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Beiträge von le_hansi

  • Russland Freimarke Mi 46y ohne Unterdruck mit Attest

    • le_hansi
    • 3. August 2025 um 18:56

    Russlandmarken ohne Unterdruck ?

    Anlässlich der Frage von Henning erlaube ich mir einen erweiterten Hinweis:

    Vorsicht bei der Feststellung "ohne Unterdruck" ! Aufgrund der Druckverfahren-Variationen in der Zeit von 1889 bis 1919 ergibt sich häufig der Eindruck des fehlenden Unterdruckes. Marken, welche z.B. mit dem Vlassow-Druckverfahren hergestellt wurden, haben mitunter einen transparenten Unterdruck. Als Beispiel nenne ich Russland Mi.Nr.77. Massgeblich zu einer ersten Beurteilung ist die Feststellung des Papieres. Der Trick mit dem Silberstift ist hier nicht zu empfehlen. Die Feststellung von 241264hsv-fan vom 8.Februar 2023 : Gestrichenes Papier ist auf der Bildseite immer weiß glänzend,........ ist für einige Druckverfahren nicht unbedingt richtig. Beispielsweise ist der Eintrag im Michel Rußland-Spezial 2012, Seite 42, für Mi.Nr. 77 auf normalen Papier ....gedruckt falsch. Mit Ausnahme der nicht erwähnten, massenhaft vorhandener Nachdrucke, welche tatsächlich auf "normalem Papier" gedruckt wurden. Hintergrund für die sehr spezielle Herstellungsart ist die Sorge der Petersburger Expedition um die Fälschungssicherheit.

  • Plattenfehler ( kann sein/kann nicht sein) Russland Dauermarken Ausgaben

    • le_hansi
    • 19. Dezember 2023 um 14:36

    Schon lange sind mir in den verschiedenen Phila-Forum Beiträgen die Meldungen über Plattenfehler-Funde aufgefallen. Diese interessierten mich nur, wenn die Dauermarken Russlands vor 1923 verausgabt wurden. 241264hsv-fan hat in seinem Beitrag vom 7.3.2010 die Mi.Nr.47y F, 3 Kopeken mit fehlenden Unterdruck angesprochen:

    Ebnet hat natürlich unrecht: es sind mindestens zwei Maschinenbogen nach einer Maschinen-Servive-Unterbrechung ohne den den 1.Unterdruck gefahren worden. Ohne Unterdruck liess sich die Einrichtung nach ganz normalem Service-Dienst der Andruck ohne Untergrund besser beurteilen als mit. Im übrigen ist es eine lang gepflegte Fehlannahme, dass diese Folgeandrucke zu vernichten waren: Im autokratischen Russlands galten diese Drucke als Beleg zum Arbeitsnachweis und Durchführung des Service-Dienstes. Wegen der hohen Kosten des Services-Dienstes argwöhnten die Beamten des Innenministeriums/ Post-ministeriums immer irgend eine Manupulation . Zwei Maschinenbogen: einer für das Ministerium, einer zu den Unterlagen beim verantwortlichen Maschinenmeister.

    Aber der genannte Beitrag enthält weitere Fraglichkeiten (wie so viele andere): Im Michel-Russland-Spezial 2012 sind ab Seite 40, unter Plattenfehler, Marken von 64 bis 75, aufgeführt. Dazu habe ich im Laufe meines "Sammlerlebens" über einige Tausend Dauermarken Russlands Untersuchung geführt und festgestellt, dass viele als Plattenfehler bezeichneten Druckbildverän-derungen nicht auf fehlerhafte Druckmatrizen zurückzuführen sind, sondern hauptsächlich dem Bereich mangelhaftes Papier, fehlende oder unzureichende Oberflächenleimung zu zuordnen sind. Also keinesfalls Plattenfehler sind.

  • Papierarten Russland

    • le_hansi
    • 10. Februar 2023 um 18:31

    Hallo labarnas,

    gern komme ich Deiner Bitte nach. Zuvor eine Frage: Wie genau brauchst Du die Quellenangabe ? Bis zur Seite, Artikel oder wie. Meine Quellensammlung ist ziehmlich umfangreich (aus meiner Sicht).

    Gruß

    le_hansi

  • Papierarten Russland

    • le_hansi
    • 9. Februar 2023 um 14:31

    Hallo 241264hsv-fan.

    danke für die Bemerkung. Dazu ein paar Hinweise: Immer beachten,ob das Papier einschichtig oder zweischichtig bestrichen wurde. Wenn es einschichtig nur auf der Rückseite (Unterseite= Siebseite, Oberseite= Filzseite), kommen andere Farbtöne vor. Aber auch unbestrichene Papiere "täuschen" einen Strich vor. Die Ursache ist u.a. in der Papierleimung zu suchen. Dabei ist wiederum von der Oberflächenleimung zur Stoffleimung zu unterscheiden.  Dies alles (und noch einiges mehr) beeinflusst die Oberflächenwahrnehmung der bedruckten Briefmarke. Und noch ein wichtiger Hinweis: ich behandele in meinen Beiträgen vorwiegend die Marken des kaiserlichen und Anfang nachrevolutionären Russlands. In den westeuropäischen Druckereien war die Einstreichung zu diesem Zeitpunkt weiter entwickelt bzw.die Oberflächenbehand-lung anderweitig verbessert worden. Von dieser Entwicklung ist Russland weitgehenst durch den 1.Weltkrieg und dem Durcheinander der Folgezeit abgeschnitten gewesen.  

    Die vorkommenden Farbabweichungen haben darüberhinaus eine Vielzahl von Ursa-chen. 

    Und noch ein Letztes: Die Inhaltsstoffe der Streichmasse waren in jener Zeit nicht im-mer Kreide oder kreidig.

    le_hansi

  • Papierarten Russland

    • le_hansi
    • 7. Februar 2023 um 16:35

    Papierarten Russlands - ein "hartes Thema für ein weiche Sache"

    wolleauslauf hat da ein interessantes Thema angeschnitten. Dazu gab es an anderer Stelle schon Anfragen und Antworten. Soweit die Sammlerge-meinde mit mir übereinstimmt, dass die Briefmarken-Hersteller die Marken Gebrauchs- und Fälschungssicher machen wollen, werden Briefmarken-drucke auf Spezialpapiere, auch Sicherheitspapiere. Wertdruckpapiere etc. gedruckt. Wenn ich mir dann den Michel Rußland Spezial 2012 auf den Seiten 36 und 42 ansehe (mein Spezialgebiet), bekomme ich Kopfschmerzen. In dicken Lettern steht dort " normales Papier ". Aber in meiner Sammlung befinden sich keine Marken mit normalen Papier.  Es finden sich Marken mit einseitig gestrichene , zweiseitig  gestrichene Papiere (natürliche alle maschinengestrichen). Und gemäss der alten Druckerregel : Der Briefmarken-Entwurf bestimmt das Drucksystem. Das Drucksystem bestimmt die Eigenschaften des Papieres. Das Papier bestimmt die Eigenschaften der Druckfarbe und diese wird wiederum von den verwendeten Hilfsstoffen beeinflusst. Also wird das Papier während des Papierherstellungsprozesses vor-oder/und rückseitig mit einer Streichmasse bestrichen. Wenn ich das Richtig verstanden habe, dann muss die Streichmasse auf die Anforderungen des Drucksystems und Papier abgestimmt sein. Im Buch-und Offsetdruck muss der Strich vor allem auf dem hohen Zug der dort verwendeten Farben widerstehen. Für Flachdrucke muss eine gewisse Naßfestigkeit des Striches gegeben sein. Bei Tiefdruckpapieren wird die Streichmasse zwar nicht so stark beansprucht, jedoch muss sie ein gutes Aufnahmevermögen für die Tiefdruckfarbe und deren Lösungsmittel aufweisen. Die letzten Sätze habe ich auf einem Lehrbuch abgeschrieben.  Doch zuvor sollte man wissen, dass maschinenglattes Papier mit seiner rauhen Oberfläche nur einfachen Druckarbeiten genügt und die Papieroberfläche (Papierfasern) geschlossen und geglättet werden muß. Dieser Vorgang wird mit Satinieren bezeichnet. Die ungestrichenen Papiere nannte man früher Naturpapiere.Gestrichene Naturpapiere werden gemäss ihrer Inhaltsstoffe und Oberflächenglättung in verschiedenen Stufen unterteilt. Ich nenne hier nur einige davon: holzhaltige gestrichene Bilddruckpapiere, holzfreie gestrichene Bilddruckpapiere,leicht holzfreie Bilddruckpapiere und spezialgestrichene................... Heute (2023) ist das Alles genau genormt und damit international bestimmt.

    Wie sah aber die Herstellung der Briefmarken im alten Russland aus, da eine solche Normung fehlte ? Nur mit jahrelanger Berufserfahrung, in der jeder Druckauftrag zum Können und Wissen beitrug, konnte jene Druckqualität, die wir heute in unseren Sammlungen vorfinden, erreicht werden.

    Im Vorstehenden habe ich nur die Komponente Papier grob, sehr grob, beschrieben. Um wieviel sensibler die Komponenten Farbe (Farbpigmente) und  die Vielzahl der Hilfsstoffe zu behandeln waren, lässt sich vom Briefmarkensammler nur erahnen. Ist dies wichtig ? Aber JA ! Was wir nur mühsam

    verstehen, verstanden die Petersburger Staatsbeamten (ab ca.1908) erst recht nicht. Ihre Nachfolger, die Bolschewisten, konnten es nicht besser.Dies insbesondere, da wenige Druckerfacharbeiter in der St.Peterburger Staatsdruckerei verblieben waren und die Durchführung von Druckaufträgen aus mehreren Gründen ständig unterbrochen wurden. Die Auswirkungen lassen sich unmittelbar in den Ausgaben Mi.Nr.63 - 80 erkennen. Dies will ich gern in einem nächsten Beitrag nachweisen. Doch zuvor überlasse ich es Ihnen nachzudenken, was ein normales Papier wäre.

    le_hansi

  • Russland unter die philatelistische Lupe genommen /5.5 Kleine Fehler ganz gross

    • le_hansi
    • 17. Januar 2023 um 10:56

    Russland unter die philatelistische Lupe genommen / 5.6 Randnotizen 1

    Dem Autor Nebenzahl (Der Zarenadler weicht dem Sowjetstern) verdanke ich einige Denkanstösse dahingegen, dass in der Realität der Zarenadler eben nicht so schnell dem Sowjetstern gewichen ist wie es die Bolschewiken es sich wünschten. Ein sicheres Anzeichen dafür ist die Michel-Nummer 80,  7 Rubel.

    Dazu schreibt Nebenzahl in seiner postgeschichtlichen Studie auf Seite 38 :

    Es fehlte nicht an Versuchen, bei dieser Ausgabe die Symbole der Zaren - herrschaft durch Auskratzen der Druckplatten zu entfernen.   Richtig ist, dass der Versuch unternommen wurde den Doppeladler unkenntlich zu machen. Er wurde aber nicht ausgekratzt, sondern vor der Klischee-Galvanisierung im Negativ retuschiert. Es stellt sich die Frage, warum man ihn nicht komplett retuschierte und warum die anderen Marken mit dem gleichen Doppeladler nicht ebenfalls retuschiert wurden. Nebenzahl (und nicht nur er) erklärt viel über die Schwierigkeiten und Anpassungsversuchen der Sowjetmacht und betont wiederholt die Papierknappheit. Auch Fomin stösst ins gleiche Horn.  Immerhin gibt Nebenzahl auf Seite 25,oben, wohl mehr unbewusst, einen Hinweis  damit, dass er Masur zitiert: "Um die Jahreswende 1918/1919 funktionierten die Organe der Sowjetmacht, folglich auch die Post, nur in einigen zentralen  Gouvernements Russlands. Daher konnten die revolutionären Marken nur in den Gouvernements.............

    ............................................................................auf Postsendungen geklebt werden. Das sind 15 von den insgesamt 70 Gouvernements des ehe-maligen Russischen Reiches."

    Das bedeutete, dass im Inlandpostverkehr Russlands in 55 Gouverne-ments nur die Marken mit dem Doppeladler akzeptiert wurden. Gleiches gilt für den Auslandspostverkehr. Obwohl die Sowjets sehr früh dem Weltpostverkehr beitraten, haben sie keine neuen Postwertzeichen wie

    vereinbart und notwendig zur Verrechnung, vorgelegt. In Bezug auf den

    Hilferuf der Bolschewiken nach Transver von Valuta und Waren aus dem kapitalistischen Ausland , die wenigsten Länder hatten zu diesen Zeit-punkt Sowjetrussland anerkannt, galten zwingend die beim Weltpost-verein vorliegenden Postwertzeichen und das waren nachwievor die Postwertzeichen des Imperialen Russlands. Mit fortschreitender Inbe-sitznahme der 55 Gouvernements und dem nachfolgendem Überdruck

    der imperialen Dauerserien, sowie Veränderung der Portostufen, erüb-rigte sich die Fortsetzung der Adlerretusche.

    le_hansi

  • Russland unter die philatelistische Lupe genommen /5.5 Kleine Fehler ganz gross

    • le_hansi
    • 9. Januar 2023 um 13:41

    Was für ein Durcheinander bei Russlands Michel-Nr. 63 - 81 ! Oder kann mir ein anderer Russlandsammler sagen, was für ein Unterschied zwischen der Mi.Nr.65 I A a und der 65 II A a besteht ? Was soll das heissen II=Nachauflage , da die eine 1909 und die andere 1911 (lt.Katalog Michel-Spezial 2012) herausgegeben wurden ?! Bitte nicht auf die vermeintlichen Papierunterschiede hinweisen. Ich habe in meiner Sammlung die 65 I A a mit dem Papier von der 65 II A a und umgekehrt. Irrtum ? Kaum. Ich habe die betreffenden Nummern

    gestempelt mehrfach mit entsprechenden Stempeldaten. Es stellt sich aber auch die Frage, wie das mit dem Nachdruck geht ? Da wurde 1909 der Auflagendruck bzw. die Marke in Verkehr gebracht.......irgendwann (?) der Auflagendruck zwischen 1909 und 1911 beendet und wieder neu begonnen zu drucken ?! Natürlich hat mich dies herausgefordert. Des Rätsels Lösung in der etwas ungenauen Beschreibung "Bogen-Wasserzeichen Verschlungene Linien immer oben und unten bzw. beim sogenannten Nachdruck links und rechts fehlend".

    Wie war doch die Grundregel erfahrener Buchdrucker zu jener Zeit : Jede Druckpresse braucht zur Erreichung  einer optimalen Qualität ein auf sie abgestimmtes Papier. Die Eigenschaften diesen Papieres bestimmen wiederum die Eigenschaften der Druckfarbe (Pigmente) und diese Eigenschaften werden von den Hilfsmitteln beeinflusst. Die Marken der Ausgabe 63 - 76 I haben oben und unten das genannte Wasserzeichen. Bei der Papierherstellung wurde das Wasserzeichen bei der Papierbahn immer rechts und links (am Rande also) gefahren. Und zwar in Maschinen-Laufrichtung. Da die Druckbögen rechts und links liegen, sind die Marken 90 Grad gegen die Laufbahn gedruckt wurden. Dies lässt den ersten Schluss zu, dass diese Auflage nur auf einer einbahnigen Maschine gefahren wurde. Da die Bögen Merkmale in der Einlage- und Auslage von arretierten tragen, wurden keine Bahnen, sondern Bögen bedruckt. Diese Merkmale sind typische Aufnadelungen der jeweiligen Druckfarbe und sichtbare Streifenprofile (oben und unten), im allgemeinen unterhalb und oberhalb der Wasserzeichen, deutlich zu erkennen. Man kann hier für die damalige Zeit schon v on Registermerkmalen sprechen. Wesentlich ist, dass die Aufnadelung nicht auf dem Druckfundament waren. Meine Vergleiche mit den Aufbau der Einlege- und Aus-Legesysteme ergab, diese Bögen können auf einer Victoria- Tiegeldruckpresse der Maschinenfabrik Rockstroh & Schneider gedruckt worden sein. Die Untersuchung der sogenannten Nachdrucke wurden anhand meiner Bogensammlung in diesem Bereich durchge-

    führt. Die Lage der Wasserzeichen, rechts und keines links, links und keines rechts, auf allen Seiten kein Wasserzeichen lässt den Schluss zu, das diese Bögen auf eine zumindest dreibahnigen oder vierbahnigen Druckpresse gedruckt wurden. Die Lage der Aufnadelungen in den Mittenbereichen der Druckbögen, die Art der Kontrollstreifen und die Bogensignaturen deuten einwandfrei auf den Druck mit einer Zylinderschnellpresse wie sie z.B. König und Bauer nach St,Petersburg in grosser Stückzahl geliefert haben. Die unbedruckten Druckbögen wurden mittels eines Bogengreifers vom Auflagentisch dem Zylinder zugeführt und von auf dem Zylinder befindlichen Nadeln arretiert und dem waagerecht ausgeführten Druckfundament zugeführt. Die variable Einfärbung durch horizontale Beweglichkeit der Farbwerkwalzen, Hoch- und/oder Tiefstellung, deuten auf die Bogenmerkmale der zweiten Auflage hinund so in keinem anderen Druckpressentyp zu finden. Aus der Zurichtung und der Einrichtung ergeben sich für die jeweiligen Phasen weitere Hinweise auf Andruck und Fortdruckproben.Die Unterteilung in Erstauflage und Nachauflage ist wirklichkeitsfremd. Aufgrund des zeitlichen Rahmens (zB.1909-1911) muss davon ausgegangen werden, dass es nur einer Auflage gab, welche auf verschiedenen Druckpressen gedruckt wurden. Was dann in der Zeit mit der Auflage ab 1915 geschehen ist, will ich im nächsten Beitrag berichten.

    le_hansi

  • Russland unter die Lupe genommen/ 5.1 Die Herstellung der russischen Dauerserien/Buchdruck oder Lichtdruck

    • le_hansi
    • 31. Oktober 2022 um 12:04

    Russland unter die philatelistische Lupe genommen / 4.5  Kritik an meinen Ausführungen zum Lichtdruck/Buchdruck

    Zwei Zuschriften und die damit verbundene Fragestellung: Lichtdruck und/oder Buchdruck

    nehme ich zum Anlass dieses Beitrages. Zunächst habe ich "vergesse" zu erwähnen, dass die erwähnten russischen, imperialen Briefmarken auf allen drei Druckpressen (Liberty, Victoria und Zylinderschnellpresse) sowohl mit Lichtdruck-Verfahren als auch im Buchdruck

    hergestellt wurden. Dies scheint ein Wiederspruch zu sein, da Lichtdruck als ein fotomecha- nische Flachdruckverfahren zur Wiedergabe von Halbtönen ohne Raster (so  www.uni-

    protokolle.de/Lexikon/Lichtdruck) und der Buchdruck als ein Hochdruckverfahren  beschrieben wird. 

    Dazu Ausrezüge aus Quellentexten der Zeit um 1900: MEYERS KONSERVATIONSLEXIKON, 4.Auflage 1885-1892, S.23/24, Schlagwort Photographie:  Führt man die Belichtung (Anm.d. Verfassers: einer chromleimbeschichteten Glas-/Metallplatte) aber unter einem negativen Bild aus, so erhält man durch Ätzung einen Hochdruck für die Buchdruck-presse. 

    Aus LUGER,LEXIKON DER GESAMTEN TECHNIK, 1904. Bd.06, S.160, Schlagwort Lichtdruck- schnellpressen: Bei kleinen Formaten benutzt man auch dem besonderen Zweck ent-prechend angepasste Tiegeldruckpressen nach der Art der "Amerikaner" (s.Buchdruck-

    maschinen). Bei diesem muss sich vor allem zur Feuchtung der Druckform (s.Lichtdruck) das "Fundament" vollkommen  wagerecht legen lassen (*)...............Für den typogra-phischen  Druck gebraucht man aber Pressen nach dem System Gally (**).........................

                       * im russischen wurde die Liberty-Presse als "Amerikana" bezeichnet.

    ** Die Buchdruck-Tiegelpresse von Rockstroh & Schneider,Heidenau,VICTORIA,

                             nach dem "System Gally"

    Aus MEYERS GROSSER KONVERSATIONSLEXIKON, 1905,Bd.12, S.14, Schlagwort Lichthoch-druck: Verfahren gewöhnliche Flachdruckplatten des Lichtdruckes (s.d.) in für den Druck 

     auf der Buchdruckpresse geeigneten Platten für den Hochdruck umzuwandeln.

    Das Vorhandensein von Schnelldruckpressen in der Staatsdruckerei St.Petersburg ist dokumentiert in "Friedrich Koenig und die Erfindung der Schnellpresse" von Theodor

    Goebel,2.Auflage, 1906, S.397: Die nächste Konstruktion von großer Bedeutung war die

    der einzylindrischen Zweifarbenmaschine, die von Wilhelm Koenig im Jahre 1864 erfun-den wurde.Sie war zugleich die tausendste in der Fabrik gebaute Schnellpresse..............

    ...............Sodann ging sie in die kaiserlichen Expedition zur Anfertigung der Wertpapiere

    in St.Petersburg.

    Verknüpfen Sie bitte diese Aussagen mit der Mitteilung des Fominschen Katalog-Hand-buches, "Briefmarken Rußlands 1908-1923", München 1997, Schlagwort Bogenrand-drucke (Bogenrandvermerke), S.16-18) und meinem vorigen Beiträgen "Russland unter die philatelistischen Lupe genommen/ 5.1-5-4 .

    Ich überlasse es den Rußlandsammlern über die Änderung der Bezeichnung Buchdruck in Lichthochdruck nachzudenken.

    le_hansi.


  • Russland unter die Lupe genommen/ 5.1 Die Herstellung der russischen Dauerserien/Buchdruck oder Lichtdruck

    • le_hansi
    • 12. August 2022 um 10:26

    Russland unter die philatelistische Lupe genommen/ 5.3 Der Lichtdruck russischer Dauerserien hinterfragt

    Die meisten Briefmarken-Kataloge bieten auf den Eingangsseiten so eine Art Einführung zum Basiswissen Philatelie an. Spezial-Kataloge sollten da etwas mehr tun. Im Michel Rußland-Spezial 2012, Seite 9, findet man unter Buchdruck u.a.:  ....folgende Erkennungsmerkmale: Quetschränder an Schrift und Linien....

    Auf Seite 36 selbigen Kataloges steht  unter 1908 die Erklärung zum Satz 63-76:

    Mi.Nr. 63-69 Bdr   Die 7 Marken sind erstmals in einem Druckgang hergestellt. Auffallend ist, dass nicht nur die Einzelmarke, sondern auch grössere Einheiten, selbverständlich auch der Postbogen, im Vergleich zu vorhergehenden Buchdruck-Marken, ungewöhnlich sauber, ohne die bekannten Druckmängel, ausgeführt sind.Auf der Rückseite erwartet man nun die zitierten Quetschränder  (zumindest des Markenrahmens).  Nur Puristen können in den zarten, durchgedrückten Rahmenlinien Quetschränder entdecken. Aber es sind Schattierungen zu erkennen. Auf der Suche nach einer Erklärung könnte der

    Rußland-Sammler auf das Basiswissen des Kataloges u.a. Seite 10, Lichtdruck, und nun versuchsweise das erkennbare Runzelkorn suchen. Sollte er dieses Markenbild finden, kann er sich glücklich schätzen. Also auch kein Lichtdruck ? Doch !! Die etwas "unglücklich" Defininition des Flachdruck-Verfahrens, Lichtdruck, stammt nicht aus einer Zeit, da man das Runzelkorn längst "überwunden" hatte. Dennoch ist der Michelkatalog richtig,  wenn er unter Flachdruck schreibt: Beim Flachdruck befinden sich druckende und nichtdruckende Flächen nahezu auf einer Ebene. Auch sollten man den Hinweis, dass auf eine beschichtete Glasplatte ein Briefmarken-Negativ belichtet wurde, dahingegen erweitern, dass die Glasplatte als Druckträger die

    Vorgängerin der Zinkplatte (Zinklichtdruck), der Kupferplatte(Kupferlichtdruck) und dem Stahlzylinder (Zylinderlichtdruck) war und sich für den industriellen Einsatz zur Herstellung von Briefmarken wenig eignete. Die Marken Mi.Nr. 63-69 sind nach meinen Untersuchungen auf einer Zylinderdruckpresse gedruckt worden. Nachdem sich meine Suche nach dem Maschinenhersteller aus der

    Wiener Gegend noch nicht bestätigt hat,  habe ich Hinweise, dass die Firma Bohn & Herber Maschinenfabrik Würzburg der Lieferant und Hersteller gewesen

    ist. Dazu war in einer Anzeige zu lesen, dass Bohn und Herbert nach Russland 24 Stück Schnellpressen mit zwangsläufiger Rollenbewegung (wahrscheinlich die Buchdruck-Schnellpresse für Stein-und Lichtdruck Nr.16 und/oder Nr.21) geliefert hat. Leider fehlen mir darüber die Baujahre der Pressen. Aus Vergleichen mit Standortmeldungen für Druckerei in Russland kann eine solche Maschinenanzahl nicht in russichen Privatdruckereien untergebracht worden sein. So ziehlt Aufstellungsort auf die Staatsdruckerei St.Petersburg. Hinweise und jeder Art sachlicher Kritik nehme ich gern entgegen.

    le_hansi

  • Welche Art von Druckpresse wurde für die Herstellung der 1. Freimarkenausgabe von Österreich verwendet?

    • le_hansi
    • 25. Juli 2022 um 15:28

    Hallo Bernhard,

    danke für die Antwort. Für meine "Arbeiten" ist jetzt nur die Anzahl und der Maschinentyp der Löserschen Druckpressen, welche nach Russland geliefert

    wurden, interessant. Und ich habe schon eine Spur. Zunächst will ich jedoch die

    Angelegenheit mit dem Lichtdruck abschliessen. Im Grunde genommen habe

    das schon längst erarbeitet. Das Hindernis hierzu ist bei mir wieder einmal die

    Software. Dazu will ich unbedingt Abbildungen bringen. Naja, ich hoffe meine

    Probleme in absehbarer Zeit zu lösen. Gruss, le_hansi

  • Russland unter die Lupe genommen/ 5.1 Die Herstellung der russischen Dauerserien/Buchdruck oder Lichtdruck

    • le_hansi
    • 20. Juli 2022 um 10:05

    Russland unter die philatelistische Lupe genommen/5.2 Die Herstellung der russischen Dauerserien im Lichtdruckverfahren

    Die vielen Sondernotierungen und Hinweise auf Grössenveränderungen,

    Neugravierungen, Abstandsverschiebungen usw.in Bezug auf die Dauer-serien Russlands habe ich seit vielen Jahren kritisch beobachtet. Die dazu abgegebenen Erklärungen sind oft unglaubhaft, auch wenn sie von Russ-landkennern abgegeben werden. Z.B. Warum sollte ein Auflagendruck unterbrochen werden um Abstände zwischen den Marken zu verändern (noch dazu uneinheitlich) ?!  Aus Papierersparnis ??? 

    Warum veränderte man die Grösse einer Marken während eines Auflagen-

    druckes ?! Warum gravierten man einer Marke neu, obwohl man auf galvanischen Wege schnell und kostengünstig ein Duplikat erstellen konnte ?!  Alle Antworten darauf haben mich nicht wirklich befriedigt. Eine

    kleine Randnotiz in einer alten Fachzeitschrift machte mich stutzig: Da stand, dass ein gewisser Scamoni aus St.Petersburg versuchte die be-

    lichtete Chromsilberschicht auf einem Stahlzylinder haltbar für den Druck zu machen. Das Thema war mir bekannt und die "halbe Druckerwelt" rang

     darum. Aber was hatte Scamoni mit einem Stahlzylinder vor ? Seine St. Petersburger Abteilung war doch vorwiegend mit Tiegeldruckpressen aus- gerüstet und die druckten im direkten Verfahren Tiegel gegen Druckfunda- ment, also flache Form gegen flache Form. Nur die Einfärbung wurde über

    spezielle Zylinderwalzen vorgenommen.

    Einen ersten Hinweis ergab sich aus der alten Druckherstellung der Ur-druckstöcke, bei den das Druckprofil mittels mehrfacher chemischer Ätzung herausgearbeitet wurde.Im Laufe des Herstellungsprozesses wur-den u.a. Abzüge zur Prüfung der Druckfähigkeit auf Hand-Abzugsappara-ten gemacht. In diesem Geräte wurde der im Druckrahmen eingeschos-sene Druckstock waagerecht eingelegt , der Stock eingefärbt, das Ab-zugspapier arretiert und darüber eine Zylinderwalze gezogen. In fast jeder Druckerei, die Druckstöcke herstellte, war eine solcher Apperat vorhanden.

    Eine solche Apparatur war nur für kleine Formate und sehr kleinen Auf-lagen (Einzelabzüge) zu gebrauchen. Später entwickelte man für grössere Formate und Auflagen unter Anpassung von Buchdruckermaschinen die

    Lichtdruckschnellpressen. Für kleinere Formate wurden Tiegeldruck- schnellpressen nach Art der "Amerikaner" und darauf für den typographi- schen Lichtdruck Pressen nach dem System Gally entwickelt. Der Übergang vom direkten Druck zum indirekten war damit vorgezeichnet.

    Und was hat das mit den russischen Briefmarken zu tun ? Die technischen Schwierigkeiten der Buchdruckpressen (Grosse Druckkraft, bedingte Formatgrösse u.a.) waren mit Ersatz des starren Tiegels unter Verwendung eines (oder mehrerer)Druckzylinders weitgehenst behoben.

    jetzt konnte man hergehen und die Formate der Dauerserien-Druckblöcke

    dem neuen Lichtdruckschnellpressen anpassen. Diese Anpassung ist in den heute vorliegenden Dauerserien-Bogen nachweisbar und sie unterscheidet sich deutlich von den vorangegangenen Serien. Dies werde ich in meinem nächsten Beitrag 5.3 erläutern. Dazu sollte man sich die

    Druckbogen der Michel-Nr. 63 - 69 einmal genauer ansehen. Diesen Bogen fehlt die charakteristischen Merkmale der vorhergehenden Serien und haben gleichzeitig neue. Einige der Bögen haben Rand- oder/und Farbstreifen, die keinesfalls von einer Druckplatte, sondern nur von einer sich bewegenden Walze, einem Druckzylinder, stammen. Aber nicht nur die genannten Mi.Nr, wurden mit Lichtdruckschnellpressen hergestellt.

    le_hansi


  • Welche Art von Druckpresse wurde für die Herstellung der 1. Freimarkenausgabe von Österreich verwendet?

    • le_hansi
    • 18. Juli 2022 um 17:12

    Hallo Berni17,

    vielen Dank für die Ausführungen. Seit vielen Jahren verfolge ich als Russlandsammler die Geschichte der Liberty-Tiegelpresse und erlaube mir ein paar Hinweise:

    Die Abbildung mit Text "Degeners und Weilers Tiegeldruck -Akzidentschnellpresss (Vertreter für Deutschland Alexander Waldow, Leipzig ) bedarf der Korrektur:

    Die Vertretung von Degeners Liberty wurde von der F.M.Weilers Liberty Machine

    Works GmbH Berlin SW, also dem Kompagnon Degeners, von 1881 bis 1897 wahr

    genommen. Es wurden drei Typen angeboten:

    die Original-Liberty für 4 Formaten,

    die Amateur für 5 Formate,

    die National (bis ca. 1910) Nr. 2 7" x 11"

    Nr. 2a 9" x 13"

    Nr. 3 10" x 15"

    Nr. 3a 11" x 17"

    Nr.4 13" x 19"

    Nr.5 15 1/2 x 22"

    Dazu liegen mir Kopien der Original-Unterlagen vor. Zu meiner Überraschung: In den vorgelegten oesterreichischen Dokumenten fehlt (oder habe ich wieder einmal nicht sorgfältig gelesen) die Erwähnung der LIBERTYSYSTEMFABRIK JOSEF ANGER UND SÖHNE, WIEN XVII Hernals, Hauptstrasse 122, Maschinenfabrik & Eisen -

    gieserei , welche ebenfalls die Liberty herstellte. Bis ca. 1910 wurden die Libertys von mehreren, deutschen Firmen produziert. Für Oesterreich liegen mir keine Da-ten vor. Dem Russlandsammler ist die Firma J.Anger und Söhne aus den Berichten Lobatschewskys bekannt. Petersburger Beamten aus dem Innenministerium haben die Wiener Firma kontaktiert. Im Übrigen: Das Netz ist voller Informationen zur Liberty Nr.2. Besonders die Videos, die Liberty Nr.2 in "Aktion" haben mir gefallen. Die Oesterreichische Staatsdruckerei war in vielerlei Hinsicht Vorbild für

    Petersburger Staatsdruckerei.

    le_hansi

  • Russland unter die Lupe genommen/ 5.1 Die Herstellung der russischen Dauerserien/Buchdruck oder Lichtdruck

    • le_hansi
    • 16. Juli 2022 um 10:28

    Meine Ausführungen im Philaforum haben mir von privater Sammlerseite Kritik eingebracht. Daher muss ich tiefer in die Herstellung der Frankatur-Herstellung einstiegen (Entschuldigung, es wird wieder langweilig). Da der Michel Rußland-Spezialkatalog 2012 auf Fomins Ausführungen in "Briefmarken Rußlands 1908 - 1923" hinweist, beginne ich mit Fomin "BOGENRANDDRUCKE(Bogenrandvermerke),ab Seite 16 :

    Кред. тип. - Fomin: Wertpapierdruckerei

    dies war eine Abteilung der Staatsdruckerei in welcher alle Staatspapiere (Aktien, Schuld-und Kreditscheine, aber Ukasze, behördliche Anordnungen, sowie sämtliche Administrationen der russischen Armee gedruckt wurden.

    Худ. тип. - Fomin: Kunstdruckerei, D.i. gut ausgestattete Privatdruckerei

    keinesfalls eine Privatdruckerei,

    " Художественная " eine Sonderabteilung der Staatsdruckerei, welche die besondere Gunst der Zaren (z.B. Nicolaus II.) genoss, da hier die am Hofe beliebten Duplikate der griechisch,römischen Plastiken ( also Nachbildungen ) auf galvanischen Wege hergestellt wurden. Da die Duplizierung von geeigneten Vorlagen (wie Glasplatten-Lichtdrucke von Briefmarken) auf Metalldruckplatten /

    Druckzylinder ebenfalls in galvanischen Verfahren (Scamonis Erfindung) hergestellt wurden, konnte der Monopol-Anspruch des imperialen Staates nur in einer Staatsdruckerei gesichert werden.

    Meine Untersuchungen der Bogenranddrucke zeigen das der Aufdruck Худ. тип  erstmals 1909 bei der 7 Kopeken mit

    Platten-Nr. 1-4, ausgeführt wurde, 1910 mit Platten-Nr. 1-5, 1911 habe ich bisher keinen Aufdruck gefunden, aber 1912 bei 25 und 10 Kopeken wieder vorzufinden ist. Inwieweit der Druck dieser Marken gesichert auf Lichtdruckma-schinen ( un dieser Hinweis fehlt bei der gesamten philatelistischen Literatur !) habe ich ebenfalls untersucht. Das Ergebnis werde ich einen meiner nächsten Beiträge mitteilen.

    Ihr le_hansi

  • Welche Art von Druckpresse wurde für die Herstellung der 1. Freimarkenausgabe von Österreich verwendet?

    • le_hansi
    • 16. Juli 2022 um 08:32

    Hallo, eine interessante Frage. Aber eine Maschine kann doch nicht einfach wegkommen. Dazu müsste es zumindest im Wiener Technikmuseum einen Ausgangs- oder Abgangsbeleg geben. Setze ich einmal voraus, dass die Tiegelpresse aus dem deutsch-oesterreichischen Sprachraum stammt, dann ist mit der Einführung der Presse eine Patentanmeldung erforderlich gewesen. Da der Zeitraum der Einführung die Patentanmeldung begrenzt und so viele Hersteller es nicht gegeben hat, wäre der Hersteller über die Patentanmeldung zu finden. Danach wäre die Spezifikation der Tiegeldruckpresse ein Leichtes.

    le_hansi

  • Russland unter die Lupe genommen /4 Die rautenförmigen Kreideaufdrucke ab 1908

    • le_hansi
    • 7. Juni 2022 um 11:47

    Russland unter die Lupe genommen /4.1 Nachtrag /Ergänzung zu rautenförmigen Kreiseauftdrucke ab 1908

    Auf private Nachfragen von Russlandsammlern zu o.g.Beitrag füge ich gern noch Einiges hinzu: Es wurde nach den von mir benannten SCAMONI gefragt. Georg Franz Scarmoni war von 1863 bis 1898 in der St.Petersburger Staatsdruckerei Leiter der lithographischen und photomechanischen Abteilung der Expedition für Staatspapiere (https://amburger.ios-regensburg.de), Geburts-Nationalität:Schweizer,geboren am 29.9.1835 in Würzburg, gestorben 17.2.1907. In Meyers Konversations-Lexikon, Band 8, Seite 8.355, Ausgabe 1888, steht  unter Heliographie die Kunst, mittels Photographie erzeugte Bilder direkte auf mechanischem Wege

    durch Druckerschwärze und Presse zu vervielfältigen, zerfällt in der Hauptsache nach in drei  verschiedenen Methoden, je nachdem  die Druckplatte durch Ätzen, durch Reaktion oder durch Abformen hergestellt wird..............Die dritte Art des Verfahrens,Heliogravüre oder Photogravüre (Kupferlichtdruck) genannt, von Rousselon erfunden, ist von Scamoni in Petersburg, neuerdings aber besonders in Pariser,Wiener und Berliner Ateliers so vervollkommt worden, dass die Heliogravüre gegenwärtig hinsichtlich der Treue in der Wiedergabe des Objektes das vollkommenste mechanische Reproduktionsmittel ist (Ende Zitat).

    Scamoni versuchte u.a. einen Druckzylinder aus Eisen(Legierugn) auf galvanischen Wege herzustellen, um dauerhafte, für grosse Auflagen halt- und belastbare Zylinder zu erhalten.

    Eine weitere Nachfrage ergab die Bezeichnung rautenförmiger Kreidaufdruck und der von mir gern verwendete Netzaufdruck. Der Kreideaufdruck ist nicht zu verwechseln mit dem Druckvorgang auf Chromopapier (Kreidepapier), s.hierzu Geschichte der Druckverfahren,Teil III,Seite 164, Lichtdruck, Ausgabe 1938. Auch habe ich nicht erwähnt, das sich der Netzaufdruck langfristig nicht durchsetzte. In Bezug auf die philatelistsichen Interessen ist,dass der Netzaufdruck nciht wirklich die Eigenschaften hatte, die man sich davon versprach. Den meisten Russlandsammlern ist der weisse, rückseitige Netzaufdruck auf postfrischen Russlandsmarken bekannt. Nicht abgetrocknete Gummierung wiederstand dem härteren Netzaufdruck nicht und bildete daher dessen Profil auf den zu oberst liegenden Bogen ab. Nicht sicher belegen kann ich die Herkunft/Entstehung der farbigen Netzaufdrucke. Diese sind mir bekannt in rot-blassrot, gelb und dunkelbraun bis schwarz. Auffallend ist, dass ich diese Farbe vorwiegend auf Infla-Belegen vorgefunden habe. Alterserscheinungen schliesse ich wegen den mehrfachen Farben aus. Es könnte sich um fehlerhafte Materialzusammensetzung des Netzaufdruckes handeln. Aber über das tatsächliche Ende des Netzaufdruckes ist mir nichts bekannt. Eine Möglichkeit sehe ich in der industriellen Verwendung der Analinfarben, welche während des Druckvorganges schnell abtrockneten und den Netzaufdruck überflüssig machten.

    Gutmeinende Russlandsammler verdächtigten mich letztens der Abneigung gegenüber dem  Eduard Fomin. Er hat sich mit seinem Katalog-Handbuch viel Mühe gemacht. Das muss man ihm erst einmal nachmachen ! Aber der Eduard hatte wenig, ganz wenig,kaum.... Ahnung vom Drucken. Sein früherer Mentor, ein Münchner Briefmarken-Grosshhändler, hat dies auch nicht geändert. Herbert Giese bat mich eindringlich:"Laß den Fomin in Ruhe". Dennoch betrugen meine Telefonrechnungen monatlich in den Jahren 1975 / 76 oft über 250,- DM (nur Fomin-Gespräche).


  • Russland unter die Lupe genommen /4 Die rautenförmigen Kreideaufdrucke ab 1908

    • le_hansi
    • 5. April 2022 um 10:09

    Es ist doch seltsam.Jetzt habe ich versucht das Thema im Pfilaforum zu finden.Nichts darüber.Daher die Kataloge,Spezialhandbücher 

    und sonstigen Artikel durchforstet.Nichts ?! Immer wieder die gleiche Erklärung über die Fälschungsvorsorge.Zumindest der Eduard

    Fomin, Katalog-Handbuch "Briefmarken-Rußlands 1908-1923, S.15,hat so seine Bedenken. und die hat er von mir.Allerdings habe ich

    ihm damals nicht die fachtechnische Erklärung gegeben.

    Der Ursprung ist zu finden in den letzten Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts, da in vielen Postanstalten der Ruf nach Erhöhung der Auf-

    lagenzahlen laut wurde. So auch im kaiserlichen Russland. Die hatten alle ein "kleines" technisches Problem, denn sie sollten mit der

    gleichen Maschinenleistung mehr Wertzeichen drucken. Aber so einfach ging das nicht. Die Maschinenleistung konnte man ggf. noch er-

    höhen, aber dafür trocknete die Druckfarbe nicht so schnell ab. Die frisch erstellten Druckbogen wurden (ob Hand- oder Maschinenablage)

    auf Stabel abgelegt und so verschmierte der zu unterst abgelegte Bogen den darauf abgelegten. Also musste man zusätzlich einen Ar-

    beiter einstellen, der zunächst einen neutralen Bogen zwischen die frisch gedruckten Bögen legte und später wieder entfernte (Einschießen

    und Ausschießen genannt). Genau das war der Knackpunkt : Kosten und Zeitaufwendungen stiegen beträchtlich. Diese Alternative war

    für die Petersburger Staatsdruckerei nicht annehmbar. Besponders da man mit der neuen Dauerserie (Mi.63-76) und dem neueingeführ-

    tem Druckverfahren, dem Lichthochdruck, noch genügend Schwierigkeiten hatte. Verständlich, das man das Verschmieren und Ziusam-

    menkleben der Bögen verhindern musste und begann zu experimentieren. Ganz im Geiste Scarmonis versuchte man zunächst Verände-

    rund der Farben (Farbpigmente und Hilfsstoffe), dann durch Einpudern und schliesslich durch einen Netzauftrag das Problem zu lösen.

    Ich gehe davon aus das bis zur industriellen Verwendung des Netzaufdruckes mehr Zeit als geplant vergangen ist. So das der Andruck der

    neuen Dauerserie gestartet werden musste, allerdings ohne den Netzaufdruck. Die Philatelisten haben dies wohl entdeckt, aber unter

    sonstiger Abart mit der Begründung Kreideaufdruck fehlend katalogisiert. Es wurde also ein ganzer Auflagendruck als sonstige Abart

    qualifiziert. Dabei spielte es keine Rolle, das die Auflage wahrscheinlich sehr gering war.

  • Russlands Wappenmarken: eine kaum bekannte Besonderheit

    • le_hansi
    • 8. Februar 2022 um 15:45
    Zitat von 241264hsv-fan

    Die vertauschte Druckreihenfolge zeigte ich bisher nur auf Nr. 18. Dieses Phänomen kommt auch auf vielen späteren Marken vor. Jedoch ist es besonders auf den einfarbigen Briefmarken dieses ohne dem bewaffneten Auge meist nur schwer zu erkennen.

    Hier habe ich eine Nr. 32. Leider bekomme ich keinen besseren Scan hin. Ich denke aber, das man es durchaus erkennen kann.

  • Russland: Freimarken 1889 - 1906

    • le_hansi
    • 6. Januar 2022 um 19:44

    Andreaskreuze ??

    Mea Culpa . Natürlich muss es Andreaskreuze heissen, Entschuldigung !

  • Russland: Freimarken 1889 - 1906

    • le_hansi
    • 6. Januar 2022 um 13:34

    Russland unter die Lupe genommen..Die Leerfeldkombinationen

    241264 hsv-fan zeigt in seinem Beitrag vom 4.12.2017  #2 die Grundanordnung der Mi.61 und 62, deren Bogenränder rundherum mit den Leerfeldern (in Form eines V-Winkels) bedruckt sind. Nachdem die Markenanzahl auf 50 Stück im Bogen erhöht wurden,sind die Leerfelder in den Bögen,mit jeweils 3 Farbkontrollzeichen (je oben und unten) bedruckt (Mi.Nr.77 -81).  Ich habe darüber alles Mögliche gelesen und nur nichts zutreffendes. Meines Wissens stellte kein Sammler erschöpfend die Frage nach dem Grund dieser Leerfeldkompinationen (s.auch Fomin,S.39-40). Wer und Warum wurden bei einem 5x5 Bogen die Randfelder vollständig mit einem einfachen V, und die 50 Bogen mit jeweils 3 Alexanderkreuzen bedruckt ? Warum beidem einem Rundherum und bei dem Anderen oben und unten  ? Hätten die nicht auch irgendwo in den Markenfelder plaziert werden können ? Auf der Suche nach der Antwort stieß ich schon in den 70er  Jahren auf Mi.Nr. 61 / 62 wurden auf Tiegeldruckpressen mit System  Liberty-Presse (Herstellungsjahre in den USA etwa 1875 bis 1890, in Deutschland vertrieben von F.M.Weilers,Liberty Machine Works GmbH Berlin SW) und die Mi.Nr. 77-81 auf Tiegeldruckpressen mit System Gally ( von Rockstroh & Schneider Dresden/Heidenau, D.R.P.Nr.51917) in der VICTORIA-Lieferkette (viele Modellvarianten) gedruckt wurden. Die wesentlichen System-Unterschiede liegen in der Fundament-Tiegelführung der Systeme. Die LIBERTY arbeitete nach der Art eines aufgeschlagenen Buches, in dem der zu bedruckende Bogen gelegt wurde. Die VICTORIA's mit anderer Tiegelführung: der Tiegel mit dem eigelegten Bogen presste paralell auf das feststehende Fundament, das die Druckstöcke einschloss. Die Liberty war von vorherein für kleinformatige Akzidenzdrucke ausgelegt. Die Victorias ebenso, konnten aber bis zu einer gewissen Grenze erweitert werden.Daraus ergaben sich ein wesentliches mechanisches Problem : Jede Druckform benötigt zu ihrem einwandfreien Ausdrucken ein ganz bestimmte Druckspannung..........Die Druckform ist also eben, das Druckfundament, auf dem sie ruht,ebenso, und der bewegliche Drucktiegel,der die notwendige Pressung erzeugt,ist ebenfalls eine ebene Fläche. Die Druckdauer ist hier am längsten,aber die Gesamtdruckkraft muss ausserordentlich hoch sein ( !! ), da die ganze Formfläche auf einmal abgedruckt wird. ** Auszug aus Die Druckmaschinen des Graphischen Gewerbes, 1,Band, Die Flachformmaschinen des Hochdruckes,1951, S.4+5.                     Dies bedeutet für den Druck von Briefmarken, die Erhöhung der Markenanzahl im Bogen erforderte eine Erhöhung der Maschinendruckspannung ,deren Grenze sich in der damaligen Zeit in den technischen Möglichkeiten fand.Der Druck wurde mit fortschreitender Markenanzahl besonders an den Rändern des Markendruckes ungleichmässiger. Die Übertragung der Farbe auf das Markenpapier wurde u.a.  damit ebenfalls ungleichmässiger. Es galt also das richtige Verhältnis zwischen Maschinendruck, Papier und Farbe zu finden. Dieses vermeinte man in der Randpositionen  der sogenannten Leerfelder als Kontrollfarbfelder zu finden. Da dies in der Zurichtung der Maschine zu Beginn des Auflagendruckes ausserordentlich Zeit-, Material- und Personalaufwendig war, entstanden viele,viele Fehldrucke bis das Gleichgewicht hergestellt war.                                                                                                                                                                                                                                                        So das war es.                  

  • Russlands Wappenmarken: eine kaum bekannte Besonderheit

    • le_hansi
    • 27. Dezember 2021 um 17:29

    Russland Mi.Nr.78 A - 78 D x/y ( bei Fomin Nr.79,S.37 etc.) unter die Lupe genommen

    Sowohl im Michel-Katalog Russland , als auch bei Fomin steht ergänzend zur Farbbeschreibung: Töne . Es existieren tatsächlich über die gesamte Auflage 78 A-D zwei Farbtöne, hellgrün und dunkleres Grün im Wappen-Oval. Fomin (S.38) belässt es bei einer Zähnung von 13 1/2, was natürlich unzureichend ist. Michel Katalog ist da besser, wenn auch die 78 D mit KS 13 1/2 x 13 1/4 nur schlecht vermessen ist. Erlassen sie mir bitte die Fominsche Lehrfeldkompination-Beurteilung (S.39). Immerhin verweist Fomin auf die allseits bekannten Zähnungsprobleme (S.50) bei den Werten 1 Rubel, 3,50 Rubel, 5 Rubel und 7 Rubel in der Zähnung 12 1/2 ( wieso nur diese Zähnung ?) und erklärt dies mit dem Versuch die Zähnungsprobleme durch Verzicht auf normal-breite Markenränder lösen zu können. Dies ist dermassen "unscharf" beschrieben, dass diese Umschreibung genauer zu definieren ist: Vorausschickend ist festzustellen, dass keine der Marken 78 A - D in ihrem ursprünglichen Format 25,0 mm Breite x 29,4 mm Höhe (+/- 0,04 mm) verändert wurde. Auch eine Neu-Klischierung (Lobatschewski) wurde nicht vorgenommen. Anderenorts wird auf eine

    Neugravierung hingewiesen, Dies ist unrichtig: im Buchdruck wurden die Klischees geätzt (Hochdruck) und nicht in die nichtdruckenden, tiefer liegenden Klischee-Ebe-nen graviert.

    Verändert wurde bei Mi.Nr. 78 Ax und 78 D y nur die senkrechten Stegbreiten zwischen den Marken und zwar von 3,16 mm auf 1,00 mm. Die oberen und unteren Stege ( 3,16 mm +/- 0,05 mm ) wurden nicht verändern. Bei den Mi.Nr. 78 Bx und 78 Cx habe ich keine Stegveränderung feststellen können. Unabhängig von der Be-wertung der Töhnungsunterschiede ergeben sich damit deutlich feststellbare 2 Bogentypen:

    a. Bogen mit senkrechter Stegbreite 3,16 mm b. Bogen mit senkrechter Stegbreite 1,00 mm Die Einzelmarken sind sehr leicht voneinander zu unterscheiden: Typ a. hat bei ordnungsgemässer Zähnung rundherum einen weissen Randstreifen,

    Typ b. hat keinen weissen Randsstreifen, oft ist in den Rahmendruck hineingezähnt.

    Die rechnerisch erwünschte Papierersparnis ist nicht erreicht worden. Durch das senkrechte Zusammenrücken ist die Verkleinerung des Druckblockes erreicht, welches wegen der parallelen Druckart, Fundament auf Tiegel, eine verringernde Druckspannung zulässt. Dies wiederum kommt einem gleichmässigen Markendruck zugute.

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