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Preußen Sammlung bei Ebay

  • peterhz
  • 5. September 2009 um 09:44
  • peterhz
    aktives Mitglied
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    441
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    Männlich
    • 5. September 2009 um 09:44
    • #1

    Hallo,


    Diese Sammlung hatte ich bei der letzten Versteigerung bei Rauhut auch beboten. Leider war mein max. Gebot(600€) nicht erfolgreich. Die Sammlung ging für 620 + Aufgeld weg.

    8208 Preußen, überkpl. gest. Sammlung, größtenteils als Einzellose auf Auktionen erworben, z.B. tadellose Nr. 2c, dopp. sign. Flemming und Rasche, 5a/b, Paar 6ax, 7a, b, bx, c, 8a, ax, b, bx, c, 9a, ax, b, 11a-c, 13a/b, 19a/b, 25a/b usw. Schönes Objekt!
    Ausruf 500,--
    Zuschlag 620,

    link ist nicht mehr aktuell

    Ich bin mal gespannt was derjenige als Gesammterlöss erzielt? Es ist schon interessant zu sehen ob es sich lohnt Sammlungen bei normalen Auktionen zu kaufen und über Ebay zu detaillieren.

    In diesem Fall, denke ich, ja. Er wird bestimmt ~1000 bis 1100 € erreichen.

    Bin gespannt

    Peter

    Einmal editiert, zuletzt von peterhz (12. September 2009 um 07:34)

  • Rainer
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    • 5. September 2009 um 10:42
    • #2

    Das ist für den Käufer (er hat ein Gewerbe angemeldet) aber ein hohes Risiko!

    • 620,- € Zuschlag + Aufgeld ergeben 733,60 € (ohne MWSt, da gewerblich)
    • von einem von Dir angenommenen Erlös von 1000,- € erhält ebay ~ 80,- €
    • ergibt einen Bruttogewinn von 186,40 €, die MWSt-pflichtig sind, bleiben 174,21 € netto, die dann auch noch versteuert werden müssen.

    Für diesen angenommenen Gewinn muß die Sammlung aufgelöst werden, die Einzelmarken wurden gescannt (auf eine Beschreibung hat der Händler ja verzichtet), der Versand wird getätigt, Zahlungseingänge werden überwacht. Des weiteren garantiert der Händler die Echtheit der Marken und bietet sogar an, die Kosten einer Prüfung zu übernehmen, wenn falsch. (Zitat: Sollte eine Nachprüfung nicht die Echtheit der Marke oder des Stempels bestätigen, erstatte ich den vollen Kaufpreis sowie die Prüfgebühren zurück)

    Bleibt noch das unternehmerische Risiko, daß die Marken den angenommenen Preis nicht erzielen.
    Ehrlich gesagt, wenn er die Sammlung so komplett auflöst, verstehe ich es nicht.

    Anders sieht es natürlich bei einem Samler aus, der vielleicht ein ppar Marken seiner vorhandenen Sammlung hinzufügt und den Rest dann auf ebay wieder verkauft. Hier steht dann das Sammeln im Vordergrund und der Verkauf senkt dann nur den Einkaufspreis.

  • peterhz
    aktives Mitglied
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    Männlich
    • 5. September 2009 um 11:09
    • #3

    Rainer:

    Alles richtig was Du sagst. Ich wünsche dem Händler auch noch einen höheren Erlös. Ohne Neid den er trägt ja wie Du schon richtig gesagt hast "das unternehmerische Risiko".
    Mir erscheint der Verkäufer auch als einer der solideren bei Ebay.

    Seine Geschäftsidee ist es (so scheint es) bei normalen Auktionen zu kaufen und bei Ebay für 1 € Startpreis zu verkaufen. Es sieht also so aus als würde sich das lohnen und ich bin auf das Ergebnis gespannt.

    Peter

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
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    656
    • 5. September 2009 um 11:10
    • #4

    Hallo,

    der Anbieter ist nach eigenem Bekunden größter Altdeutschland-Verkäufer auf der marktführenden Internet-Auktionsplattform. Nicht selten gibt es auch - vorsichtig formuliert - gewisse Ungereimtheiten bei fälschungsgefährdeten oder reparaturanfälligen Artikeln, denn offenbar ist der Anbieter ein reiner Wiederverkäufer ohne tiefergehende AD-Kenntnisse.

    Betriebswirtschaftlich ist die Gewinnmarge bei einer Warenbeschaffung über Real-Auktionen und dem Weiterverkauf über Internet-Auktionen, namentlich Schnäppchen-3...2...1, denkbar gering:

    - Ausrufpreise auf Real-Auktionen sind durchweg höher kalkuliert als das durchschnittlich erzielbare eBay-Preisniveau; hinzu kommen erhebliche Aufgelder, Losgebühren, Versandkosten etc. pp.

    - In Klassiksammlungen allgemein und hierzulande natürlich speziell in AD-Sammlungen wird häufig ein gewisses Wertsteigerungspotenzial über dem Einstandspreis vermutet, also unentdeckte Abarten oder Besonderheiten, seltene Stempel usw. In der Regel sind solche Sammlungen aber von erfahrenen Fachleuten der Auktionshäuser aufbereitet, die zwar auch das eine oder andere übersehen, die einwandfreien Spitzenwerte aber entweder entnehmen (teilweise auch gegen minderwertige "Lückenfüller" ersetzen -> Stichwort "gebastelte Sammlungen") und einzeln - als Extra-Los - offerieren oder in der Los-Beschreibung einer Sammlung ausführlich erwähnen.

    - Das Fälschungs- und das Qualitätsproblem sind bei AD-Sammlungen, -Posten und dergleichen nicht zu unterschätzen: Gute und sehr gute Preise erzielen normalerweise nur einwandfreie und natürlich echte Stücke. Solche Exemplare werden auf Real-Auktionen einzeln verkauft, da das typische Saalauktions-Klientel anspruchsvoller und wohl auch etwas kompetenter ist als der gewöhnliche eBay-Schnäppchenjäger, der nur nach Katalogwerten schielt und wenig Erfahrung in Bezug auf Echtheit und Erhaltung besitzt.

    Mit der letztgenannten Informationsasymmetrie lässt sich wohl der "Erfolg" des Wiederverkäufer-Geschäftsmodells auf eBay am ehesten erklären: Dubiose (ungeprüfte/unprüfbare/alt-signierte), nicht selten mangelhafte oder sogar reparierte Ware, die auf Realauktionen zu günstigen Preisen einzukaufen ist, wird als "Top-Ware", "Luxus", "signiert", "rar" und mit anderen wohlklingenden Beschreibungen unter das ahnungslose Katalognummer-Abhak-Sammlervolk gebracht.

    Nicht umsonst wird von solchen Anbieter kaum etwas zum (Nach-)Prüfen bei BPP-Experten geschickt, weil das angeblich zu teuer und sowieso überflüssig sei. Diese Argumentation stimmt insofern, als dass auf eBay mitunter nicht alles honoriert wird, insbesondere nicht einwandfreie Erhaltung und attestierte Echtheit. Bei der Prüfung von AD-Exemplaren besteht aber auch immer ein Risiko, dass die Prüfung (Ver-)Fälschungen, versteckte Mängel oder Reparaturen ans Tageslicht fördert und darunter der Wiederverkaufspreis leidet, von den unwiederbringlich investierten Prüfkosten ganz zu schweigen.

    Beste Sammlergrüße

    philnum

    Einmal editiert, zuletzt von philnum (5. September 2009 um 11:21)

  • drache
    aktives Mitglied
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    • 5. September 2009 um 11:27
    • #5
    Zitat

    Mir erscheint der Verkäufer auch als einer der solideren bei Ebay.

    Man sollte sich wahrlich nicht darauf verlassen! Angeboten wird ohne jegliche Beschreibung der Ware. Auch Fälschungen und Verfälschungen kommen vor, es gilt wie bei jedem Kauf, daß man schon selber über die Materie bestens bescheid wissen sollte.

    Hier ein interessanter thread aus einem anderen Forum, in dem der Verkäufer sich auch selber zu Wort meldet.

    link

  • peterhz
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    • 12. September 2009 um 08:10
    • #6

    Die Auktionen wurden am 11.09 beendet.

    Der Gesamterlös betrug ~1200 €.


    Wenn keine Rückläufer bezüglich der Farben kommen, scheint sich das für den Verkäufer gelohnt zu haben.

    Einige Ergebnisse waren überraschend.

    Die 2c ( wenn sie echt ist) brachte 251€
    Die bekommt man mit Fotoattest oder Befund bei Realen Auktionen
    günstiger!!

    Die 25b ( wenn sie echt ist) brachte 137,19€
    auch die gibt es bei Realen Auktionen günstiger und
    bestimmt auch in einer besserer Qualität. (Tief geprüft und Scherentrennung???)

    Insgesamt ein interessantes Ergebnis

    Peter

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
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    656
    • 12. September 2009 um 20:33
    • #7
    Zitat

    Original von peterhz
    Die Auktionen wurden am 11.09 beendet.

    Der Gesamterlös betrug ~1200 €.


    Vom Gesamterlös gehen ~ 84 € (7 % Umsatzsteuer) ans Finanzamt, ~ 60 € ( ca. 5 % Verkaufsprovision) an eBay. Damit verbleiben beim Verkäufer (ohne Rückläufer aufgrund von Reklamationen) ~ 1.066 €. Einschließlich Aufgeld, Versicherung und Versand hat er ~ 766 € als Einstandspreis bei Rauhut gezahlt. Somit sind einkommensteuerpflichtige 300 € Differenzgewinn entstanden.

    Zitat

    Original von peterhz
    Wenn keine Rückläufer bezüglich der Farben kommen, scheint sich das für den Verkäufer gelohnt zu haben

    ...

    Einige Ergebnisse waren überraschend.

    Die 2c ( wenn sie echt ist) brachte 251€
    Die bekommt man mit Fotoattest oder Befund bei Realen Auktionen
    günstiger!!

    Die 25b ( wenn sie echt ist) brachte 137,19€
    auch die gibt es bei Realen Auktionen günstiger und
    bestimmt auch in einer besserer Qualität. (Tief geprüft und Scherentrennung???)

    Insgesamt ein interessantes Ergebnis

    Alles anzeigen

    Diese beiden Ausreißer mit Geboten von fast 50 % des Katalogwertes haben den Gesamterlös und damit den Reingewinn erheblich gesteigert - beide Artikel machen zusammen knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes der hier betrachteten 63 Preußen-Lose und mehr als die Hälfte des daraus resultierenden Gesamtgewinns aus.

    Die mit einem Katalogwert in der Überschrift versehenen Artikel (24) haben im Mittel ein Höchstgebot von 13 % der Katalognotierung erzielt. Wären die MiNr. 2c und 25b ebenfalls nur zu diesen durchschnittlichen 13 % des Katalogwertes verkauft worden, wäre der Bruttoumsatz ~ 275 € niedriger und der Nettogewinn vor Einkommensteuern ~ 250 € geringer - mit anderen Worten: Es wären nur ~ 50 € Überschuss verblieben!

    Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat der Verkäufer offensichtlich großes Glück mit zwei überraschend sehr gut gelaufenen Losen gehabt und so gesehen sollte man den Gewinn von ~ 300 € oder eine Rendite von etwa 40 % keinesfalls als völlig normal werten, sondern als wirklich außerordentlich profitables Ergebnis.

    Eine ganz andere Frage ist und bleibt natürlich, warum bei eBay mitunter für ungeprüfte oder nicht gerade Top-Luxus-Stücke soviel (mehr) Geld bezahlt wird. Vermutlich mangelt es dem einen oder anderen AD-Sammler doch an grundlegenden philatelistischen Kenntnissen und (Markt-)Erfahrung, vor allem was die Echtheits- und Qualitätsbeurteilung angeht. Diese "Marktlücke" wird offenbar von ebenso (wenig) "kompetenten" Anbietern "zu beiderseitigem Nutzen" bedient.

    Einmal editiert, zuletzt von philnum (12. September 2009 um 20:54)

  • peterhz
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    • 12. September 2009 um 21:36
    • #8

    Philnum schrieb

    Zitat

    Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat der Verkäufer offensichtlich großes Glück mit zwei überraschend sehr gut gelaufenen Losen gehabt und so gesehen sollte man den Gewinn von ~ 300 € oder eine Rendite von etwa 40 % keinesfalls als völlig normal werten, sondern als wirklich außerordentlich profitables Ergebnis.

    Da gebe ich Dir recht. War schon ungewöhnlich aber für Ebay normal!!!

    Philnum schrieb

    Zitat

    Eine ganz andere Frage ist und bleibt natürlich, warum bei eBay mitunter für ungeprüfte oder nicht gerade Top-Luxus-Stücke soviel (mehr) Geld bezahlt wird. Vermutlich mangelt es dem einen oder anderen AD-Sammler doch an grundlegenden philatelistischen Kenntnissen und (Markt-)Erfahrung, vor allem was die Echtheits- und Qualitätsbeurteilung angeht. Diese "Marktlücke" wird offenbar von ebenso (wenig) "kompetenten" Anbietern "zu beiderseitigem Nutzen" bedient.

    Das sehe ich auch so. Höherwertigen Marken mit Fehlern erzielen bei Ebay regelmäßig höhere Preise als bei Realen Auktionen. Davon gibt es jede Woche genug Beispiele.

    Ich will Ebay nicht verteufeln, aber bei besseren Marken ist es sinnvoller diese mit aktuellen Attest bei normalen Auktionen zu kaufen.
    Obwohl ich auch schon bei einer realen Auktion einen Preußenbrief der Nr. 2b mit einem altem Fotoattest gekauft habe, wo diese Marke noch eine Preußen 2c war.
    Wäre ich einer dieser "kompetenten Anbieter" würde ich diesen Brief bei Ebay als" Luxus Brief Preußen 2c geprüft mit Attest" anbieten und die neuere Prüfung verschweigen .

    Mache ich aber nicht, weil ich nur Briefmarken sammle.

    Peter

  • Magdeburger
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    • 13. September 2009 um 07:40
    • #9

    peterhz
    philnum

    zum Anbieter möchte einführend mal folgendes sagen, wenn ich bei ihm falsche Beschreibung sehe, schreibe ich ihn direkt per Mail an. Er antwortete meist sehr schnell und korrigiert bei berechtigter Kritik seine Angebote.

    Zur abgelaufenen Auktion möchte ich nur zu der "2c" folgendes zu sagen:

    Der Nummerstempel "99" ist nicht so häufig und hier sogar von sehr guter Qualität - Zentral abgeschlagen und deutlich lesbar - (Bewertung des Stempel 20 bis 50facher Preis!). Persönlich fand ich die Farbe zwar nicht als "feuerrot", aber dies kann andere Ursachen haben.

    Sollte die Farbe stimmen, ist der Preis durchaus realistisch - denn sowohl Postgeschichtler als auch Stempelsammler haben hier ein Interesse bei einer doch seltenen Farbe.


    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    P.S. Zur Kritik - kein aktuelles Attest stimme ich hier voll zu. Bei dieser Marke mein größter Minuspunkt

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

    Einmal editiert, zuletzt von Magdeburger (13. September 2009 um 07:41)

  • peterhz
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    • 13. September 2009 um 09:14
    • #10

    An Magdeburger

    so selten ist der Stempel nicht.

    Nach meinem alten "Grobe" gibt es für den Stempel 99 Berent Rg-Bezirk Danzig 25 Pkt. Zuschlag und Nach "Henke" auch 25 Punkte Zuschlag auf die einzelne Marke. Das ist an sich nichts besonderes.

    Kann sein das der Ersteigerer diesen Stempel auf einer 2c unbedingt haben wollte.
    Wenn ich meinen, seit Jahren gesuchten Stempel, auf einer 2c sehe, würde ich wahrscheinlich noch mehr ausgeben. (Hat auch nur 35 Pkte. Zuschlag.)

    Aber es ist müssig darüber zu diskutieren was andere Leute bereit sind für eine Marke zu bezahlen, den das muss jeder für sich selber ausmachen.

    Anbei noch was interresantes für dich.

    Brief mit dem Nummerstempel 1029 Magdeburg-Neustadt auf einer ehemaligen 2c mit Attest
    (ist aber eine 2b)

    und eine echte 2c

    Schöne Grüße

    Peter
    l

  • philnum
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    • 13. September 2009 um 11:26
    • #11

    Die Gebotshistorie zu der MiNr. 2c ist recht aufschlussreich:

      Höchstbieter war ein gewisser k***k (345), dem die Marke 6 Tage vor Auktionsende lediglich 35 € wert erschien, während sie ihm last minute (Viele Grüße vom Sniper) plötzlich mit über 251 € lieb und teuer wurde.

      Das zweithöchste Gebot mit 250 € kam von a***r (121), der zwei Tage zuvor gerade mal 68 € ausgeben wollte. Auch hier wurde mal eben so das ursprüngliche Gebot auf einen Schlag locker auf das 3 1/2-fache erhöht.

      Die Plätze 3 und 4 nehmen zwei andere Bieter mit über 2000 und sogar knapp 4000 Bewertungen ein und deren Gebote liegen mit 162,25 € und 163 € sehr nah beieinander.

    Was immer die zwei Hochbieter geritten haben mag, bemerkenswert ist die Gebotsliste durchaus. Zwei Bieter mit offensichtlich sehr vielen eBay-Transaktionen gingen maximal bis 163 €, was ungefähr dem oben berechneten durchschnittlichen Preisniveau von 13 % des Katalogwertes entspricht (Stempelzuschläge in Punkten rechnen normalerweise in absoluten €-Beträgen, nicht als Vervielfachungsfaktor auf den Markenwert). Zwei Bieter mit deutlich weniger Bewertungen boten hingegen fast 90 € mehr! Rational ist ein solches Bieterverhalten wohl nicht.

  • toxc
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    2. September 1966 (59)
    • 13. September 2009 um 12:26
    • #12

    Hallo :)

    Finde ich sehr rational weil das genau mein Bieterverhalten bei quasi allen Auktionen ist.
    Erst mal einen niedrigen Betrag setzen damit die Auktion in meiner Gebotsliste ist und dann kurz vor Schluß den eigentlichen Höchstbetrag bieten. Genau so sind die Höchstbieter wohl auch vorgegangen, ist denke ich ziemlich normal. :)

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
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    656
    • 13. September 2009 um 13:47
    • #13

    Hallo toxc,

    ob man nun ein Spaßgebot als Erinnerungsposten vormerkt, die Artikel in der Beobachten-Liste speichert und sich einige Zeit vor Auktionsende benachrichtigen lässt oder gleich einen Sniper programmiert, ist im Ergebnis egal.

    Das Bieten im letzten Moment dient eigentlich dazu,

    1) keine Me-too-Bidder (Nachahmer, Trittbrettfahrer oder ähnliches) anzulocken, die im Vertrauen auf die Marktkenntnis der Höchstbietenden noch ein klitzekleines Bisschen mehr bieten, um sich einen vermeintlich lukrativen Artikel zu sichern;

    2) Pusher unter den Verkäufern das Hochtreiben des Preises zu vereiteln, denn manche Anbieter reizen zu gern die maximale Zahlungsbereitschaft ihrer Bieter aus.

    Unabhängig davon ist es schon verwunderlich, dass zwei offensichtlich nicht ganz unerfahrenen Bietern (mit mehreren tausend Bewertungen) bei 163 € die Luft ausgeht (an Geldmangel wird es wohl eher nicht gelegen haben). Bis 250 € gab es dann auch niemand weiter, der vielleicht 180 €, 200 € oder 230 € geboten hätte. Dafür gab es anscheinend zwei Preußen-Experten mit Bewertungen in unterer dreistelliger Zahl (Hier wird beim Markenkauf also nicht gerade geklotzt, sondern nur gekleckert.), die sich nicht lumpen lassen wollten, nicht geizten und koste es, was es wolle, boten?

    Bei der MiNr. 25b ging es nicht viel anders zu. Zweifellos waren auch hier Fachleute, also absolute Kenner der Marktlage, der ungeschriebenen Postgeschichte usw. am Werk. Warum wollte eigentlich keiner Preussen Mi. Nr. 21 gest. Luxusstück 580 Euro?

    Beste Sammlergrüße

    philnum

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
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    7.081
    • 13. September 2009 um 15:09
    • #14

    Von dem angebotenen Material habe ich nicht die geringste Ahnung. Soviel vorweg.
    Was sich mir hier nicht wirklich erschliessen mag, ist die Interpretation einer beliebigen Geboteliste und die Kaffeesatzleserei im Bietverhalten wildfremder Interessenten.
    Es kann doch tausende von Gründen geben, genauso zu bieten, oder eben wieder ganz anders.
    Was bringt diese fruchtlose Diskussion ?
    Wenn Ihr es genau wissen wollt, schreibt die beiden Höchstbietenden an und fragt nach. Alles andere hat für mich hier keinen sittlichen Nährwert.

    Gruß
    KJ

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
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    656
    • 13. September 2009 um 17:44
    • #15
    Zitat

    Original von Kontrollratjunkie
    Was sich mir hier nicht wirklich erschliessen mag, ist die Interpretation einer beliebigen Geboteliste und die Kaffeesatzleserei im Bietverhalten wildfremder Interessenten.
    Es kann doch tausende von Gründen geben, genauso zu bieten, oder eben wieder ganz anders.
    Was bringt diese fruchtlose Diskussion ?

    Hallo KJ,

    die Gebotsliste ist nicht irgendeine beliebige, sondern die der mit Abstand am teuersten verkauften Marke dieses Postens. Bei 24 weiteren Marken war ein Katalogwert angegeben - sie erbrachten im Durchschnitt knapp 13 %, was nicht weiter verwunderlich ist.

    Verwunderlich ist vielmehr, dass eine nicht attestierte Marke ohne irgendeine enorm wertsteigernde Besonderheit (über einen Zuschlag für den Nummernstempel 99 wurde schon oben diskutiert) einen Erlös von knapp 50 % des Katalogwertes erzielt. Wem das alles als ganz normal, völlig banal und zu diskutieren fruchtlos erscheint, muss sich ja keine Gedanken darüber machen.

    Ursprung des Threads war ja ein beim Auktionshaus Rauhut von einem eBay-Wiederverkäufer ersteigerter Preußen-Posten und davon ausgehend die Frage, ob sich solch ein Geschäft lohnt. Wie oben näher ausgeführt ist, konnte dieses Resale-Geschäft im Wesentlichen dadurch mit einem guten Ergebnis abgeschlossen werden, dass gerade mal zwei Marken - wohlgemerkt ohne Atteste und ohne philatelistisch oder markttechnisch nachvollziehbaren Grund - zu fast 50 % Katalogwert verkauft werden konnten; der Rest zum durchschnittlichen eBay-Preisniveau.

    Warum zwei Bieter absolut (Bieter 3 und 4 stiegen bei 163 € aus, und dann kommen zwei und bieten 250 € - total normal, oder was???) und relativ (Na klar bezahlt man bei eBay gerne mal eben 50 % Katalogwert!?) soviel mehr geboten haben, werden wir nicht erfahren - vielleicht sind die beiden ja Heimatsammler aus dem westpreußischen Berent bei Danzig (# 99)? Ohne diese Ausreißer nach oben wäre für den Wiederverkäufer außer Spesen nichts gewesen. Das Ergebnis war insgesamt also eher zufällig so gut und ist daher nicht zu verallgemeinern; sprich Aufkauf von Sammlungen und Einzelverkauf über eBay kann mit Glück etwas einbringen, aber es kann auch anders ausgehen. Um nicht mehr oder weniger ging es.

    Beste Sammlergrüße

    philnum

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
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    • 14. September 2009 um 00:20
    • #16

    Lieber philnum,

    die Intention Deiner Ausführungen habe ich sehr wohl nachvollziehen können. Mir ist auch durchaus bewusst, daß der Wiederverkäufer hier mächtig Glück gehabt hat.
    Ob Heimatsammler die entscheidende Triebfeder seines wirtschaftlichen Erfolges gewesen sind, oder nicht, entzieht sich unser allen Kenntnis.
    Und genau das ist, was ich sagen wollte. Wir können uns hier die Finger wund schreiben, die Zusammenhänge werden wir nicht ergründen. Der Mikrokosmos Epay ist derart vielfältig und von Zufällen abhängig, daß es m.E. nicht möglich ist, verallgemeinernde Schlüsse zu ziehen.

    Es ist auch nicht zielführend, mit Katalogprozenten zu jonglieren, wenn die von Dir genannten Heimatsammler aufeinander treffen, gibt es möglicherweise kein Halten.

    Mit der Angabe von Michelwerten bei Epayverkäufen habe ich selber eher negative Erfahrungen gemacht. Dann werden eben nur 10 % geboten, unanhängig von der tatsächlichen Seltenheit des Materials. Ohne Angabe kann es dann ganz anders laufen.

    Und warum nicht 50 % Michel bei Epay zahlen ? MUSS denn immer alles zum Schleuderpreis zu haben sein ?
    Wenn das richtige Material auftaucht, habe ich damit kein Problem.
    Wenn Du es genau wissen willst: Ich habe vor einem Jahr einmal eine Marke für über 90 % nach damaligem Michel gekauft, wo ist das Problem ? Und es war keine 10 EUR - Marke.

    Epay ist eine riesige Spielwiese der unterschiedlichsten Interessen und es kann bei einer Auktion durchaus mehrere Gewinner geben, ja nach Interessenlage.

    Beste Grüße
    KJ

  • Magdeburger
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    5. Februar 1961 (64)
    • 14. September 2009 um 07:19
    • #17

    @All

    nun setzte eine Diskussion ein, welche ich so nicht erwartet habe. Dies nur, weil ich persönlich den Zuschlagpreis auf der fraglichen "2c" mit Nummerstempel "99." wenn echt, durchaus relalistisch finde.

    Ich habe mir deshalb die Nummer 1 mit Nummerstempel "533" und die Nummer 8 mit Nummerstempel "1025" ebenfalls angeschaut. Die Bewertung der Nummer-Stempel ist hier niedriger anzusiedeln, aber auch hier wurden Preise von über 30 Prozent Michel (habe nur den von 2006) erzieilt.
    Gerade die Qualität der Nr 1 läßt hier auch Wünsche offen.

    Schöne Stempel haben ihren Preis, vorallem wenn diese sauber und zentriert abgeschlagen werden.

    Ich kann somit nichts ungewöhnliches entdecken. Auch ist mir der VK als Pusher bisher unbekannt.
    Persönlich biete ich auch erst kurz vor Schluß, teilweise gebe ich das Mindestgebot ab, sofern noch nicht beboten.

    Etwa zu Ostern wurden alle Telegraphenmarken einzeln von Preussen mit aktuellem Attest angeboten. Alle Werte hatten Mängel. Laut meinem Katalog werden vier mit 500 und zwei mit 750 angegeben.
    Der Zuschlag war bei den 500er soweit ich mich erinnere ca 115 Prozent (etwa 580 Euro) und bei den 750er ca 85 Prozent (etwa 640 Euro).

    Auch bei Ebay gibt jeder das aus, was es jedem wert ist, ob nur im Promiliebereich oder auch über 100 Prozent.

    Die "Geschäftidee" des Kaufes eines grösseren Posten auch auf einer Auktion und anschliessender Aufsplittung in Einzellose dürfte mit Sicherheit kein Einzelfall sein.

    Mit freundlichem Gruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

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