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Via Sibirien

  • DKKW
  • 23. Oktober 2010 um 14:55
  • DKKW
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    • 23. Oktober 2010 um 14:55
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit einem Stempel auf einem Brief vom russischen Postamt Shanghai nach Dänemark. Shanghai in kyrillischer Schreibweise kommt im Stempeltext vor. Ist das ein Bahnpoststempel? Die sehen doch meist oval aus??

    Vielen Dank für die Hilfe
    DKKW

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  • DKKW
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    • 19. November 2010 um 21:37
    • #2

    Hallo zusammen,

    heute zeige ich einen nicht ganz alltäglichen Zensurbrief aus der Mandschurei nach Dänemark aus der Anfangszeit des 1. Weltkrieges.
    Der Brief wurde beim russischen Postamt in Harbin aufgegeben und mit russischen Marken frankiert. Dies war offenbar bei den russischen Postämtern entlang der Chinesischen Ostbahn (Teilstrecke der Transsibirischen Eisenbahn durch die Mandschurei)möglich(üblich?).
    Der brief trägt den russischen Stempel "Harbin 30.9.14" (julianischer Kalender = 13.10.1914 gregorianischer Kalender)
    Rückseitig sehen wir den recht häufigen Stempel der Petrograder Postzensur (Speekaert Nr. 2) und den recht seltenen Lapidarstempel "Hyllinge 5.11.1914" als Ankunftstempel in Dänemark. Der Brief benötigte also 23 Tage von der Mandschurei via Sibirien nach Dänemark.

    Viele Grüße
    DKKW

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    • Brief Harbin - Dänemark 30.9.1914.jpg
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  • DKKW
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    • 30. November 2010 um 19:50
    • #3

    Hallo zusammen,

    hier eine unterfrankierte Postkarte aus Holbaek nach Shanghai. Am 30.7.17 in Holbaek abgestempelt, via Sibirien nach Ostasien. Russischer Postzensurstempel von Petrograd. Chinesischer Transitstempel Manschuli und Ankunftstempel Shanghai 2. .. 17. Mit 4 Ct. Portomarke!!
    Der bislang einzige Nachportobeleg meiner Transsibiriensammlung.

    Viele Grüße
    DKKW

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  • T1000er
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    • 30. November 2010 um 20:24
    • #4

    Hallo, der Stempel mit 16.9.16 ist kein Bahnpoststempel sondern eigentlich wohl ein Kontrollstempel.

    Was die abgekürzten Worte genau bedeuten kann ich auch nicht sagen. Die letzte Abk. dürfte für Kontrolle stehen.

    Gruß, T1000er

    Rechtschaibveler sind Resultat der teuflisch schnellen Finger, da kommt der Kopf nicht mehr mit :D

  • DKKW
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    • 30. November 2010 um 20:43
    • #5

    Hallo T1000,

    vielen Dank für den Hinweis. Irgendwie vorstellbar, dass das PA Shanghai der russischen Post Sendungen, mit die noch zu kontrollieren waren, mit einem eigenen Stempel gekennzeichnet haben.

    Bei meinem letzten Besuch der Philabibliothek München wollte ich eigentlich auch den Tchilinghirian "Stamps of the Russian Empire used abroad" ausleihen, habe dann aber irgendwie nicht mehr dran gedacht.

    Naja, mit Sieh/Blackburn "Postage Rates of China" und Hughmark / Halpern "Stampless Mail to and from Skandinavia to 1868" und Graßmann/Neugebauer "Aus der Geschichte der Post in Lübeck" bin ich auch erst mal beschäftigt.

    Viele Grüße
    DKKW

  • DKKW
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    • 2. Dezember 2010 um 20:39
    • #6

    Hallo zusammen,

    hier präsentiere ich Euch mal einen Brief aus Shanghai nach Schweden, der im Jahr 1915 via Sibirien gelaufen ist.

    Aufgegeben wurde der Brief beim französischen Postamt Shanghai am 22.11.15. Frankiert mit insgesamt 10 Cent (Mi. 31II und 2 x 32II)
    Vorderseitig ist der Zensurstempel der Postzensurstelle Petrograd abgeschlagen.

    Rückseitig sehen wir einen bis auf das Datum unleserlichen (Maschinen?) -Stempel vom 22.11.15 und zwei Ankunftstempel von Göteburg vom 18. 1. 16.
    Laufzeit insgesamt 57 Tage!!!!

    Viele Grüße
    DKKW

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  • DKKW
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    • 8. Dezember 2010 um 20:17
    • #7

    Hallo zusammen,

    heute zeige ich eine Postkarte, die im Jahr 1908 mit der russischen Post aus Shanghai via Sibirien nach London lief. Leider ohne Ankunftstempel, so dass sich die Laufzeit nicht rekonstruieren läßt.
    Sehr "exotisch" und damit für die damaligen Touristen sicherlich ein "must buy it" die Bildseite.
    Die Karte ist mit 4 cents portogerecht frankiert.

    Viele Grüße
    DKKW

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    • AK aus Shanghai Poste Russe via Sibirien nach London 1908.jpg
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  • DKKW
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    • 5. Januar 2011 um 20:16
    • #8

    Hallo zusammen,

    mein heutiger Beitrag liesse sich in vielen Threads unterbringen: Norwegen, Ansichtskarten, Zensuriert, japanische Beschriftung oder "via Sibirien"
    Diese Ansichtskarte aus Flaam mit der berühmten Eisenbahnstrecke der Flambahn wurde im Jahr 1915 via Sibirien nach Kobe in Japan geschickt. Russische Postzensur, internationaler Eingangsstempel von Kobe. Japanische Übersetzung der "europäischen" Adresse.

    Viele Grüße
    DKKW

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  • DKKW
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    • 15. Januar 2011 um 07:37
    • #9

    Hallo zusammen,

    auch dieser Beitrag liesse sich verschiedenen Themen zuordnen. Es handelt sich um einen Geschäftsbrief der im Jahr 1916 von Kopenhagen via Sibirien nach Hongkong geschickt wurde. Der Brief ist mit einer Marke mit Firmenlochung (Perfin) frankiert udn wurde von der russischen Postzensurstelle Petrograd zensiert.
    Frankiert mit einer 20 Öre Marke Christian X (Afa 71), das Auslandsbriefporto für Briefe nach Hongkong der 1. Gewichtsklasse betrug vom 1.1.1898 bis 31.1.1921 20 Öre.
    Die Marke ist mit der senkrechten Firmenlochung "Ø.K." der Østasiatiske Kompagnie A/S versehen.
    Vorder- und rückseitig findet man den Ra2-Zensurstempel der Postzensur Petrograd (Speeckaert nr. 54) auf dem Verschlußstreifen der Zensurstelle.
    Der Brief wurde am 11.7.16 abgeschickt und trägt den Ankunftstempel Hongkong vom 18. Aug.16, war also 38 Tage unterwegs!

    Viele Grüße
    DKKW

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    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (15. Januar 2011 um 07:38)

  • Zackenzaehler
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    • 21. Januar 2011 um 09:45
    • #10

    Da schneidest Du ein tolles Thema an!
    Auch Deine Belege sind nicht "von schlechten Eltern".
    Zumal die Belege, die während des Ersten Weltkriegs nach Deutschland liefen, wieder über die USA geleitet wurden.
    So etwas habe ich noch nicht gesehen.

    Gibt es irgendwelche interessanten Webseiten zum Thema?!

  • 241264hsv-fan
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    • 21. Januar 2011 um 17:29
    • #11

    Der Stempel bedeutet übersetzt: Shanghai ausländisches Kont(or)!

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel und Postzensuren 1. Weltkrieg.

  • DKKW
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    • 21. Januar 2011 um 18:07
    • #12

    @ 241264hsv-fan

    Vielen Dank für die Erklärung/Übersetzung des Shanghai-Stempels

    @ Zackenzaehler
    vielen Dank für die lobenden Worte. Ich habe das Glück, dass wir hier in München eine ganz großartige Philatelistische Bibliothek haben, so dass ich Zugriff auf viele Bücher und Zeitschriften habe. Ich bin da altmodisch und lese lieber im Sessel oder auf der Couch statt am PC.

    Eine sehr gute Homepage hat die ARGE Russland:

    Dort findet man weitere Links.

    Viele Grüße
    DKKW

  • 241264hsv-fan
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    • 21. Januar 2011 um 18:56
    • #13

    Dieser Link ist auch sehr gut! Wenn auch in englisch ...

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel und Postzensuren 1. Weltkrieg.

  • DKKW
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    • 28. Januar 2011 um 21:07
    • #14

    Hallo zusammen,

    ich zeige hier einen etwas mitgenommenen Brief aus dem von den Deutschen besetzten Kopenhagen in das japanisch besetzte Shanghai vom 5.2.1941 via Sibirien.
    Auf der einen Seite galt noch der Hitler-Stalin-Pakt, auf der anderen Seite führte Japan mit China seit 1937 Krieg, das galt zu dieser Zeit aber noch als Regionalkonflikt.
    Das Porto 65 Öre gilt für Auslandsbriefe der 2. Gewichtsstufe (21-40g). Der Empfänger ist ein chinesischer Briefmarkenhändler. Der brief wurde von den Deutschen Besatzern zensiert.

    Im Ostasien thread zeige ich demnächst einen Brief in Gegenrichtung, Absender die Atlas stamp Company. Leider nicht das Antwortschrieben auf diesen Brief.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

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  • DKKW
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    • 4. Februar 2011 um 21:10
    • #15

    Hallo zusammen,

    aufgrund des Russisch-Japanischen Krieges war er Postttransit zwischen Europa und Ostasien lange Zeit gesperrt.
    Post aus dem Deutschen Reich wurde teilsweise via Sibirien auf der alten Karawanenroute via Kiachta-Urga-Kalgan nach Peking transportiert. In Dänemark erklärte das Generalpostdirektorat am 12.2.1904 die Sperrung der Transsibirienroute aufgrund des Kriegsausbruchs und erst am 1.3.1907 wurde die Wiederaufnahme des internationalen Posttransits via Sibirien den dänischen Postämtern mitgeteilt.
    Die gezeigte Karte wurde am 1.5.1907 von Kopenhagen nach Peking abgeschickt. Ein Eingangsstempel wurde leider nicht auf der Karte abgeschlagen.
    Googelt ruhig mal den Empfänger Sophus Black, es lohnt sich.

    Viele Grüße
    DKKW

    oops, die Bilder vergessen :ups:

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    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (4. Februar 2011 um 21:13)

  • DKKW
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    • 13. Februar 2011 um 14:45
    • #16

    Hallo zusammen,

    Dairen, das frühere Port Artur, war seit dem russisch-japanischen Krieg von den Japanern okkupiert.
    Hier zeige ich einen Brief aus Kopenhagen nach Dairen via Sibirien vom 19. November 1939. Da der Brief keine deutsche Zensurvermerke trägt, lief er vermutlich über Schweden.
    Briefe mit dänischen Sondermarken nach Ostasien habe ich nicht sehr viele in meiner Transsibirien-Sammlung.
    Portogerecht mit einem Paar der 15 Öre Marke "150-Jahrfeier zur Aufhebung der Erbuntertänigkeit dänischer Bauern" Porto 30 Öre vom 1.11.33 bis 30.6.40.

    Viele Grüße
    DKKW

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  • DKKW
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    • 2. April 2011 um 11:17
    • #17

    Hallo zusammen,

    heute zeige ich eine Postkarte aus Kopenhagen, die mit Leitvermerk "via Sibirien" nach St. Louis in die USA geschickt wurde.
    Der Beleg trägt nur die deutschen Zensurstempel, deshalb ist die Route via Sibirien-Japan-USA auch benutzt worden, bei allen anderen Routen wären auch alliierte Postzensurvermerke zu erwarten.
    Die Luftpostverbindung via Lissabon in die USA stand erst ab Sommer 1941 zur Verfügung.

    Ich habe auch die Rückseite eingescannt, der dänische Text enthält aber nur ganz unverfängliche private Mitteilungen.

    Viele Grüße
    DKKW

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    • Afa 264 auf EB96 (136) bzw. Mi. 256 auf P110 Postkarte in die USA 1940.jpg
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  • saintex
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    • 2. April 2011 um 23:53
    • #18

    Hallo DKKW,

    ich gestatte mir einige Anmerkungen zu Deinem letzten
    post und der gezeigten Postkarte von Kopenhagen nach
    St. Louis/USA.

    Nach meiner Ansicht handelt es sich bei Deiner Aussage,
    die Postkarte sei mangels "allierter Postzensurvermerke"
    via Sibirien befördert worden, um eine reine Vermutung,
    für die "Beweise" fehlen. Dass Leitvermerke des Absenders
    in Kriegszeiten keinen Nachweis für einen bestimmten
    Beförderungsweg erbringen, versteht sich von selber.
    "Allierte" im historischen Sinne gab es im September 1940
    nach der Niederlage Frankreichs und vor dem Kriegseintritt
    der USA im Dezember 1941 auch nicht (mehr), gegen
    Deutschland standen damals nur Großbritannien und dessen
    Kolonien und Dominions. Der Beförderungsweg Deiner Karte
    hätte daher genausogut via Lissabon mit einem "neutralen"
    Schiff unter Umgehung der britischen Kolonie Bermuda nach
    New York und auf dem Landweg weiter nach St. Louis verlaufen
    können. Das Fehlen von britischen Zensurvermerken allein
    sagt nach meiner Ansicht über den Beförderungsweg der Karte
    nichts aus.

    Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn zeitgenössische
    dänische postalische Bestimmungen einen Leitweg "via Sibirien"
    vorgeschrieben hätten. Insoweit enthät Dein post allerdings
    keine Aussagen und Nachweise.

    Entsprechendes gilt für Deine Aussage, Luftpostverbindungen
    von Dänemark in die USA via Lissabon hätten erst ab Sommer 1941
    zur Verfügung gestanden. In der einschlägigen aerophilatelistischen
    Literatur ist anderes zu lesen. Danach war dänische Luftpost auf der
    PAA-Nordatlantikroute ab dem 1.7.1939 zugelassen(1). Auch nach
    der Besetzung Dänemarks durch deutsche Truppen Anfang April
    1940 scheint sich hieran nichts geändert zu haben(2). In beiden
    Quellen sind dänische Luftpostbriefe, die im April bzw. November
    1940 auf der PAA-Nordatlantikroute befördert wurden, abgebildet(3).

    Quellen:

    (1) Mats Hedelius, Dansk Luftpost - Takster og rutebeskrivelser
    Skibby/DK 1992 Seite 96-97; im Ergebnis ebenso Thomas H. Boyle,
    Air Mail Operations during World War II, Mineola NY/USA 1998 Seite
    331-337
    (2)Hedelius a.a.O.; Boyle a.a.O.
    (3)Hedelius a.a.O. Seite 97; Boyle a.a.O. Seite 335


    saintex

  • DKKW
    Stamm Mitglied
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    • 3. April 2011 um 07:37
    • #19

    Hallo saintex,

    vielen Dank für Deine Anmerkungen, da habe ich etwas schlampig recherchiert. :ups:
    Ich ging davon aus, dass die Yankee-Clipper auf Ihrem Weg nach New York die Bermudas anflogen, wo die Post von den Briten zensiert worden wäre. Ein Blick in den Hedelius, der auch in meinem Bücherregal steht, hätte mich eines Besseren belehrt. Die Flieger nahmen die Route Lissabon - Horta - New York, also ohne britische Zensur.
    Auch bezüglich der Tatsache, dass die Route Lissabon - New York zu dem Zeitpunkt des Briefversands längst bestand, hast Du natürlich recht. Das hätte ich nachlesen können/müssen.
    Ich hatte mich, da ich die Postroute via Sibirien aus dem Jahr 1940 von (overground-) Postsendungen von und nach Grönland kannte, auf den Artikel von Torben Hjørne im Afa spezial 1987 verlassen.
    Es bestand zu der Zeit die Möglichkeit Post nach Amerika via Sibirien - Japan im geschlossenen Postsack zu senden. Deshalb findet man auf den Sendungen auch keine Transitstempel.
    Ich kann es zwar mangels Transitvermerken nicht ausschliessen, dass die Postkarte von Lissabon aus auf dem Seeweg die USA erreichte, aber nachdem es die im Leitvermerk angegebene Postroute gab, warum hätte die dänische Post die Sendung anders leiten sollen.
    Die Postkarte ist übrigens überfrankiert, das Auslandspostkartenporto betrug seit 1.7.1940 25 Öre. Die Karte ist aber allem Anschein nach durch und durch Bedarf.
    Ich habe bislang neben einigen Postsendungen von und nach Grönland nur einen Brief nach den Färöer Inseln gesehen, der von Dänemark im November 1940 über Sibirien und die USA nach Thorshavn geschickt wurde. Der Brief trug natürlich eine englische Zensurbanderole, da die Post nach den Färöer Inseln von den USA via Großbritannien lief. Dieser Brief wurde kürzlich in einem dänischen Forum gezeigt.

    Viele Grüße
    DKKW

  • saintex
    neues Mitglied
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    Geburtstag
    12. Oktober 1954 (71)
    • 5. April 2011 um 21:41
    • #20

    Hallo DKKW,

    da habe ich wohl ungewollt, was die "Bermuda-Connection" betrifft,
    etwas Verwirrung gestifftet. Du hast natürlich vollkommen Recht,
    dass die britische Kolonie Bermuda Zwischenstopp auf der
    PAA-Nordatlantikroute (FAM 18) war. Auch der "Hedelius" sagt im übrigen nichts Gegenteiliges. Zur "Bermuda-Connection" gibt es eine ganz hervorragende englisch-sprachige Monographie, die sich mit allen Aspekten der Schiffs- und Luftpost und der Zensur der via Bermuda geleiteten Post während des 2. Weltkrieges befasst.

    Ich werde am kommenden Wochenende 'mal einen post verfassen,
    der auf dieser Monographie basiert, da dies ein postgeschichtliches
    Thema ist, das - soweit ersichtlich - in deutscher Sprache bislang noch nicht einmal ansatzweise irgendwo behandelt wurde. Ich hoffe, es
    findet zumindest bei Dir Interesse.

    saintex

    Einmal editiert, zuletzt von saintex (5. April 2011 um 21:47)

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