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Ausgaben der Gilbert & Ellice Inseln

  • phoenix
  • 7. Januar 2011 um 23:14
  • phoenix
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    • 2. Oktober 2013 um 21:59
    • #81

    Hallo,

    nach einer Pause werde ich heute die nächste Insel in der Gruppe der Linieninseln vorstellen, Fanning Island. Nach der Unabhängigkeit Kiribatis wurde die Insel in Tabuaeran umbenannt. Den ursprünglichen Namen Fanning verdankt die Insel seinem Entdecker Kapitain Edmund Fanning. Im Jahre 1798 sichtete er von seiner Brigg Betsy aus die damals noch unbewohnte Insel. Die ersten Siedler, zwei Briten die seinerzeit auf Tahiti lebten, kamen im Jahre 1846 auf die Insel. Sie landeten mit einigen „Natives“ auf der Insel und wollten dort Kokosnussöl gewinnen. Im Jahre 1857 wurde Captain Henry English offiziell Eigentümer der Insel. Sein Ziel war die Errichtung einer Kokosnussplantage. Ab 1859 ging er dazu auch eine Partnerschaft mit den Besitzern der nahen Washington Island ein. Im Jahre 1888 wurde die Insel offiziell durch die Briten annektiert. Jetzt sollte die Insel zum ersten Mal in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit rücken. Die Briten waren gerade dabei mit der sogenannten „All Red Line“ ihr gesamtes Empire an ein weltumspannendes Telegraphennetz anzuschließen und Fanning Island wurde dazu als Kabelstation zwischen Kanada und Australien / Neuseeland auserkoren. Eine tiefere Passage wurde ins Riff gesprengt und somit der Zugang zur Lagune auch für größere Schiffe ermöglicht. Im Jahre 1902 wurde die Kabelstation schließlich eröffnet und zeitgleich ging auch die Post Office in Betrieb (29.11.1902). Erster Post Agent war ein gewisser Mr. D. Cuthbert (Superintendent der Cable Company) der auch gleich neuseeländische Marken im Gepäck hatte und den Postdienst aufnahm. Fortan war auf Fanning somit eine neuseeländische Post Office installiert. Mr. D. Cuthbert selbst verschickte auch Briefe frankiert mit englischen Marken und war wohl an philatelistischen Dingen durchaus interessiert. Grund für diese Annahme ist ein überlieferter Brief an einen Sekretär der neuseeländischen Post in dem Mr. D. Cuthbert nachfragt ob nicht aktuelle neuseeländische Briefmarken nach dem Vorbild Niue’s (eine der Cookinseln) überdruckt werden könnten (mit Fanning Island). Eine Antwort darauf gab es nicht. Irgendwie verlief die ganze Angelegenheit wohl im Sande und somit gibt es heute ein Briefmarkenland weniger. Bis 1939 blieb die neuseeländische Post Office installiert und übernahm auch teilweise die Aufgaben der nahe gelegenen Washington Island. Ab 1939 wurde Fanning Island Bestandteil der Kolonie der Gilbert & Ellice Inseln und somit kam es auch zu einem Wechsel bei der Post Office. Über einen interessanten Aspekt in der Zeit der neuseeländischen Post Office möchte ich jedoch noch berichten. Für einen Tag im ersten Weltkrieg war Fanning Island Kriegsschauplatz. Der deutsche Kreuzer Nürnberg landete am 07.09.1914 auf Fanning Island an. Die Post Office wurde überfallen und Briefmarken im Wert von 33 Pfund 5 Shilling und 8 Pence gestohlen. Anschließend kappte die Mannschaft der Nürnberg beide Enden des Transpazifikkabels und verschwand wieder in den Weiten des Pazifiks. Das eine Ende des Kabels (nach Suva) konnte jedoch sehr schnell wieder geflickt werden. Ein junger Mann von der Insel konnte das Kabelende in 60 Fuss Tiefe lokalisieren und anschließend bergen. An diese Aktion erinnert ein Gedenkstein am Hafen (English Harbour).
    Auch im zweiten Weltkrieg war Fanning Island involviert. Als transpazifischer Stop wurde Fanning Island durch Flugzeuge der Amerikaner und Briten genutzt. Von 1943 bis 1945 wurde durch die US-Amerikaner die APO 967 betrieben.
    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es wieder ruhiger auf der Insel. Die Flugplatz verfiel langsam und 1964 wurde die Kabelstation außer Betrieb genommen. Ein neues Transpazifikkabel brauchte die Zwischenstation Fanning Island nicht mehr. Die Post Office besteht jedoch bis heute! Im Jahre 2010 lebten noch knapp 2000 Einwohner auf der ca. 33 qkm großen Insel. Hauptsächlich lebt man von der Kopraproduktion und vom Fischfang. In den letzten Jahren profitiert Fanning Island von einem neuen Wirtschaftszweig, den Kreuzfahrttourismus. Kreuzfahrtschiffe laufen die Insel seit ca. 10 Jahren von Hawaii aus an. Dadurch wurde eine gewisse Infrastruktur aufgebaut sowie erneuert und es werden vor allem Kunstgewerbe und Briefmarken an die Touristen verkauft. Es gäbe sicherlich noch einiges zu berichten, doch jetzt ist es erst einmal Zeit etwas zu zeigen!

    1. Brief in die USA mit Stempel der neuseeländischen Post Office (Vernon Typ 21 – 17.12.1925). Frankiert ist der Brief mit MiNr. 154 (Neuseeland).

    2. Briefstück MiNr. 213? (Neuseeland) mit Stempel Vernon Typ 22 der neuseeländischen Post Office (09.07.1938).

    3. R-Brief nach Australien mit MiNr. 38-43 (Gilbert & Ellice Inseln). Abgestempelt wurde der Brief mit Stempel Vernon Typ 23 (16.06.1939). Außerdem findet man noch einen R-Stempel R7 auf dem Umschlag.

    4. Luftpostbrief frankiert mit MiNr. 68 (Gilbert & Ellice Inseln) und 2/6d (gültiger Tarif vor 1964) in die USA. Abgestempelt wurde der Brief mit Stempel Vernon Typ 35 (04.06.1959?).

    5. Briefmarken von Kiribati aus dem Jahr 2001 (MiNr.853-54). Dargestellt ist ein Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach Fanning Island (Tabuaeran) und die Brigg Betsy des Inselentdeckers Kapitain Edmund Fanning.

    6. Aktueller Poststempel der Insel aus dem Jahr 2007.

    Bis bald phoenix

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    Einmal editiert, zuletzt von phoenix (2. Oktober 2013 um 22:11)

  • phoenix
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    • 4. November 2013 um 22:33
    • #82

    Hallo,

    heute möchte ich gern bei den Linieninseln weitermachen und Christmas Island vorstellen. Die heute in Kiritimati umbenannte Insel habe ich bereits kurz im Rahmen der Lokalpost-Marken von Christmas Island weiter vorne im Thread vorgestellt. Ich werde heute die Zeit ab 1939 betrachten und vorstellen. Zum Anfang jedoch noch einmal ein kurzer historischer Abriss:

    - Sichtung der Insel durch James Cook am Weihnachtstag 1777
    - seit 1888 britisches Protektorat
    - seit 1902 Aufbau einer Kokosnussplantage
    - seit 1916 Verwendung von Lokalpost-Marken
    - Eröffnung der Post Office (Gilbert & Ellice Islands) am 14.02.1939

    Im Jahre 1939 hatte Christmas Island endlich seine eigene reguläre Post Office. Der Betrieb begann jedoch nur mit einer kleinen Anzahl von 1d – Briefmarken (Quelle: Handbook of the Gilbert & Ellice Islands). Schon 1942 wurde der Betrieb kriegsbedingt (2.Weltkrieg) vorerst wieder eingestellt. Die Amerikaner hatten ab Februar 1942 eine APO (915) auf der Insel eingerichtet und übernahmen jetzt den Postverkehr. Ein neu gebauter Flugplatz diente als Stop auf den Weg Richtung Australien und Neuseeland und als Zwischenstation zur Front im Südpazifik. Man lag relativ weit weg vom tatsächlichen Kriegsgeschehen und so war die Anzahl der stationierten Soldaten eher gering. Im September 1948 schloss die APO 915 wieder und die Post Office der Gilbert & Ellice Inseln übernahm den Postbetrieb auf der Insel. Zwei unterschiedlich Stempel wurden durch die APO 915 in der Zeit von 1942-48 genutzt. Seit Ende 1948 ist die Post Office bis auf kurze Ausnahmen in den Jahren 1957/58 bis heute immer in Betrieb gewesen. Diese kurze Ausnahmen deuten auf eine dunkles Kapitel in der Inselgeschichte hin. Im Juni 1956 wurde durch die Briten eine Field Post Office auf der Insel errichtet. Die Briten wollten die Insel als Ausgangspunkt für ihre Nukleartests nutzen und bauten dazu die notwendige Infrastruktur auf der Insel auf. Schon Mitte 1957 waren über 4000 Mann auf der Insel stationiert. Am 15.05.1957 wurde im Rahmen eines ersten Testzyklus die erste von drei Bomben in der Nähe von Malden Island (ca.700 km südöstlich von Christmas Island) gezündet. Das war die erste Wasserstoffbombe der Briten. Logistisch und finanziell war die große Entfernung zwischen dem Testgelände Malden Island und Christmas Island wohl ein Problem und so entschloss man sich ab November 1957 die restlichen 6 Bomben der Testreihe Grapple einfach in der Nähe von Christmas Island zu zünden. Dafür musste zeitweise die Bevölkerung evakuiert werden, was auch die kurzzeitige Schließung der Post Office nach sich zog. Am 23.09.1958 testeten die Briten ihre letzte Bombe, das war auch der letzte atmosphärische Test der Briten überhaupt. Wer denkt jetzt wäre dieses schwarze Kapitel für die Insel abgeschlossen der täuscht sich. Es gibt noch einen zweiten Teil der Geschichte. Im Jahre 1962 stellten die Briten den Amerikanern ihr Testgelände auf Christmas Island zur Verfügung und die nahmen dankend an, denn so konnten noch schnell vor dem im Januar 1963 beginnenden Testmoratorium (u.a. Verbot von atmosphärischen Tests) eine Testreihe von insgesamt 24 Kernwaffentests (Operation Dominic I) in der Nähe von Christmas Island durchgeführt werden. Für diese Tests (zwischen April und Juli 1962) sollen die Einwohner nicht evakuiert worden sein und so zeigten sich nach einigen Jahren die erschreckenden Folgen bei der Bevölkerung (z.B. erhöhte Rate von Krebserkrankungen). Die Amerikaner eröffneten zur postalischen Unterstützung ihres militärischen Personals auch wieder eine Post Office die erst als APO und später als Branch der PO Honolulu vom Februar 1962 bis zum September 1963 bestand. Nachdem das letzte Testequipment durch die Briten abtransportiert war schloss auch die Field Post Office (FPO) der Briten im Juni 1964. Durch die FPO der Briten wurden insgesamt zwei verschiedene Stempeltypen eingesetzt. Die APO der Amerikaner nutzte zwischen 1962 und 1963 insgesamt drei unterschiedliche Stempeltypen.
    Zeit etwas zu zeigen:

    1. Brief nach Fanning Island mit 2d frankiert (G&E MiNr. 52 als waagerechtes Paar). Die Marken wurden am Ersttag (29.08.1949) mit Vernon Typ 23 abgestempelt. Interessant ist der Abschlag eines Vernon Typ 55 auf dem Umschlag. Mit diesem Stempel wurden für gewöhnlich die Lokalpost-Marken der Christmas Island abgestempelt.

    2. Brief nach Großbritannien frankiert mit 2 ½ d (Großbritannien) und abgestempelt mit einem BFPO-Stempel (Vernon 52) am 22.05.1957. Auf dem Brief befindet sich ein Cachet First British Megaton Trial 1957. Das Cachet wurde zum ersten Test vom 15.05.1957 aufgelegt. Es gibt da jedoch einen kleinen Schönheitsfehler. Das Cachet spricht von einem Megaton Trial, das war die erhoffte Sprengkraft der ersten Explosion. Tatsächlich explodierte die Bombe mit einer Sprengkraft von etwa 300 Kilotonnen (TNT). Das Ziel wurde somit klar verfehlt. Erst im vierten Test (08.11.1957) wurde die Marke von 1 Megatonne (TNT) durch die Briten erreicht.

    3. Brief in die USA mit 4c (USA) frankiert. Abgestempelt ist der Brief am zweiten Weihnachtfeiertag (26.12.1962) mit einem Stempeltyp Vernon 63 (Christmas Island als Branch von PO Honolulu).

    4. Ein R-Brief nach Neuseeland mit den Weihnachtsmarken von 1970 (G&E MiNr.165-67) abgestempelt am ersten Weihnachtstag (25.12.1970) mit Vernon Typ 35a (Christmas Island). Außerdem findet sich ein R-Stempel (Typ 25) auf dem Umschlag.
    Das ist also ein Brief von der „Weihnachtsinsel“, mit Weihnachtsmarken vom Jahr zu Weihnachten abgestempelt. Endlich habe ich solch einen Brief erwischt!

    Bis bald phoenix

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    2 Mal editiert, zuletzt von phoenix (5. November 2013 um 06:46)

  • phoenix
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    • 28. November 2013 um 22:26
    • #83

    Hallo,

    mein letzter Beitrag ist mit den Schilderungen zu den Atombombenversuchen auf Christmas Island wohl ein wenig düster geraten. Ich denke so ein Schlusspunkt wird den Linieninseln und besonders auch Christmas Island nicht gerecht. Deshalb heute noch etwas zu Christmas Island und den verbleibenden restlichen Inseln die leider keine all zu große Posthistorie vorzuweisen haben.
    Nach den Atombombenversuchen in den 50-er und 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kehrte wieder eine relative Ruhe auf der Insel ein. Das von den Briten errichtete Aeon Airfield verfiel und die Einheimischen auf dem größten Atoll der Welt (321 qkm Landfläche) gingen ihrer Hauptbeschäftigung dem Fischfang und besonders der Copraproduktion nach. Die Plantagen haben mittlerweile eine Fläche von über 50 qkm. Heute leben mehr als 5000 Einwohner (Stand 2005) auf der Insel. Die Zahl der Einwohner hat sich in den letzen 20 Jahren deutlich erhöht. Im Jahre 1989 lebten gerade mal 2000 Einwohner auf der Insel. Das könnte zeigen wo der Trend für die Insel hingeht. Große Teile der Gilbertinseln sind übervölkert und der Klimawandel tut sein übriges. So ist die Regierung daran interessiert die Leute auf Inseln umzusiedeln die noch relativ dünn besiedelt bzw. vom Klimawandel noch nicht so stark betroffen sind, obwohl Trinkwassermangel ein großes Thema auf Christmas Island ist. Natürlich müssen die Leute auch ein Auskommen haben. Es gibt jedoch erste Ansätze dafür das da etwas passiert. Im Jahre 2010 nahm Air Pacific einen regelmäßigen Linienverkehr nach Kiritimati auf. Zwei mal wöchentlich wird die Insel als Zwischenstop auf der Strecke Fidschi - Hawaii angeflogen. Somit ist der Weg für Touristen frei. Besonders die Vogelwelt und die Möglichkeiten für das Fischen und Surfen sollen hierbei anziehen. Einige kleine Hotels gibt es vor Ort bereits. Neben dem Tourismus ist der Fischfang, auch von Aquariumfischen, ein weiteres Standbein. Hier sind die Japaner stark involviert die auch einen neuen Anleger in London (Haupthafen der Insel) errichteten. Die Japaner betreiben auch eine Bodenstation ihrer Raumfahrtbehörde JAXA auf Christmas Island. Etwa 200 Seemeilen südöstlich der Insel, direkt am Äquator, startet das Unternehmen Sea Launch heute regelmäßig von einer umgebauten Ölplattform aus Zenit-3SL-Raketen in den Weltraum und bringt so neue kommerzielle Satelliten in die Umlaufbahn.

    Malden

    Die Insel wurde 1823 durch das Walfangschiff Winslow entdeckt. Von 1849 bis 1927 wurde zeitweise Guano auf der Insel abgebaut. Die Insel war jedoch nie dauerhaft besiedelt. Im Jahre 1957, im Rahmen der Atombombenversuche der Briten, wurde erstmals postalisches durch einen Außenposten der Royal Air Force erstellt. Es existieren Briefe mit Cachet „RAF SIGNALS CENTRE/MALDEN ISLAND“ (Datum 22.Juni 1957). Außerdem ist ein Stempel „MALDEN ISLAND/SPECIAL PROJECT STATION“ bekannt. Die Marken auf den Briefen sind alle auf Christmas Island abgestempelt worden. Im Jahre 1962 nutzen die Amerikaner die Insel als Beobachtungsstation für ihre Atomtests auf Christmas Island. Auch hier sind Briefe mit schlechten Stempeln (doppeltes Dreieck) bekannt die dann weiter über die APO 86 (Christmas Island) geroutet wurden. Eine offizielle Post Office gab es nie auf Malden.

    Caroline (Millenium Island)

    Die Insel soll bereits im Jahre 1606 durch den Portugiesen Quiros entdeckt worden sein. Aber so ganz sicher ist man sich da nicht. Von ca. 1865 - 1930 war die Insel besiedelt jedoch war die Einwohnerzahl sehr gering. Eine Post Office wurde nie eingerichtet. Zum 01.01.2000 wurde die Insel in Millenium Island umbenannt, da die Insel als erster Ort das neue Jahrtausend begrüßte. Extra dafür wurde ein Sonderstempel hergestellt und spezielle Milleniumbriefe abgestempelt. Die Feierlichkeiten auf der Insel wurden per Satellit rund um die Welt übertragen.

    Flint, Vostok, Starbuck

    Ja was kann man zu diesen Inseln sagen. Kleine Koralleninseln, waren teilweise sporadisch besiedelt, sind heute aber unbewohnt. Zu keiner Zeit waren Post Offices auf der Insel aktiv und so gibt es postalisch leider nichts zu berichten.

    Zeit etwas zu zeigen:

    1. Ich habe mal eine Handvoll Briefmarken zusammengestellt die Bezug zu den einzelnen Inseln haben und durch Kiribati herausgegeben wurden. Die ersten 6 Marken zeigen die einzelnen Linieninseln als Landkarten. Kiribati legte von 1981 bis 1986 fünf Sätze auf die alle Inseln des Landes in dieser Art darstellen. MNr. 358 (1980) zeigt das Capitain Cook Hotel auf Kiritimati. Das Hotel entstand aus einem britischen Militärobjekt auf der Insel. Die beiden Marken mit den Booten von Kiritimati stammen aus der neuen Freimarkenserie (2013). MNr.346-48 (1980) zeigen den Start eines Nachrichtensatelliten und die Bodenstation auf Kiritimati.

    2. Im Jahre 2003 wurde ein Block mit den Kirchen von Kiritimati aufgelegt.

    3. Neuer Stempel von Kiritimati.

    4. Brief nach Kanada abgestempelt mit Stempeltyp KC-1 PMK 5 (Christmas Island). Tag und Monat sind im Stempel vertauscht.

    5. Schmuckcover zum Millenium frankiert mit MNr.801 (Millenium Island) und abgestempelt mit Stempel Millenium Island (01.01.2000).

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 17. Februar 2014 um 21:43
    • #84

    Hallo,

    nachdem ich vor einiger Zeit die Gruppe der Linieninseln und Phoenixinseln mit ihren Inseln vorgestellt habe kehre ich heute wieder zu den Gilbertinseln, einer der Keimzellen der Kolonie der Gilbert & Ellice Inseln, zurück. Ich werde damit beginnen die einzelnen Inseln und ihre Postgeschichte vorzustellen und das eine oder andere zeigen. Ich werde mich jedoch darauf beschränken nur Material aus der Ära der Gilbert & Ellice Inseln (Kolonie) zu zeigen (bis Ende 1975). Neueres Material zeige ich dann zu einem späteren Zeitpunkt. Da ich einiges Material schon im Zusammenhang mit den Markenausgaben (G&E) gezeigt habe kann ich für einige Inseln leider nicht mehr so viel zeigen. Ich werde dann vielmehr auf die vorherigen Beiträge verweisen.

    Wenn ich mich strikt an das Alphabet halte so macht das Atoll Abaiang heute den Anfang. Abaiang („Land im Wind“) wird den nördlichen Gilbertinseln zugeordnet und ist nach dem Tarawa-Atoll das zweitwichtigste in der Nordgruppe. Laut Wikipedia beherbergt das Atoll auf einer Landfläche von etwa 17 qkm ca. 5500 Einwohner in sage und schreibe 18 Ortschaften. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich damit die Einwohnerzahl nahezu verdoppelt.
    Entdeckt wurden die Inseln durch Kapitän Gilbert (Schiff „Charlotte“) und Kapitän Marshall (Schiff „Scarborough“) am 20.06.1788. Beide gingen nicht an Land und benannten die Insel vorerst als Matthews Island. Matthews war der Name des Eigners des Schiffes „Charlotte“. Auch Charlotte Island war später ein Synonym für Abaiang und ist auch auf älteren Karten zu finden. Bis auf den Handel mit Kokosnussöl zum Ende der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blieb es relativ ruhig auf der Insel. Ab 1857 rückte die Insel jedoch in den Blickpunkt der Missionare (Protestanten aus den USA und Hawaii). Hier wurde die erste Mission auf den Gilbertinseln errichtet.
    Der 20.04.1911 gilt als Startpunkt der lokalen Post Office auf Abaiang. Damit gehört Abaiang zu den ältesten Post Offices auf den Gilbertinseln. Anfangs wurde per Manuscript abgestempelt, ab 1922 gab es dann den ersten Stempel mit der Inselbezeichnung „Abaian“. Bis Ende 1975 waren insgesamt 5 verschiedene Stempeltypen im Einsatz. Außerdem wurden 5 unterschiedliche R-Stempel eingesetzt. Durch die lokale Nähe der Insel zum Tarawa-Atoll hatte die Post Office schon früh einen regen Postverkehr. Das Handbook of the Gilbert & Ellice Islands berichtet hier von bis zu vier „Dispatches“ im Monat. Das heisst etwa viermal pro Monat wurde die Post abgeholt und gebracht.
    Von Dezember 1941 bis Juni 1944 war das Atoll durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg besetzt.
    Zeit etwas zu zeigen:

    1. Briefstück (3 mal MiNr.28) mit Stempeltyp 9. Dieser Stempeltyp wurde zwischen 1935 und 1938 abgeschlagen.

    2. R-Brief von Abaiang über Tarawa und Melbourne (Australien) nach England (MiNr. 43A - 9 mal und 46A). Der Brief ist von Melbourne per Air Mail gelaufen und mit 3Sh 3d wohl portogerecht frankiert. Abgestempelt wurde der Brief mit Vernon Typ 28 (02.10.1950). Außerdem findet sich ein R-Stempel Typ 10 von Tarawa und ein Transitstempel Melbourne (03.1.1950) auf der Briefrückseite.

    3. Zwei weitere Briefe aus Abaiang habe ich schon bei den UPU-Ausgaben (1949) und 25. Jahre Südpazifik Kommission (1972) vorgestellt.

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 24. Februar 2014 um 21:44
    • #85

    Hallo,

    als zweites Atoll in der Gruppe der Gilbertinseln möchte ich heute Abemama ("Land des Mondlichts") vorstellen. Das Atoll mit einer Landfläche von ca. 27 qkm und etwa 3200 Einwohnern liegt in der Gruppe der nördlichen Gilbertinseln 70 Meilen südöstlich des Hauptatolls Tarawa. Die Einwohner leben in 11 Siedlungen (Quelle: Wikipedia). Seit dem Ende des 2. Weltkrieges hat sich auch hier die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Kapitän Charles Bishop entdeckte das Atoll im Jahre 1799 mit seiner Brigg Nautilus. Er ging jedoch nicht an Land. Den ersten Landgang abolvierte 10 Jahre später ein gewisser Kapitän Patterson (Brigg Elisabeth). Damals herrschte durch die noch ungenaue Navigation häufig Unklarheit bei der Ortsbestimmung und so wurde Abemama häufig auch mit dem nahen Atoll Aranuka verwechselt. Auch die Namensgebung war sehr unklar. So hieß das Atoll zu unterschiedlichen Zeiten Harbottle, Roger Simpson's oder Dundas Insel. Im Jahre 1890 besuchte der bekannte Autor Robert Louis Stevenson ("Die Schatzinsel") Abemama, verbrachte dort einge Zeit und beschrieb das Leben auf der Insel in seinem Buch "In der Südsee". Abemama war traditionell der Sitz der Könige der Gilbertinseln und so ist es nicht verwunderlich das die Briten im Jahre 1892 (27.Mai) hier durch Kapitän Davis (HMS Royalist) das Protektorat über die Gilbert und Elliceinseln ausriefen. Wie auch auf den anderen Gilbertinseln waren bereits seit den 1860-ern Jahren protestantische Missionare auf der Insel aktiv.
    Postalisch beginnt die Zeitrechnung auf den Inseln im Jahre 1911. Genaue Angaben zur Eröffnung der Post Office liegen nicht vor. Es kann auch mittels der Stempel darüber keine Aussage gemacht werden da am Anfang entweder über Manuscript oder mittels Stempeln ohne Datumsangabe entwertet wurde. Ein erster Datumsstempel wurde ab 1915 (03.03.) verwendet. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden insgesamt fünf unterschiedliche Stempel genutzt (Quelle: Handbook of the Gilbert & Ellice Islands). Dann kam es durch die Okkupation der Japaner in den Jahren 1942 und 43 zur Unterbrechung des Postverkehrs. Erst ab November 1943 wurde durch die APO 240 der US-Amerikaner wieder ein Postverkehr aufgenommen. Die zivile Post Office öffnete ab Juni 1944, vorerst jedoch nur mit Manuscript-Stempel. Nach dem zweiten Weltkrieg dauerte es noch einige Zeit ehe sich der Postbetrieb wieder normalisiert. So wurde noch bis zum Jahre 1948 immer wieder mal von fehlenden Briefmarken berichtet. Es wurde dann teilweise handschriftlich entwertet. nteressant ist wie die Befreiung der Insel durchgeführt wurde. Die kleine japanische Garnison wurde dabei durch eine 78-köpfige Einsatzgruppe der US-Marine angegriffen. Abgesetzt wurde die Gruppe durch das U-Boot "USS Nautilus", so schließt sich der Kreis. Der Kampf dauerte mehrere Tage und am Ende stand der Selbstmord der noch verbliebenen Japaner.
    Bis 1976 wurden noch einmal drei unterschiedlich Stempeltypen verwendet. In der frühen Phase der Post Office wurde ca. zwei bis dreimal pro Monat die Post via Schiff mit Tarawa ausgetauscht. Ab ca. 1969 lief der Austausch der Post hauptsächlich über den Luftweg, denn ab diesem Zeitpunkt war der neu errichtete Flugplatz auf Abemama an das nationale Flugnetz angeschlossen.
    Zeit etwas zu zeigen:

    1. R-Brief als Satzbrief von Abemama über Tarawa (R-Stempel) nach Ocean Island (nicht portogerecht 2 1/2d). Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 17 (kein Datum).

    2. Stempeltyp Vernon 35 (Abemama) vom 26.10.1965.

    3. Zensierter Brief von der NAVY Base 809 in die USA mit 6c (Luftpostumschlag) frankiert. Abgestempelt wurde mit Typ Fig.17 (Navy) am 08.05.1944.

    Bis bald phoenix

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    Einmal editiert, zuletzt von phoenix (28. Februar 2014 um 21:02)

  • phoenix
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    • 25. April 2014 um 21:06
    • #86

    Hallo,

    heute möchte ich gerne weitere Atolle und somit auch Postorte der Gilbertinseln vorstellen. Da wäre, um weiter bei der alphabetischen Reihenfolge zu bleiben, zuerst das Atoll Aranuka.
    Aranuka ist ein kleines Atoll der zentralen Gilbertinseln. Es hat eine Landfläche von knapp 12 qkm und etwas über 1000 Einwohner (Stand 2010). Seit dem Ende des 2.Weltkrieges hat sich die Einwohnerzahl fast verdreifacht.
    Entdeckt wurde Aranuka im Jahre 1788 (18.Juni) durch die Kapitäne Gilbert (Schiff Charlotte) und Marshall (Schiff Scarborough). Einige Zeit lang wurde die Insel als Hendersville oder Hoppers’s Island bezeichnet und häufig mit dem Atoll Abemama verwechselt. So richtig viel gibt es ansonsten von diesem kleinen Atoll nicht zu berichten. Außer einer Stippvisite der Royalist im Jahre 1892 ist nicht viel belegt. Ansonsten war die Insel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Bestandteil des Königreichs Abemama.
    Die Postgeschichte der Insel beginnt mit der Eröffnung der Post Office um die Jahreswende 1923/24. Ab diesem Zeitpunkt ist auch der erste Stempeltyp für die Insel belegt. Bis zum Ende der Kolonie der Gilbert & Ellice Inseln sollten noch drei weitere Stempeltypen folgen, was insgesamt also vier Stempeltypen macht. Interessant ist das vom Stempeltyp 11 (1923/24 – 1937) zwei unterschiedliche Varianten existieren sollen (mit den Namen Aranuka und Ananuka). Beim Stempeltyp 17 (1937 – 1946) wechselte der Namen der Insel ganz in Ananuka (ohne Datumsangabe). Ab 1946 war die Bezeichnung im Stempel dann wieder Aranuka (Typ 28 und 35) und der Name wurde nunmehr beibehalten (bis heute). Seit April 1961 wurden auch R-Stempel in der lokalen Post Office genutzt. Bis zum Ende der Kolonie wurden insgesamt drei unterschiedliche R-Stempel-Typen verwendet.
    Das kleine Atoll wurde im Postverkehr nur unregelmäßig bedient. Verbrieft war während der Kolonialzeit monatlich ein Posttransfer. Es wird jedoch auch berichtet das manchmal auch nur alle sechs Wochen die Post ausgetauscht wurde (Quelle: Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands). Zeit etwas zu zeigen.

    1. Stempeltyp 17 mit der Inselbezeichnung Ananuka. Den Brief dazu habe ich im Thread schon an anderer Stelle gezeigt.
    2. Brief in die USA mit 25c portogerecht frankiert (MiNr.134 und 139). Abgestempelt wurde mit Stempeltyp 35 (Aranuka)

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 10. September 2014 um 06:49
    • #87

    Hallo,

    nach einer längeren Abwesenheit möchte ich heute mal wieder den Thread in den Blickpunkt rücken. Eigentlich wäre jetzt die nächste Insel der Gilbert-Gruppe an der Reihe, vorgestellt zu werden, doch ich möchte heute gern ein paar neu erstandene Marken der Gilbert & Ellice Inseln vorstellen. Die Ausgaben habe ich zwar schon an früherer Stelle im Thread vorgestellt aber ich denke die Zugänge sind trotzdem zeigenswert.

    1. Für die 1965-er Ausgabe des "Co-Operation year" konnte ich drei Plattenfehler der ½d Marke beschaffen. Da wäre ein waagerechtes Paar vom rechten Bogenrand (2-ter Druck) mit durchbrochenen Kranz. Weiterhin ein senkrechtes Paar vom unteren Bogenrand (1-ter Druck) mit Strich in der rechten Hand. Und da ist noch ein Bogenteil (Eckrand unten links, 2 x 5 Marken, 2-ter Druck). Die oberste linke Marke hat am rechten Arm die sogenannte „Cuff Link Variety“ (Plattenfehler).
    2. Die Weihnachtausgabe 1974 kann ich jetzt auch als Streifen vom rechten Bogenrand zeigen. Durch diese Erhaltung kann man jetzt auch z.T. die Bogengröße der Ausgabe bestimmen. Den 5 Zeilen werden demnach entweder 5 oder 10 Spalten (evtl. mit Gutter) gegenüberstehen.
    3. Die Weihnachtausgabe 1972 liegt mir jetzt auch in Viererblocks vom linken unteren bzw. rechten unteren Eckrand vor. Die 3c und 10c – Ausgaben tragen dabei das Druckvermerk „The House of Questa“. Auf der 35c – Ausgabe findet sich ein Vermerk zur Plattennummer (1B).
    4. Die Weihnachtausgabe 1969 als Bogenteile (4 x 2 Marken) vom Eckrand unten rechts. Die Plattennummer (1) ist auf der Bogenperforation gleich fünfmal (fünf Farben der Markenausgabe) verewigt.

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 7. Januar 2015 um 07:30
    • #88

    Hallo,

    neues Jahr, neues Glück! Das soll natürlich auch bei unserem Hobby dem Briefmarkensammeln gelten. Zeit jedoch auch um einmal auf das Jahr 2014 zurückzuschauen. Ich will das heute für mein Sammelgebiet den Gilbert & Ellice Inseln tun und ein paar Dinge zeigen. Das Jahr fing gut an. Ich konnte eine MNr. 500 als Dreierstreifen aus Markenheftchen (zweiseitig bzw. dreiseitig geschnitten mit Gutteranteil) gestempelt mit Stempeltyp 46 von Canton Island (08.02.1949) auf Briefstück erwerben (1). Hatte ich bis dahin in dieser Form noch nicht gesehen. Und dann kam im Laufe des Jahres noch zwei Ganzsachen (2) dazu die neue Zielorte auf der Flugroute F.A.M.19 dokumentieren. Beide Ganzsachen tragen u.a. auch den Stempeltyp 46 von Canton Island. Jetzt die Überraschung. Eine der Ganzsachen trug als Rückstempel den selben Datumsstempel wie meine erste Erwerbung, wir erinnern uns das war der Dreierstreifen. Ein winziges Detail war jedoch anders. Die 8 im Datum stand im Stempel (2A) auf dem Kopf. Im Laufe des Tages ist dem Postbeamten das wohl aufgefallen und so gibt es nunmehr diese beiden unterschiedlichen Stempelabdrücke für den selben Tag. Langweilig mögen einige meinen, ich jedoch finde es interessant wieder etwas neues im Sammelgebiet entdeckt zu haben. Ja und dann kam noch ein Stück Geschichte zu Tage. Ich konnte ein schlichtes Aerogramm mit Stempeltyp 40B von Canton Island erwerben (3). Der Stempeltyp ist meist auf Erstflugbriefen F.A.M.19 (Canton Island – Australien) zu finden. Diesmal war der Stempel jedoch etwa ein Jahr später abgeschlagen (30.03.1948) und damit echter Bedarf. Für sich schon ganz schön doch dann begann das Aerogramm Geschichten von einer Fast-Bruchlandung auf Canton Island zu erzählen. Ich möchte euch hier den Text nicht vorenthalten. Ich habe aus dem Englischen übersetzt:

    „Sonntag 28. März 07.00 Uhr

    Sehr geehrte Frau Pickering,

    Hier ist es, Sonntagabend und wir sind nur 2 ½ °
    vom Äquator entfernt, auf der kleinen Insel Canton. Es ist
    furchtbar heiß und schwül. Letzte Nacht sollten wir angeblich
    für 1 Stunde, um 11:40 Uhr, landen, aber schwerer Regenfall
    und & schlechte Sicht zwangen uns dazu für 2 Stunden zu kreisen
    bis sich die Wolkendecke ein wenig hob. Als wir endlich landeten
    gab es in einer tiefen Pfütze einen Schlag der den Klappen erhebliche
    Schäden zufügte so dass es unmöglich war weiter im selben
    Flugzeug zu fliegen. So verbringen wir die Wartezeit auf ein
    neues Flugzeug aus Honolulu damit den Polynesiern beim
    Volleyball spielen in der heißen Sonne zuzuschauen.
    Gerüchten nach werden wir heute um Mitternacht abfliegen - das
    neue Flugzeug soll uns in 15 Minuten erreichen, ich bin ein klein
    wenig erschöpft! Es ist schon eine harte Reise. Wir hatten
    sehr wenig Schlaf - wie ich es hasse, dann in vier Stunden wieder
    aufgeweckt zu werden.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich unsere Abreise
    ohne Ihre wunderbare Hilfe organisiert bekommen hätte.
    Sie haben durch ihr Wesen & Großzügigkeit so viel für uns getan.
    Ich bin Ihnen sehr dankbar,
    Herzliche Grüße an Sie
    und Dr. Pickering

    Leo J. Honas“

    Solche Belege sind für mich die echten Kostbarkeiten in einer Sammlung weil sie Geschichten erzählen und Geschichte vermitteln. Neben den vorgestellten Stücken konnte ich noch den einen oder anderen Beleg und einige interessante gestempelte Marken und Briefstücke in die Sammlung aufnehmen. Die werde ich zeigen wenn ich meinen Thread fortsetze. Zur Zeit bin ich ja bei den Atollen oder auch Postorten der Gilbertinseln stehengeblieben und habe mir für das Jahr 2015 fest vorgenommen wieder häufiger Beiträge zu verfassen.

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 8. Januar 2015 um 21:23
    • #89

    Hallo,

    heute begeben wir uns auf die südlichste der Gilbertinseln, Arorae. Die etwa 9 Kilometer lange und ca. 1 Kilometer breite Insel (7,5 qkm) hatte im Jahre 2005 gerade einmal 1256 Einwohner (Quelle: Wikipedia). Entdeckt wurde die Insel im Jahre 1809 durch Kapitän Patterson (Brigg Elisabeth). Der Kapitän hatte im selben Jahr auch auf Abemama als erster Ausländer seinen Fuß gesetzt. Zur damaligen Zeit wurde die Insel noch mit Hope Island bezeichnet. Auf alten Karten kann man diese Bezeichnung noch finden. Im Jahre 1870 setzte die große Missionierung auf Arorae durch The London Missionary Society ein, die dafür Fachpersonal aus Samoa entsandte. Im Jahre 1892 wurde Arorae Teil des Protektorates der Gilbert & Ellice Inseln und dann gibt es bis zur Eröffnung der Post Office im Jahre 1923 eigentlich nichts weiter zu berichten. Im August des Jahres 1923 war es also nun soweit Arorae war fest in das Postnetz der jetzt Kolonie integriert. Laut Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands wurde damals per Schiff einmal im Monat die Post ausgetauscht. Als erster Stempel wurde ein Vernon Typ 11 eingesetzt. Der Stempel war ohne Datumszeile. Es gibt jedoch Stempelabschläge in denen mittels Manuscript das Datum eingefügt wurde. So ist auch die Verwendung (von August 1923 bis September 1941) ganz gut dokumentiert. 18 Jahre Einsatzzeit eines Stempels hinterlassen natürlich Spuren am Material. Ab ca. 1939 wurde der Stempel immer schlechter so das der Postmeister dazu überging neben dem Datum auch den Inselnamen (Arorae) per Manuscript in den jeweiligen Abschlag einzutragen. Das mit dem Manuscript setzte sich während des zweiten Weltkrieges fort. Im Zeitraum von Juni 1944 und 1946 wurde ausschließlich mit Manuscript entwertet. Ab März 1946 kam dann endlich ein zweiter Stempel (Vernon Typ 28) zum Einsatz. Der musste im Gegensatz zu Typ 11 auch nur 14 Jahre bis 1960 durchhalten und wurde dann später durch Vernon Typ 30, später Vernon Typ 35 (ab April 1963) abgelöst. Auch R-Stempel (insgesamt 3 Typen) waren ab 1955 im Einsatz. In der Mitte der 40-iger Jahre und noch einmal im Juni 1962 wurde jedoch auch per Manuscript registriert. So jetzt genug mit dem Stempelgewirr! Zeit etwas zu zeigen:

    1. Briefstück mit MiNr. 27 und Stempel Vernon Typ 11. Der Stempel sieht da noch ganz passable aus. Wenn man das Ausgabedatum der Briefmarke berücksichtigt ist die Abstempelung wohl zwischen 1927 bis etwa 1939 einzuordnen.

    2. Brief frankiert mit MiNr. 63 und 65 nach Australien mit regulärer R-Brief-Rate (9d) jedoch ohne R-Stempel. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 35 (21.05.1963). Der Stempel war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 1 Monat im Einsatz.

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 16. Januar 2015 um 18:30
    • #90

    Hallo,

    wie versprochen geht es heute weiter mit den Postorten oder auch Atollen der Gilbertinseln. Nachdem ich letzte Woche den Buchstaben A mit Arorae abgeschlossen habe steht heute das B auf dem Plan. Lange Rede, kurzer Sinn heute ist das Atoll Beru im Blickpunkt. Das knapp 18 qkm große Beru Atoll war lange Zeit die wichtigste Insel im südlichen Teil der Gilbertinseln. Dafür gab es einige Gründe. Zum einem war Beru im 18. Jahrhundert Sitz eines lokalen Königs zum anderen zwischen 1900 und 1960 Sitz des Hauptquartiers der London Missionary Society, inklusive Schule. Die Missionierung auf der Insel hatte schon 1870 durch einen Priester aus Samoa begonnen. Vermutlich wurde die Insel erstmalig durch J. Clerk, Kapitän des englischen Walfängers John Palmer im Jahre 1826 besucht. Im Jahre 1892 kam Beru wie andere der Gilbertinseln auch unter britisches Protektorat und wurde dann später Teil der Kolonie der Gilbert & Elliceinseln. Im 2. Weltkrieg war Beru im Jahre 1942 zeitweise durch japanische Truppen besetzt.
    Postalisch begann auf Beru alles etwa ab 1911/12. Für diese Jahre sind Briefe mit Manuscript-Abstempelungen belegt. Ab 1912 waren dann auch die ersten beiden Stempel Vernon Typ 3 und 5 im Einsatz. Bis zur japanischen Besatzung 1942 sollten noch vier weitere Typen (11, 6, 2a, 12) folgen. Häufiger ist Typ 12 zu sehen. Er wurde oft für die philatelistisch inspirierten Abstempelungen der Krönungsausgabe Georg des VI. genutzt. Ich habe so einen Brief bereits bei besagter Krönungsausgabe gezeigt.
    Das Briefaufkommen der Insel war zu dieser Zeit wohl ganz anständig. Das Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands spricht von ca. 2 bis 3 Posttransfers (per Schiff) pro Monat.
    Nach der japanischen Besetzung bis zum Ende der Kolonie sollten noch 5 weitere Stempeltypen folgen von denen ich bereits zwei (Vernon Typ 28, 35) im Thread gezeigt habe.
    Auch R-Stempel waren auf Beru im Einsatz. Insgesamt 5 unterschiedliche Typen plus Manuscript waren hier im Einsatz. Man sieht also das stempeltechnisch einiges auf Beru los war. Für den Sammler sind besonders die frühen Stempel eine Herausforderung. Ja mit dem Zeigen sieht das heute etwas dünn aus. Da habe ich im Thread schon ein wenig mein Pulver verschossen. Neben den drei bisher im Thread verteilten Belegen kann ich heute noch einen hinzufügen.

    1. Ein Portogerechter R-Brief (8c) nach England frankiert mit MiNr.136 und abgestempelt mit Vernon Typ 35 (26.11.1969). Außerdem ist auch noch ein R-Stempel Typ R14 auf dem Brief abgeschlagen.

    Bis bald phoenix

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    • 16. Januar 2015 um 19:38
    • #91

    Hallo Phönix ,

    Ich habe durch Zufall heute diesen Thread gefunden .
    Ich kann nur sagen , Super interessant .
    Bitte mach weiter !!,

    Winnir

    Winnir

    Suche Tauschpartner für Berlin, DDR , BRD gestempelt . 


    Lg winnir

  • phoenix
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    • 29. Januar 2015 um 07:48
    • #92

    Hallo Winnir,

    danke für die Blumen. Ich werde auf jeden Fall weiterschreiben wenn auch oft etwas unregelmäßig. Es gibt ja immer noch genug zu erzählen.

    Heute möchte ich gern bei den Gilbertinseln weitermachen und eine neues Atoll vorstellen. Das Atoll hat den klangvollen Namen Butaritari. Häufig, besonders im amerikanischen Sprachraum, wird das Atoll auch als das Makin Atoll bezeichnet was u.a. auch mit dem 2. Weltkrieg zusammenhängt, doch dazu später.
    Das Atoll befindet sich im nördlichen Teil der Gilbertgruppe, beherbergt laut Wikipedia heute auf 13,5 qkm ca. 4300 Einwohner und fungierte schon früh als das Verwaltungszentrum in den nördlichen Gilbertinseln.
    Entdeckt wurde das Atoll schon 1606 durch den Spanier Pedro Fernández de Quirós, der es aber nicht betrat. Das ist erst durch den Briten Robert Wood vom Walfänger Janie im Jahre 1834 verbürgt. Im Jahre 1846 siedelte sich der erste Händler namens Richard Randell auf Butaritari an. Er lebte dort bis 1870 war hoch angesehen und läutet quasi die neue Zeit auf dem Atoll ein. Von ca. 1860 bis in die 1910’er Jahre operierten eine Anzahl von amerikanischen und deutschen Firmen mit Handelsagenten auf Butaritari. So waren auf deutscher Seite Godeffroys (Apia) und die Jaluit-Gesellschaft aktiv. Die Amerikaner waren mit Hersheim, On Shong, Wightman Bros und Crawford am Start. Besonders die Amerikaner hatten zur damaligen Zeit großen Einfluss auf dem Atoll. Der Schriftsteller Robert Louis Stevenson (Die Schatzinsel) der das Atoll im Jahr 1889-90 besuchte bezeichnete Makin (amerikanischer Name der Insel) als das kommerzielle Zentrum in den Gilbertinseln. Sogar der US-Dollar setzte sich zur damaligen Zeit als das akzeptierte Zahlungsmittel auf dem Atoll durch.
    Im Jahre 1892 kam Butaritari trotz der offensichtlichen amerikanischen Präsenz unter britisches Protektorat (später dann Teil der Kolonie Gilbert & Ellice Inseln). Die damals um die 2000 Einwohner, meist Protestanten, denn auch hier waren ab ca. 1864 Missionare aus Hawaii aktiv, wurden von einem König und einem 12 köpfigen Rat regiert. Sogar eine einheimische Polizeitruppe von 40 Mann gab es damals schon. Die Briten übernahmen also schon gut funktionierende Strukturen in ihr Weltreich. Im Dezember 1941 wurde das Atoll durch japanische Truppen im 2.Weltkrieg besetzt. Die Japaner errichteten eine Wasserflugzeugbasis und wurden durch amerikanische Truppen endgültig im November 1943 in der Schlacht von Makin besiegt und somit wieder von der Insel vertrieben. Endgültig ist hierbei wörtlich zu nehmen denn bereits im August 1942 wurde Makin im Rahmen einer Kommandoaktion durch eine Eliteeinheit des US Marine Corps, den Marine Raiders, fast befreit. 220 Mann wurden mittels U-Booten zur Insel gebracht, töteten in Gefechten die Hälfte der japanischen Garnisonsmannschaft und verschwanden einen Tag später wieder von der Insel. So das war jetzt viel Geschichte drum herum, die natürlich auch erzählt werden will, kommen wir nun zur Postgeschichte.
    Erste Postgeschichte schrieb interessanterweise eine Deutsche und die Jaluit-Gesellschaft. Eine gewisse Frau Dolch, Ehefrau des deutschen Händlers und Hafenmeisters von Butaritari, Paul Dolch, sendete u.a. im Jahre 1895 einen Brief an ihren Vater in Deutschland. Der Brief mit folgender Angabe auf der Rückseite „P.Dolch/Butaritari/Gilbert Islands/Pacific Ocean“ wurde in Sydney mit einer Briefmarke von New South Wales frankiert und nach Deutschland (Meissen) geschickt. Der Brief wurde wohl durch jemanden von der Jaluit-Gesellschaft nach Sydney gebracht und dort vom Agenten des Büros in Sydney (hat sich per Stempel auf dem Brief verewigt) auf den Weg nach Deutschland gebracht. Ein anderer Brief ein Jahr später wurde erst nach Jaluit (Marshall Inseln) gebracht, dort mit 10 Pf frankiert und ebenfalls nach Deutschland (über Sydney) weitertransportiert.
    Die erste Post Office auf Butaritari eröffnete am 01.01.1911. Sie war damit eine der vier ersten Post Offices in den Gilbert Inseln. Der erste Stempel (Typ 1) wurde sehr ausgiebig genutzt so dass er schon Ende 1912 durch Typ 3 ersetzt werden musste. Auch heute noch bekommt man Typ 1 gestempelte Briefstücke von Butaritari häufiger zu Gesicht. Meist ist die Qualität recht gut was vermuten lässt das vieles davon philatelistisch inspiriert ist. Bis zur japanischen Okkupation 1941 waren immerhin 6 Stempeltypen im Einsatz. Nach 1943 wurden bis zum Ende der Kolonie noch 5 weitere Stempel eingesetzt. Die amerikanischen Befreier bauten Butaritari im 2.Weltkrieg militärisch aus so dass es nicht verwunderlich ist das hier zwischenzeitlich zwei APO’s (Army Post Offices) aktiv waren die insgesamt auch 3 unterschiedliche Stempel nutzten. Also schaut man sich die Anzahl der unterschiedlichen Stempel an ist Butaritari schon ein lohnendes Sammelgebiet. Neben den normalen Stempeln waren ab 1938 auch insgesamt 4 R-Stempel im Einsatz. Von 1911 bis zum Einsatz des ersten R-Stempels in 1938 wurden die R-Stempel für gewöhnlich in Manuscript ausgeführt. So jetzt wird es Zeit etwas zu zeigen.

    1. Brief nach Jaluit (Marshall Inseln) mit 6d (MiNr.8-11 – Satzbrief) nicht portogerecht frankiert. Der Stempel (Vernon Typ 1) zeigt mit 10.01.1911 das falsche Datum (Jahreszahl verkehrt, sollte 1912 sein). Die Briefmarken wurden erst am 11.02.1911 herausgegeben und über ein Jahr Laufzeit nach Jaluit (Eingangsstempel 16.01.1912) wäre dann doch arg lang.

    2. Registrierter Satzbrief (nicht portogerecht) nach Ocean Island. Frankiert mit MiNr.35-37 ist der Brief mit Vernon Typ 20 (1938) abgestempelt. Auch ein R-Stempel vom Typ R7 befindet sich auf dem Umschlag.

    3. Ein nach Tarawa gelaufener FDC frankiert mit MiNr.50-51 und abgestempelt mit Stempel Vernon Typ 28 (Butaritari - 16.12.1946). Auf der Rückseite befindet sich ein Stempel Vernon Typ 28 (Tarawa – 20.12.1946) als Eingangsstempel.

    4. Ein zensierter Brief von der APO 459 (Butaritari) in die USA mit 6c (Luftpostumschlag) frankiert. Abgestempelt ist der Brief mit Fig. 12 (US Army Postal Service). Außerdem findet sich noch ein Censorstempel Passed By US Army Examiner 08164 auf dem Brief.

    Bis bald phoenix

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    Einmal editiert, zuletzt von phoenix (29. Januar 2015 um 07:49)

  • phoenix
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    • 4. Februar 2015 um 16:48
    • #93

    Hallo,
    heute möchte ich ein kleines Atoll in den zentralen Gilbertinseln vorstellen. Kuria ist der Name des Atolls das aus zwei Inseln besteht die heute mittels eines natürlichen Dammes miteinander verbunden sind. Die beiden Inseln Buariki und Oneeke haben zusammen eine Fläche von ca. 15,5 qkm. Heute leben so um die 1000 Menschen auf den Inseln. Das Kuria-Atoll, übrigens ohne die für ein Atoll übliche Lagune, wurde im Jahre 1788 durch die Kapitäne Gilbert und Marshall von den Schiffen Charlotte und Scarborough entdeckt aber nicht betreten. Woodle Island, so wurde Kuria damals genannt war wohl einfach zu unbedeutend. Kapitän Davis der im Rahmen der Proklamierung des Protektorates 1892 u.a. auch Kuria besuchte sprach von lediglich 30 Einwohnern. Bevor das Protektorat ausgerufen wurde gehörte Kuria ab ca. den 1850er Jahren zum Königreich Abemama. Der Häuptling von Abemama, Tem Karotu, hatte die Inseln annektiert.
    Posthistorisch gesehen ging es auf dem Kuria-Atoll so um 1912 los. Erste Manuscriptabstempelungen sind ab diesem Zeitpunkt belegt. Ab 1917 wurden dann auch richtige Stempel (Vernon Typ 11) benutzt und für die damals etwa 200 Einwohner gab es einen monatlichen Briefaustausch, per Schiff. Bis zum 2.Weltkrieg waren drei weitere Stempel im Einsatz (Typ 10, 17, 19). Während des Krieges (1944/45) ging man dann wieder zu Manuscriptentwertung über. In den Jahren 1937 und 1939 sind private Manuscriptentwertungen (nichtamtlich) mit dem Wortlaut „ONEAKA“ dokumentiert. ONEAKA steht hier für die Insel Oneeke, eine der Inseln des Kuria-Atolls. Nach dem 2.Weltkrieg bis zum Ende der Kolonie waren laut Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands noch zwei weitere Stempel (Typ 28, 35) im Einsatz. Außerdem waren auch drei R-Stempel ab 1961 im Einsatz. Vorkriegsentwertungen kann ich leider heute nicht zeigen, die sind auch relativ selten, aber bei Nachkriegsabstempelungen sieht das schon etwas besser aus.

    1. R-Brief nach England mit 6d (MiNr.65) frankiert, wohl nicht portogerecht. Eine Rate von 9d wären hier meiner Rechnung nach richtig. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 28 (Kuria - 19.09.1962). Auch ein R-Stempel (R13) und auf der Rückseite Transitstempel Vernon 35b (Tarawa - 24.09.1962) und Suva-Fiji Registered (26.09.1962) wurden abgstempelt. Somit ein Brief mit schön dokumentierten Laufweg.

    2. R-Brief nach England mit 9d portogerecht frankiert (MiNr.60, 61, 65). Hier wurde mit Vernon Typ 35 (Kuria - 01.10.1965) sowie R-Stempel Type 14 abgestempelt.

    3. R-Brief nach England mit 8c portogerecht frankiert (MiNr.131 als waagerechtes Paar, 133). Hier wurde mit Vernon Typ 35 (Kuria 25.11.1971) sowie R-Stempel Type 25 abgestempelt. Ein schönes Beispiel für einen nach der Währungsumstellung (1966) gelaufenen R-Brief.

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 11. Februar 2015 um 07:12
    • #94

    Hallo,
    heute möchte ich gern ein kleines Atoll in den nördlichen Gilbertinseln vorstellen. Genau genommen ist es das nördlichste der Gilbertinseln das auf ca. 3° nördlicher Breite liegt. Heute soll es um das Atoll Makin gehen. Früher wurde es als Little Makin bezeichnet um es vom amerikanisch als Makin Atoll bezeichneten Butaritari unterscheiden zu können. Die Einheimischen bezeichnen die Insel auch als Makin Meang, wobei das Meang für „Klein“ steht. Somit wird auch klar das Makin und Butaritari recht dicht beieinander liegen. Nur etwa 1 Meile Ozean trennen beide Atolle voneinander. Um die Verwirrung jetzt komplett zu machen möchte ich noch erwähnen das der Hauptort des Makin Atolls ebenfalls Makin heißt. Die heute etwa 1800 Einwohner leben auf etwa 8 qkm Landfläche womit das Atoll als relativ dicht besiedelt gilt. Begünstigt ist die hohe Bevölkerungsdichte durch die natürlichen Ressourcen des Atolls denn hohe Niederschlagsmengen lassen die Vegetation üppig sprießen. Entdeckt wurde das Atoll im Jahre 1788 durch die Kapitäne Gilbert und Marshall von den Schiffen Charlotte und Scarborough. Kartiert wurden das Atoll dann 1841 durch die sogenannte Wilkes-Expedition. Frühere Quellen gingen davon aus das das Atoll schon 1606 durch den Spanier Pedro Fernández de Quirós gesichtet wurde. Man geht heute jedoch davon aus das de Quiros nur den südwestlichen Teil Butaritari gesichtet hat und dann in östlicher bzw. nördöstlicher Richtung weitergesegelt ist. Somit dürfte ihm Makin das nördlich von Butaritari liegt wohl entgangen sein. Postalisch gesehen beginnt für Makin alles etwa ab 1925. Ab dieser Zeit sind Briefe abgestempelt mit Vernon Typ 11 (bis Ende 1937) dokumentiert. Bis zum 2.Weltkrieg wurde noch ein weiterer Stempel (Vernon Typ 17) verwendet. Von Oktober 1941 bis Dezember 1946 klafft postgeschichtlich eine große Lücke. In diese Zeit fällt unter anderem die japanische Besatzung. Die Amerikaner befreiten Makin übrigens zeitgleich zum Butaritari Atoll, wobei die japanische Gegenwehr auf Makin jedoch schneller gebrochen werden konnte. Ab Dezember 1946 öffnete die Post Office wieder und Stempel (Vernon Typ 28) kam zum Einsatz. Dieser Stempel war bis Juli 1963 im Einsatz. Ab Ende der fünfziger Jahre wurde der Zustand des Stempels immer schlechter. So wurde u.a. 1959 das Datum teilweise per Manuscript ergänzt. Im Jahre 1963 fehlt dann sogar die 3 in der Jahreszahl bei den Abstempelungen. Mit Stempel (Vernon Typ 35) kam es dann zum Wechsel der Post Office Bezeichnung (von Little Makin zu Makin). Der 15.06.1963 ist hier der Stichtag. Bis zum Ende der Kolonie sind laut Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands auch drei R-Stempel (R13, R14, R25) im Einsatz gewesen. Den Stempeltyp Vernon 28 habe ich im Thread schon mal gezeigt (Silberhochzeit 1948). Zwei andere Stempeltypen kann ich jedoch heute noch beisteuern.

    1. R-Brief (MiNr.35-37) von Little Makin über Tarawa (R-Stempel) nach Ocean Island (nicht portogerecht 5 1/2d). Der Satzbrief wurde mittels Vernon Typ 17 (ohne Datumszeile jedoch etwa 1937-41) abgestempelt. Außerdem wurde ein R-Stempel (Typ R4) von Tarawa abgeschlagen.

    2. Portogerechter Inlandbrief (2c) von Makin nach Tarawa (MiNr.106). Abgestempelt wurde mit Stempeltyp Vernon Typ 35 (Makin - 09.03.1966) Die Datumsangabe (Jahr) im Stempel ist falsch. Statt 65 muss hier 66 stehen denn MiNr.106 hat den Ersttag 14.02.1966.

    Bis bald phoenix

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  • phoenix
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    • 2. Juli 2015 um 20:52
    • #95

    Hallo,
    es wir mal wieder Zeit dem Thread ein wenig Leben einzuhauchen. Bekanntlich hatte ich damit begonnen die Atolle der Gilbertinseln vorzustellen. In einer Doppelfolge möchte ich heute gleich zwei weitere Atolle vorstellen. Maiana und Marakei stehen heute im Blickpunkt.

    Maiana ein Atoll in den zentralen Gilbertinseln knapp nördlich des Äquators gelegen hat eine Fläche von knapp 17 qkm. Ungefähr 2000 Einwohner (Stand 2010) leben in 12 Siedlungen auf dem Atoll. Erstmals wurde das Atoll durch Kapitän Thomas Gilbert vom Sträflingtransporter Charlotte am 17.06.1788 gesichtet. In den 1860er Jahren wurde das Atoll durch amerikanische Missionare besucht die sich auch dauerhaft dort niederließen und bis in die 1890er Jahre schon etwa 500 der damals ca. 1700 Einwohner missionieren konnten. Davon jeweils berichtete Kapitän Davis der die Inseln im Jahr 1892 mit seinem Schiff Royalist gleich dreimal besuchte. In dieser Zeit hatten sich auch schon vier Händler der Jaluit-Gesellschaft auf dem Atoll angesiedelt und ein lokaler König mit einer 20 köpfigen Polizeitruppe sorgte für Recht und Ordnung. Soweit zur frühen Geschichte. Postgeschichtlich begann alles etwa um 1925. Eine Post Office etablierte sich und die Post wurde 2-4 mal pro Monat abgeholt. Der erste Stempel (Vernon Typ 11) war von 1925 bis Ende 1936 in Benutzung. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs waren noch zwei weitere Stempel (Vernon Typ 13 und 17) im Einsatz. Während des zweiten Weltkriegs wurde teilweise auch per Manuskript entwertet. Nach 1946 bis zum Ende der Kolonie Gilbert & Ellice Inseln wurden noch zwei weitere Stempel (Vernon Typ 28 und 35) verwendet. Ab 1951 kam auch ein R-Stempel (Vernon R13) zum Einsatz dem noch der R14 und R25 folgten. Leider kann ich kaum Material von der Insel zeigen. Vorkriegsmaterial von der Insel ist relativ schwer zu bekommen aber einen Beleg aus der Nachkriegszeit habe ich noch gefunden.

    Marakei ist das zweite Atoll was ich heute vorstellen möchte. Diese Atoll wird den nördlichen Gilbertinseln zugeordnet und beherbergt auf ca. 14 qkm etwa 2900 Einwohner (Stand 2010). Entdeckt wurde das Atoll von Kapitän Duperry (Corvette Coquille) am 20.05.1824 im Rahmen einer von der französischen Regierung gesponserten Expedition. Jetzt gibt es einige Parallelen zum gerade vorgestellten Atoll Maiana. Auch hier waren ab der 1860er Jahr amerikanische Missionare tätig, drei weiße Händler hatten sich angesiedelt und der mittlerweile bekannte Kapitän Davis (Royalist) besuchte die Inseln im Jahr 1892. Auch hier herrschte ein lokaler König der durch Kapitän Davis als fairer und guter Mann bezeichnet wurde. Im zweiten Weltkrieg wurde das Atoll zeitweise durch die Japaner besetzt. Über eine längere Besatzung im Rahmen einer festen Stationierung von Truppen konnte ich jedoch nichts finden. Postgeschichtlich ging es auf dem Marakei Atoll relativ früh los. Schon im Jahre 1912 wurden Abstempelungen mit Vernon Typ 4a dokumentiert. Genaue Angaben zur zeitlichen Verwendungen von Typ 4a liegen jedoch nicht vor. Erst mit Einführung von Vernon Typ 11 im Jahre 1925 ist die zeitliche Benutzung der Stempel besser dokumentiert. Bis zum zweiten Weltkrieg folgten noch Vernon Typ 16 und 17. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde häufig mit Manuskript entwertet. Das Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands listet hier wenigstens vier unterschiedliche Varianten auf. Nach dem Krieg wurden noch drei andere Stempeltypen benutzt (Vernon Typ 28, 30a und 35). Ab 1963 waren auch zwei R-Stempel (Vernon R14 und R25) im Einsatz. Vorkriegsmaterial (Stempel, Belege etc.) von Marakei sind wieder mal schwierig zu bekommen. Für die Zeit nach den zweiten Weltkrieg sieht das schon etwas besser aus.

    Zeit etwas zu zeigen:

    1. Da wäre ein portogerechter R-Brief von Maiana (9d) frankiert mit MiNr.63 und 65 nach Australien mit R-Stempel (Vernon Typ R14) von Betio-Tarawa. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 35 (Maiana – 10.07.1964). Auf der Rückseite des Umschlags befinden sich noch Transitstempel von Melbourne und Sydney sowie ein Eingangsstempel von Roseville.

    2. R-Brief von Marakei nach Australien mit 9d (MiNr.63 – 3 mal) portogerecht frankiert. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 35 (Marakei – 07.06.1965) und R-Stempel (Vernon Typ R14). Auf der Rückseite des Umschlags befinden sich noch Transitstempel von Melbourne und Sydney sowie ein Eingangsstempel von Roseville.

    3. R-Brief von Marakei nach England mit 17c frankiert (MiNr131 und 138). Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 35 (Marakei – 07.10.1971) und R-Stempel (Vernon Typ R25).

    Bis bald phoenix

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    Einmal editiert, zuletzt von phoenix (2. Juli 2015 um 21:49)

  • phoenix
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    • 26. November 2015 um 20:15
    • #96

    Hallo,

    heute bin ich mal wir wieder in den südlichen Gilbertinseln unterwegs und möchte die Insel Nikunau vorstellen. Die Insel liegt ca. 30 Meilen östlich von Beru hat eine Fläche von ca. 18 qkm und etwa 1900 Einwohner (Stand 2005). Die Insel ist kein typisches Atoll denn die übliche Lagune ist bis auf einige kleine Salzseen zusammengeschrumpft. Die Insel selbst besteht aus zwei sehr unterschiedlich großen Teilen die mittels einer schmalen Landenge (um die 200 Meter breit) miteinander verbunden sind.
    Entdeckt wurde die Insel am 02.07.1765 durch Commodore John Byron von der „Dolphin“. Nachdem im Jahre 1841 der Walfänger „Sussex“ die Insel besuchte kamen im Jahre 1888 französische Missionare aus Samoa auf die Insel und begannen fleißig zu missionieren. Im Juni 1892 kam dann auch noch Kapitän Davis mit der „Royalist“ vorbei und proklamierte die Zugehörigkeit zum Protektorat Gilbert und Ellice Inseln. So das war die Geschichte der Insel in Kürze aus Sicht der Europäer.
    Postalisch gesehen begann alles schon relativ früh im Jahr 1912. Zum Anfang gab es noch keinen Stempel und so wurden die Briefe per Manuscript entwertet. Dabei wurde mit „Kunau“ bzw. „Kunau-Ni“ der native Inselname verwendet. Erst später setzte sich der heutige Inselname Nikunau durch. Die Manuscript-Ära hielt bis ca. 1922 an. Erst 1924 wurde der erste Stempel (Vernon Typ 11) eingeführt. Es gibt jedoch Vermutungen das in der Zeit von 1912-24 auch zwei andere Stempel eingesetzt wurden (Quelle: Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Inseln). Bis heute konnten die Vermutungen jedoch nicht stichhaltig bewiesen werden was mit Sicherheit auf das zu dieser Zeit geringe Briefaufkommen von der Insel zurückzuführen ist. Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges war noch ein zweiter Stempel (Typ 16 ab Ende 1938) im Einsatz. Während des Krieges ging man dann wieder zur Manuscript Entwertung über. Von März 1946 bis zum Ende der Kolonie waren noch drei weitere Stempeltypen im Einsatz. Der erste R-Stempel (R13) kam ab 1951 zum Einsatz. Bis zum Ende der Kolonialzeit wurden auch noch zwei weitere R-Stempel eingesetzt. Abtransportiert wurde die Post während der Kolonialzeit, von der Insel, per Schiff, etwa 2 bis 3 mal pro Monat. Zeit etwas zu zeigen.

    1. Ich habe zwei Briefe von der Insel schon bei folgenden Themen „Dauerserie Königin Elisabeth II (1956-65)“ und „25. Geburtstag der UNICEF (1971)“ gepostet dabei wurden die Stempeltypen Vernon Typ 35 und 66a abgeschlagen.

    2. Stempeltyp 66a von Nikunau abgeschlagen auf einer Briefrückseite.

    Bis bald phoenix

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    2 Mal editiert, zuletzt von phoenix (26. November 2015 um 20:23)

  • phoenix
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    • 13. Januar 2016 um 20:15
    • #97

    Hallo,

    ein altes Jahr ist vorbei, ein neues Jahr fängt an und der Thread sollte auch mal wieder etwas belebt werden. Zeit mal zu schauen was im letzten Jahr so an interessanten Sachen in die Sammlung gekommen ist die man vorstellen kann.

    Große Freude gleich am Anfang 2015. Endlich konnte ich mal wieder zwei seltene Postorte auf Brief ersteigern. Sehen zwar beide sehr philatelistisch inspiriert aus, das heißt also kein echter Bedarf, wenn jedoch Hull Island und Gardner Island auf den Stempeln steht bin ich gleich Feuer und Flamme. Beide Briefe sind mit Stempeltyp Vernon 28 im Dezember 1953 abgestempelt worden. Die Frankatur beider Briefe entspricht denen von Inlandbriefen (2 ½ d).

    Der nächste Brief ist für mich eine kleine Kostbarkeit. Es ist der erste zensierte Brief mit dem Aufdruck „Gilbert and Ellice Islands Colony Passed by Censor No.1“ den ich an dieser Stelle zeigen kann. Abgestempelt wurde der Brief mit Stempeltyp Vernon 23 am 10.10.1944 auf Fanning Island. Frankiert ist der Brief mit 6d was der regulären R-Brief Rate in die Vereinigten Staaten entspricht. Ein R-Stempel fehlt jedoch.

    Jetzt ein netter Brief von Tarawa an dem ich nicht vorbeikam. Abgestempelt mit Stempeltyp Vernon 2a im April 1936 ging er auf die Reise nach Samoa (Apia). Ein Transitstempel „Registered Sydney N.S.W.“ vom 15.05.1936 ziert die Rückseite des Briefes. Auf der Vorderseite ist zusätzlich eine R-Stempel R18 von Tarawa abgeschlagen. Die beiden Marken (Michel Nr.33) vereinen mit ihren 6d die Rate für einen R-Brief ins Ausland.

    Auch einige Marken fanden ihren Weg in das Album. Hier möchte ich stellvertretend die Michel Nr.1 als Vierblock vom Bogenoberrand zeigen. Ist jetzt zwar vom reinen Wert nicht unbedingt der Knaller aber Einheiten der ersten Ausgabe sind grundsätzlich nicht so leicht zu beschaffen.

    Fazit: Ich nehme für das Jahr 2016 vor wieder das eine oder andere zu schreiben und werde dann auch bei den Gilbertinseln (Postorte) weitermachen. Über die Häufigkeit der Beiträge mache ich jedoch keine Aussagen, das lässt sich leider nicht so gut planen. Ich würde mich jedoch freuen wenn sich der Thread weiterhin einer gewissen Beliebtheit erfreut und man vielleicht über das ein oder andere ins Gespräch kommt.

    Bis bald phoenix

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    DKKW
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    • 17. Januar 2016 um 21:39
    • #98

    Hallo phoenix,

    ja bitte unbedingt weitermachen. Ich freue mich jedesmal auf einen neuen Beitrag zu einem Deiner Sammelgebiete von Dir. Das ist weit außerhalb meines Tellerrands und gerade deshalb so interessant.

    Voller Vorfreude
    DKKW

  • phoenix
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    • 18. Februar 2016 um 20:47
    • #99

    Hallo,

    heute möchte ich meine Reihe über Inseln und Postorte in den Gilbertinseln fortsetzten und das Atoll Nonouti vorstellen. Nonouti liegt in den zentralen Gilbertinseln hat eine Fläche von knapp 20 qkm und etwa 2700 Einwohner (2010). Das Atoll ist mit einer Ausdehnung von 35 km Länge zu 15 km Breite das drittgrößte in der Gruppe der Gilbertinseln.
    Erstmals gesichtet wurde die Insel durch ein spanisches Schiff im Jahre 1537. Im Jahre 1799 besuchte ein gewisser Kapitän Charles Bishop mit der Brigg Nautilus die Insel und bezeichnete die Insulaner als freundlich. In den Jahren zwischen 1846-51 war die Insel jedoch kein friedliches Pflaster für Besucher. Es kam zu zahlreichen Attacken der Insulaner auf Besatzungen einzelner Schiffe. Sogar von Lösegeldzahlungen in Form von Tabak, als Auslöse für eine Schiffscrew, ist die Rede. Dann kamen die Missionare, in diesem Fall Amerikaner (Protestanten) und Franzosen (Katholiken) und bekehrten die Einheimischen. Im Jahre 1892 (4.-5. Juni) deklarierte dann Kapitän Davis von der Royalist das Protectorat und so waren die Inseln nun Bestandteil der dann später entstehenden Kolonie der Gilbert und Ellice Inseln.
    Postgeschichtlich gesehen ging es im Jahre 1923 so richtig los. Die Post Office bekam ihren ersten Stempel (Vernon Typ 11) der bis 1941 in Gebrauch war. Dann folgte Stempel Vernon Typ 16 ab Ende 1938. Die Stempel gingen jedoch im Krieg verloren. Japanische Truppen besetzten im September 1942 kurz die Insel. Wirklich dauerhaft wurde Nonouti wohl nicht okkupiert. Von 1942 an bis Mitte März 1946 wurde dann ausschließlich mit Manuscript entwertet. Meine Quelle, das Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Inseln, spricht von ca. 300 Briefen die in dieser Zeit per Stift entwertet wurden. Ein Teil der Briefe ist im Handbuch beschrieben und auch eine Reihe in der Zeitschrift Pacifica hat sich ausführlich mit den Manuscript-Stempeln, nicht nur denen von Nonouti, beschäftigt. Ist also ein interessantes Sammelgebiet aber leider auch sehr kostenintensiv. Ab April 1946 bis zum Ende der Kolonie waren noch zwei weitere Stempel (Vernon Typ 28, 35) im Einsatz. Ab September 1953 waren auch drei R-Stempel (R13, R14, R25) in Benutzung. Der Postaustausch fand in der Koloniezeit etwa 2 mal pro Monat per Schiff statt. Zeit etwas zu zeigen.

    1. Ein Brief nach Frankreich mit 3d portogerecht frankiert. Leider wurde ein schlechter Stempel Vernon Typ 11 im Jahre 1939 abgeschlagen. Es kann sein das der Stempel nach 16 Jahren Einsatzzeit schon etwas gelitten hatte.

    2. Erstflugbrief mit Cachet „Inaugural Flight between Tarawa and Nonouti 11th June 1975“. Als Stempel wurde ein Vernon Typ 35 (11.06.1975) abgeschlagen. Auf der Vorderseite ist noch ein Vernon Typ 64 von Tarawa (11.06.1975) zu sehen.

    Gruß phoenix

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  • phoenix
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    • 7. April 2016 um 21:43
    • #100

    Hallo,

    heute geht es in die südliche Gruppe der Gilbertinseln. Das Atoll um das es heute gehen soll ist Onotoa. Auf etwa 15 qkm Landfläche leben hier etwa 1500 Einwohner (2010). Erstmals gesichtet wurde die Insel im Jahre 1826 durch Kapitän J. Clerk vom englischen Walfänger „John Palmer“ und Kapitän Chase vom amerikanischen Walfänger „Japan“. Die beiden haben die Insel jedoch wohl nie betreten. Das erledigte dann ein samoanischer Priester der ab 1870 mit der Missionierung der Bevölkerung begann. In dieser Zeit wurde das Atoll auch häufig anders bezeichnet z.B. Clerks Island (wohl von den Briten) bzw. Lincolns Island (wohl von den Amerikanern). Im Jahre 1892 kam Kapitän Davis von der Royalist auf dem Atoll an und proklamierte am 30. Mai das Protektorat über die Insel.
    Postgeschichtlich ging es auf Onotoa im Jahre 1912 so richtig los. Aus diesem Jahr sind Manuscriptabstempelungen in verschiedenen Formen (wenigstens 2 Varianten) belegt. Von 1913 – 18 taucht dann Onotoa in ein stempeltechnisches Niemandsland ab. Es wird vermutet das in diesen Jahren ein Vernon Typ 3 und oder Typ 5 verwendet wurde. Das lässt sich bis heute jedoch nicht stichhaltig beweisen. Ab Januar 1918 war es dann soweit der erste Onotoa-Stempel ein Vernon Typ 11 kam zum Einsatz. Ab 1928 kam dann ein Vernon Typ 8 zum Einsatz der eine Besonderheit aufweist. Als einziger Typ 8 – Stempel der Gilbert und Ellice Inseln besaß der Stempel neben den Namen auch einen Datumsblock. Dieser Stempel wurde 1930 durch ein Vernon Typ 16 ausgetauscht der bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Einsatz war und am Ende seiner Einsatzzeit schon sehr deutliche Abnutzungsspuren zeigte. Ab 1947 wurde dann ein Vernon Typ 28 eingesetzt dem bis zum Ende der Kolonie noch zwei Stempeltypen folgen sollten (35a und 35b). Die Typen 35a und 35b unterschieden sich hierbei lediglich durch die Länge der Ortsbezeichnung ONOTOA im Stempel. Von Juli 1955 an kamen auch drei R-Stempel (Typ R13, R14, R25) zum Einsatz.
    Im Oktober 1966 kam es auf der Insel zu einem Engpass bei Marken mit niedriger Nominale. Briefe wurden gestempelt und auf Tarawa nachfrankiert wobei neben den Marken auch die ursprünglich abgeschlagenen Stempel von Onotoa mit Tarawa-Stempeln überstempelt wurden. Dies ist für den Zeitraum vom 12. - 24. Oktober 1966 verbürgt (Quelle: Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Inseln).
    Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas zeigen aber leider musste ich feststellen das ich für diese Periode leider noch keinen Beleg der Insel besitze. Also müssen heute einmal Stempelabbildungen herhalten. Sobald ich einen Beleg ergatter stelle ich ihn zu einem späteren Zeitpunkt vor.

    1. R-Stempel Vernon Typ R25 von Onotoa.

    2. Vernon Typ 8 mit Datumsblock (Quelle: Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Inseln).

    Gruß phoenix

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