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"Unterschlagen gewesen und nun zu Stande gebracht."

  • sebastian
  • 5. Mai 2013 um 13:06
  • sebastian
    aktives Mitglied
    Beiträge
    93
    • 5. Mai 2013 um 13:06
    • #1

    Hallo,

    vorab eine kurze Vorgeschichte. Gestern auf einem Flohmarkt zog mich ein Stand überhäuft mit diversen Alben und Wühlkisten magisch an. Viele Münzen, Ansichtskarten, Banknoten und Alben, sowie Steckkarten mit Briefmarken lagen bereit durchgesehen zu werden.
    Naja es wurde mir schnell klar, dass es sich hier um eine seltene Gelegenheit handelt, weil das Angebotene als Ganzes sah sehr nach einer Erbschaft aus, die gerade von seinen Erben feil geboten wird. Die Steckkarten waren schön mit Katalogpreisen beschriftet und ein Album stach mir gleich ins Auge. Ein sorgfältig selbst gestaltetes Österreich Falz-Album mit Briefmarken von 1850 bis 1867. Stellenweise schon leergeplündert, will nicht wissen welche Rosinen da noch waren, aber zum Glück wurde diese Eine verschont...

    Es handelt sich hier um ein Briefstück einer 15 Kreuzer Marke (ausgegeben am 1.11.1858 und Frankaturgültig bis zum 31.5.1864) mit einem postamtlichen Aufkleber "Unterschlagen gewesen und nun zu Stande gebracht". siehe Anhang.

    Hinter diesem Aufkleber steckt eine Kriminalgeschichte, welche damals für große Schlagzeilen in der Monarchie sorgte.

    Im April 1862 wurde in Wien der Postexpeditor Karl Kalab überführt, insgesamt mehr als 200.000 Briefe unterschlagen zu haben. Von diesen abgelösten, nicht entwerteten Marken und deren Inhalt (Bargeld) konnte er sich ein stattliches Vermögen ergaunern. Es wurden noch über 56.000 ungeöffnete Briefe sichergestellt und mit diesem Aufkleber versehen und den Adressaten zugestellt. Oft erst lange nach dem Aufgabezeitpunkt.
    (Kurzfassung aus Ferchenbauer 6.Auflage)

    Die ganze lesenswerte Geschichte findet man hier:


    Der Aufkleber wurde zum geflügelten Wort in ganz Österreich, da man nun endlich auch in Österreich einmal „etwas zu Stande gebracht" hatte!

    Der Fall Karl Kalab fand sich sogar in einer Operette von Offenbach wieder:


    So nun nochmal zurück zu meinem Stück. Laut Ferchenbauer (6.Aufl.) tragen alle bisher bekannt gewordenen Briefe den Wiener Rundstempel vom 14/4 1862 und Dr. Jerger schätzt, dass weniger als 100 solcher Belege erhalten geblieben sind. Meiner Meinung nach vielleicht auch nochmal so viele Briefstücke?

    Nun im Internet finde ich zwei Belege, einen von einer Dorotheum Auktion 2009, leider kein Bild mehr ersichtlich:

    "Marke entwertet mit Stpl. “WIEN / 15/4 9. F” (1862) nach Berlin, von dort nach Wien zurückgeschickt und nach Athen weitergeleitet, div. Taxvermerke und siegelseitige Durchgangsstempel, F 240"

    und einen ebenfalls mit 15.4, "10 Kr. braun (fehlerhaft) und 15 Kr. blau, gest. "Wien 15/4" (1862), auf Faltbriefhülle ohne Inhalt adressiert nach Neuhausen in der Schweiz" siehe Anhang.

    Mein Stück ist auch mit dem 15.4 abgestempelt, also dürfte es nicht nur welche vom 14.5 geben.

    Diese zwei und jener im Ferchenbauer abgebildete Brief sind mit den Marken der Ausgabe von 1860/61 frankiert, welche von 60/61 bis zum 31.5.1864 gültig waren. Daher meine Frage, sind weitere Briefe, bzw Briefstücke mit der Ausgabe von 1858 erhalten?

    mfg

    Sebastian

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    Einmal editiert, zuletzt von sebastian (5. Mai 2013 um 19:52)

  • Online
    DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.067
    • 5. Mai 2013 um 19:50
    • #2

    Hallo sebastian,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Leider kann ich Dir nicht weiterhelfen, ich fürchte, hier sind ausgewiesene Österreich-Experten gefragt.
    Obwohl ich mich immer bemühe, über den eigenen Tellerrand hinweg zu sehen,
    vom Unterschlagungsfall Kalab habe ich durch Deinen Beitrag zum ersten Mal gehört.
    Viel Glück bei der weiteren Recherche und ich freue ich mich schon auf weitere interessante Beiträge von Dir.

    Viele Grüße
    DKKW

  • sebastian
    aktives Mitglied
    Beiträge
    93
    • 5. Mai 2013 um 20:34
    • #3

    Hallo DKKW,

    vorher wusste ich auch nichts über diesen Fall, im Ferchenbauer ist dieser nur kurz abgehandelt und hatte das im Hinterkopf behalten. Ich habe nicht gezielt danach gesucht, würde ja gar nicht in meinen finanziellen Rahmen passen (mein Avatar ist auch nur Wunschdenken :D ).
    Naja der Zufall wollte es, dass ich jetzt auch mal einen Beitrag im Forum leisten konnte der Wissen vermittelt, und nicht nur Fragen stelle.

    mfg

    Einmal editiert, zuletzt von sebastian (30. Mai 2013 um 16:25)

  • sebastian
    aktives Mitglied
    Beiträge
    93
    • 30. Mai 2013 um 16:43
    • #4

    Ich habe nun eine kurze Auskunft von einem Briefmarkenprüfer erhalten, dass es einige wenige Aufkleber in Kombination mit der Ausgabe von 1858 bekannt sind. Gelistet im aktuellsten Ferchenbauer Handbuch (7. Auflage), welches ich jedoch nicht habe ?(.

    mfg

    Einmal editiert, zuletzt von sebastian (30. Mai 2013 um 16:44)

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