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Berlin-Bizone -- Nachgebühr-Rätsel

  • dietbeck
  • 9. Februar 2022 um 21:02
  • dietbeck
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    • 9. Februar 2022 um 21:02
    • #1

    Hi,

    stelle mal den Beleg zur Diskussion. Offensichtlich war man sich da ziemlich "uneins" über die Nachgebühr. Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust das mal "aufzudröseln". Ich habe da selbst ein paar Erklärungsversuche und stelle die dann auch ein, aber wollte mal sehen wie andere das interpretieren. Lasse es also zunächst unkommentiert.

    Freue mich über jeden Kommentar.

    Dieter

    Postkrieg, Zurückgezogene Marken, Territoriale Konflikte, Aland
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    Es kommt nicht drauf an wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

    Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

  • dietbeck 9. Februar 2022 um 21:03

    Hat den Titel des Themas von „Berlin-Bizone Nachgebühr-Rätsel“ zu „Berlin-Bizone -- Nachgebühr-Rätsel“ geändert.
  • Christoph 1
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    4.669
    • 9. Februar 2022 um 21:30
    • #2

    Hallo Dieter,

    ich kann die Berechnung der Nachgebühr nicht aufdröseln, weil mir dazu die Kenntnisse über die Nachgebühr-Bestimmungen fehlen. Aber ich kann vermuten, was sich der Absender bei der Frankatur gedacht hat:

    Die 5x 24-Pfennig sind wohl als 10-fach-Frankatur gedacht (diese war in West-Berlin, also Lichterfelde, vom 24.6. bis 31.7.1948 möglich). 5x 24 Pf entspricht also in "neuer Währung" 12 Pfennig. Hinzu kommen 2x 6 Pfennig (Bezirkshandstempelaufdruck). In Summe 24 Pfennig, was der korrekte Tarif für einen Brief von Berlin-West nach der Bizone gewesen wäre.

    Ich vermute nun, dass die "Ost-Marken" als Frankatur nicht anerkannt wurden, somit 12 Pfennig an Porto als fehlend errechnet wurden. Aber das ist nur meine Vermutung, habe keine Recherchen zur Frankaturgültigkeit der Bezirkshandstempelaufdrucke "im Westen" vorgenommen. Weiterhin ist die Frage, wie die verschiedenen Postler auf eine Nachgebühr von 18, 27 oder 36 Pfennig kamen?

    Bin gespannt!

    Gruß

    Christoph

  • Online
    rama
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    1. April
    • 9. Februar 2022 um 21:55
    • #3

    Hallo dietbeck , Christoph


    Auf den ersten Blick halte ich die Nachgebühr für unzulässig. Aber dann wollen wir mal aufschlüsseln.

    Wir haben einen Brief aus der Zeit der Währungsreform 1948 (Ost)

    Brief der ersten Gewichtsstufe von Berlin-Lichterfelde nach 22a Homberg/Niederrhein

    beträgt 24 Pfg.

    Frankatur:

    5 x 24 Pfg 1/10 = 12 Pfg

    1 x 6 Pfg Bezirkstempelaufdruck = 6 Pfg

    1 x 6 Pfg Bandaufdruck = 6 Pfg

    Das sind zusammen 24 Pfg , folglich portogerecht.

    Diese Mischfrankatur war zulässig in der Zeit vom 25.6. – 10.7.1948

    Irgend ein unwissender Westpostler kannte sich nicht aus. Nachgebühr ausgewiesen , durchstrichen und wieder neu berechnet.

    Nachgebühr beträgt das 1,5fache des fehlrnden Portos:

    36 Pfg = 24 Pfg alle Marken nicht anerkannt

    27 Pfg = 18 Pfg nicht anerkannt d.h. nur die auch im Westen gültige Bandaufdruck zählt

    18 Pfg = 12 Pfg nicht anerkannt d.h. die 1/10 Marken nicht anerkannt

    viele Grüße

    rama

    Einmal editiert, zuletzt von rama (9. Februar 2022 um 22:02)

  • labarnas
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    3.813
    • 10. Februar 2022 um 07:11
    • #4

    @dietbeck, mich interessiert der Absender. War es eine mögliche Grenzgänger-Post?

    Ansonsten ist nach dem mir vorliegenden Michel-Spezial Band II (2019, S. 870) die Währungsreform am 21.06.1948 in den westlichen Besatzungszonen wirksam gewesen. Die bisherigen Kontrollratsausgaben durften lt. Michel vom 21.06. bis 23.06. zu 1/10 ihres Nennwertes aufgebraucht werden. Der Bezirkstempel-Aufdruck waren ebenso wie die ehemaligen Kontrollratsausgaben im Aufgabepostamt - Lichtenrade - (Tempelhof - amerikanischer Sektor) nicht gültig. Man hätte auch Marken aus der Mongolei oder eines anderen Landes aufkleben können. Insofern ist es erstaunlich, dass die Marken bis auf die "37 I" überhaupt entwertet wurden. Denn da diese außerhalb ihrer Gültigkeit waren, müssten sie nicht entwertet, aber mit einem blauen Rand versehen werden. Der KBS "BERLIN- LICHTERFELDE 1 e" wurde lt. stampx innerhalb seiner Gültigkeit verwendet.

    Es ist für mich ein bewusst gemachter Beleg, der nur mit Hilfe eines Postmitarbeiters zu Stande gekommen sein kann und der eben einen Mischmasch an Markenausgaben enthält.

    Ansonsten gab es in Berlin 1948 keine Bi-Zone, dass sollte noch angemerkt werden.

    viele Grüße

    labarnas

    PS nicht entziffern konnte ich rechts unten die grünlich Stempelung

    Nachtrag: Aus dem Michel-Spezial Berlin (West)

    Die Währungsreform der drei westlichen Besatzungszonen galt nicht für Groß-Berlin. Erst durch die sowjetische Währungsreform am 26.06.1948 wurde Dinge, die zur politischen Teilung Berlins führten, eingeleitet. Nach der darauf folgenden Währungsreform im Westteil von Berlin blieb die "Ostmark", aber auch alle Postwertzeichen der SBZ gültig.

    Insofern hat der, der den Stempel abgeschlagen hat, alles richtig gemacht. Es gibt hier also den Fall, dass in Groß-Berlin etwas gültig war, was in den westlichen Zonen nicht mehr ging.

    Somit ergibt sich die Frage: Wurde die Nachgebühr zu unrecht erhoben?

    Grüße

    labarnas

    Forschungsgemeinschaft DDR Plattenfehler - Koordinator im Philaforum - Web-Seite der FG

    Literaturliste (Stand Januar 2022)

    Einmal editiert, zuletzt von labarnas (10. Februar 2022 um 11:27)

  • dietbeck
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    • 12. Februar 2022 um 16:20
    • #5

    Danke für die Beiträge. Nun mal meine "Spekulationen". Sorry, wenn das etwas länger wird.

    Wie richtig gesagt hat der Absender für einen Biref bis 20gr alles richtig gemacht. Alle benutzten Marken waren am 30.6.48 in West-Berlin gültig und mit 12+6+6 Pf = 24 Pf portogerecht verklebt. Also hätte eigentlich keine Nachgebühr erhoben werden dürfen.

    Die Postrouten waren wegen der Berlin-Blockade entweder die Luftbrücke oder per Zug über die SBZ.

    Kann der Brief auf dem Zugtransit mit Nachgebühr belegt worden sein. Dann wäre nur die Netzaufdruckmarke beanstandet worden, was durchaus vorkam. ABER: zu diesem Zeitpunkt wurden entsprechende Sendungen als unzulässig rückgesandt, also eher ein unwahrscheinliches Szenario

    Ist der Brief wegen der Luftbrückenbeförderung beanstandet worden. Tatsächlich gab es, allerdings auch erst später Beanstandungen der SBZ-Marken, dies war aber eher selten und auch dann wurden die Briefe einfach nicht befördert, also scheidet acuh eher aus.

    Es ist also dvon auszugehen, dass der Brief in der Bizone ankam.

    So, ich lese hier die folgenden Nachgebühren: 3, 18, 27, 36. Nur die letzte ist nicht durchgestrichen.

    3: Die 3 "versteckt" sich in der 18. Ich gehe davon aus, dass dies die erste Nachgebühr war. Entweder die 3 wurde angefangen und die 6 für 36 dann nicht mehr hinzugefügt sondern gleich auf die 18 umgeschwenkt. Oder die 3 war beabsichtigt. Einzige Möglichkeit, die mir eingefallen ist: 2*5 = 10 Pf (der Zehnfachfantkatur, also abgerundet, eigentlich nicht üblich) + 6 Pf + 6 pf = 22 Pf, daher fehlen 2 Pf, mit 1,5-facher Nachgebühr = 3 Pf

    18: Als nächstes vom Postler. Sprich 12 Pf "fehlendes Porto". Dies war dann die Zehnfachfrankatur (12 Pf) und damit 1,5-fache Hachgebühr = 18 Pf. Das wäre dann Postkrieg, tatsächlich gab es in der Bizone sehr vereinzelt die Nichtanerkennung der Zehnfachfrankatur, aller dings bisher aus der SBZ und nicht West-Berlin bekannt. In Westdeutschland war die Zehnfachfrankatur ja nur bis 24.6. erste Briefkastnleerung möglich. Aber der bearbeitende Postler hat auch das ja durchgestrichen.

    27: Mit der 18 war der Postler auch nicht glücklich, nun 27. Wprich 18 Pf fehlendes Porto. 1,5-fache Nachgebühr 18+9 = 27 Pf. Also muss er hier die Zehnfachfrankatur, 12 Pf und eine der 6 Pf-Marken (sicher die Bezirkshandstempel-Marke) nicht anerkannt haben.

    36: Nun also alles nicht anerkannt, 24 Pf fehlendes Porto, mit 1,5-facher Nachgebühr dann 24+12 = 36 Pf. Entweder hatte der Postler nun "die Schnauze voll" und aht einfach gesagt, bevor ich mich hier weiter verkünstle, da ich nicht weiß was richtig ist, alles nicht anerkannt. ODER: Irgendwie ist nun festgestellt, dass der Brief über 20gr wiegt, dann wären 48 Pf Porto notwendig gewesen, 24 Pf fehlen, 1,5-fach 24+12 = 36 Pf.

    Da sage noch jemand "Briefmarken sammeln" sei langweilig 8o

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  • Jean Philippe
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    • 12. Februar 2022 um 16:39
    • #6

    dietbeck

    Ich kenne mich nicht aus, schreibe nur was aus meinem Uralt-Michel hervorgeht :

    - Nummer 911-970 (hier die 951) gültig bis 22.6.1948, am 30.6.1948 also nicht mehr. Nur in der Sowjetzone galten diese Marken als Zehnfach-Frankaturen bis zum 31.7.1948. Lichterfelde war im amerikanischen Sektor.

    - Marken der sowjetischen Zone (hier 167 mit Bezirksstempelaufdruck) waren in der amerikanisch-britischen Zone nicht gültig. Wo steht dass solche Mischfrankaturen gültig waren ?

    - Also war am 30.6.1948 nur die Marke 37 mit Posthörnchenaufdruck in der Bizone gültig.

    Es fehlten demnach 18 Pfennig Porto.

    Wie kommt man dann dazu, dass alle Marken gültig waren ?

    Gruss,

    Jean Philippe

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  • dietbeck
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    • 12. Februar 2022 um 19:40
    • #7

    Hi Jean-Philippe,

    was immer in Deinem Uralt-Michel steht:

    • Die Zehnfachfrankatur galt in GANZ Berlin und der SBZ bis 31.7.1948. Siehe hier ein paar Belege:

    Zehnfach in West-Berlin

    • Und was steht da vom 22.6., das stimmt ja gar nicht. In Westdeutschland war 10-fach bis erste Briefkastenleerung 24.6.48 gültig. Und das hat auch mit Berlin nichts zu tun, denn die Währungsreform in West-Berlin war am 25.6.48, also war bis dahin noch gar keine Zehnfachfrankatur vonnöten.
    • Auch das ist falsch, die Bezirkshandstempel waren sehr wohl in West-Berlin benutzbar, selbst West-Berliner Marken, wie bestimmte andere Waren und Dienstleistungen konnten in West-Berlin auch mit Ostmark bezahlt werden. Ebenso die anderen Marken der SBZ bis Anfang Januar 1949 und auch noch in die SBZ bis März 1949.
    • Und daher nochmal, am 30.6.1948 waren ALLE Marken auf dem Brief als Frankatur gültig.

    Mal 2 Belege aus meiner Sammlung:

    Tempelhof 5.7.48, Bezirkshandstempel, Charlottenburg 1.7.48, Zehnfach

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  • Online
    rama
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    • 12. Februar 2022 um 20:11
    • #8

    Hallo @Jean-Philippe

    von wann ist denn Dein Uralt Michel. Ich nutze aktuell einen von 2014.

    Die Währungsreform 1948 ist ein besonderes Kapitel. Und Berlin = groß-Berlin speziell.

    Hier sind die Ausführungen im vowort zu Berlin -West zu lesen , mit den verschiedenen Kombinationssmöglichkeiten.

    viele Grüße

    rama

  • Jean Philippe
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    • 12. Februar 2022 um 22:32
    • #9

    dietbeck  rama

    Herzlichen Dank für die Mühe mit den Erläuterungen. Mein Michel ist von 1996/1997 und das Verständnisproblem kommt daher, dass - wie labarnas schon schrieb - in Westberlin am 30.6.1948 Marken gültig waren welche in Westdeutschland zum gleichen Zeitpunkt nicht gültig waren. Dieser Umstand ging für mich aus meinem Katalog nicht hervor.

    Gruss,

    Jean Philippe

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  • Online
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    • 12. Februar 2022 um 22:54
    • #10

    Lieber Jean Philippe ,

    das hat mich nun doch interessiert was in den alten Michel Katalogen stand und bin in den Keller gegangen.Hab nun nicht das Exemplar 1996/96 rausgezogen, sondern weil ich besser drankam den Jahrgang 1981/82. Im Vorwort zu West-Berlin findet man alle Angaben zu Gültigkeit und Mischfrankaturen ( Zehnfach, Bezirksstempelaufdruck gültig bis 10.7. , und Verkauf von Posthörnchenaufdruck an Westberliner Ämtern).

    viele Grüße

    rama

  • Jean Philippe
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    • 13. Februar 2022 um 10:03
    • #11

    rama

    Gut dass du noch nächtens in den Keller gegangen bist. Unter Berlin (West) habe ich gar nicht geschaut, denn :

    - das Kapitel Berlin (West) beginnt mit den Marken vom 3.9.1948

    - keine der auf dem Beleg befindlichen Marken steht unter Berlin (West)

    - die betreffenden Marken stehen unter Alliierte Besetzung Gemeinschaftsausgaben bzw. Sowjetische Zone bzw. Amerikanische und britische Zone

    - die Angaben in den drei genannten Kapiteln geben die unter Berlin (West) enthaltenen Informationen nicht wieder.

    Jetzt verstehe ich auch, warum labarnas erst so und dann so geantwortet hat. Alle Marken waren demnach gültig und das Nachporto nicht geschuldet. Für einen Postbeamten am Niederrhein aber zu der Zeit bestimmt genauso knifflig wie für mich heute.

    Gruss,

    Jean Philippe

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