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Russland unter die Lupe genommen /4 Die rautenförmigen Kreideaufdrucke ab 1908

  • le_hansi
  • 5. April 2022 um 10:09
  • le_hansi
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    17. Januar
    • 5. April 2022 um 10:09
    • #1

    Es ist doch seltsam.Jetzt habe ich versucht das Thema im Pfilaforum zu finden.Nichts darüber.Daher die Kataloge,Spezialhandbücher 

    und sonstigen Artikel durchforstet.Nichts ?! Immer wieder die gleiche Erklärung über die Fälschungsvorsorge.Zumindest der Eduard

    Fomin, Katalog-Handbuch "Briefmarken-Rußlands 1908-1923, S.15,hat so seine Bedenken. und die hat er von mir.Allerdings habe ich

    ihm damals nicht die fachtechnische Erklärung gegeben.

    Der Ursprung ist zu finden in den letzten Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts, da in vielen Postanstalten der Ruf nach Erhöhung der Auf-

    lagenzahlen laut wurde. So auch im kaiserlichen Russland. Die hatten alle ein "kleines" technisches Problem, denn sie sollten mit der

    gleichen Maschinenleistung mehr Wertzeichen drucken. Aber so einfach ging das nicht. Die Maschinenleistung konnte man ggf. noch er-

    höhen, aber dafür trocknete die Druckfarbe nicht so schnell ab. Die frisch erstellten Druckbogen wurden (ob Hand- oder Maschinenablage)

    auf Stabel abgelegt und so verschmierte der zu unterst abgelegte Bogen den darauf abgelegten. Also musste man zusätzlich einen Ar-

    beiter einstellen, der zunächst einen neutralen Bogen zwischen die frisch gedruckten Bögen legte und später wieder entfernte (Einschießen

    und Ausschießen genannt). Genau das war der Knackpunkt : Kosten und Zeitaufwendungen stiegen beträchtlich. Diese Alternative war

    für die Petersburger Staatsdruckerei nicht annehmbar. Besponders da man mit der neuen Dauerserie (Mi.63-76) und dem neueingeführ-

    tem Druckverfahren, dem Lichthochdruck, noch genügend Schwierigkeiten hatte. Verständlich, das man das Verschmieren und Ziusam-

    menkleben der Bögen verhindern musste und begann zu experimentieren. Ganz im Geiste Scarmonis versuchte man zunächst Verände-

    rund der Farben (Farbpigmente und Hilfsstoffe), dann durch Einpudern und schliesslich durch einen Netzauftrag das Problem zu lösen.

    Ich gehe davon aus das bis zur industriellen Verwendung des Netzaufdruckes mehr Zeit als geplant vergangen ist. So das der Andruck der

    neuen Dauerserie gestartet werden musste, allerdings ohne den Netzaufdruck. Die Philatelisten haben dies wohl entdeckt, aber unter

    sonstiger Abart mit der Begründung Kreideaufdruck fehlend katalogisiert. Es wurde also ein ganzer Auflagendruck als sonstige Abart

    qualifiziert. Dabei spielte es keine Rolle, das die Auflage wahrscheinlich sehr gering war.

  • le_hansi
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    17. Januar
    • 7. Juni 2022 um 11:47
    • #2

    Russland unter die Lupe genommen /4.1 Nachtrag /Ergänzung zu rautenförmigen Kreiseauftdrucke ab 1908

    Auf private Nachfragen von Russlandsammlern zu o.g.Beitrag füge ich gern noch Einiges hinzu: Es wurde nach den von mir benannten SCAMONI gefragt. Georg Franz Scarmoni war von 1863 bis 1898 in der St.Petersburger Staatsdruckerei Leiter der lithographischen und photomechanischen Abteilung der Expedition für Staatspapiere (https://amburger.ios-regensburg.de), Geburts-Nationalität:Schweizer,geboren am 29.9.1835 in Würzburg, gestorben 17.2.1907. In Meyers Konversations-Lexikon, Band 8, Seite 8.355, Ausgabe 1888, steht  unter Heliographie die Kunst, mittels Photographie erzeugte Bilder direkte auf mechanischem Wege

    durch Druckerschwärze und Presse zu vervielfältigen, zerfällt in der Hauptsache nach in drei  verschiedenen Methoden, je nachdem  die Druckplatte durch Ätzen, durch Reaktion oder durch Abformen hergestellt wird..............Die dritte Art des Verfahrens,Heliogravüre oder Photogravüre (Kupferlichtdruck) genannt, von Rousselon erfunden, ist von Scamoni in Petersburg, neuerdings aber besonders in Pariser,Wiener und Berliner Ateliers so vervollkommt worden, dass die Heliogravüre gegenwärtig hinsichtlich der Treue in der Wiedergabe des Objektes das vollkommenste mechanische Reproduktionsmittel ist (Ende Zitat).

    Scamoni versuchte u.a. einen Druckzylinder aus Eisen(Legierugn) auf galvanischen Wege herzustellen, um dauerhafte, für grosse Auflagen halt- und belastbare Zylinder zu erhalten.

    Eine weitere Nachfrage ergab die Bezeichnung rautenförmiger Kreidaufdruck und der von mir gern verwendete Netzaufdruck. Der Kreideaufdruck ist nicht zu verwechseln mit dem Druckvorgang auf Chromopapier (Kreidepapier), s.hierzu Geschichte der Druckverfahren,Teil III,Seite 164, Lichtdruck, Ausgabe 1938. Auch habe ich nicht erwähnt, das sich der Netzaufdruck langfristig nicht durchsetzte. In Bezug auf die philatelistsichen Interessen ist,dass der Netzaufdruck nciht wirklich die Eigenschaften hatte, die man sich davon versprach. Den meisten Russlandsammlern ist der weisse, rückseitige Netzaufdruck auf postfrischen Russlandsmarken bekannt. Nicht abgetrocknete Gummierung wiederstand dem härteren Netzaufdruck nicht und bildete daher dessen Profil auf den zu oberst liegenden Bogen ab. Nicht sicher belegen kann ich die Herkunft/Entstehung der farbigen Netzaufdrucke. Diese sind mir bekannt in rot-blassrot, gelb und dunkelbraun bis schwarz. Auffallend ist, dass ich diese Farbe vorwiegend auf Infla-Belegen vorgefunden habe. Alterserscheinungen schliesse ich wegen den mehrfachen Farben aus. Es könnte sich um fehlerhafte Materialzusammensetzung des Netzaufdruckes handeln. Aber über das tatsächliche Ende des Netzaufdruckes ist mir nichts bekannt. Eine Möglichkeit sehe ich in der industriellen Verwendung der Analinfarben, welche während des Druckvorganges schnell abtrockneten und den Netzaufdruck überflüssig machten.

    Gutmeinende Russlandsammler verdächtigten mich letztens der Abneigung gegenüber dem  Eduard Fomin. Er hat sich mit seinem Katalog-Handbuch viel Mühe gemacht. Das muss man ihm erst einmal nachmachen ! Aber der Eduard hatte wenig, ganz wenig,kaum.... Ahnung vom Drucken. Sein früherer Mentor, ein Münchner Briefmarken-Grosshhändler, hat dies auch nicht geändert. Herbert Giese bat mich eindringlich:"Laß den Fomin in Ruhe". Dennoch betrugen meine Telefonrechnungen monatlich in den Jahren 1975 / 76 oft über 250,- DM (nur Fomin-Gespräche).


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