Der Eidgenössische Jodlerverband (EJV) kriegt 2010 zum 100-jährigen Bestehen von der Post eine Briefmarke. Und damit hat er das Geschenk. Denn auf der Marke ist ausgerechnet Christine Lauterburg (53) abgebildet. Techno-Jodlerin. Ethno-Sängerin. Jodel-Revoluzzerin. «Gerade darum fanden wir sie eine gute Wahl», sagt Marken-Gestalter Oliver Lütolf. «Wir dachten, das sehe auch der Verband so.»
Offenbar bloss dessen Leitung. «Für viele Mitglieder ist das wie ein Tätsch an den Grind», sagt Musiker Ruedi Bieri aus Finsterwald LU zur «Zentral schweiz am Sonntag». Denn die Bernerin Lauterburg distanziere sich ja ständig von den Traditionalisten.
Erstens im Musikstil: Lauterburg jodelt gern über einen Klangteppich aus Synthesizern, Schlagzeug oder E-Gitarre. Zweitens im Inhalt: «Als ich ihr an einem Podiumsgespräch einen meiner Texte vorlas, über die Kämpfe der alten Eidgenossen», erinnert sich der Luzerner Naturjodler Franz Stadelmann, «rief sie: ‹Immer nur übers Schiessen, übers Schiessen!›»