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Badische Nummernstempel auf Nr. 18

  • balf_de
  • 23. Juni 2009 um 17:54
  • balf_de
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    • 23. Juni 2009 um 17:54
    • #1

    Hallo zusammen !
    Eines meiner ältesten Dokumente zur Baden-Philatelie ist Siegfried Simons “Handbuch der Baden-Poststempel, -Ganzsachen, -Postscheine und -Marken” von 1935.
    Im Kapitel „Die Abstempelungen auf und neben Briefmarken ab 1851“ steht im Zusammenhang mit der Beschreibung der allmählichen Ablösung der Nummernstempel durch Ortstempel Anfang der 1860’er Jahre ein Satz, der mir keine Ruhe ließ:
    „... Aber da nun die Nummernstempel trotzdem vielfach weiterverwendet wurden – allgemein bis 1865, vereinzelt bis 1867, im ganz seltenen Fall aber bis 1870 – so finden sich fast alle Nummern der damals noch bestehenden Postanstalten auf dem billigsten Wert, den 3 Kreuzern, so zahlreich vor, dass auch der ‚kleinste Sammler’ eine komplette Nummernsammlung noch zusammentragen kann ....“

    Nun war das im Jahr 1935 sicher etwas einfacher als heute, aber mich packte der Ehrgeiz eines ‚kleinen Sammlers’. Von den insgesamt 175 badischen Nummernstempeln konnten auf dem „billigsten Wert“, der Michelnummer 18 immerhin noch 164 Nummern vorkommen. Und die galt es einigermaßen leserlich auf der Nummer 18 zusammenzutragen.
    Anfangs ging das – dank eBay – ziemlich zügig voran, aber es dauerte fast 10 Jahre, bis ich heute die letzte noch fehlende Nummer – erstaunlicher Weise die relativ häufige Nummer 82 (Lenzkirch) einsortieren konnte.

    Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, wie ich hier weitermachen soll: natürlich könnte ich die Stempel noch „optimieren“ – es sind einige weniger gut leserliche dabei -, ich könnte das Ganze auch mit Briefen versuchen, was sicher eine Steigerung bedeuten würde, ich könnte die fehlenden Nummern auf Marken einer älteren Ausgabe suchen und die Sammlung damit ergänzen oder die Marken auf selbstgestalteten Blättern mit Kommentaren versehen und besser präsentieren ...
    Sicher findet sich hier jemand, der mir einen guten Rat geben kann. Die erste Seite meines Einsteckbuchs habe ich gescannt.

    Viele Grüße
    balf_de

  • Magdeburger
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    • 23. Juni 2009 um 18:10
    • #2

    Hallo balf_de,

    erstmal mein Glückwunsch! Wenn es wirklich möglich ist, alle Nummerstempel zusammen zu bekommen auf einen Wert, liegt es natürlich nahe, dies auch auf Brief zu versuchen.
    Eventuell läßt sich so, jeder Ort mit kurzer Beschreibung zur damaligen Zeit dokumentieren.

    Leider wird mir soetwas zu Preussen nicht gelingen...

    Gruss Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

    Einmal editiert, zuletzt von Magdeburger (23. Juni 2009 um 18:10)

  • Nacktnasenwombat
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    • 23. Juni 2009 um 18:19
    • #3

    Hallo balf_de!

    Ersteinmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg!
    Ich finde auf jeden Fall dass diese Marken eine bessere Präsentation verdient haben.
    Die Frage ist ob du jetzt motiviert bist weiter zu machen oder ob du froh bist dieses Kapitel erfolgreich abgeschlossen zu haben und jetzt erstmal keine Nummernstempel mehr sehen kannst. Falls ersteres Zutrifft würde ich mich an die nächste große Stufe wagen und versuchen die Stempel auf Brief zu bekommen, was den großen Vorteil hat dass durch den Ortstempel gleich erkennbar ist welche Nummer zu welchem Ort gehört.

    schöne Grüße,

    Nacktnasenwombat

    Edit: Falls du mit den Briefen anfangen solltest würde es sich meiner Meinung nach anbieten das ganze nach Orten zu sortieren. Dann stört es nicht wenn die Briefe erst nach und nach ergänzt werden. Ich hab dir mal zwei Beispiele für Albenseiten aus meiner (noch sehr kleinen) bayerischen Nummernstempelsammlung angehängt.

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    Einmal editiert, zuletzt von Nacktnasenwombat (23. Juni 2009 um 18:32)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Juni 2009 um 18:29
    • #4

    Hallo balf_de,

    auch wenn ich bei Baden nur krasser Außenseiter bin, möchte ich dazu etwas sagen, denn dergleichen gibt es auch bei Bayern, hier allerdings mit offenen Mühlradstempeln auf der Nr. 15. Die "Problematik" ist mir also in specie geläufig.

    Es macht sicher Spaß, die fehlenden Nummern im Lauf der Jahre für wenig Geld (in der Regel) zusammen zu tragen und dokumentiert damit eine frühe Stufe der sammlerischen Evolution.

    Ich würde an deiner Stelle a) die Sachen behalten und mir ihrer erfreuen, so das noch geht, oder b) es geschlossen verkaufen, auch wenn es in der letzten Zeit Baden zuhauf zu kaufen gab und die Preise dadurch vlt. etwas in Mitleidenschaft geraten sind.

    Im Falle b), der meine eindeutige Präferenz wäre, würde ich das frei gewordene Geld in Briefe von Baden in den Postverein investieren, die auch bei eBay oder sonstwo günstig zu erwerben sind, wenn es nicht gerade 5. Gewichtsstufen von Freiburg nach Lindau sein müssen (30 Kr. Einzelfrankaturen sind halt auch in den Postverein teuer). ;)

    In die Anrainerstaaten gibt es z. B. nach Bayern 3, 6 und 9 Kr. Frankaturen, nach Württemberg und Taxis ebenso, nach Österreich 6 und 9 Kr., nach Preußen wieder 3, 6 und 9 Kr. und nach Sachsen und den weiter entfernteren nur noch 9 Kr..

    Professor Dr. Overbeck hat ja schon Pionierarbeit geleistet, ohne natürlich eine Vollzähligkeit erreicht zu haben.

    Kämen dann noch Portobriefe hinzu, wäre die Sache noch besser, wiewohl ich aus eingener langjähriger Sammeltätigkeit weiß, dass dergleichen von Baden fast schon Seltenheiten zu nennen sind, warum auch immer. ?(

    Das Optimum wären dann Briefe hin und her, frankiert und unfrankiert.

    Ob dann aber die finanziellen Ressourcen der Nr. 18 Sammlung allein dafür ausreichen, kann und muss bezweifelt werden. Einen Versuch ist es aber allemal wert. :)

    Liebe Grüsse vom postgeschichtsverrückten bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 24. Juni 2009 um 08:41
    • #5

    Hallo balf_de,

    herzlichen Glückwunsch zum Erfolg und Erreichen Deines Sammlungsziels - 10 Jahre (Jubiläum ;)

    Frage: Bist Du postgeschichtlich interessiert - siehe Antwort von bayern klassisch - oder möchtest Du die Sammlung "aufziehen" - siehe Magdeburger und Nacktnasenwombat-Rat, oder kannst Du Dich an den Stempeln selbst "erfreuen" ?(. Ich bin Stempelsammler (Bayern/Heimat) und versuche die Daten (frühestes und spätestes Datum) herauszubekommen. Das geht bei Nummernstempel natürlich nur auf Brief (die Daten sind ja bekannt ?- bin kein Baden-Kenner). Und bei Briefen kommen wir dann zu den Ortsstempeln, die ich als Ergänzung zu den Nummernstempeln jetzt zuätzlich sammeln würde. Sicherlich gibt es hier preislich erschwingliche Briefe, es müssen nicht gleich 30 Kr.-Frankaturen sein. Bei Briefen ist auch der Inhalt interessant, die einem einen Einblick in das das alltägliche (Geschäfts-) leben vor 150 Jahren geben (mein Steckenpferd im besonderen - so bin ich aktuell von einer Kaffee-Sourogat-Bestellung per Google zu Informationen über Werbemarken und Geldscheinen der damaligen Zeit gekommen).

    Also "werfe" 10 Jahre nicht einfach "weg" X(sondern mache weiter :daumendrueck:. Wie bayern klassisch schon bemerkte, ist von Baden derzeit viel im Angebot (Briefe).

    Egal was Du machst, lasse uns wenn Du magst, gelegentlich Deine Entscheinung wissen.

    Herzliche Grüße
    Luitpold


    PS
    Habe mal schnell in E... nachgeschaut, siehe Bilder. Zufall? Fast würde ich da zuschlagen, wenn's nicht Baden wäre. Bei einem Bayern-Brief würde ich jetzt nachschauen, welche Ortsstempel es wann gab usw.
    So könnte man wie Nacktnasenwombat zeigte eine schöne Seite je Nr.-Stempel/Ort aufziehen.

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    3 Mal editiert, zuletzt von Luitpold (24. Juni 2009 um 08:50)

  • Bayern-Nils
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    • 24. Juni 2009 um 09:03
    • #6

    Hallo balf_de

    Glückwünsche. Gut gemacht und viel Geduld :)

    Ich würde die Marken nicht verkaufen. Auf jeden Fall abwarten. Du muss deine Leistung erst etwas genissen. :)

    Will auch etwas Werbung für Vorphila machen. Eine Stempelsammlung nach Typen ist wohl auch möglich, und kostengünstig könnte es auch sein. Aber maun braucht sicher ein haufen von Geduld.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Denis
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    • 24. Juni 2009 um 10:04
    • #7

    Hallo balf-de,

    nicht schlecht, Herr Specht!

    Baue ja im Moment auch eine ähnliche Sammlung auf, allerdings habe ich nach einer Weile des Sammelns der Nummernstempel auf Einzelmarken bemerkt, dass es die Ortsstempel auf Brief oft nur mit dem Nummernstempel zusammen gibt. Da ich ja auch alle Ortsstempel haben möchte, investiere ich heutzutage eher in Belege als Einzelmarken.

    Meine selbstgestalteten Seiten zu dem Thema solltest du mit Hilfe der Suchfunktion leicht finden, falls du etwas ähnliches vor hast.

    PS: Sehe ich das richtig, oder ist deine als "31" eingeordnete Marke eine "21" ?

    Gruss
    Denis


    Bitte bietet mir alles von Altdeutschland Baden an, ich brauche noch viele Stempel zur Komplettierung meiner Stempelsammlung.

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  • Kontrollratjunkie
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    • 24. Juni 2009 um 12:34
    • #8

    Hallo balf_de,

    nach soviel Fachkompentenz aus dem altdeutschen Lager möchte ich einmal die Meinung eines reinen Betrachters und ausgewiesenen Stempelfreundes sagen.

    Natürlich haben @bayern klassisch und andere Postgeschichtler Recht, wenn sie Dir das Sammeln von Belegen raten. Und natürlich finde ich Briefe auch sehr schön.
    Aber mir gefallen eben gerade diese schönen Stempel auch sehr gut und eine komplette Reihe der existierenden Abschläge sind (für mich) sehr reizvoll.
    Daher würde ich die Marken auch nicht abstossen, sondern eher mit Belegen erweitern. Ich möchte einmal behaupten, daß der zu erwartende Verkaufserlös in keinem Verhältnis zu Deinem Spass am Zusammentragen und der Freude am Besitz dieser schönen Zusammenstellung steht.

    Genau wie die bayerischen Mühlräder sind diese Nummernstempel von Baden oder auch Preussen sehr schöne Gebiete.

    In der Hoffnung, jetzt keinen Blödsinn geschrieben zu haben...........

    Gruß
    KJ

  • balf_de
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    • 24. Juni 2009 um 17:42
    • #9

    Hallo zusammen!
    Mit einem derartigen Feedback auf meine Frage hatte ich nicht gerechnet - normalerweise gibt es so etwas nur bei der Bayern-Fraktion. Auf jeden Fall ist Euer "kleiner Badener" sehr dankbar für die zahlreichen produktiven Ratschläge, auf die ich gerne einzeln zurückkommen möchte.
    Zuerst möchte ich Euch den "Rest" der Nummernstempel-Sammlung zeigen. Dabei habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht:
    Es gibt einen Fehler zu finden, den ich eingebaut habe. So viel will ich verraten: es handelt sich nicht um eine fehlende oder doppelte Nummer - die Nummern 9, 22, 29, 61, 65, 97, 113, 126, 137, 158, 165, 168, 169, und 172 gibt es nicht auf der Nummer 18 - die Postexpeditionen wurden vor 1862 geschlossen.
    Trotz der relativ schlechten Scans (mein Scanner kann nur DIN A 4) ist der Fehler leicht zu erkennen - wenn man ihn kennt ....
    Ich möchte gerne einen kleinen Preis ausloben!
    Ich bin gespannt!
    Viele Grüße
    balf_de

  • Nacktnasenwombat
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    • 24. Juni 2009 um 17:46
    • #10

    Was mir auffällt ist dass bei der Nummer 95 zwei Marken übereinander kleben. War das gemeint? Oder ist die nur davor gesteckt?

    Einmal editiert, zuletzt von Nacktnasenwombat (24. Juni 2009 um 17:47)

  • balf_de
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    • 24. Juni 2009 um 17:48
    • #11
    Zitat

    Original von Magdeburger
    Leider wird mir soetwas zu Preussen nicht gelingen...


    Hallo Ulf !
    Eigentlich haben wir Badener es doch gut: klein, aber fein ...
    Aber vermutlich gibt es jemanden, der die knapp 2.000 preussischen Nummernstempel zusammengetragen hat. Aber der träumt von nichts anderem mehr ...
    Du hast Recht, die Sammlung mit Briefen zu "ergänzen", wäre nur konsequent, aber ich fürchte, dass ich mir da zu viel zumute. Im Augenblick ist mir meine Heidelberger Heimatsammlung wichtiger.
    Nochmals Danke für Deine Hilfe
    Alfred

    2 Mal editiert, zuletzt von balf_de (24. Juni 2009 um 20:14)

  • balf_de
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    • 24. Juni 2009 um 18:01
    • #12
    Zitat

    Original von Nacktnasenwombat
    Ich finde auf jeden Fall dass diese Marken eine bessere Präsentation verdient haben.
    ..... würde ich mich an die nächste große Stufe wagen und versuchen die Stempel auf Brief zu bekommen, was den großen Vorteil hat dass durch den Ortstempel gleich erkennbar ist welche Nummer zu welchem Ort gehört.


    Hallo Nacktnasenwombat !
    Danke für den Glückwunsch und den Rat bezüglich der Aufmachung. Vor einiger Zeit wurden bei eBay einmal alte Vordruckblätter für die badischen Nummernstempel angeboten, die mir aber durch die Lappen gegangen sind. Jetzt muss ich es wohl selber machen. Ich denke, mit Excel wird es gehen - hat jemand eine bessere Idee?

    Klar: was man da alleine an Beschriftung sparen würde, denn die Nebenstempel mit den Ortsnamen fehlen in den seltensten Fällen!
    Herzlichen Dank auch für Deine eindrucksvollen Beispiele - da müsste ich also mit Aach anfangen.
    Viele Grüße
    balf_de

    Einmal editiert, zuletzt von balf_de (24. Juni 2009 um 18:03)

  • Magdeburger
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    • 24. Juni 2009 um 18:20
    • #13

    Hallo Alfred,

    danke für die aufmunternen Worte.
    Soweit mir bekannt, wird es heute kaum, wenn nur mit viel Geld möglich sein, alle preussischen Nummerstempel in nur einer Type zu bekommen. Ich habe nicht alle Zahlen im Kopf, aber so zirka 5 Prozent davon werden nicht erschwieglich sein. Selbst wenn, dürften sich die Gesamtkosten für lose Marken wahrscheinlich im sehr hohen fünfstelligen Bereich befinden, von Brief erst garnicht gesprochen.

    Also bleibe ich bei Magdeburg, es ist "lohnender" und für mich interessanter.

    Auch für Dich scheint ja die Heimatsammlung "wichtiger" zu sein.

    Ansonsten hast Du ja noch eine Menge Anregungen mit Beispielen bekommen

    Gruss Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 24. Juni 2009 um 19:03
    • #14
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Es macht sicher Spaß, die fehlenden Nummern im Lauf der Jahre für wenig Geld (in der Regel) zusammen zu tragen und dokumentiert damit eine frühe Stufe der sammlerischen Evolution.
    ...
    Ob dann aber die finanziellen Ressourcen der Nr. 18 Sammlung allein dafür ausreichen, kann und muss bezweifelt werden. Einen Versuch ist es aber allemal wert. :)


    Hallo Bayern klassisch!
    Offen gestanden hatte ich auf Deine Stellungnahme gehofft. Was Deine Baden-Kenntnissse betrifft, konnte ich mir inzwischen meine eigene Meinung bilden: wir Badener sind euch Bayern eigentlich sehr ähnlich, nur eben viel, viel kleiner ...
    Das mit der "frühen Stufe" hast Du sehr elegant ausgedrückt - ja, ich bin fast 16 jahre älter als Du und stehe auf einer Neandertaler-mäßigen Entwicklungsstufe - vor urdenklichen Zeiten wurden tatsächlich noch lose Briefmarken gesammelt ...
    Da gab es zum Beispiel einmal einen Herrn Schwenn, dem man nachsagte, eine komplette Sammlung der bayerischen Mühlradstempel zu besitzen - aber der ist auch schon lange aus dem Geschäft.
    Auch die Klammer "in der Regel" bei ".. für wenig Geld" kann ich nur unterschreiben: als ich die Nummer 18 mit Stempel 30 (Dürrheim) in einem Auktionskatalog sah, vergaß ich, meinem Kommissionär ein Limit zu setzen. Es gab noch einen Interessenten - die Marke war sicher teurer als der mögliche Erlös der ganzen Sammlung ...
    Einige Kollegen empfehlen mir, die losen Marken mit Briefen der einzelnen Orte zu ergänzen, aber das ist auch bei "nur" 177 Postexpeditionen nicht ganz einfach. Ich denke gerade an die erste Zähringen-Auktion bei Erhardt, wo ein Dertingen-Brief 75.000 Euro + Aufgeld gekostet hat Zwar gibt es zum Glück die 168 nicht auf der Nummer 18, aber das nützt auch nicht viel, wenn man einigen uns gut bekannten Herren da "ans Bein pinkeln" will ...
    Und nach Deinen Maßstäben käme ich mit einer solchen Sammlung auch bestenfalls ins Mittelalter...
    Grundsätzlich hast Du natürlich Recht: nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Werterhaltung, der für mich immer eine wichtige Rolle spielen muss, sondern auch, weil es einfach spannender ist, auf Deine Art zu sammeln - auch wenn man nicht ganz so rigoros "postgeschichtsverrückt" ist wie Du. Immerhin weißt Du ja von mir, dass ich sogar meinen "Zeppelinen" eine postgeschichtliche Komponente abzugewinnen suche.
    Natürlich ist Dein Vorschlag mit den Postvereins-Belegen sehr reizvoll. Eigentlich versuche ich ja so etwas schon, nur eben begrenzt auf Heidelberg. Und da fallen eben ein paar Portostufen weg. Wenn Du die 30 Kreuzer-Marke ansprichst, bohrst Du in einer offenen Wunde: ich habe ein paar lose, aber keinen einzigen Brief. Dabei gibt es einige aus Heidelberg, aber die waren entweder noch nicht auf dem Markt oder eben unerreichbar...
    Der von Dir festgestellte Trend, dass der Baden-Markt mit immer mehr großen Sammlungen überschwemmt wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit noch lange nicht zu Ende - es gibt da noch einige Gerüchte. Wenn ich also Deinem Rat nach Möglichkeit 2) folgen will, sollte ich mich beeilen.
    Ganz sicher bin ich mir noch nicht, aber ich werde zumindest einmal die Möglichkeiten eruieren ...
    Nochmals herzlichen Dank für Deinen wertvollen Rat
    balf_de

  • bayern klassisch
    Gast
    • 24. Juni 2009 um 19:38
    • #15

    Hallo balf_de,

    danke für die wohlwollende Aufnahme meiner Zeilen ... du hast ja gemerkt, wie ich das gemeint habe. :)

    Gerade weil ich von dir als erstem überhaupt gelernt habe, dass die mir unbeachteten Zeppelin - Belege auch eine postgeschichtliche Seite haben (können), welche mir bisher verschlossen geblieben war, halte ich dich für fähig, ganz andere Stufen der postgeschichtlichen Evolutionsleiter zu erklimmen, als es dir dein schönes Heidelberg bieten könnte.

    Ich würde auch nicht (d)eine neu zu beginnende Sammlung als Antipode zu deiner geliebten und, wie wir alle schon erkennen konnten, hervorragend ausgebauten Heidelberg - Sammlung sehen. Aber warum sollte sich nicht ergänzen, was eh zueinander paßt?

    Es gibt bei mir von derzeit 7 Sammlungen mit bayerischer Relevanz sicher über 300 Briefe, die in mehere Sammlungen thematisch und zeitlich passen; ich nenne sie Nomaden.

    Da du ja schon jetzt über ein sehr tragfähiges Gerüst verfügst (Heiderberg als Aufgabe- und Zielort), hast du die Basis für eine hochinteressante Baden- und Postvereinssammlung geschaffen. Zur Arrondierung könnten einfache Briefe im finanziell leicht stemmbaren Bereich hinzu kommen, die, wie ich weiß, auch von Baden in großer Zahl existieren. Die offene Wunde bleibt zwar weiterhin offen, schwärt aber kaum merklich vor sich hin.

    Mit deinen schon vorhandenen Heidelberger Nomaden wäre schnell und günstig eine solide Basis in quantitativer, qualitativer und multipler Hinsicht geschaffen. Die Nr. 18 war eine Jugendsünde, der das Hauptwerk Heidelberg und die Krönung Postverein folgen sollten.

    Um dich etwas "anzufixen", dieser neuzeitliche Terminus sein mir gestattet, füge ich mal aus meiner bescheidenen Sammlung Bayern und der Postverein ein paar Stücke mit badischer Relevanz ein, die auf ihre Art ein Flair verbreiten, welches man ohne die Liebe zur klassischen Postgeschichte und die Kenntnisse der Postverhältnisse der beiden Länder so nicht unbedingt erwarten würde; und doch ist es da ...

    Wer davon infiziert ist, den läßt diese Thematik nicht mehr los.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch, missionierend wie immer ...

    P.S. Nur ein Satz zu jedem Brief sei mir gestattet:

    1) Aus Bayern über die Schweiz nach Baden.
    2) Aus Lahr nach Üttingen im 66er Krieg.
    3) Aus Mannheim kuvertiert nach München.
    4) Aus Mannheim nach Dürkheim unterfrankiert.
    5) Den kann ich dir leider nicht ersparen: Aus Heidelberg per Express in die Pfalz. Wohl bekomms!

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  • Bayern-Nils
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    • 24. Juni 2009 um 20:32
    • #16

    Hallo balf_de

    Ich habe auf ein kleiner bayern klassisches Weg gestartet. Aber mach es nicht wie ich.

    Ich dachte ich ein Baden-Bayern Brief gekauft habe, aber habe vergessen alles auf den Brief zu lesen.

    :D :D :D :D :D :D

    Aber es ist wohl für ein Bader kein Problem.

    Viele Grüsse und viel Spass weiter
    Nils

    NEH

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-Nils (24. Juni 2009 um 21:05)

  • balf_de
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    • 24. Juni 2009 um 21:13
    • #17

    [quote]Original von Luitpold
    Also "werfe" 10 Jahre nicht einfach "weg" X(sondern mache weiter :daumendrueck:. Wie bayern klassisch schon bemerkte, ist von Baden derzeit viel im Angebot (Briefe).
    quote]
    Hallo Luitpold!
    Vielen Dank für Deine Glückwünsche!
    Dein Vorschlag, das Projekt weiterzuführen, klingt sehr reizvoll.
    Richtig ist, dass die Sache anfangs mit wenig finanziellem Aufwand schnell vorangeht - die ersten hundert Orte sind schnell beisammen. Die Ortsstempel sind im Durchschnitt sogar noch etwas günstiger zu bekommen als die Nummernstempel - wenn die "späten Postorte" nicht wären (wo die badische Postverwaltung noch kurz vor Abtretung des Postregals an das Deutsche Reich eine ganze Reihe kleiner Orte zu Postexpeditionen ernannte, um ihren Beamten möglichst ergiebige Pfründe zu sichern). Von denen ist natürlich nur wenig Post vorhanden.
    Aber dann gibt es in Baden ja noch die Orte, wo die Anzahl vorhandener Briefe gegen "Null" geht: von Stadel, Nummer 134, ist ein einziger Brief bekannt - und bei dem hat ein früher Sammler (!) die Marke ausgeschnitten ... Und für ein paar andere wie z.B. Dertingen, Hundheim, .. müssen hohe 5-stellige Beträge angelegt werden, auch wenn sie mit den billigsten 3-Kreuzer-Marken frankiert sind.
    Da fange ich besser erst gar nicht an.
    Aber besser aufmachen, ist ganz sicher sinnvoll, auch wenn ich mich vielleicht davon trennen werde. Zumindest werde ich meine Möglichkeiten auch in diese Richtung prüfen. ich gebe Euch in diesem Thread Bescheid - versprochen!
    Deinem Hinweis auf die Briefinhalte kann man nur zustimmen - man erhält Einblicke in eine vergangene Welt. Nur schade, dass es meistens Rechnungen, Mahnungen und Vollstreckungsbescheide sind, die aufbewahrt wurden und wenige Liebesbriefe.
    Viele Grüße
    balf_de

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 24. Juni 2009 um 21:23
    • #18
    Zitat

    Original von Bayern-Nils
    Will auch etwas Werbung für Vorphila machen. Eine Stempelsammlung nach Typen ist wohl auch möglich, und kostengünstig könnte es auch sein.


    Hallo Nils!
    Im Moment denke ich in eine ähnliche Richtung. Meine Heidelberg-Sammlung, bei der ich auch inzwischen mehr postgeschichtliche Belege suche als schöne Frankaturen, erweitere ich inzwischen nach vorne - in die Zeit vor 1851. Und natürlich gibt mir auch BK's Vorschlag zu denken ..
    Viele Grüße
    Alfred

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 24. Juni 2009 um 21:36
    • #19

    Hallo Nacktnasenwombat!
    Nein, das meine ich nicht - da steckt nur meine "zweitschönste" darunter. Noch ein Tipp: schaue zwischendurch einmal in den Michel-Katalog (aber Plattenfehler meine ich auch nicht)
    balf_de

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 24. Juni 2009 um 21:59
    • #20
    Zitat

    Original von Denis
    Da ich ja auch alle Ortsstempel haben möchte, investiere ich heutzutage eher in Belege als Einzelmarken.


    Hallo Denis!
    Danke für Dein Kompliment!
    Eines ist klar: es gibt eine ganze Reihe Orte, die ihren Status als Postexpedition verloren haben, bevor im Jahr 1861 die Ortsstempel zur Entwertung erlaubt wurden. Ganz selten wurde gegen diese Vorschrift verstoßen, daher sind Ortsstempel auf den geschnittenen Ausgaben selten - eine komplette Ortstempelsammlung ohne Nummernstempel ist unrealistisch. Du warst also sicher gut beraten, Deine Ortsstempel auch als Nebenstempel zu zeigen - und das geht am besten auf Briefen.
    Aber - ich habe es den Kollegen schon gesagt - die Sache ist mir eine Nummer zu groß. Ich habe noch die Auktionen bei Erhardt in Stuttgart in Erinnerung, wo ich z.B. bei der ersten "Zähringen"-Auktion miterlebt habe, wie Briefe aus Dertingen und Hundheim versteigert wurden.
    Viele Grüße
    balf_de
    PS: einen solchen "verbotenen" Stempelabschlag kann ich aus meiner Heidelberg-Sammlung zeigen: ein Ortsstempel auf einem Brief nach Kassel aus dem Jahr 1852 mit einer Nummer 4a (der übrigens auch aus der Zähringen-Sammlung stammt).

    Einmal editiert, zuletzt von balf_de (24. Juni 2009 um 22:01)

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