Hallo
Ich habe eine USA Briefmarke - Michel Nr.20
mit versetzter Perforation - siehe Scans.
Dabei möchte ich gerne fragen, ob diese Art
der Perforation bekannt ist?
Für jede Information wäre ich sehr dankbar.
Herzliche Grüße
Adi34
Hallo
Ich habe eine USA Briefmarke - Michel Nr.20
mit versetzter Perforation - siehe Scans.
Dabei möchte ich gerne fragen, ob diese Art
der Perforation bekannt ist?
Für jede Information wäre ich sehr dankbar.
Herzliche Grüße
Adi34
Eine sehr alte Frage, aber diese Lochung sieht schon äusserst merkwürdig aus. Makulatur ? Entwertung ? Perfin ?
Perfin: Nein
Entwertung: Nein
Makulatur: Auch ein NEIN,
weil bei der Herstellung der Marken große Sorgfalt auf Qualität gelegt wurde. Es waren ja "fiskalische Artikel". So etwas wäre nicht übersehen worden!
Nachträglich angebracht: JA.
Die Lochanzahl stimmt zwar, die Reihen liegen aber nicht einmal parallel.
Danke, aber wozu nachträglich angebracht ?
Danke, aber wozu nachträglich angebracht ?
Ja wozu? Wohl um eine "Besonderheit" zu erzeugen ![]()
Das kann natürlich sein. Es sieht aber dennoch danach aus als ob der ganze Bogen so gelocht wurde. Federentwertet ist die Marke auch. Vielleicht ging es darum sie unbrauchbar zu machen. Die Marke stammt ja aus der Zeit des Bürgerkriegs. Könnte es da einen Zusammenhang geben ?
Eine sehr alte Frage, aber diese Lochung sieht schon äusserst merkwürdig aus. Makulatur ? Entwertung ? Perfin ?
Es gibt schon Marken, die zweimal (dreimal ist schon krass selten) durch den Perforator gezogen wurden. Die können schon gute Preise erziehlen.
Das hier sieht eher handgemacht aus. Auch ziemlich naiv, eine Dreifachperforation vorzutäuschen. Die "Ziehrichtung" des Bogens muss natürlich die Gleiche sein, was hier überhaupt nicht stimmt. Es ist überhaupt keine Richtung erkennbar, die zusätzlichen Löcher sind rund.
Ziehrichtung: Bei den im BEP damals üblichen Perforationsmaschinen wurden die Bögen einzeln in die Pinwalzen hineingezogen. Die dabei auftretende Zugspannung im Papier führt immer zu einer kleinen Deformation des Papiers in Zugrichtiung. Die Löcher sind also immer etwas oval. Je nach Geschwindigkeit der Damen, die die Maschinchen bedienten (unglaublich brutale Arbeitsbedingungen). Oft sehen die Löcher schon fast wie ausgefranste Dreiecke aus.
Das kann natürlich sein. Es sieht aber dennoch danach aus als ob der ganze Bogen so gelocht wurde. Federentwertet ist die Marke auch. Vielleicht ging es darum sie unbrauchbar zu machen. Die Marke stammt ja aus der Zeit des Bürgerkriegs. Könnte es da einen Zusammenhang geben ?
Nein. Außerdem:
Meiner Meinung nach sind diese 2 Lochreihen - sogar getrennt - und nach dem Gebrauch zu gefügt worden.
Für mich eine reine Mache.
Dies ist bei der Ausgabe 1861 nicht selten, sondern kommt schon öfters vor, ich habe auch solche Marken, wenn auch nur eine zusätzliche Linie. Man kann heute wohl nicht mehr feststellen, ob das damals ein echter Zähnungsfehler war oder eben durch eine Maschine nachträglich angebracht (auch damals zum Beispiel mit einer echten Maschine, aber eben "inoffiziell"). Letzten Endes müsste man sie prüfen lassen, ich denke nicht, dass man das anhand des Scans beurteilen kann. Aber ob sich eine Prüfung lohnt, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht weiß DrKohler dazu mehr, da er ja schrieb, dass diese Marken gute Preise erzielen, das wäre mir neu bzw. hier würde ich auch gerne dazu lernen.
Könntest Du bitte einmal Deinen Bestand mit solchen Lochungen zeigen?
Hallo, das kann ich momentan leider nicht, aber zum Glück ging es ja auch nicht um meinen Bestand, und ebenso zum Glück kann man sich hier aber noch ziemlich viele Vergleichsstücke ansehen:
https://www.stampcommunity.org/topic.asp?ARCH…&TOPIC_ID=55093
Und das sind dort ja auch Marken von ganz normalen Sammlern und nicht etwa von Auktionshäusern.
Insgesamt aber ein interessantes Thema!
Und das sind dort ja auch Marken von ganz normalen Sammlern und nicht etwa von Auktionshäusern.
Und auch da sind etliche äusserst verdächtige Exemplare zu sehen, speziell unter den Dreifachzähnungen. Es braucht schon ein Attest um sicher zu gehen. Die Grundregel ist allerdings immer: Wenn die zusätzlichen Reihen/Spalten rund sind, ist es sehr wahrscheinlich Mist.
Ich habe nur in dunkler Erinnerung dass speziell bei US-Gebührenmarken massenweise gefälschte zusäztliche Perforationsreihen/Kolonnen vorlommen Gerüchteweise(?) weil ein Händler damals günstig zu einer Occasion-Perforationsmaschine gekommen ist.
Ich finde die Erklärung im ersten Post (von revcollector) auf der zweiten Seite im Link von diogenes am einleuchtendsten. Sowohl auf den Verkauf von Perforationsmaterial als auch auf die Gebührenmarken wird ja da Bezug genommen. Selten sind diese doppelt und dreifach perforierten Marken jedenfalls nicht gerade.
Ich denke auch, die Beispiele und Meinungen in dem Link erklären das Ganze gut und zeigen, dass es vermutlich nichts ist, wozu sich eine Prüfung lohnt. Aber daher hatte ich auch gefragt, Dr Kohler, wo es hierzu die Beispiele gab, wo eine authentische Doppelzähnung dieser Zeit bei US-Marken einmal teuer verkauft wurde? Würde mich interessieren. Alles, was ich bisher gesehen habe, waren eben diese gezeigten "halbechten" Mehrfachzähnungen, die aber immer nur als nette Besonderheit gesammelt wurden, nicht aber als Seltenheit. Ich denke, es gibt einfach keine Möglichkeit für die Prüfer zu entscheiden, wann genau die - z.B. echt aussehende - zusätzliche Zähnung angebracht wurde. Das scheint dann wirklich ein spezieller Fall dieser US-Ausgabe zu sein. Denn es gibt ja durchaus Länder, wo solche Mehrfachzähnungen dann auch teuer sind. Ich kenne mich da nicht aus (und nehme gerne neues Wissen auf), aber ich glaube bei den frühen tschechischen Marken sind diese zusätzlichen (Linien-)Zähnungen teils teuer. Ebenso auch bei Australien.
Aber daher hatte ich auch gefragt, Dr Kohler, wo es hierzu die Beispiele gab, wo eine authentische Doppelzähnung dieser Zeit bei US-Marken einmal teuer verkauft wurde?
Da muss man durch US-Auktionen durchblättern. Ist mir halt einfach aufgefallen, dass unter der Kategorie efo (errors,freaks,oddities) manchmal solche Marken auftauchen mit "teuren" Startgebotswerten.
Teuer heisst aber nicht Ferrariteuer,das geht von ein paar Prozenten bis ein paar hundert Prozenten "Normalgeboten", aber sind oft Billigmarken an sich (bei Massenproduktion entstehen halt auch die meisten Fehler). Da ich die Dinger nicht sammle, habe ich auch keine "Echtwerte" oder Links.