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AD - Staaten - Dänemark

  • bayern klassisch
  • 13. August 2008 um 18:57
  • Nordlicht
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    • 23. Oktober 2010 um 09:55
    • #361

    Hallo DKKW,

    ein sehr interessanter Paketbegleitbrief, der aufgrund der fehlenden Jahreszahl nicht so einfach zu entschlüsseln ist. Auch die 4 Bestandteile der Frankoberechnung, welche der Postbedienstete freundlicherweise hinterlassen hat, sind ungewöhnlich.

    M.E. lief dieser Brief nicht innerdänisch, sondern vom noch selbständigen Holstein (dann am 3.7.1851) ins inzwischen wieder dänische Schleswig.
    In diesem Fall wurde die Briefgebühr geteilt berechnet: von Elmshorn bis zur schleswigschen Grenze nach der holsteinischen Taxe und die Reststrecke bis zur Stadt Schleswig nach der dänischen Taxe:

    holsteinische Pakettaxe von Elmshorn bis zur Grenze = 3 Schilling
    dänische Grundtaxe für Pakete = 2 Schilling (umgerechnet)
    dänische Gewichttaxe = 1 Schilling (umgerechnet)
    dänische Werttaxe = 3 Schilling (umgerechnet)

    Der Begleitbrief wurde bis zu einem Gewicht von 1 Loth - wie auch Magdeburger schon geschrieben hat - auf beiden Seiten kostenlos befördert.

    Eigentlich hätte der Brief auch noch einen (Paket-)Nummernaufkleber tragen müssen, der in Schleswig-Holstein bereits 1850 eingeführt wurde. Vielleicht hat ihn der Postbedienstete nach der anstrengenden Gebührenberechnung einfach vergessen ;)

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • DKKW
    Stamm Mitglied
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    • 23. Oktober 2010 um 11:05
    • #362

    Hallo Nordlicht,

    das ist erneut ein interessanter Hinweis. Auf die Idee, den Brief in die Aufstandszeit zu legen und die Taxe darauf "abzuklopfen" bin ich noch nicht gekommen.
    Aber noch mal langsam zum Mitdenken:
    Holsteinische Pakettaxe: 3 Sch. Crt.
    Dänische Grundtaxe: 6 Sk. dänisch = 2 Sch. Crt.
    Dänische Gewichtstaxe: 2 Sk. + 6 Pfund x 0,5 Sk. (bis 4 Meilen Entf.) = 5 Sk. dänisch bzw. 2 2/3 Sch. Crt. (aufgerundet auf 3 Sch. Crt.)
    Dänische Werttaxe 0 bis 5 RBD (Rigsbankdaler) = 4 Sk dänisch bzw. 1 1/3 Sch. Crt. offenbar abgerundet auf 1 Sch. Crt.

    Nach anfänglicher Verwirrung habe ich wohl doch noch die Kurve gekriegt. Leider ist der Zugriff auf die DPHS homepage z. Zt. nicht möglich und so habe ich keinen Zugriff auf die Meilentabelle (wieder mal vergessen, wichtige Dokumente gleich auszudrucken). Ich vermute Rendsburg - Schleswig = 4 dänische Meilen.


    Viele Grüße
    DKKW

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (23. Oktober 2010 um 11:21)

  • Nordlicht
    aktives Mitglied
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    • 23. Oktober 2010 um 14:56
    • #363

    Hallo DKKW,

    meine Berechnungen waren für die dänische Gewichts- und Werttaxe etwas anders:

    Dänische Gewichtstaxe: 6 Pfund x 0,5 RBS (4 Meilen) = 3 Sk. = 1 Schilling

    Dänische Werttaxe: 6 RBD (pro Pfund 1 RBd unterstellt, wenn keine Wertangabe erfolgte) = 8 RBS = 2 2/3 Schilling = 3 Schilling aufgerundet.

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • DKKW
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    • 23. Oktober 2010 um 15:02
    • #364

    Hallo Nordlicht,

    ich finde bei mir auf die Schnelle keine Hinweise, dass die dänische Werttaxe ebenfalls pro Pfund Gewicht gerechnet wurde, weder bei Gotfredsen und Haff "Danske Breve" noch bei Jacobsen "Bogen om danske skillingbreve."
    Bist Du da sicher?

    Viele Grüße
    DKKW

  • Nordlicht
    aktives Mitglied
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    • 23. Oktober 2010 um 15:12
    • #365

    Hallo DKKW,

    die Werttaxe erfolgte nur pro Pfund wenn KEIN Wert angegeben wurde. Ansonsten abgestuft nach bestimmen RBD-Bereichen.

    Ich bin sicher, da ich in der Primärquelle (dänische Frachtposttaxe) nachgelesen habe.

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • DKKW
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    • 23. Oktober 2010 um 15:21
    • #366

    Hallo Nordlicht,

    vielen Dank für die vielen Informationen, da ist wieder mein großes Problem zum Vorschein gekommen, viel zu wenig Primärquellen!

    Jetzt kann ich meinen Paketbegleitbrief endlich vollständig, inklusive Portozusammensetzung, erklären.

    Nochmals vielen Dank
    DKKW

  • Nordlicht
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    • 23. Oktober 2010 um 15:34
    • #367

    Hallo nochmal,

    da nich für :)

    Der angehängte Paketbegleitbrief fällt auch in diese Zeit und macht einige Mühe, die Gebühren nachzurechnen.

    Das zugehörige Paket war schweineschwer und wurde über die so ziemlich längste Distanz befördert, die in Schleswig Holstein möglich war. Entsprechend tief musste der Einlieferer in die Tasche greifen.
    Ich habe noch keinen Brief mit einem höheren Franko gesehen.

    Viele Grüße
    Nordlicht

    Einmal editiert, zuletzt von Nordlicht (24. Oktober 2010 um 10:51)

  • DKKW
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    • 23. Oktober 2010 um 18:09
    • #368

    Hallo Nordlicht,

    das ist wirklich üppig. Ich habe mal meine Postscheine durchgesehen ob ich zumindest einen Einlieferungsschein mit vergleichbarer Sendung finde, Fehlanzeige.
    Wirklich imponierend.

    Viele Grüße
    DKKW

  • Nordlicht
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    • 24. Oktober 2010 um 10:38
    • #369

    Guten Morgen,

    wäre interessant zu wissen, was mit diesem Paket verschickt wurde.
    Leider kann ich nicht entziffern, was rechts oben in der Ecke des Begleitbriefes steht und eventuell etwas über den Inhalt preisgibt.
    Kann das "%Spec" jemand deuten?

    Anscheinend wurden die 260 Pfund nur "in 1 Säckel" verschickt (oder heißt es etwas anderes?)

    Vielleicht war eine große Zahl an Münzen in dem Paket, da sich in Altona eine Münzstätte befand ...

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 24. Oktober 2010 um 10:43
    • #370

    Moin Moin,

    wäre die Auflösung des Scans etwas augenfreundlicher, würde ich es gerne transkribieren.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • DKKW
    Stamm Mitglied
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    • 24. Oktober 2010 um 10:53
    • #371

    Hallo Nordlicht,

    ich meine, es heisst Fässel und nicht Säckel. 260 Pfund sind vermutlich auch leichter und stabiler in einem Fass denn in einem Sack zu transportieren, insbesondere wenn es sich um wertvolle Fracht handelt.

    Bei den Kürzeln in der oberen Zeile kapituliere ich.
    "hierbei Crt. (?) 15,54 S (?) 5 s (?) %(minus?) Spec."

    Viele Grüße
    DKKW

  • Nordlicht
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    • 24. Oktober 2010 um 10:55
    • #372

    Moin Moin bayern klassisch,

    sorry, habe jetzt ein größeres Bild im entsprechenden Beitrag angehängt. Wenn es damit auch nicht klappt, muss ich den Brief wohl nochmal raussuchen und scannen ...
    Vielen Dank für deine Hilfe.

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • Nordlicht
    aktives Mitglied
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    • 24. Oktober 2010 um 11:08
    • #373

    Hallo DKKW,

    danke für den Hinweis, erscheint mir sehr plausibel.

    Die Wertangabe habe ich als 15.548 (Mark) 5 (Schilling) interpretiert.

    Noch eine andere Frage:
    hat eigentlich die durchgestrichene rote "Schlangenlinie" unten eine bestimmte Bedeutung?

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 24. Oktober 2010 um 11:19
    • #374

    Moin moin Nordlicht,

    danke für den besseren Scan. :)

    Ich lese dort:

    Hiebei Courant 15.548 ,, 5 f 1/1 Speciethaler in 1 Fäßel gezeichnet MvH.

    Zuerst wurde es von der Aufgabepost mit 266 Pfund gewogen, dann später mit 260 Pfund von der Abgabepost.

    Der Transport von Münzen in Fässern war Standard damals. War der Verschluß noch in Ordnung, handelte es sich lediglich um einen Verwiegefehler. Wäre der Verschluß erbrochen gewesen, hätte man auf Seiten der Post ein Problem gehabt, wenn bei der Auszählung eine Wertdifferenz festgestellt worden wäre.

    Unten scheint man ein Nota Bene - Zeichen als Zeichen der Recommandation beigefügt zu haben.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (24. Oktober 2010 um 11:21)

  • DKKW
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    • 24. Oktober 2010 um 11:21
    • #375

    Hallo Nordlicht,

    nur so ein Geistesblitz (hoffentlich ist es auch einer :D): es könnte doch heißen: Hierbei Crt. 15.548 Mk 5 S. minus Sped(ition), der Absender hätte also die Frachtkosten gleich abgezogen.

    Wie gesagt, nur so eine Idee.

    Auch bei der "Schlangenlinie" kann ich nur raten. Es kann sich sowohl um eine erste, dann verbesserte und durchgestrichene Portorechnung handeln (212 oder 222 in einem Zug geschrieben). Wenn es "m" heissen soll, dann wäre aufgrund des hohen Werts der Sendung ein M für Militäreskorte denkbar, aber alles nur ein Ratespiel kein Wissen.

    Viele Grüße
    DKKW

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (24. Oktober 2010 um 11:22)

  • Nordlicht
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    • 24. Oktober 2010 um 11:47
    • #376

    Hallo bayern klassisch und DKKW,

    ihr habt mir sehr geholfen, vielen Dank !!!

    Über die Sinnhaftigkeit einer möglichen Angabe "Speciethaler" im Zusammenhang mit einer Wertangabe in Schilling Courant muss ich allerdings noch nachdenken.

    Das "Nota Bene"-Zeichen sollte vielleicht nur die Aufmerksamkeit erhöhen, denn "eingeschrieben" im Sinne von "registriert" dürfte die Frachtpost ohnehin sein !?

    Wie die holsteinische und später auch die dänische Post wohl sichergestellt hat, dass in dem Fass tatsächlich drin war, was drauf stand. Denn schließlich hätten Sie für den Verlust haften müssen. Ob da jemand ein paar tausend Münzen händisch nachgezählt hat?

    Wurden solche Fässer dann auch mit dem Panzerwagen transportiert? ;)

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • DKKW
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    • 24. Oktober 2010 um 13:24
    • #377

    Hallo zusammen,

    nach dem Vorschlag "Speciethaler" von bayern klassisch habe ich eine Weile recheriert. War nicht so leicht, da ich mit Numismatik nichts am Hut habe.
    Es gab eine Spezietaler Silbermünze mit dem Portrait von König Frederik VII die von 1849 bis 1854 geprägt wurde. In einer Preisliste im Internet habe ich zumindest eine 1 Ridsdaler Silbermünze von 1854 gefunden, die der Münzstätte Altona zugeschrieben wird. Also könnte die Altonaer durchaus auch Spezietaler geprägt haben.

    PS: Natürlich wurde das Fass im Panzerwagen transportiert, gezogen von den weißen Elefanten des Elefantenordens :D

    Viele Grüße
    DKKW

  • Nordlicht
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    • 24. Oktober 2010 um 13:41
    • #378

    Hallo DKKW,

    mit Münzen kenne ich mich auch nicht aus, aber das scheint eine vielversprechende Spur zu sein. Vielen Dank für die Mühe!

    Erstaunlich dann, dass solche Münzauslieferungen von Altona auch noch während der Eigenständigkeit von Holstein geklappt haben. Aber zumindest die militärische Auseinandersetzung mit Dänemark dürfte zu dieser Zeit auch beendet gewesen sein ...

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 24. Oktober 2010 um 13:46
    • #379

    Hallo ihr Nordhumoristen, :D :D :D

    sicher war jeder Wertbrief oder andere Wertgegenstand mit einem Postschein versehen. Eine Chargierung im eigentlichen Sinne wird man nicht benötigt haben - es war dann wohl eher hier der ursprüngliche Fall gegeben, dass man gut aufpassen (Nota bene) soll, eben weil der Wert enorm war.

    Bei Bayern hätte man im Falle des Siegelbruchs, wenn mich mein schwaches Gedächtnis nicht täuscht, im Gewahrsam des Expeditors, des Empfängers und eines der Honoratioren die Sendung geöffnet und komplett ausgezählt.

    Hierüber wäre ein Protkoll zu fertigen gewesen (kostenlos vom Expeditor), welches von allen 3 Beteiligten zu unterzeichnen war. Ergab es keine Abweichung vom nominierten Wert bzw. der Anzahl der Münzen und Sorten, dann war der Fall damit erledigt. Andernfalls wäre eine Copia zu fertigen und das Original der Aufgabepost unter Recommandation mit Rückschein zuzusenden gewesen.

    Aber das mit den weißen Elefanten klingt auch nicht übel ... :D

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Magdeburger
    Stamm Mitglied
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    Geburtstag
    5. Februar 1961 (65)
    • 24. Oktober 2010 um 14:07
    • #380

    Hallo Ihr Lieben

    zum Brief selbst kann ich nichts sagen, möchte jedoch aus dem Gesetz zum Postwesen von 1860 den Teil für die Versendung von "Geld" anfügen.

    Ich denke, dass im Allgemeinen so verfahren wurde.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

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