Es lohnt sich unscheinbare Briefe mitzunehmen.Hier ein Stück aus der Eurokiste.
Wert laut Stempelkatalog: 100 Euro
Stempel Kondra-Irangi
Es lohnt sich unscheinbare Briefe mitzunehmen.Hier ein Stück aus der Eurokiste.
Wert laut Stempelkatalog: 100 Euro
Stempel Kondra-Irangi
Hi!
Es ist zwar nur ein Ganzsachenausschnitt mit 2 pfennig Reichspost, aber es würde mich trotzdem interessieren, was dies für ein Stempel ist!? Es scheint mir "Tanga" zu heißen! Kann mir da jemand weiterhelfen?
Thanks jojo30
ist ein stemel aus den dt. kolonien (deutsch ostafrika)
stimme woermi zu,
stammt aus der Zeit ab 1890 - bis ca. 1895
Hi!
Vielen Dank!
Gibt es für solche Sachen Interessenten?
Gruß
Hallo Jojo,
eigentlich nicht, da Ganzsachenauschnitte nicht mehr gesammelt werden. Dein Stück ist nur interessant, weil die Karte nie in den Kolonien ausgegeben wurde. Als Ausschnitt wirst Du nicht viel bekommen.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Lars
wie kann denn ne Karte die nie in den Kolonien ausgegeben wurde mit nem Kolonien Stempel gestempelt sein hat er die mitgenommen oder wurden die Kolonien in Deutschland gestempelt?
Saschjohn: Vorläufer und später Mitläufer. Man hat dann Marken bzw. Ganzsachen aus Deutschland mitgenommen, bevor man eigene länderspezifische Marken gedruckt hat, die eigenen Marken etc. benutzt.
mitgenommen oder antwortkarte, oder für philatelistische zwecke runtergeschickt und dort stempeln lassen...
kolonien wurden "echt" nie in deutschland gestempelt...
@asmo: 1900 gabs schon eigene markenausgaben für DOA, daher Mitläufer...
aha danke wieder was gelernt
ZitatVon woermi: @asmo: 1900 gabs schon eigene markenausgaben für DOA, daher Mitläufer...
ZitatSaschjohn: Vorläufer und später Mitläufer. Man hat dann Marken bzw. Ganzsachen aus Deutschland mitgenommen, bevor man eigene länderspezifische Marken gedruckt hat, die eigenen Marken etc. benutzt
woermi: Meine Antwort war nur allgemein gehalten. Siehe meine Antwort: "... Vorläufer und später Mitläufer"
mir gings nur um die Frage ob die in Deutschland oder in DOA gestempelt wurden...aber klar was woermi schreibt ist logisch mitgenommen ![]()
Am 23.7.1890 verließ der erste Reichspostdampfer "Reichstag" die Heimat von Hamburg nach Delagobay. Mit dem Schiff fuhr Postsekretär Steinhagen aus Berlin, um in Sansibar eine deutsche Postagentur einzurichten (27.8.1890). Auf dieser Fahrt wurden Rotterdam, Lissabon, Neapel, Port Said, Suez, Aden, Sansibar, Daressalam, Lindi und Mozambique angelaufen. Die Briefpost aus Deutschland wurde in Neapel aufgenommen (Amtsblattverfügung 52 vom 1.7.1890). Die Dampfer verkehrten anfangs monatlich einmal; außerdem wurden zur Postbeförderung nach Deutschland und anderen Ländern britische, fanzösische und portugiesische Dampfer benutzt. Nach Abtretung der Insel Sansibar an England am 4.11.1890 wurden die Fahrten von Daressalam aus begonnen. Zunächst verkehrten auf der Hauptlinie nach Afrika die beiden Dampfer "Reichstag" und "Bundesrath" alle zwei Monate; im Jahre 1896 verkehrten 6 Schiffe auf der Linie von Hamburg nach Durban durch den Suezkanal dreiwöchentlich; zwei neue Doppelschraubendampfer versahen den Liniendienst zwischen Hamburg und Durban und Delagoabay alle 14 Tage. Auf Grund des erneuerten Postsubventionsvertrages vom 9./20. Juli 1900, der am 1.4.1901 in Kraft trat und bis 31.3.1916 gelten sollte wurde 1901 die Rundfahrt um Afrika aufgenommen. Die Beihilfe aus Reichsmitteln betrug 1,3 Millionen Mark jährlich und war für 15 Jahre vorgesehen. So entstanden die folgenden Verbindungen:
1. Östliche Rundfahrt um Afrika von Hamburg durch den Suezkanal nach Deutsch-Ostafrika und über Kapstadt zurück nach Hamburg (vierwöchentlich).
2. Westliche Rundfahrt von Hamburg über Kapstadt nach Deutsch-Ostafrika und zurück durch den Suezkanal über Tanger nach Hamburg (vierwöchentlich).
3. Zweiglinie von Hamburg über Genua durch den Suezkanal nach Häfen in Deutsch-Ostafrika und weiter bis Beira; zurück über Deutsch-Ostafrika durch den Suezkanal n ach Hamburg (vierwöchentlich).
Statt der bisherigen Dampfer von 2200 BRT wurden Schiffe von 5000 BRT vorgesehen.
Trotz der Beihilfe aus Reichsmitteln konnte die Gesellschaft ihren Aufgaben nicht gerecht werden; sie sah sich gezwungen, das Aktienkapital von 5 Millionen Mark auf 10 Millionen Mark zu erhöhen. Für Dampferneubauten mußte die Reederei in fünf Jahren allein 20 Millionen Mark verausgaben. Am 16.4.1901 verließ der Dampfer "Kanzler" Hamburg zur ersten westlichen Rundfahrt; im Juli wurde auch die östliche Rundfahrt aufgenommen. Wie stark der Wettbewerb um 1900 war, erhellt aus der Tatsache, daß 26 deutschen Dampfern in der Rundfahrt 65 englische Dampfer gegenüberstanden. Im Jahre 1906 unterhielt die "Deutsche Ost-Afrika-Linie" folgende Linien:
1. eine vierwöchentliche Post- und Passagierverbindung in beiden Richtungen rund um Afrika (Hamburg - Las Palmas - Kaphäfen - Ostküsten Afrikas - Neapel - Hamburg),
2. eine vierzehntägige Post- und Passagierverbindung nach Süd- und Ostafrika (Verbindung der Zwischenlinie bis Beira mit den Hauptdampfern der östlichen Rundfahrt),
3. eine vierzehntägliche Verbindung zwischen Durban (Ostafrika) und Bombay (Vorderindien).
Seit Mai 1907 verkehrten die Dampfer auf der Hauptlinie alle 3 Wochen; statt 13 konnten nunmehr 17 bis 18 Rundreisen, insgesamt also 34 bis 36 gegenüber 26 Rundreisen, insgesamt also 34 bis 36 gegenüber 26 Rundreisen ausgeführt werden. Von 1907 an wurde auf beiden Rundfahrten auch Deutsch-Südwestafrika (Lüderitzbucht und Swakopmund) angelaufen; somit bestand eine regelmäßige sechswöchentliche Verbindung der Kolonie mit dem Reich. Seit 1912 verkehrten die Schiffe auf diesen Linien alle 14 Tage. Die Beförderungsdauer für einen Brief von Berlin nach Swakopmund betrug 23 bis 24 Tage. Im Jahre 1912 beförderte die "Deutsche Ost-Afrika-Linie" 25.602 Reisende und 290.000 t Fracht. Vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges (August 1914) liefen die Dampfer der Hauptlinie zweimal zur westlichen und zweimal zur östlichen Rundfahrt aus; sie beförderten lediglich Post und Reisende. Zweimal verließen auch die Dampfer der Zwischenlinie Hamburg; die Bombay-Linie beförderte zweimal Indien und Afrika. Die Reeder verfügte im Frühjahr 1914 über 26 Schiffe mit 111.000 BRT.
Auf den Schiffen wurde der Stempel der deutschen Seepost: "Ostafrikanische Hauptlinie" benutzt. So meine Kenntnis. Dabei wurden u. a. Adlermarken, Germaniamarken und auch Kolonialmarken verwendet. Gerade eben, welche man mit dabei hatte.
[Blockierte Grafik: http://www.deutsche-schutzgebiete.de/webpages/DOA_3_Rupien_Briefmarke.jpg]
Danke und schöne Festtage wünsche ich.
Ein interessanter Beitrag, wenn es mehr davon gibt, würde sich ein Leser freuen.
Danke, Eiche, für die interessanten Hintergrundinformationen und Ausführungen. So wird Philatelie lebendig!
Hallo Eiche,
als Nicht Koloniensammler, aber " Sammler" muß ich sagen Respekt !
Toller Beitrag viel Information, Klasse und danke. Wissen ist Macht ! ![]()
Frohe Feiertage von Wolle
Die Beiträge zum Thema stammen teils in Anlehnung aus Altliteratur, zum Teil über 100 Jahre alt. Besitze hier ein solches Vereinsarchiv.
Wenn man übrigens im Michelkatalog nachblättert, dann findet man unter "Deutsche Kolonien (Deutsch-Ostafrika)" die "Nicht in den Verkehr gekommenen" Marken der Ostafrikanischen Seenpost, einer Privatpost, die durch die Firma Schülke & Mayr hergestellt wurden. Michel bewertet das Stück (*) mit je € 75,-- bei den Centwerten. Bei der 1 $ steht 450. Sehr selten sind die Marken mit (**), aber es gibt welche. Setze ggf. einen Dreierstreifen mit Rändern der Nr. 1 in meine Galerie.
Daneben gibt es die Neudrucke, ohne Netzunterdruck. Diese wurden für eine Gedenkschrift 1939 hergestellt. Der Michelkatalog bewertet diese ND's im Satz mit € 150,-- bei *. Nachdem diese Marken jeweils in ein Buch eingeklebt waren, sind die (**) absolut rar. Der Bundesprüfer Dr. Karl Pauligk bewertet einen mir solchen vorliegenden Satz mit Eckrändern in seinem Befund Nr. 634.
Die Firma Schülke & Mayr sandte ein Exemplar des "Deutschen Kolonialblattes" III. Jahrgang, 1892, Nr. 9, an die Herren Gebrüder Senf, Briefmarken-Handlung, Leipzig, woraus folgendes zu entnehmen ist:
Über die Postverbindung zwischen der Küste und dem Victoria-Nyanza schreiben Schülke & Mayr folgendes: "Zu Ihrer Information diene noch, dass wir vom Kaiserlichen Gouvernement für die Beförderung der Gouvernementspost Rupies 400,-- pro Monat erhielten, während wir für alle, das Kaiserliche Gouvernement nicht betreffende Briefschaften im Gewicht bis 25 Gramm 1 Dollar und für jede weitere 5 Gramm 5 Cents erhoben. Als im Juni 1892 die Unruhen am Kilimandjaro ausbrachen, bedienten sich auch die Engländer, Captain Lugard und die Missionen unserer Post, da die Verbindung über Kilimandjaro-Mombassa durch die Aufstände zerstört war."
P o s t v e r b i n d u n g mit dem Victoria-Nyanza:
Der am 22. Dezember v. J. (1891) zwischen dem Kaiserlichen Gouverneur von Deutsch-Ostafrika und der Firma Schülke & Mayr abgeschlossene Vertrag über die Herstellung einer Postverbindung zwischen Daressalam und dem Victoria-Nyanza enthält folgende Bestimmungen von allgmeinem Interesse.
1. Die Firma Schülke & Mayr verpflichtet sich, vom Januar 1892 ab, vorläufig auf ein Jahr, eine monatliche Postverbindung von Daressalam nach dem Victoria-Nyanza (Station Muanza oder Bukoba) einzurichten.
2. Jedesmal am 6. eines Monats, das erste Mal am 6. Januar 1892, hat die Post von Daressalam abzugehen und über Condoa, Mpapna, Tabora, und zwar zunächst spätestens innerhalb 50 Tagen, in Muanza bzw. Bukoba einzutreffen.
3. Die Firma Schülke & Mayr verpflichtet sich, mit jeder monatlichen Post die für das Innere bestimmten Postsendungen des Kaiserlichen Gouvernements bis zu dem Gewichte von 50 kg zu befördern. Ebenso hat die Firma Postsendungen zu befördern, welche dieses Gewicht übersteigen; doch wird ihr alsdann eine besondere Vergütung nach Maßgabe des § 6 (? nicht beigefügt) gewährt werden.
4. Spätestens am 1. eines jeden Monats, zum ersten Male am 1. März 1892, haben die Postboten den Rückmarsch von Bukoba nach Daressalam anzutreten und dort längstens in 50 Tagen über dieselben Orte, wie die in § 2 erwähnten, wieder einzutreffen.
5. Das Kaiserliche Gouvernement wird den einzelnen Postboten einen Geleitsbrief ausstellen und sie dem Schutze und der Unterstützung der Stationsvorsteher empfehlen, sowie dafür Sorge tragen, dass die Träger während ihres Aufenthaltes in den Stationen ihrem Dienste durch sonstige Aufträge und Verwendungen in keiner Weise entzogen werden.
6. Die Firma Schülke & Mayr verpflichtet sich, die Postboten durch ein in den Augen fallendes Abzeichen als solche kenntlich zu machen.
7. Die Firma Schülke & Mayr wird die Postboten mit Dienstbüchern ausstatten, welche von den Kaiserlichen Beamten auf den einzelnen Stationen einzusehen und mit einem Vermerk über die jedesmalige Auskunfts- und Abgangszeit zu versehen sind.
(Diese 7 Absätze wurden dem Verlag mitgeteilt).
Ferner: Den Postboten wird folgende Bekanntmachung in Deutsch, Arabisch und Kisuaheli mitgegeben:
Vorzeiger dieses Schreibens geht als Postbote nach Tabora, Ujiji und in die Umgegend des Nyanza, um Briefe nach den genannten Orten hin- und auch solche von dort zurückzubringen. Alle, denen dies Schreiben von dem Boten vorgezeigt wird, werden aufgefordert, den selbst auf seinem Wege nicht aufzuhalten, sondern ihn soviel wie möglich zu unterstützen und, wenn nötig, ihm auch den Weg zu zeigen. Wer diesen Boten unterstützt, wird als Freund betrachtet und reichlich belohnt, wer ihn aber Leides tut, wird streng bestaft werden. Friede sei mit Euch. Geschrieben von dem Kaiserlichen Gouverneur Freiherrn von Soden.
Der Vertrag zwischen der Firma Schülke & Mayr und dem Kaiserlichen Gouvernement lief ein Jahr und wurde danach nicht wieder verlängert.
benannte deutsche Kolonie an der Ostküste Afrikas wird im Osten vom Indischen Ozean bespült und grenzt im Norden an Britisch-Ostafrika und im Süden an die portugiesische Besitzung Mozambique. Die Westgrenze des Schutzgebietes bildet der Kongostaat und das britische Nyassaland. Bis zum Jahre 1884 befand sich das Küstenland unter der Herrschaft des Sultans von Zanzibar, der allerdings auch Hoheitsrechte über die Bewohner des Binnenlandes zu haben behauptete und zur Wahrung dieser, besonders zur Eintreibung des Tributes, das Hinterland gelegentlich von seinen Statthaltern besuchen liess. Diese Oberhoheit wurde aber von den Häuptlingen des Hinterlandes nicht anerkannt und darum wurden auch die ersten Handelsverträge, die sich auf deutsche Handelsbeziehungen zu den Binnenlandbewohnern bezogen, mit den einzelenen Stammeshäuptlingen und nicht mit dem Sultan von Zanzibar abgeschlossen.
Die ersten Verträge mit den Häuptlingen des Binnenlandes von Ostafrika schloss im Jahre 1884 die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft, die im März 1884 als Gesellschaft für deutsche Kolonisation in Berlin gegründet war. Auf Grund dieser Verträge wurden Landesteile abgetreten und deutsche Handelsniederlassungen genehmigt.
Der Sultan von Zanzibar musste aber durch ein deutsches Flottengeschwader zur Anerkennung der Verträge und des ausgestellten deutschen Schutzbriefes gezwungen werden. Ausser dieser Anerkennung hatte die Expedition auch noch den Erfolg, dass die beiden Häfen Dar-es-Salam und Pangani für den deutschen Handel frei gegeben wurden. In den Jahren 1888-1890 wurden die deutschen Besitzungen und Niederlassungen von neuem durch Aufstände hart bedrängt, die erst im Mai 1890, nach der folgreichen deutschen Expedition unter Hermann von Wissmann, völlig niedergeschlagen wurden.
Aber schon vor der offiziellen Übernahme des Schutzgebietes durch das Reich hatte die deutsche Reichspost ihren Fuss in das Gebiet gesetzt. Noch im Jahre 1890 und zwar am 4. Oktober, wurden die beiden ersten deutschen Postanstalten in Deutsch-Ostafrika eröffnet. Es waren die beiden Postagenturen in Dar-es-Salam und Bagamoyo (Vorläufer).
Ab dem 1. Juli 1893 kamen die ersten offiziellen Freimarken in den Verkehr. Es waren lediglich Marken des Deutschen Reichs MiNr. 45-48 und 50 (Krone/Adler) mit schwarzem waagerechtem Bdr.-Aufdruck in verschiedenen Typen. Nr. 2 ungebraucht:
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(1856-1916) gründete im März 1884 die "Gesellschaft für deutsche Kolonisation". Nov./Dez. 1884 sichert er durch sog. "Schutzverträge" mit einheimischen Dorfvorstehern große Landstriche auf dem ostafrikanischen Festland, die am 27.2.1885 auf seinen Antrag unter kaiserlischen Schutz gestellt werden. Seine Amtszeit als Reichskommissar in DOA war vom 27.5.1885 - 08.02.1888. Danach wurde er nach Sansibar versetzt.
Zur Erinnerung an den Kolonialforscher widmete das Deutsche Reich für ihn eine Briefmarke (Mi. Nr. 542) am 30.6.1934:
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Für interessierte. Ein wohl recht seltenes Stück steht zur Zeit bei Ebay zum Verkauf.