So, nachdem ich mich wieder beruhigt habe, ein weiterer 6 Kr-Brief:
Vom 26. Nov. 1850 von München nach Nürnberg, frankiert mit einer MiNr 4 Pl. 1, entwertet mit dem gMR 217 von München.
Offenbar nicht für ausreichend entwertet erachtet, wurde die Marke noch mit einem zusätzlichen Federzug bedacht, um eine mögliche Zweitverwendung zum Schaden der Post auszuschliessen. Der Federzug stammt wohl vom Nürnberger Postbeamten, da der Münchener - hätte er Bedenken bzgl. einer ungenügenden Entwertung gehabt - wohl einen zweiten Mühlradabschlag plaziert hätte.
Denkbar wäre auch die Praktik der aus der ersten Jahreshälfte stammende Gewohnheit, laut Postverordnung den Kontrollfederzug anzubringen. Diese Gepflogenheit dürfte aber Ende 1850 eher die Ausnahme gewesen sein...
Bayern - 6 Kr. braun 4 II - Platte 1?
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Hallo mikrokern,
der Kontrollstrich wurde in Nürnberg angebracht. Nur dort hatte man die blau-grau-schwarze Tinte, die typisch ist für die frühen Fünfziger Jahre.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Zitat
Original von bayern klassisch
Hallo mikrokern,der Kontrollstrich wurde in Nürnberg angebracht. Nur dort hatte man die blau-grau-schwarze Tinte, die typisch ist für die frühen Fünfziger Jahre.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo bayern klassisch,
Dein Wissen ist ja unerschöpflich

Wie lange muss man wohl die bayerischen Postverhältnisse des 19. Jahrhunderts studiert haben, um die Farbe der Nürnberger Tinte parat zu haben. Kannst Du auch was zu Geruch und Geschmack sagen?
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Hallo mikrokern,
danke, danke, zuviel der Ehre.

Die Tinten damals waren entweder schwarz oder sepiafarben.
Nur wenige Expeditoren strichen noch nach Einführung der Mühlräder die ordentlich entwerteten Marken durch.
In einem Artikel der ARGE Bayern klassisch () vor 1,5 Jahren wurde auf diese Besonderheit hingewiesen.

Einfach mal nachlesen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo bayern klassisch,
mach ich!
Aber auf die Schnelle: hat der Nürnberger diese Federzug-Nachkontrolle regelmässig bis Ende 1850 gemacht? Ist der also bekannt dafür?
Gabs andere, die das auch noch regelmässig durchgeführt haben? -
Hallo mikrokern,
diese Entwertungen sind regelmässig nur von Nürnberg bis Ende 1852 belegt. S. RB Nr. 50.
Dies betraf aber nur die Transit- und Abgabepoststücke, nicht die Sendungen, welche in Nürnberg aufgegeben worden waren.
Ein paar kleine Expeditionen strichen noch bis Ende 1851 mehr oder weniger regelmässig die Marken durch, weil man die VO, die das Durchstreichen der Marken vorgab, nie offiziell außer Kraft gesetzt hatte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo mikrokern,
Glückwunsch zum gezeigten Brief München - Nürnberg.
Passend zu Deinem Brief mit dem Nürnberger Portokontrollstrich auch von mir ein Brief vom 6.12.1851; also ein gutes Jahr später (2. Entfernungszone und 2. Gewichtsstufe).
Der Brief zeigt deutlich, dass es hier nichts mehr zu entwerten gab. Die Tintenstriche sollten nur dokumentieren, dass das geklebte Franko stimmte.
Viele Grüße
bayern-kreuzer -
Hallo Bayern-Kreuzer,
vielen Dank für das Zeigen Deines schönen Briefes!

Und auch die Federzugfarbe stimmt, wie von bayern klassisch ausgeführt, ergo passt alles mit allem zusammen... -
Hallo,
ich habe hier zwei ungebrauchte 4II.
Ich denke Platte 2 und 3. Seht ihr das genauso?
Bei näherem Betrachten der Platte 2 kann man hellbraune Schatten erkennen.
Für mich sieht das wie ein Doppeldruck aus. Gibt es so was bei 4II?
Oder hat jemand eine andere Erklärung für das seltsame Druckbild?
Viele Grüße
Sepp -
Hallo Sepp,
mit deiner Plattenzuordnung liegst du richtig.

Ich halte das nicht für einen Doppeldruck, weil es das nicht gab, dass man einen Druckbogen zweimal in die Kniepresse eingelegt hätte (nicht mal beim Oktoberfest).

Es wird wohl ein kleiner Mangel im Druckverfahren sein, den man aber erst mal finden muss (ich kenne ihn so nicht).
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo bayern klassisch,
danke für deine Einschätzung. Immerhin stimmt meine Plattierung...
Ich hatte mir den Doppeldruck so vorgestellt:
Nach 4 Maß Oktoberfest-Bier ist dem Drucker die Presse mit einem Rest Farbe aus der Hand gerutscht und zugeknallt. Nachdem er sein Missgeschick bemerkte hat er in den hellbraunen Farbtopf gegriffen und die Stöckel frisch bepinselt und nochmal - mit mehr Druck -zugepresst...

Weitere Ideen?
Frohe Ostern!!!
Sepp -
Hallo zusammen!
Ebenfalls noch vom heutigen Tauschtag hier ein Brief mit einer 4 II1 - ziemlich farbsatt, mit GMr. 243 von Nürnberg, gelaufen am 02.02.1853 nach Mittenwald - siegelseitig keine Stempel.
Schöne Grüße vom
bayernfarbenvielfaltverrückten
Bayern-Nerv -
Hallo Freunde
Jetzt ist es endlich noch ein 6 Kreuzer in meine Sammlung gekommen.
Der Brief ist von Vilsbiburg nach Tölz der 6.12.1852 gelaufen. Leider gibt es kein Ankunftsstempel zu sehen, so wenn der Brief angekommen ist, wage ich nicht zu sagen. Von dem Laufweg kann ich auch nichts sagen.
Bayern-Nerv
Ob die Marke farbübersättig ist oder ob es schlechter Druck ist, wage ich nicht sicher zu sagen. Aber ich denke eher mehr Richtung schlechter Druck. Hier kann vielleicht ein Experte oder zwei etwas mehr sagen.
Danke fürs Zeigen.
Viele Grüsse
Nils -
Hallo Nils,
wo ist der Brief?

Hallo Bayern-Nerv,
da war nur etwas zuviel Farbe im Spiel - nichts besonderes also.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo bk
Verstehe nicht die Frage

Ist jetzt da.Viele Grüsse
Nils -
Hallo Nils,
sehr schönes Stück - was steht in ihm drin? Wenn er nach Tölz lief, freut es auch unseren P-K zu lesen, was da steht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo Freunde
Ich zeige ja hier gern den Text.
Für den Tölzer und für die anderen
Schwierig zu lesen, ich bin noch nicht durch

Viele Grüsse
Nils -
Hallo zusammen!
Hier noch ein Neuzugang vom heutigen Tauschtag für die Nummernstempelsammlung GMr. 61 Ebermannstadt, leider rückseitig keine Stempel oder Vermerke.
Schöne Grüße vom
bayernfarbenvielfaltverrückten
Bayern-Nerv -
Hallo,
ein schmuckes Briefchen aus Deidesheim nach Alsange vom 1.10.1856 über Forbach und Paris per Bahnpost zeigt eine 12 Kr. Frankatur, wovon die linke Marke aus der Bogenecke, die rechte (einst daneben) vom Unterrand stammt.
3 Kr. für Bayern gab es für Pfalzbriefe bis 1/2 Loth und 9 Kr. für Frankreich ins Hinterland wie hier.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo zusammen!
Nachdem @bk vorher hier ein schmuckes Sahnebriefchen gezeigt hat, kommt hier wieder mal ein ganz einfaches Stück auf Brief vom 19.02.1861 von Fürth nach Kreutzhütte b. Waldmünchen (muss ich irgendwo noch ein passendes Brüderchen zu haben).
Beim heutigen Tausch in Oberhausen war die bayrische Ausbeute ansonsten ziemlich gering.Schöne Grüße vom
bayernfarbenvielfaltverrückten
Bayern-Nerv -