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Frage an Postgeschichtler

  • Abarten-Hannes
  • 18. Oktober 2007 um 17:28
  • Abarten-Hannes
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    30. März 1939 (87)
    • 18. Oktober 2007 um 17:28
    • #1

    Der abgebildete Brief von München nach Zürich lässt mich rätseln, weshalb da keine Marke drauf ist - auch nie war?
    Immerhin gab es in Bayern 1862 ja schon 13 Jahre lang Briefmarken.
    Wenn dieser Brief bar bezahlt wurde, weshalb ist dies dann nicht darauf vermerkt?
    Wenn er mit einem Boten unterwegs war, weshalb hat er dann Stempel?

    Um Aufklärung bittet (auch wenn´s eigentlich garnicht in sein Ressort fällt)
    Abarten-Hannes

    Bilder

    • München 1862 VS.jpg
      • 122,17 kB
      • 1.679 × 924
      • 327
    • München 1862 RS.jpg
      • 115,12 kB
      • 1.680 × 924
      • 281
  • doktorstamp
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    30. September 1955 (70)
    • 18. Oktober 2007 um 17:39
    • #2

    Gebühr war vom Empfänger einzuziehen.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • sys1849
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    9. Januar 1962 (64)
    • 18. Oktober 2007 um 19:05
    • #3

    Hallo und Guten Abend Abarten Hannes,

    wenn man sich den Scan der Briefvorderseite genau anschaut,
    dann sieht man oben in der linken Ecke zwei schwache Bleistiftnotizen:
    "12 Kr" und " 325".
    Das deutet darauf hin, daß eine an dieser Stelle auf dem Brief befindliche Marke abgelöst worden ist.
    Wenn man genauer hinsieht, bemerkt man dort auch schwach bräunliche Spuren, die die Ränder der Marke darstellen.

    12 Kreuzer würde auch vom Franco her passen; denn es waren
    9 Kreuzer für Bayern und 3 Kreuzer für die schweizer Post zu entrichten.
    Der schweizer Frankaturanteil wurde auch rechts unten mit der
    blauen 3 vermerkt.

    Grüße
    Wilfried /SYS 1849

  • sys1849
    aktives Mitglied
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    9. Januar 1962 (64)
    • 18. Oktober 2007 um 19:08
    • #4

    Hallo nochmals,

    sorry, der blaue Vermerk ist natürlich links unten !!

    Wilfried

  • lickle
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    721
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    Männlich
    • 18. Oktober 2007 um 19:18
    • #5

    sys1849 hat vollkommen Recht. Die Marke fehlt!
    Etwas untypisch für diese Zeit ist allerdings der fehlende Franko-Vermerk unten links.

    Gruß

    lickle, noch einer aus Mittelfranken :)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. Oktober 2007 um 19:36
    • #6

    Es war ein Frankobrief mit 12 Kr. oben links frankiert. Das Weiterfranko wurde mit 3 Kr. in blau (korrekt war rot) unten links notiert. Der Frankovermerk war Teil der Adresse und von daher zwingend vorgeschrieben. Nach dem Postreglement hätte er dem Absender zur Vervollständigung der Adresse zurückgegeben werden können, was aber - gerade bei grösseren Expedtitionen - so gut wie nie gemacht wurde.

    Die Tarifstruktur nach dem Postvertrag Bayerns mit der CH vom 1.10.1852 sah vor, dass Bayern in 3 Rayons und die CH in 2 Rayons eingeteilt wurde.
    Je Rayon a 10 Postmeilen = 74 km wurden 3 Kreuzer fällig. München lag im 3. Rayon zum Grenztaxpunkt Lindau, so dass 9 Kr. Bayern verblieben. Zürich lag im 1. Rayon zu Lindau, so dass 3 Kr. an die CH weitervergütet wurden.

    Wäre der Brief unfrankiert abgegangen, dann hätte er die Taxen 9 und 3 erhalten, die die CH mit Rötelstift in 40 Rappen reduziert hätte.

    Solche Briefe werden gerne von "Spezialisten" gekauft, die dann eine 12 Kr. Marke mit dem offenen 325 aufkleben. Gerade in eBay finden sich solche Briefe zuhauf. Geht der offene Mühlradstempel von München dann nicht über, ist es schwer, die Manipulation zu entdecken. Ist der Stempel auf der Marke nicht zentriert, werden die Stempelteile übergehend gemalt. Auch das kann, bei geschickter Vorgehensweise, auf einem mittelmässigen Scan nur schwer entdeckt werden.

    Ich finde solche Briefe jedoch erhaltenswert, weil sie von aussen und von innen ihre Geschichte erzählen, und Briefe von 1862, ob mit oder ohne Marke, hat auch nicht jeder ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Abarten-Hannes
    Stamm Mitglied
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    Geburtstag
    30. März 1939 (87)
    • 18. Oktober 2007 um 20:58
    • #7

    Der Seifensieder ist aufgegangen - vielen Dank doktorstamp, sys1849, lickle und bayern_klassisch!
    Wegen der fehlenden Marke hatte ich dummerweise nur die rechte obere Ecke fixiert - ist ja klar, dass man seinerzeit die Marken noch links auf den Kuverts anbrachte! Jetzt sehe ich die Ablösestelle natürlich auch...(Die Marke muss allerdings exakt zentrisch gestempelt gewesen sein, denn nebenraus ist nichts von der Stempelung gegangen).

    Nochmals besten Dank und freundliche Grüße!
    Abarten-Hannes

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