Hallo mikrokern,
wenn man sich allein die 1. und 5. Marke betrachtet, die beide als 5aa geprüft sind, sollte man schon etwas nachdenklich werden.
Die 5. Marke ist eine typische frühe 5aa, daher habe ich sie sofort als solche erkannt. Sie hat (noch) die mangelhafte Farbdeckung der allerersten Auflage (wohl nur ein paar Bögen), von der sie aber schon nicht mehr stammt (kein Steingrün). Der Stempel 18 ist der erste von Augsburg, so dass ich das Verwendungsjahr auf 1850 festsetzen würde (Stempel war nagelneu).
Zeitlich dahinter liegt die 4. Marke mit dem gM 144, bei der man schön sehen kann, dass sie "bläulicher" ist und der Farbauftrag noch immer etwas mangelhaft ist.
Die 1. Marke ist sicher grenzwertig zur 5b, wobei diese ja erst 3 Jahre nach der 5aa gedruckt wurde. Der Druck ist sauberer ausgeführt und, an NEUN und FRANCO gut zu erkennen, nicht verwässert wie zuvor.
Diese 1. Marke müsste also in der Chronologie eine ganz späte 5aa darstellen (gedruckt Spätsommer - Frühherbst 1850).
Kleine Anekdote (wenn man es so sehen will) vom alten Hasen:
Der abgebildete Brief wurde in der Schweiz anläßlich der Versteigerung der Hegi - Sammlung (ein wahnsinniger Schweizer Bayernsammler, der nur Luxusstücke besaß ) von meinem Freund und einer BPP, welche nebeneinander im Auktionssaal saßen und sich gut kannten, beboten.
Bei umgerechnet 700 Euro fiel der Hammer, wobei sich beide ein Bietergefecht geliefert hatten. Mein Freund übergab nach Bezahlung den ungeprüften Brief sogleich nach Auktionsende der BPP mit der Bitte um Prüfung. 3 Wochen später lag ein Einschreiben für ihn da - tiefstgeprüft als Luxusbrief der seltenen Type I in der Farbe c
!!!
Es bedarf keines gewaltigen Vorstellungsvermögens, wie die Farbprüfung wohl ausgefallen wäre, wenn er für 680 Euro an die Gegenbieterin gegangen wäre ...
So viel zu bayerischen Farben der Extraklasse.
Liebe Grüsse von bayern klassisch