cent

    LG Loetti_p


    Briefmarken die rückseitig mit Stempelchen verunstaltet wurden, mag ich schon dreimal nicht!!!

    Einmal editiert, zuletzt von loetti_p (19. Juli 2010 um 17:24)

  • Ästhetiker
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.339
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    13. Juni 1967 (58)
    • 19. Juli 2010 um 18:02
    • #2

    lol was'n mit Dir los? :lachen2:

    Nicht leicht den tieferen Sinn Deines Saftladen-Beitrages zu durchschauen, also von mir aus hättest Du gerne Klartext schreiben dürfen. So bleibt ein Großteil Deines Beitrages leider eine Art insidergag .... mhh trotzdem sehr unterhaltsam 8-)

    Gruß
    C

  • myself
    aktives Mitglied
    Beiträge
    112
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 18:21
    • #3

    Nicht gleich an die Decke gehen.

    1.) Die Breite der Prüfgebiete gibt keinen Aufschluss über die Qualität des Prüfers. Oft passieren auch einem Prüfer in einem Gebiet genügend Fehler

    2.) Gegen falsche Prüfzeichen vorgehen: Wird vom BDPh gemacht, falls der Urheber im großen Stil erwischt werden kann. Einzelne Fälschungen interessieren keinen Staatsanwalt. Besonders wenn keine Stempel gefunden werden. Dann gibt es eh die Aussage: "Habe ich selber so gekauft, keine Ahnung"

    3.) Prüfer nur mit Mitgliedschaft: Bei einer Weltmeisterschaft wird auch Niemand Schiedsrichter, ohne Mitglied der FIFA zu sein.

    4.) Schäden durch Prüfstempel kann ich bei gestempelten Marken nicht erkennen, ich habe die Marken mit der Vorderseite ins Album gesteckt. Zu ungebrauchten Exemplaren kann ich nichts sagen, empfehle aber die Einführung einer 4. Kategorie nach 1. ungebraucht, 2. mit Falz und 3. postfrisch:
    Kategorie Nr.4: Vollkommen unberührt

    5.) Ein Kurzbefund mit Abbildung der Marke kostet 5 Euro. Bei einer zusätzlichen Prüfgebühr von 2 Euro würde ich auch keine Marke einscannen, ausdrucken, ausschneiden, einen Kurzbefund drucken, das Bild einfügen, die Prägezange ansetzen und anschließend den Kurzbefund unterschreiben. Wenn das jeder will, braucht jeder Prüfer bald zusätzlich 1 Bürokraft. Bei der geringen Vergütung zahlt der Prüfer dann bei Kurzbefunden billiger Werte schön drauf.

    Ich kann manches Kopfschütteln über Prüfer verstehen. Dennoch sind manche Angriffe nicht nachzuvollziehen.
    MfG myself

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.084
    • 19. Juli 2010 um 18:24
    • #4
    Zitat

    Original von loetti_p

    Ebenso unverständlich ist es für mich, dass der Prüferbund, sich nicht einschaltet, wenn es um Verfälschungen und Fälschungen von Prüfzeichen geht. Insbesondere dann, wenn der Prüfer verstorben ist und selbst keine Anzeige mehr stellen kann. Der Prüfer hat doch im Auftrag des Prüferbundes geprüft und war dort Mitglied. Vielleicht sollten sich hier einige Leute mal nen Kopf drüber machen.

    Auch sehr lustig finde ich die Vorgaben für Leute die gerne Prüfer werden möchten. Falls die Person ein Sammler ist, müsste die Person auch zeitgleich Mitglied in einem Saftladen werden, um nach den bestandenen Prüfungen prüfen zu dürfen, oder gar um zugelassen zu werden. Diese Frage sei mir hoffentlich gestattet: Geht es hier um fachliches Wissen und Kompetenzen auf einem Gebiet oder geht es hier nur um das erhalten und zuschieben von Mitgliedern an einen inkompeten und weltfremden Saftladen???

    Was mir aber vor allem tierisch auf den Zeiger geht, ist, dass sich diese Truppe erlaubt mit Ihren tintengetränkten Stempelchen, schöne philatelistische Sammelstücke zu zerstören!!! X( X( X( Auch wenn das Teil nur ein paar Euro kostet, ist der Schaden durch dieses Verhalten nicht zu kompensieren und mit Sicherheit auch nicht wertschöpfend.

    Ästhetiker

    Dieser Beitrag gehört sicher nicht in die Witzkiste und er ist auch wichtig.
    Vielleicht können wir das Thema in Ruhe diskutieren.

    loetti_p

    Auf den Beitrag kann man nicht pauschal und mit einem leidlichen Text antworten.

    Daher versuche ich mich einmal mit einer dreigeteilten Erwiederung.

    1.

    Zitat

    Ebenso unverständlich ist es für mich, dass der Prüferbund, sich nicht einschaltet, wenn es um Verfälschungen und Fälschungen von Prüfzeichen geht.


    Das ist eine Anschuldigung, die man besser mit belegbaren Beweisen unterfüttert. "Normale" Prüfzeichenfälschungen sind m.E. Urkundenfälschungen, dagegen kann man vorgehen.
    Problematisch ist natürlich, wenn eine verfälschte Marke auch gleich einen falschen Prüfstempel trägt. Hier den Urheber zu ermittlen dürfte meistens unmöglich sein.

    2.

    Zitat

    Auch sehr lustig finde ich die Vorgaben für Leute die gerne Prüfer werden möchten.


    Ist Dir das Prozedere bekannt, welches ein Interessierter am Prüfgeschäft durchlaufen muss ?
    Ich hatte zweimal die Gelegenheit, mit das in Ruhe anhören zu dürfen. Das ist kein Spass !

    3.

    Zitat

    Was mir aber vor allem tierisch auf den Zeiger geht, ist, dass sich diese Truppe erlaubt mit Ihren tintengetränkten Stempelchen, schöne philatelistische Sammelstücke zu zerstören!!!


    Hier gibt es allerdings nichts zu beschönigen, dieses sammerfeindliche Verhalten muss aufhören.
    Es kann nicht sein, daß ein Auftraggeber einer Dienstleistung (Prüfkunde) einen Wunsch äussert und der Dienstleister es ablehnt ihn zu erfüllen.
    Wohlgemerkt spreche ich hier nicht von unerfüllbaren Forderungen, sondern vom Wunsch, von einer Signatur abzusehen. Die nicht unerheblichen Mehrkosten bin ich bereit zu tragen.
    Wir haben die wunderbaren Instrumente des Kurzbefundes, Befundes und Attestes.
    Aber auch noch im Jahre des Herrn 2010 gibt es BPP - Mitglieder, die meinen hier ihre eigenen Gesetze zu haben. Manchmal hilft auch ein Blick in die Prüfordnung..... :oneien:

    Der Prüfkunde zahlt und ist damit Herr des Verfahrens, solange er sich im vorgegebenen Rahmen der Prüfordnung bewegt.

    Im Allgemeinen halte ich von der Institution BPP sehr viel und bin auch froh, diesen Verband in Deutschland zu haben. Aber es gibt leider Auswüchse, die dringend abgestellt gehören. Die wilde Signiererei gehört für mich eindeutig dazu.

    Gruß
    KJ

    PS: Musste meinen Beitrag eben ergänzen, da ich vorhin beim Verfassen unterbrochen wurde.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kontrollratjunkie (19. Juli 2010 um 20:40)

  • loetti_p
    aktives Mitglied
    Beiträge
    289
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 18:39
    • #5

    myself: Vielen Dank für deine Antwort.

    zu deinen Punkten:

    1) für mich ist es ausschlaggebend und wichtig, dass der Prüfer die Energie in gewisse Bereiche steckt. Daher ist es für mich schon ausschlaggebend, wie weit gefächert die Gebiete sind. Ich sage ja nichts gegen Prüfer die sagen wir mal Deutsches Reich von 1900 bis 1945 prüfen. Oder Krone Adler, Germania und Kolonien. Jedoch schon was gegen Prüfer, bei denen die Prüfgebiete nicht verwandt sind.

    2) die Vorgehensweise hat man in der Vergangenheit schon des Öfteren miterleben dürfen, in wie fern diese Truppe dagegen vorgeht. Oder wie schnell man sich durch Druck von Sponsoren aus einer Diskussion oder einem Rechtsstreit zurück zieht!

    3) Der Schiri selbst kann kein FIFA Mitglied werden, nur der Verband dem er angeschlossen ist.

    4) Wenn du dir Marken welche auf dünnem Papier gedruckt sind anschaust, Bsp. Serie Pfennige, Pfennig, Krone Adler aber auch SBZ scheint das Prüfzeichen auch bei gestempelten Marken durch!

    5) Wenn ich einen Kurzbefund haben möchte, sollte es dem Prüfer möglich sein einen solchen zu erstellen. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich für den Befund nur 5 € zahlen würde. Dies ist, denke ich mal Verhandlungssache.

    LG Loetti_p


    Briefmarken die rückseitig mit Stempelchen verunstaltet wurden, mag ich schon dreimal nicht!!!

    Einmal editiert, zuletzt von loetti_p (19. Juli 2010 um 18:53)

  • loetti_p
    aktives Mitglied
    Beiträge
    289
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 18:48
    • #6

    @kj: ich gehe davon aus, dass Ästhetiker den Sinn des Beitrages schon verstanden hat.

    zu deinen Punkten:

    1) Beweise gäbe es hierfür mehr als genügend. Es geht darum, dass hier von Seiten des Prüferbundes nicht aktiv eingegriffen word. Besonders dann wenn, es mehr als offensichtlich ist! Wer mit gefälschten Dingen handelt macht sich strafbar!!! Ich kann ja auch nicht sagen, wenn ich mir in China gefälschte Euronoten gekauft habe, dass ich nicht wusste dass die falsch sind. Dann heisst es wie bei Monopoly, gehen sie direkt ins Gefängnis, gehen Sie nicht über los und ziehen Sie keine 4.000€ ein!

    2) Ich habe nie behauptet, dass dies ein Spaß sei. Alleine dieser Punkt der Vorraussetzung würde mich schon abschrecken, es nicht zu versuchen!!! Informiert darüber habe ich mich schon und habe auch auf die Aufstellung von Literatur, nötige technische Hilfsmittel, Sammlung, Vergleichsstücke et cetera eine positive Rückmeldung erhalten.

    3) Hier sind wir ja schon seit längerem gleicher Meinung, oder wie der Franzose sagen würde d'accord!

    LG Loetti_p


    Briefmarken die rückseitig mit Stempelchen verunstaltet wurden, mag ich schon dreimal nicht!!!

  • Max und Moritz
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.275
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 19:20
    • #7
    Zitat

    Jedoch schon was gegen Prüfer, bei denen die Prüfgebiete nicht verwandt sind.

    Loetti-p, das meinst du nicht ernst, oder? Es gibt genügend Prüfer, die ihre verschiedenen Gebiete im Griff haben. Mag sein, daß du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Aber Inkompetenz hat oder hatte meistens andere Gründe als die Tatsache, daß ein Prüfer zwei oder mehr Gebiete beackert hat, die nichts miteinander zu tun haben.

    Die Tatsache, daß ein Prüfer Mitglied im BDPh sein muß, halte ich vor dem Hintergrund der Tatsache, daß der BPP vom BDPh mit gegründet worden ist, für vernünftig und auch zwingend notwendig. Die Gründe, weswegen der BDPh kritisierbar ist, haben nichts mit dem BPP zu tun.

    Ebenfalls dàccord bin ich mit deiner Meinung zu den Signierungen. Oder wie der Jäger sagt: Wir blasen ins gleiche Horn..... :D Ich hatte deswegen auch schon nervenaufreibende Diskussionen mit Prüfern. Es ist aber auch zu konstatieren, daß viele Prüfer inzwischen deine Meinung teilen. Bezüglich dieser Frage wird momentan beim BPP viel hinter den Kulissen gearbeitet. Einige wollen wohl noch überzeugt werden. Aber Christian Geigle gibt uns ja im BDPh-Forum Hoffnung.

  • myself
    aktives Mitglied
    Beiträge
    112
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 20:23
    • #8

    Hallo loetti_p

    Ich kann verstehen, dass man an manchen Tagen die Welt nicht mehr versteht, wenn ein Prüfer bei der Auftragsabwicklung anderer Meinung ist. Es hört sich auch so an, als ob Du auf Fälschungen hereingefallen bist und jetzt damit haderst, warum der BPP gegen diesen Verkäufer nichts unternimmt. Das ist selbstverständlich frustrierend. Mir kommt Deine Wut gut bekannt vor.

    So etwas kann aber auch weiterhelfen und zum Umdenken bewegen. Es gilt sich selbst das Wissen anzueignen, bei billigen Werten zwischen falsch und echt zu unterscheiden und bei den teuren Stücken nicht auf alte Urteile zu verlassen. Teure Marken kosten nunmal mehr und sind ohne aktuelle Prüfermeinung mit Vorsicht zu genießen.

    Die Signierpraxis ist eine unendliche Geschichte. Für Sammler postfrischer Marken ganz klar ein aktuelles Thema, da die Marken mehr oder weniger gleich sind. Sie unterscheidet tatsächlich nur die Rückseite. Bedarfsverwendete gestempelte Marken sind dagegen immer einzigartig. Zum Beispiel eine Inselpostmarke mit italienischer Heimatabstempelung wegen einer Signatur zu verpöhnen würde nur mangelndes philatelistisches Wissen offenbaren.
    Herr Geigle spricht bei der Vermeidung von Signaturen meines Wissens nach auch nur von postfrischen Marken.

    Ich muss gestehen, dass ich aus eigener Erfahrung gerne Stücke habe, die 2 Prüfer geprüft haben. Dabei reicht mir ein aktueller Befund, die ältere Prüfung kann gerne durch eine Signatur gekennzeichnet sein. Dies ist nämlich meine Erfahrung: Stücke die ein älterer Prüfer als echt erkannt hat und auch aktuell als echt geprüft werden, stellen sich oft als dauerhaft echte Stücke heraus, sie haben quasi eine Geschichte. Aktuell geprüfte Marken, die vorher nie ein Prüfer gesehen hat, stellen sich manchmal schneller als man denkt als nicht mehr prüfbar heraus. Wie stehen heute aktuelle Prüfungen wohl in Jahren da, wenn diese Altprüfungen sind? Ich räume den erstgenannten Marken trotz Signatur bessere Chancen ein...

    Vielleicht erzählst Du kurz den ganzen Sachverhalt, ohne Namen zu nennen. Dann wirst Du garantiert Tipps erhalten, die Dir weiterhelfen.

    MfG myself

    Einmal editiert, zuletzt von myself (19. Juli 2010 um 20:24)

  • loetti_p
    aktives Mitglied
    Beiträge
    289
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 20:35
    • #9

    Max und Moritz:

    Wenn es nur zwei oder drei kleinere und dazu noch überschaubare Gebiete sind, gebe ich dir recht. Aber bei dem Rest habe ich nun mal so meine Probleme und kann es, leider auch aus eigener Erfahrung, nun mal nicht gut heissen!

    Deinen zweiten Absatz, kann ich leider nicht nachvollziehen! Geht es um Fachwissen und Kompetenz oder um Verbandszugehörigkeit? Meiner Meinung nach sollte nur das Fachwissen und die Kompetenz zählen, der Rest eben nicht!

    Schön, dass auch du den gleichen Standpunkt zu den rückseitigen Verunstaltungen hast!!!

    LG Loetti_p


    Briefmarken die rückseitig mit Stempelchen verunstaltet wurden, mag ich schon dreimal nicht!!!

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.084
    • 19. Juli 2010 um 20:55
    • #10
    Zitat

    Original von myself
    Ich muss gestehen, dass ich aus eigener Erfahrung gerne Stücke habe, die 2 Prüfer geprüft haben. Dabei reicht mir ein aktueller Befund, die ältere Prüfung kann gerne durch eine Signatur gekennzeichnet sein. Dies ist nämlich meine Erfahrung: Stücke die ein älterer Prüfer als echt erkannt hat und auch aktuell als echt geprüft werden, stellen sich oft als dauerhaft echte Stücke heraus, sie haben quasi eine Geschichte.

    Das ist eine interessante Überlegung und wird in vielen Fällen sicherlich auch zutreffend sein.
    Dabei übersiehst Du aber diejenigen aktuell zuständigen Prüfer, die sich auf die Altprüfungen verlassen.
    Aber nein, das macht natürlich niemand......

    Ich gehe davon aus, daß Du mit dieser Methode in den meisten Fällen richtig liegst.

    Zitat

    Aktuell geprüfte Marken, die vorher nie ein Prüfer gesehen hat, stellen sich manchmal schneller als man denkt als nicht mehr prüfbar heraus. Wie stehen heute aktuelle Prüfungen wohl in Jahren da, wenn diese Altprüfungen sind?

    Wegen dieses Problems rate ich eigentlich immer dazu, bei der Auswahl des zuständigen Prüfers, wenn es denn eine Wahlmöglichkeit gibt, den jüngeren Kollegen zu nehmen. WENN denn seine Kompetenz bereits allgemein anerkannt ist.
    Dann gilt das ausgestellte Papier noch ein paar Jährchen länger als aktuelle Prüfung. Denn nach dem Ausscheiden des Prüfers sind es die sogenannten "Altsignaturen", bzw. "Altprüfungen".

    Gruß
    KJ

  • loetti_p
    aktives Mitglied
    Beiträge
    289
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 21:01
    • #11

    myself:

    Gott sei dank bin ich schon lange nicht mehr auf Fälschungen hereingefallen und diejenigen Fälschungen die ich habe, habe ich schon lange als Lehrgeld ad acta gelegt. Also dies ist nicht der Punkt!

    Auch habe ich weitere Fälschungen und die habe ich sehr gerne. Diese Fälschungen zum Beispiel aus Barmen und Höchst werden auch noch geprüft!!!

    Weiter erlaube ich mir die persönliche Freiheit herauszunehmen, um billige Werte aus zu sortieren. Deinen Satz, dass teure Marken nunmal mehr kosten und nur mit aktueller Prüfung zu genießen sind, teile ich fast zu 100%. Das Fast beruht auf dem, dass ich halt hier nicht jeden Prüfer prüfen lassen würde, und auch, dass ich nicht jeden Prüfer akzeptiere!

    Gerne würde ich hier Ross und Reiter nennen, da ich dieses schon durchhabe möchte ich hier darauf verzichten! Nur soviel, ein Prüfer prüft eine Marke, die Katalogmäßig einen sehr hohen Wert hat als teure Variante und dementsprechend war auch die Prüfgebühr. Da diese Marke schon vor mehr als 10 Jahren schon mal geprüft wurde (die Marke befand sich schon damals in meinem Besitz), damals mit doppelter Signierung erhielt diese Marke nun einen schönen Attest. Um die Sache nun in Sack und Tüten zu packen, ging das Ganze erneut und ohne besagten Attest zu einem anderen Prüfer des Prüfgebietes und siehe da, das Teil kam zurück und wurde für falsch bzw verfälscht befunden. Leider wird der Prüfer der das Ganze zum Zweiten male prüfte als Spezialist mit sehr vielen Veröffentlichungen benannt. Auf Anfrage bei dem ersten Prüfer, hieß es dann lapidar, dass mir keine Kritik an dem Prüfer zustünde und ich auch mich nicht so anstellen solle. Nun ja ich stelle mich nun mal an und ich meckere auch rum. Da ich nun mehrere Prüfungen zu der Marke habe, lasse ich es bei diesem Prüfer gerne auf ein Verfahren ankommen.

    Ich gebe dir auch in dem Punkt recht, dass wenn man die Möglichkeit eines Erwerbes einer Rarität hat und diese schon mal vor Jahren signiert wurde, kann man diesen Wert auch schon erwerben! Habe ich auch schon gemacht. Nichts desto trotz nervt mich dieses (zur Zeit immer noch gängige) verunstalten dieser Schönheiten!

    Auch in dem nächsten Punkt, was das prüfen durch 2 Prüfer angelangt gebe ich dir recht. Selbst habe ich einige Werte, die vor 15 und mehr Jahren nur signiert wurden, heute aktuell mit Befund oder gar Attest.

    Der Hauptgrund dürfte jedoch sein, dass und bitte korrigiert mich wenn ich mich irren sollte, ist das gewisse Prüfer einige Gebiete schon seit Jahren prüfen und diese außer ihrer Prüfung bis dato nichts oder nur äußerst wenig zur Forschung oder dem Fortschritt der Sammelgebiete beigetragen haben. Dies ist ein Punkt den ich für äußerst wichtig erachte.

    LG Loetti_p


    Briefmarken die rückseitig mit Stempelchen verunstaltet wurden, mag ich schon dreimal nicht!!!

  • postschild
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.170
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 21:02
    • #12

    @loetti,

    Zitat

    Ich sage ja nichts gegen Prüfer die sagen wir mal Deutsches Reich von 1900 bis 1945 prüfen. Oder Krone Adler, Germania und Kolonien. Jedoch schon was gegen Prüfer, bei denen die Prüfgebiete nicht verwandt sind.

    Das ist schlichtweg Unsinn, zumindest aus meiner nicht unerheblichen Erfahrung aus gut 10 Jahren Hardcore Philatelie. Darunter verstehe ich Philatelie, nicht Briefmarkensammeln, in schon extremer Form. Vorstandsarbeiten in Arbeitsgemeinschaft, Publikationen in Rundbriefen In- und Ausland, Buchveröffentlichungen selbst oder als Unterstützer (blödes Wort, aber was anderes fällt mir nicht ein), Forschungsarbeiten in Stempelkunde.

    Dazu gehört auch oder kommt unweigerlich ein engerer Kontakt zu Prüfern, manche sind wie du und ich und manche sind abgehoben und leben auf einem anderen Planeten. Manche sind gut, was die Mehrzahl der BPP sicher ist, es gibt aber auch Luschen die von irgendwem getragen werden und fleißig prüfen dürfen, gar Sachen von denen sie selbst schreiben das sie nicht genügend Kenntnisse haben.

    Pauschal zu sagen, wenn die Gebiete zusammen liegen ist das ok, wenn die Prüfgebiete sich fremd sind ist das faul ist Nonsens!

    Ich kenne einen Prüfer der sehr zusammenhängend eine ganze Menge von Gebieten prüfen darf, aber keine ausreichenden Kenntnisse in Portostufen hat, bei Farben der Kolonien schwimmt wie ein Leichtmatrose, aber immer weiter mit dem prüfen.

    Dann kenne ich einen Prüfer, persönlich sehr gut und lange, der prüft Krone Adler und dazu seit ein paar Jahren Inselpost 6-12, total fremde Gebiete, aber deswegen faul oder nicht in Ordnung? Der Prüfer ist Claus Petry aus Hamburg, ein Irrer Prüfer mit enormen Fachwissen der Atteste schreibt die einem Artikel gleichen, gespickt mit Informationen und zwar aus beiden Gebieten, Claus wird mir den "irren" verzeihen. Da wir uns sehr gut kennen weis ich, er hat schon vor vielen Jahren Interesse an dem Gebiet gezeigt und ein freundschaftliches Verhältnis zu dem, leider viel zu früh verstorbenen, Inselpost BPP Hanfried Müller (mit dem konnte man Pferde stehlen) der bei mir um die Ecke, in Heidelberg gewohnt hat, gehegt. Von ihm hat er auch die Prüfsammlung nebst Unterlagen mit den seinen vereint und sich entschlossen das Gebiet zu prüfen, etwas besseres konnte der Philatelie nicht passieren.

    Daher kann ich Deine Aussage so nicht stehen lassen ;)

    Gruß

  • loetti_p
    aktives Mitglied
    Beiträge
    289
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 21:16
    • #13

    postschild:

    Nein ich meine nicht solche Prüfer, wie Herrn Petry der überschaubare Prüfgebiete hat. Auch nicht einen Prüfer, der Pfennige bis Infla geprüft hat (Gott hab Ihn seelig). Sondern eher die Fraktion die du so treffend als Leichtmatrosen benannt hast!

    Auch mit Herrn Petry habe ich ausgesprochen gute Erfahrung machen dürfen und dass nicht nur bei seinen, wie du schon geschrieben hast, umfangreichen Attesten. Selbst bei billigen Werten, waren Zettelchen dabei oder aber auch sonstige Anmerkungen.

    Ich meine die Leichtmatrosenfraktion und diese gehört, auch wenn es sich streng anhört, ausgesondert!

    Das von dir genannte Beispiel ist eine Ausnahme, welche es leider zu selten gibt! Andere haben Prüfgebiete übernommen oder gekauft und trotzdem kommt nichts brauchbares bei raus. Aussortieren und fertig!

    LG Loetti_p


    Briefmarken die rückseitig mit Stempelchen verunstaltet wurden, mag ich schon dreimal nicht!!!

  • Dienstheini
    aktives Mitglied
    Beiträge
    317
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    10. September 1948 (77)
    • 19. Juli 2010 um 21:51
    • #14

    Hallo:
    Zusammen.
    Nach meinem Wissen ist das mit den Fremden Prüfgebieten etwas anders. Es gibt Länder die in Deutschland nicht häufig gesammelt werden, z.B. Gana oder Lybien. Da ein Prüfer mit diesen Gebieten nicht viel Arbeit hat ist ja klar, darum geht der BPP nach meinem Wissen so vor. Ein Prüfer der zum Beispiel Württemberg prüft wird angehalten sich einem solchen Exotischen Sammelgebiet anzunehmen, und z.B. auch Lybien zu prüfen. Er muß natürlich auch für diese Länder eine Prüfung ablegen und die ist bei Weiten nicht gerade leicht. Ansonsten gebe ich euch Recht ,es muß sich einiges ändern, besonders bei Postfrischen Marken.
    mfg. Dienstheini.

  • myself
    aktives Mitglied
    Beiträge
    112
    Geschlecht
    Männlich
    • 19. Juli 2010 um 22:04
    • #15

    Kontrollratjunkie:
    Dieses Gerücht, ob wahr oder falsch, habe ich auch schon einmal gehört. Ich hoffe es bleibt nur ein Gerücht, ansonsten...
    Bei vorher noch nie geprüften Marken habe ich schon manches Mal folgendes Prozedere erlebt: Die Marken kommen mit einem auf den ersten Blick echten Stempelabschlag daher und werden geprüft und für echt befunden. Nach einiger Zeit tauchen jedoch vermehrt teurere Stücke mit gleichem Abschlag auf, so dass auf unbestimmte Zeit der Stempel abgelehnt wird, da ein Missbrauch nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

    loetti_p:
    Bei dem Sachverhalt wäre ich auch sauer. Wenn die Prüfungen nicht allzu sehr zeitlich auseinander liegen besteht meines Wissens nach evtl. eine Haftung des Prüfers. Hängt vielleicht aber auch vom Kaufzeitpunkt ab. Herr Kraft aus dem StampsX-Forum könnte Dir bei dieser Frage hilfreich sein. Den Kommentar hätte sich der Prüfer gerne sparen können. (Kannst mir mal per PN schreiben wer es war. Ich hätte da so eine Vermutung...)

    postschild:
    Herr Petry ist tatsächlich ein Vorbild für andere Prüfer. Ich kenne keine besseren Befunde. Hier lohnt sich die Prüfung allein wegen der Ausführlichkeit. Jeder, der ein Attest/Befund von Herrn Petry gelesen hat, weiß wovon ich spreche. Herr Müller hat ebenfalls mit sehr viel Herzblut und Verstand geprüft.

    MfG myself

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.084
    • 19. Juli 2010 um 22:41
    • #16
    Zitat

    Original von myself

    postschild:
    Herr Petry ist tatsächlich ein Vorbild für andere Prüfer. Ich kenne keine besseren Befunde. Hier lohnt sich die Prüfung allein wegen der Ausführlichkeit. Jeder, der ein Attest/Befund von Herrn Petry gelesen hat, weiß wovon ich spreche.

    Wenn man denn einen Befund erhält......

    Jedenfalls ist Herr Petry bereit, sein Wissen zu teilen, schriftlich oder auch am Telefon. Allein das gehört schon positiv vermerkt.

    Zitat

    Der Hauptgrund dürfte jedoch sein, dass und bitte korrigiert mich wenn ich mich irren sollte, ist das gewisse Prüfer einige Gebiete schon seit Jahren prüfen und diese außer ihrer Prüfung bis dato nichts oder nur äußerst wenig zur Forschung oder dem Fortschritt der Sammelgebiete beigetragen haben. Dies ist ein Punkt den ich für äußerst wichtig erachte.


    loetti_p

    Auch so ein Problem vieler Experten. Man ist einfach nicht bereit, Wissen weiter zu geben, auch nicht, wenn man schon ein Alter erreicht hat, in dem das Wissen droht, verschütt zu gehen. Da frage ich mich als interessierter Sammler doch ganz ernsthaft, was das soll.
    Der Kontakt zum Kunden, sprich Sammler, ist m.E. durch nichts zu ersetzen. Den Einblick in die Fachlichkeit zu gewähren, wird sich für den Prüfer immer rentieren, auch finanziell.

    Da hier Herr Petry ausdrücklich lobend erwähnt wird, möchte ich auch für diesen Gesichtspunkt ein Vorbild benennen.
    Der Prüfer für einige Gebiete der Deutschen Besetzung im II. Weltkrieg, sowie für Mährisch - Ostrau und das Sudetenland, Herr Robert Brunel, ist immer bereit, Fragen telefonisch oder auch per Mail zu beantworten. Gerne auch etwas ausführlicher.......
    Genau das stelle ich mir unter positiver Kundenpflege und Weiterbringen von Sammelgebieten vor.

    Gruß
    KJ

  • Max und Moritz
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.275
    Geschlecht
    Männlich
    • 20. Juli 2010 um 02:12
    • #17
    Zitat

    Herr Robert Brunel, ist immer bereit, Fragen telefonisch oder auch per Mail zu beantworten. Gerne auch etwas ausführlicher.......

    Genau das ist unter anderem der Grund, weshalb wir Sudetenland gerne sammeln. Der nette Kontakt zum Prüfer ist unerläßlich/unbezahlbar...

    Es gibt allerdings auch Prüfer, die in den Himmel hochgelobt werden und den Kurzbefund scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Weiß der liebe Herrgott warum.

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.501
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (41)
    • 20. Juli 2010 um 08:34
    • #18

    Guten Morgen,

    direkten Prüferkontakt hatte ich persönlich noch nicht, dies hat mehrere Gründe. Zum einen ganz klar, ich will keine geprüfte Marke mit einem Brandzeichen auf der Rückseite zurückbekommen, ich sehe die Marken immer noch als Postfrisch an, aber es wiederstrebt mir einfach innerlich.

    Zum anderen, dank der ArGe kann ich sehr genau selbst bestimmen ob der Stempel gefälscht ist oder nicht. Dazu ist das Handbuch sehr umfangreich und ich wüsste daher nicht, warum ich Prüfkosten bezahlen sollte für eine oder mehrere Marken, von denen ich sowieso weis, dass sie echt ist / sind.

    Einzig bei versch. Farbsorten sehe ich es noch ein, wobei es mir da nicht um den Wert geht, sondern um sicherzustellen das es auch die Farbe ist von der ich ausgehe.

    Grüße

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

    Einmal editiert, zuletzt von Ron Alexander (20. Juli 2010 um 08:34)

  • Grünteesign
    neues Mitglied
    Beiträge
    44
    Geschlecht
    Männlich
    • 20. Juli 2010 um 12:47
    • #19

    Zitat von loetti_p: „Geht es um Fachwissen und Kompetenz oder um Verbandszugehörigkeit? Meiner Meinung nach sollte nur das Fachwissen und die Kompetenz zählen, der Rest eben nicht!“

    Exakt! Zum selben Ergebnis kommt meine ausführliche Abhandlung zu diesem Thema auf der Internetseite Unterseite unter Markenprüfungen/FAQ. Auf Grund der Länge der dortigen Ausführungen hier nur modifizierte Auszüge in 2 Teilen:


    A) Wer ist ein Sachverständiger, z. B. ein philatelistischer Sachverständiger oder Prüfer?

    Sachverständige sind Personen mit besonderer fachlicher Kompetenz, mit überdurchschnittlichem Sachwissen auf einem bestimmten Gebiet, erworben durch fachspezifisch langjährige Erfahrung mit ständigem Praxisbezug und fortgesetzter Auseinandersetzung mit neuesten technischen Weiterentwicklungen und Standards der Wissenschaft und der dazugehörigen (Rechts-)Normen. Dadurch haben sie die Sachkunde (D. h. Kenntnisse der fachspezifischen Ausdrücke, Verfahren, Methoden, Werkzeuge, Hilfsmittel sowie der zum Sachgebiet gehörigen Standards und Rechtsumfelder), um unvoreingenommen aus Fakten fachlich korrekt objektive Schlüsse auf das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Umständen zu ziehen. Sie sollten auch die - nicht unbedingt erlernbare - Fähigkeit haben, fachliche Sachverhalte mit sprachlicher Gewandtheit in Wort und Schrift für jeden Laien verständlich, überzeugend und nachvollziehbar darzulegen.

    Briefmarkenprüfer (Prüfer für Postwertzeichen im weitesten Sinn) haben noch zusätzlich - neben ihren generellen philatelistischen Fachkenntnissen - eine besonders tiefgehende Sachkunde auf einigen Spezialgebieten (Prüfgebieten), meist alleine erworben über Jahrzehnte des Sammelns, Forschens, Beschäftigens und Fortbildens mit eigenständigem Wissenserwerb in diesen Spezialgebieten. Denn eine spezielle staatliche Ausbildung, Prüfung und Zulassung zum philatelistischen Prüfer mit (staatlicher) Berechtigung zum Prüfen in einem bestimmten Prüfgebiet („Staatlich geprüfter Prüfer des Prüfgebietes X“) gibt es weder in Österreich noch in Deutschland. Es gibt nicht einmal die marginale Sicherheit von Universitätsabschlüssen, dass der Absolvent zumindest die einem Studium zugrunde liegenden (staatlichen) Prüfungen (Z. B. „Staatsexamen“) erfolgreich absolviert hat.
    Ebenso wenig gibt es eine spezielle staatliche Kompetenzzuweisung an einen Prüferverein, dies für den Staat stellvertretend zu tun.

    Es gibt auch keine spezielle staatliche (Über-)Prüfung der Sachkunde von Prüfern, weder am Beginn der Prüfertätigkeit noch später in periodischer Form, ob sich die Fachkenntnisse auf dem jeweils aktuellen Wissenstand befinden. Auch dies obliegt jedem Prüfer selbst bzw. den Vereinsprüfern gemeinschaftlich selbst gemäß den untereinander beschlossenen Vereinsregeln zur Fortbildung - falls es so etwas im konkreten Landesverband überhaupt gibt. Und es gibt auch keine spezielle staatliche Kontrolle der Prüftätigkeit und der Ergebnisse von Prüfungen.

    Philatelistischen Prüfungen werden von den Vereinsmitgliedern außerhalb des Vereins, also rechtlich getrennt vom Verband und in Eigenverantwortung jedes einzelnen Prüfers vorgenommen. Der Verein selbst ist an den Prüfungen NICHT beteiligt. Das will man auch gar nicht, nicht einmal indirekt, weswegen sicherheitshalber regelmäßig in Vereinssatzungen eine Haftung des Vereins für Markenprüfungen von Vereinsmitgliedern explizit ausgeschlossen wird.

    Ebenso wenig gibt es eine spezifische staatliche Aufsicht oder Kontrolle für einen Verein aus Briefmarkenprüfern. Und es gibt auch keine wirksame Kontrolle der Inhalte von Prüfordnungen auf Gesetzmäßigkeit, wodurch z. B. auch Prüfordnungen mit rechtswidrigem Ausschluss jeglicher Haftung von Verbandsprüfern Realität sein können. Siehe unten bei D).

    Und last, but not least, es gibt auch keine spezielle sachspezifische (philatelistische) UND unabhängige Instanz oberhalb eines Briefmarkenprüfervereins, an die man sich wenden könnte. Es gibt NUR das allgemein für ALLE Menschen geltenden Recht (wie z. B. die Haftungsregeln für eigenes Handeln im öst. ABGB) samt den zur Rechtssprechung berufenen Gerichten und NUR das allgemein für ALLE Vereine - sei es nun der Verein der Märchenerfinder, Ufo-Sichter oder der der Briefmarkenprüfer - geltende spezielle Recht wie z. B. das öst. Vereinsgesetz.

    Die Kompetenz eines Prüfers in seinem Prüfgebiet beruht daher primär auf seiner selbst angeeigneten Sachkunde, aber auch auf dem Vertrauen in seine unbeeinflussbare Korrektheit, in die Richtigkeit seiner Feststellungen sowie in die Anerkennung seiner Atteste in philatelistischen Kreisen. Sie zeigt sich insbesondere auch daran, wie weit (und wie dauerhaft) seine Fach- und Prüfmitteilungen Philatelisten vor Risiken und Schäden beim Erwerb von philatelistischen Material schützen und wie er mit eigenen Fehlern umgeht. Die Kompetenz eines Prüfers ist somit in erster Linie an die PERSON des Prüfers gebunden.

    Zusätzlich können - müssen aber nicht - Prüfer Mitglied einem privaten Verein sein, beispielsweise im Verband Österreichischer Briefmarkenprüfer (VÖB) oder dem Bund philatelistischer Prüfer (BPP) in Deutschland, beides in Folge privater Initiative gegründete Vereine.


    B) Trotz dieser Fakten wird oft der Anspruch erhoben, als Philatelist sei man ausschließlich bei Verbandsprüfern gut und sicher "aufgehoben".
    Teilweise wird das auch mit dem Eindruck einer exklusiven bis "halbamtlichen" (quasi Monopol-)Organisation verbrämt dargestellt. Die "Kompetenz" zum Prüfen folge nur aus der Mitgliedschaft. Bzw., selbst wenn man ständig gerichtliche beeideter Sachverständiger für Philatelie wäre: Kein Verbandsmitglied, keine Kompetenz zum Prüfen, daher seien solche Atteste bedenklich bis höchst gefährlich. Gerne wird das dann auch mit typischen "Fehl"attesten und -verhalten einiger weniger (allgemein bekannter) verbandsfreier Prüfer "bewiesen". Und oft (aus fragwürdigen Motiven) in der Geltung "irgendwie" auf alle verbandsfreien Prüfer übertragen. Nur ist das ist ebenso unzulässig wie die Übertragung von schon vorgekommenen "Fehl"attesten oder -verhalten von Verbandsprüfern auf alle Verbandsprüfer. (Werden Mitglieder bei "Fehl"attesten oder -verhalten konsequenterweise aus einem Verband - so bei wenigen Verbänden - ausgeschlossen, beweist der Ausschluss allerdings, dass die Verbandsmitgliedschaft davor bei diesem Prüfer genau NICHT die Sicherheit leistete, die so gerne für Verbandsmitglieder ins Treffen geführt wird. Werden sie hingegen selbst bei einer Vielzahl solcher "Vorfälle" NICHT ausgeschlossen (Z. B., weil das in den Vereinsstatuten nicht einmal vorgesehen oder weil man es schlichtweg nicht tun will), kann von einer Sicherheit auf Grund bloßer Verbandsmitgliedschaft schon gar keine Rede sein). Auch daraus ergibt sich, die Kompetenz eines Prüfers, sei sie so oder so, liegt primär in seiner Person, Verbandsmitglied oder nicht.

    Teil C) bis E) siehe 2. Beitrag

    Einmal editiert, zuletzt von Grünteesign (20. Juli 2010 um 12:51)

  • Grünteesign
    neues Mitglied
    Beiträge
    44
    Geschlecht
    Männlich
    • 20. Juli 2010 um 12:48
    • #20

    C) Bei der pauschalen Negierung aller "verbandsfreien" Prüfer und der quasi Exklusiv-Positionierung von Verbandsprüfern gibt es sogar an Zensur erinnernde Vorgangsweisen. So kopierte z. B. ein VÖB-Mitglied (möglicherweise im Eifer einer erst drei Tage andauernden Mitgliedschaft) große Textteile des Themas "Briefmarkenprüfung und Briefmarkenprüfer" von Wikipedia.org. Allerdings wird auch dort betont, die Kompetenz eines Prüfers liegt in seiner Person und nicht in seiner Zugehörigkeit zu einem rein privaten Verband. Um das inhaltlich zu ändern, "säubert" das VÖB-Mitglied den Wikipedia-Text von allen diesen "unpassenden" Fakten und "ergänzt" dann den verbleibenden Rest in Bezug auf Österreich mit einem ausschließlich den VÖB hervorhebenden Zusatz: „In Österreich ist es der Verband Österreichischer Briefmarkenprüfer (VÖB).“ Danach veröffentlicht das VÖB-Mitglied den so verfälschten Text unter eigenem Namen wie ein Eigenwerk erscheinend und unter Missachtung der Plattform-Nutzungs- und Lizenzbestimmungen der Quellenseite Wikipedia.org
    ( und Creative Commons Attribution/Share-Alike License 3.0 (Unported))
    OHNE Qellen(-Urheber-)(Namens-)nennung, OHNE der gemäß den Nutzungsbedingungen erforderlichen Angaben der - den Inhalt quasi auf den Kopf stellenden - Weglassungen und Veränderungen und OHNE Hinweis auf die (weiter geltende/geltend zu habende) Lizenz des Textes am 23.06.2010 im österr. Briefmarkenforum im Beitrag "VÖB - Verband Österreichischer Briefmarkenprüfer".

    (Siehe dazu im Detail mit farbig hervorgehobenen entfernten Textteilen und allen Links auf unter Punkt „Gibt es rechtlich Unterschiede zwischen den einzelnen philatelistischen Prüfern, z. B. zwischen "Verbandsprüfern" und verbandsfreien Prüfern?“ im erläuternden Exkurs.)


    D) Nun, Prüfervereine sind je nach Land sehr unterschiedlich. Sie können durchaus auch viel Positives für Sammler und Prüfungsinteressenten bewirken. Detail dazu unter Z. B. geben Verbandsprüfer Sammlern regelmäßig sehr wertvolle Hinweise. So erkennt ein BPP-Mitglied Bedarf an fundierter Information und gibt 2006 in einem philatelistischen Forum u. a. den Rat: "Die Prüfordnung ... sollte jeder Sammler in seinem eigenen Interesse aufmerksam studieren ...").

    Ein sehr wertvoller Rat eines BPP-Mitgliedes, dem vollinhaltlich zuzustimmen ist. Schon das aufmerksame Durchlesen von Prüfordnungen alleine hinsichtlich der genauen Haftungsregelungen der Prüfer kann sehr informativ und hilfreich sein. So hat ein bekannter öst. Prüferverein, an dessen Spitze lange Zeit/bis heute Juristen fungier(t)en, viele Jahrzehnte hindurch in der - vor einer Prüfung anzuerkennenden - Prüfordnung für seine Vereinsprüfer neben dem üblichen (und rechtlich auch zulässigen) Haftungsausschluss für leichte Fahrlässigkeit auch einen Haftungsausschluss für grobe Fahrlässigkeit und sogar auch für Vorsatz festgelegt. Also letztendlich für alle Vereinsprüfer einen totalen Freibrief für alle Varianten von fehlerhaften bis gänzlich unrichtigen Attesten festgelegt. Oder besser festzulegen versucht. "Versucht" deswegen, da die Schadenersatzpflicht für grobes Verschulden zwingendes und somit unabdingbares Recht ist. Der Haftungsausschluss für grob fahrlässig (oder gar vorsätzlich) verschuldete Schäden ist - im Sinne von § 879 ABGB (Gesetzes- und Sittenwidrigkeit) - eben gar nicht möglich. D. h., die völlige Rechtlosstellung aller Prüfauftragsgeber in allen Haftungsfällen bei diesem Prüferverband (sogar bis hin zum Fall einer vorsätzlich unrichtigen und dann u. U. auch strafrechtlich relevanten Fehlprüfung!) ist rechtlich weder zulässig noch rechtswirksam über die Prüfordnung vereinbar.

    Da das aber nicht jeder Sammler wissen muss und daher glauben kann, dass jeglicher Haftungsanspruch ausgeschlossen ist bzw. dass (s)ein Haftungsanspruch gar nicht geltend gemacht werden kann (und daher auch gar keinen geltend macht), entfalten solche - wenngleich rechtlich unwirksamen - Formulierungen dennoch oft eine faktische Wirkung. Noch 2010 kann man im aktuellen Landeskatalog 2010 in der Prüfordnung dieses Prüfervereins lesen: "Die Prüfung erfolgt ... ohne Haftung". Aus welchen Gründen (Zufall, Gedankenlosigkeit, trotz der bei Verbandsprüfern angesiedelten "hohen" Kompetenz ein mangelndes Vertrauen der Vereinsmitglieder in die eigene Kompetenz bei Prüfungen, bequemer Freibrief für alle Haftungsfälle, Eigeninteressen vor Sammlerschutz oder ...?) sich die Mitglieder (Unter ihnen wie gesagt auch mehrere Juristen bis in die Führungspositionen) eines Prüfervereines Jahrzehnte lang einen solchen totalen Haftungsausschluss zu sichern versuch(t)en, ist schwer zu sagen. Die Sicherung des Vertrauens in den Verein und dessen Mitglieder ("Bei unseren Prüfern sind Sie sicher gut aufgehoben!"), die Vermittlung hoher qualitativer Standards bei Prüfungen durch Verbandsprüfer oder eine breit wirkende Ruf steigernde Aktion für alle Verbandsprüfer dürften da nicht Mittelpunkt der Überlegungen (gewesen) sein.


    E) Bei Interesse Details sowie Ausführungen zu den nachstehenden Punkten direkt unter

    Was ist ein Prüferverein? (Prüferverband)?
    Wer definiert die Satzungen (Statuten) eines Prüfervereines?
    Wer definiert die Prüfordnungen von philatelistischen Prüfern?
    Wer definiert die Prüfgebiete von philatelistischen Prüfern?
    Gibt es rechtlich Unterschiede zwischen den einzelnen philatelistischen Prüfern
    z. B. zwischen "Verbandsprüfern" und verbandsfreien Prüfern? (Mit Exkurs)
    Von WEM erhält man nach einer Prüfung eine Prüfmitteilung?
    Ist man mit einer Prüfmitteilung eines Vereinsprüfers rechtlich „besser“ gestellt?
    Wer sichert bei Prüfern eine laufende Fortbildung, eine ausreichende Ausstattung an Prüfgeräten oder die Qualität der "Prüfersammlung"`?
    Welchen Grund kann es geben, sich erst gar nicht bei einem Prüferverein zu bewerben,
    sondern als freier Prüfer zu prüfen?
    Sind Prüfmitteilungen der Briefmarken-Gratishilfe mit Sicherheitsmaßnahmen versehen?
    Haben Prüfer und Prüfervereine eigene Informationsseiten (Homepages) im Internet?
    Gibt es irgendwelche Vergleichstests zwischen öst. Prüfern?


    Mit philatelistischen Grüßen
    MMag. Peter Stastny alias Grünteesign

    6 Mal editiert, zuletzt von Grünteesign (21. Juli 2010 um 01:14)

  • Wolffi 27. August 2024 um 08:56

    Hat den Titel des Themas von „Prüfungssinn und Irrsinn von Briefmarken“ zu „Sinn und Irrsinn von Briefmarkenprüfungen“ geändert.

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen

Benutzer online in diesem Thema

  • 1 Besucher
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™