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Identifizierungshilfe gesucht: Aufdrucke, Fantasien & Co. Russland, Ukraine, Polen...

  • baphomet
  • 23. August 2020 um 10:11
  • baphomet
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    • 23. August 2020 um 10:11
    • #1

    Hallo, ich habe ein altes Auktionslos (Mohrmann) mit Russland & Ukraine Material bekommen. Ziemlich komisches Zeug dabei 😂 einiges konnte ich zuordnen, dank dieser Seite, vieles aber auch nicht. Zu dem, was nicht in Katalogen auftaucht oder auf dieser sehr guten Seite erwähnt wird, weiß ich nichts. Russische Phantasien oder - Was der Michel nicht erzählt...

    Wobei der Turkestan Aufdruck zumindest erwähnt ist, allerdings ohne Abbildung.

    Kann jemand helfen? bin für alles Tipps dankbar.

    Manuel


    Einmal editiert, zuletzt von baphomet (23. August 2020 um 10:33)

  • baphomet
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    • 23. August 2020 um 10:15
    • #2

    Die waren auch noch dabei:

  • Jean Philippe
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    • 23. August 2020 um 10:27
    • #3

    Der Dreizack bedeutet immer Ukraine. Piaster deutet auf Levante. Tartastan müsste Tatarstan heissen.

    Gruss,

    Jean Philippe

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  • baphomet
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    • 23. August 2020 um 10:32
    • #4

    Hi, danke für die Antwort. Den Dreizack für die Ukraine kenne ich, bisher aber nur auf Russland, nicht auf Polen. Spielerei, Mache oder Lokalausgabe?

    Ganz moderne Fälschung würde ich ausschließen, da der ganze Kram aus einer seit Jahrzehnten nicht groß angerührten Sammlung kommt.

    Tartastan war ein Fehler von mir, gemeint war Turkestan. Die sind in dem Thread zu "Russische Fantasien ..." aufgeführt, vermutlich auch der Aufdruck. Nur gab es keine Bilder

  • Jean Philippe
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    • 23. August 2020 um 10:39
    • #5

    Da die Grenzen der Ukraine, vorsichtig ausgedrückt, fliessend verliefen, gab es Aufdrucke auf allerlei Marken, aber auch Spielereien, Fälschungen usw. Ich bin da nicht der Spezialist.

    Gruss,

    Jean Philippe

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  • baphomet
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    • 23. August 2020 um 10:59
    • #6

    vielleicht findet sich ja noch ein Spezialist. der von mir oben verlinkte Thread im Philaforum war immer sehr hilfreich bei diesen Sachen. ein paar der Marken in diesem Los ist da auch aufgeführt, zum Beispiel die Germania-Marken mit Aufdruck oder eben Turkestan. Da gab es auch interessante Hintergründe. Die, die ich jetzt hier zeige, darüber habe ich aber nichts gefunden, leider. Mutmaßlich auch zeitgenössische Spielerei.

  • kartenhai
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    • 23. August 2020 um 11:18
    • #7

    Personen vor dem Kreuz

    Hier ist eine ähnliche Marke angeboten: 1931 zur Unterstützung von Witwen und Waisen, wohl eine Art Spendenmarke der Ukraine ohne aufgedrucktem Betrag. Ist noch die Frage: Was bedeutet Liege und Underground Post?

    https://oldbid.com/lot/1931-liege…ncelled_596811/

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
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    • 23. August 2020 um 16:29
    • #8

    @ baphomet:

    Underground Post ist wohl die Post der ukrainischen Exil-Regierung (vermutlich in London). Seit wann es die gab, habe ich nicht gefunden.

  • kartenhai
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    • 24. August 2020 um 11:00
    • #9

    Erstes Bild: Rote Marke

    Diese Marke findet man ohne den Aufdruck unter Rumänien Zwangszuschlagsmarken Ajutor-Ausgabe 1916. Sie ist nicht katalogisiert, sondern nur abgebildet mit der Fußnote: fiskalische Marken, vermutlich Kriegssteuer-Marken. Über einen Aufdruck liest man nichts im Katalog.

    Vielleicht kann noch jemand den kyrillischen Aufdruck auf der Marke entziffern?

    Hier noch die Marke ohne Aufdruck mit der Frau:

    Gruß kartenhai

  • Michael D
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    • 24. Oktober 2020 um 22:22
    • #10

    Hallo,

    habe hier einen Beleg gefunden, bei dem ich mich frage, was es eigentlich ist.
    Zunächst dachte ich an eine Privat-Ganzsache, aber eine vergleichbare 4 Kop.-Marke hat es meines Wissens nicht gegeben. Von der Optik her ähnelt es zwar den russischen Ganzsachen, aber auch die Beschriftung stimmt nicht.

    Zudem ist der Stempel sehr eigenartig. Ein Aufgabestempel von St. Petersburg mit lateinischer Inschrift ist mir aus der fraglichen Zeit (letzten 20-30 Jahre des Zarenreichs) nicht bekannt. Die violette Stempelfarbe ist auch untypisch.

    Rückseitig befindet sich nur ein vorgedruckter niederländischer Werbetext für Zigaretten, kein postalischer Stempel o.ä.

    Kann jemand dazu etwas sagen? Oder ist das "nur" eine als russische Postkarte aufgemachte Werbung ?

    Gruß

    Michael

    Preußen und Transite

  • kartenhai
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    • 25. Oktober 2020 um 07:38
    • #11

    Das scheint eine ziemlich seltene Privat-Ganzsache zu sein. In einer Gärtner-Auktion war sie mal angeboten zu einem Startpreis von 300,- EUR mit der Beschreibung:

    P 64541901, 4 K. olivegreen inoffi cial private advertising card similar to postal stationery with imprint “BERICHT OVER RUSSISCHE CIGARETTEN” on front and backside, tied by private violet St. Peters-burg cds. and used with Nederlands 1 C. red. from Amsterdam to Eindhoven with arrival mark, scarce usage!GA300,-

    zu finden im nächsten Link der Auktion (das Laden der Seite kann etwas länger dauern!) auf der Seite 207 Los-Nummer: P 6454:

    Die dort aufgeführte Ganzsache ist auf Tafel 218 zu sehen.

    https://www.stamp-auctions.de/katalogarchiv/18_band_2.pdf

    Gruß kartenhai

  • Jean Philippe
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    • 25. Oktober 2020 um 09:11
    • #12

    Schwer vorstellbar dass die russische Post etwas mit dieser privaten Mache zu tun hatte.

    Gruss,

    Jean Philippe

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  • xheine
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    • 25. Oktober 2020 um 10:43
    • #13

    Zum Bild15: Ukrainische Marken mit Aufdruck P.O.П. і. T. d.h. Russsiche Gesellschaft für Dampffschifffahrt und Handel - rate zur Vorsicht, aus der "Ecke" kommen viele Phantasien und Machen...

    Poln. Marke mit Aufdruck PCфCP - Russische Sozialistische föderative Sowjetrepublik(en),  1918-1923

    Voricht, wie oben. Was man nicht in Spez.-Katalogen findet, erstmal in Quarantäne! Aber wie auch schon beschriebn in diesen Zeiten waren die Grenzen teilweise fließend und jeder örtlich "Herrscher", der 5 Tage an der Macht war gab SEINE Marken heraus bzw. andere überdrucken...

    weiteres folgt noch.

  • xheine
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    • 25. Oktober 2020 um 10:47
    • #14

    Das Bild davor (Nr. 14): Ursprünglich eine polnische Gebührenmarke (meist für Nachgebühr), leider kann ich Aufdruck nicht entziffern/deuten - vielleicht wurde sie dadurch "umgewidmet"?

  • xheine
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    • 25. Oktober 2020 um 10:55
    • #15

    Bild 10: Kartenhai hat Recht: Das sind Spendenmarken zur Unterstützung von Witwen und Waisen, allerding vermutlich zum "Pauschalbetrag"...gibt/gab es sehr viele in dieser Zeit.

  • xheine
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    • 25. Oktober 2020 um 11:10
    • #16

    Bild 9: Vermutlich eine Russ. Marke aus Bürgerkriegszeiten:

    Wrangel-Armee; A. Warngel-Regierung (Krim), Mi-Nr. 1 B; 5 R auf 5k, braunlila, braunkarmin, geschn.

  • xheine
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    • 25. Oktober 2020 um 11:20
    • #17

    Bild 1: Der Aufdruck in deutschen Lettern: CHOTIN ( https://de.wikipedia.org/wiki/Chotin)

    Kyrillisch: XOTИН

    Lokaler Aufdruck

  • Michael D
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    • 25. Oktober 2020 um 14:00
    • #18

    Hallo kartenhai,

    vielen Dank für die Fundstelle! Dies bestätigt doch, dass es sich um ein privates Erzeugnis handelt, das vermutlich Russland nie gesehen hat. Zudem gibt es jetzt eine Jahreszahl für die Verwendung.

    Damit hast Du mir sehr geholfen, danke. :thumbup:

    Gruß

    Michael

    Preußen und Transite

  • northstar
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    • 25. Oktober 2020 um 21:28
    • #19
    Zitat von Michael D

    Dies bestätigt doch, dass es sich um ein privates Erzeugnis handelt, das vermutlich Russland nie gesehen hat.

    Es sei noch hinzugefügt, dass der russische Text "Открытое письмо для русскихъ папирось" etwas merkwürdig (dt. "Postkarte für russische Zigaretten") und nicht mit dem niederländischen Text kongruent ist.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Michael D
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    • 26. Oktober 2020 um 11:45
    • #20

    Hallo northstar,

    danke für die Ergänzung.
    Vermutlich ist der Produzent dieser Werbekarten nicht davon ausgegangen, dass die Empfänger russisch können bzw. den Text genau lesen. Die noch relativ neuen Papierzigaretten eroberten den europäischen Markt von Russland aus (die ihrerseits diese Art des Rauchens aus dem Orient übernommen hatten) und anscheinend hatten die Originale aus Russland noch den Nimbus des Besonderen. Mit dieser Werbekarte, mit der auf der Rückseite bekannte russische Zigarettenmarken beworben wurden, wollte man dies anscheinend nutzen und durch den vordergründigen Anschein eines Versands aus Russland dann noch sich von anderer Werbung abheben.

    Es ist klar, dass diese Karte für einen Ganzsachen-Sammler höchstens eine Kuriosität darstellt, für einen Thematik-Sammler wird dies anders aussehen. Der damals bei der Gärtner-Auktion festgelegte Ausrufpreis ist aber meiner Meinung nach deutlich jenseits eines vernünftigen Preises dafür.

    Gruß

    Michael

    Preußen und Transite

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