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Schwierige Postwege

  • dietbeck
  • 19. Juli 2009 um 22:49
  • dietbeck
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    • 19. Juli 2009 um 22:49
    • #1

    Hallo,

    ich rätsele schon seit längerer Zeit am beigefügten Beleg und wollte die Sammlergemeinde um Hilfe bitten.

    Ich sage erstmal nichts dazu und warte mal ab, ob irgendwelche schlüssigen Ideen kommen, die den Beleg erklären. Nur soviel:

    1. Es handelt sich um einen Faltbrief, der von der Caritas an eine Privatperson ging
    2. Der Brief lief am 15.2.49 und am 16.2.49
    3. Osterwieck liegt im Harz und Sachsen-Anhalt

    dietbeck

    Bilder

    • osterwiek.jpg
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      • 587 × 410
      • 801

    Postkrieg, Zurückgezogene Marken, Territoriale Konflikte, Aland
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    Es kommt nicht drauf an wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

    Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

    2 Mal editiert, zuletzt von dietbeck (19. Juli 2009 um 22:51)

  • philnum
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    • 19. Juli 2009 um 23:24
    • #2

    Hallo dietbeck,

    die geopolitische bzw. postalische (Versorgungs-) Lage von Osterwieck/Harz war dem Westberliner Absender dieses Briefes wohl auch schon nicht ganz klar:

    Zunächst ging der Absender wohl davon aus, dass eine ostzonale 24-(Ost-)Pf-Marke die richtige Frankatur in die SBZ sein müsste und schickte den Brief damit am 15.2.1949 von Berlin-Charlottenburg auf die Reise.

    Schon am nächsten Tag, dem 16.2.1949, scheint der Absender den Brief aber wieder zurückerhalten zu haben, die alte Frankatur mit einem 24-(West-)Pf-Schwarzaufdruck überklebt und erneut via Berlin-Charlottenburg abgeschickt zu haben. Auch die handschriftlich ergänzte Postleitgebietszahl "20" für das südliche Niedersachsen, also nun eine (Um-)Leitung über die Westzonen, deutet auf einen anderen, als den ursprünglich angedachten, direkten Beförderungsweg in die Ostzone.

    Osterwieck liegt unmittelbar an der Landesgrenze von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Im Jahre 1941 wurde die wenige Kilometer entfernte Nachbarstadt Hornburg, an die Osterwieck über die Osterwieck-Wasserlebener Eisenbahn verkehrstechnisch angebunden war, im Zuge der territorialen Neuordnung des Salzgitter-Gebietes aus der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen in den braunschweigischen Landkreis Wolfenbüttel umgegliedert.

    Möglicherweise erfolgte aufgrund mangelnder Infrastruktur die (Bahn-)Postverbindung auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges weiter über das westzonale Hornburg und aus diesem Grund wurde eine Westberliner DM-Frankatur benutzt, die in der SBZ unbeanstandet blieb?

    Beste Sammlergrüße

    philnum

    Einmal editiert, zuletzt von philnum (20. Juli 2009 um 10:23)

  • dietbeck
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    • 21. Juli 2009 um 11:21
    • #3

    philnum

    das hört sich nach der bis jetzt plausibelsten Erklärung an. Alle meine bisherigen Erklärungsversuche, meinerseits und von anderen sind unbefriedigend. In jedem Fall ein Ansatz, der sich weiterverfolgen lässt. Dazu müsste ich sehen, ob ich rausfinden kann, ob Post in dieses Gebiet (um Osterwieck) tatsächlich zu diesem Zeitpunkt über den Westen lief.

    Die spontane Frage ist, woher der Absender das hätte wissen sollen, da er ja eigentlich korrekt frankiert hatte, soweit es um Post in die SBZ geht, und das ist ja hier der Fall.

    Auch staune ich, dass die SBZ da tatsächlich eine Ausnahme gemacht haben soll, was die Beanstandung der Westberliner Marken anging, wäre aber natürlich schon verständlich, wenn anderweitige Postwege in diesem Fall nicht existent waren.

    Mal sehen, ob sich das endgültig aufklären lässt. In jedem Fall vielen Dank für die neue "Spur".

    dietbeck

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  • eisberg007
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    • 21. Juli 2009 um 19:39
    • #4

    hallo ihr 2
    eine amateur antwort von mir:
    postkrieg,da ab 15.01.1949 nur noch sendungen in die sbz und ost-berlin mit sbz-postwertzeichen frankiert werden durften,
    wurde der brief zurückgewiesen und neu frankiert.....weil er eine westpostleitzahl hatte .(wenn der schreiber oder postbeamte die 20
    schon beim ersten versuch eingetragen hat)
    ist das oben evtl der rest des zurückweisungs zettel der west-berlin post?

    im osten ist der aufdruck dann durchgerutscht oder jemand hat die untere sbz marke gesehn.


    gruss eisi ?(

    Freiheit für Grönland !
    Weg mit dem Packeis !

    Einmal editiert, zuletzt von eisberg007 (21. Juli 2009 um 19:44)

  • dietbeck
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    • 21. Juli 2009 um 20:14
    • #5
    Zitat

    Original von eisberg007

    postkrieg,da ab 15.01.1949 nur noch sendungen in die sbz und ost-berlin mit sbz-postwertzeichen frankiert werden durften,
    wurde der brief zurückgewiesen und neu frankiert.....weil er eine westpostleitzahl hatte .(wenn der schreiber oder postbeamte die 20
    schon beim ersten versuch eingetragen hat)
    ist das oben evtl der rest des zurückweisungs zettel der west-berlin post?

    im osten ist der aufdruck dann durchgerutscht oder jemand hat die untere sbz marke gesehn.
    (

    Erstmal Danke für die Antwort. Die Westpostleitzahl wäre für Osterwieck ja falsch. Der Absender hätte Sie wahrscheinlich mit Schreibmaschine geschrieben, da er ja so die Empfängeradresse geschrieben hat. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Postbeamte eine falsche Postleitzahl angibt, AUSSER zu diesem Zeitpunkt lag Osterwieck tatsächlich im Leitzahlgebiet 20, das würde alles ganz einfach erklären, auch dass der Postbeamte in Berlin eventuell die 20 angebracht hat. Nur hab ich bisher keinen Hinweis gefunden, dass Osterwieck mal im Westen lag.

    Der Rest des Zettels ist links unten auf dem Beleg, im Scan gerade noch zu sehen.

    Ein Postkriegsbeleg wäre es nur dann, wenn die ANDERE Postverwaltung (also hier die SBZ beanstandet hätte). Dass ein solcher Beleg mit zwei übereinandergeklebten Marken übersehen worden sein soll halte ich für unwahrscheinlich.

    Aber bis jetzt ist jeder Erklärungsansatz möglich, solange nicht weitere Fakten recherchiert sind wie eben

    1. Gab es eine "Postumleitung" nach Osterwieck ?
    2. War Osterwieck (vorübergehend) im Leitgebiet 20 ?

    Je nach den Antworten sind bestimmte Erklärungen möglich und andere nicht.

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  • kauli
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    • 21. Juli 2009 um 20:49
    • #6

    Was mich an dem Brief stört ist der fehlende Vermerk
    ZURÜCK, ob nun mit Stempel oder handschriftlich.
    Damit war man ja immer schnell zur Hand.

    Die SBZ Marken waren zu der Zeit auch in West-Berlin
    gültig. Hätte eigentlich nicht unbedingt eine andere
    draufgeklebt werden müssen
    Eine Einschränkung gibts noch, ab 28.12.48 konnten
    bestimmte Sendungen nur noch in DM West entrichtet werden.
    Welche das sind weiß ich nicht.

    Kann natürlich auch sein, das der Brief Berlin am 15.2. Berlin
    garnicht verlassen hat
    Manchmal ist es nicht so komplitziert wie man immer denkt

    Suche immer Berlinstempel auf Marken und Belegen, Bitte alles anbieten

  • philnum
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    • 21. Juli 2009 um 23:57
    • #7

    @ kauli:

    Ganz so unkompliziert war es nicht (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Postgeschichte_und_Briefmarken_Berlins:

    "Die Benutzung der SBZ-Marken wurde in West-Berlin nach und nach eingeschränkt:

    - Ab dem 11. September 1948 sollten keine Sendungen mit SBZ-Marken mehr über die Luftbrücke transportiert werden. Jedoch wurde diese Maßnahme nur halbherzig verfolgt.

    - Ab dem 14. Januar 1949 durften SBZ-Marken nur noch auf Sendungen nach Ost-Berlin, in die SBZ oder ins Ausland verwendet werden, nicht mehr für Sendungen innerhalb West-Berlins oder in die drei westlichen Besatzungszonen."

    Ohne Grund wird der Brief nicht doppelt, also nochmal mit einem 24-Pf-Schwarzaufdruck frankiert worden sein. Auch der am linken Rand des Umschlages erkennbare Rest eines aufgeklebten Zettels dürfte damit im Zusammenhang gestanden haben. Da Schwarzaufdrucke auf Sendungen in die SBZ bekanntermaßen zurückgewiesen worden wären, verbleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass der Brief ganz bewusst ins - handschriftlich ergänzte, aber für Osterwie(c)k unzutreffende - Postleitgebiet "20" (Westzone) umgelenkt wurde.

    Warum dies nach ordnungsgemäß erscheinender Auflieferung (ins Zielgebiet gültige, portorichtige Frankatur) und maschineller Abstempelung in Berlin-Charlottenburg geschah, lässt sich wohl nicht mehr zweifelsfrei ergründen. Vielleicht war es ein bloßer Irrtum, dem ein Postbeamter in der Berliner Abgangssortierung unterlag, indem er "Osterwiek/Harz" mangels Angabe einer Postleitgebietszahl für in den Westzonen liegend hielt, vermutlich einen entsprechenden Klebezettel mit Verweis auf die o. a. Regelung (SBZ-Marken in West-Berlin nicht mehr auf Sendungen in die Westzonen gültig) anbrachte und der Brief daher wohl zunächst an den Absender zurückging.

    Mutmaßlich klebte dieser sodann die verlangte West-Berliner Marke nach, der postalische Hinweiszettel wurde wieder entfernt, die Sendung erneut in Berlin-Charlottenburg aufgeliefert und schließlich per Luftbrücke in das Postleitgebiet "20" in Niedersachsen befördert. Von dort müsste der Irrläufer ins benachbarte Sachsen-Anhalt zum Bestimmungsort gelangt sein, wobei den ostzonalen Postlern die Berliner Frankatur bei direkt aus den Westzonen kommenden Postsendungen wahrscheinlich nicht als solche auffiel (denn in den Westzonen waren BERLIN-Aufdrucke zu dieser Zeit noch gar nicht frankaturgültig) und so entging der Brief dem Postkrieg?

    Beste Sammlergrüße

    philnum

    Einmal editiert, zuletzt von philnum (22. Juli 2009 um 00:29)

  • dietbeck
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    • 22. Juli 2009 um 06:12
    • #8
    Zitat

    Original von philnum
    Mutmaßlich klebte dieser sodann die verlangte West-Berliner Marke nach, der postalische Hinweiszettel wurde wieder entfernt, die Sendung erneut in Berlin-Charlottenburg aufgeliefert und schließlich per Luftbrücke in das Postleitgebiet "20" in Niedersachsen befördert. Von dort müsste der Irrläufer ins benachbarte Sachsen-Anhalt zum Bestimmungsort gelangt sein, wobei den ostzonalen Postlern die Berliner Frankatur bei direkt aus den Westzonen kommenden Postsendungen wahrscheinlich nicht als solche auffiel (denn in den Westzonen waren BERLIN-Aufdrucke zu dieser Zeit noch gar nicht frankaturgültig) und so entging der Brief dem Postkrieg?

    Beste Sammlergrüße

    philnum

    Wie richtig ausgeführt waren die Westberliner Marken zum fraglichen Zeitpunkt in die SBZ noch gültige Frankatur (als sogenannte "Ausnahmefrankatur" philatelistisch bezeichnet). Sie waren aber NICHT merh innerhalb Westberlins und in die Westzonen gültig. Hintergrund ist ganz einfach ein wirtschatflicher, dass Westberlin nach und nach die Benutzung von SBZ-Marken unterband und kein politischer. Da es ein Währungsgefälle von 1:4 bis 1:6 zu ungunsten der Westmark gab, wurden im Januar 1949 die neuen Rotaufdrucke nur gegen Westmark abgegeben. Hätte man nicht zeitgleich die Benutzung von SBZ-Marken unterbunden hätten sich die Leute mit SBZ-Marken eindecken können, die zu 1/4 bis 1/6 des Preises der Rotaufdrucke gekauft worden wären, bei gleicher Frankaturkraft, und die Westberliner Post hätte befördern müssen, aber die Einnahmen nicht gehabt. Dasselbe Problem stellte sich ja auch generell mit der Möglichkeit Marken in Westberlin mit Ostmark kaufen zu können (daher die Abgabe der Westberliner Marken ab Januar 49 nur noch in Westmark), denn damit gingen der Westpost Einnahmen in Höhe des Währungsgefälles verloren.

    Unmöglich ist es nicht, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass die ostzonale Post einen derart auffälligen Brief mit übereinandergeklebten Marken, dazu noch mit einem Berliner Schwarzaufdruck als finale Frankatur, die in den Westzonen nicht gültig war, wenn Irrläufer, übersehen haben soll. Andererseits kann man natürlich argumentieren, dass man bei einem Brief aus den Westzonen weniger aufmerksam im Sinne des Postkrieges war, da man entsprechende Belege mit Westberliner Marken ja richtigerweise aus Westberlin kommend vermutete.

    Vielleicht lässt sich der Brief nicht endgültig klären, aber zumindest sollten die angesprochenen Fragen geklärt sein, um einen Irrläufer zu vermuten. Die Idee finde ich aber gut, dass die mangelnde Postleitzahlangabe durch den Absender und die "Randlage" von Osterwieck zwischen Ost und West zur Verwirrung beigetragen hat.

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    Einmal editiert, zuletzt von dietbeck (22. Juli 2009 um 06:19)

  • eisberg007
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    • 22. Juli 2009 um 15:30
    • #9

    hallo nochmal
    noch einene anfänger antwort:in der aktuellen rundschau der fg berlin ist
    auch ein beleg abgebildet vom 25.2.49 auch von berlin charlottenburg2

    mit einem aufgeklebeten zettel (mit Maschiene geschrieben,ausgeschnitten)

    "Zurück an den Absender

    Sendungen aus den Westsektoren von
    Groß-Berlin nach den Westsektoren
    von Groß-Berlin, den Westzonen und
    dem Ausland ,müssen mit Briefmarken
    mir dem Überdruck "Berlin" freige-
    macht sein. BLn-Chlb 2 "

    meine idee: -der brief wurde morgens aufgegeben
    -der postbeamte am schalter stempel normal ohne beachtung
    -in der verteilung lag ein veralteteter laufweg für den ort vor
    (wie pilnum schrieb:post per bahn{wie bis ende des krieges}bis
    hornburg und von da zum bestimmungsort )also postleitzahl 20
    drauf für hornburg ...falsche marke entdeckt und am selben
    tag zurück zum absender
    -am nächsten tag wurde der brief nochmals aufgegeben mit
    24pf schwarzaufdruck die noch 1 monat gültig war
    -per bahn berlin in den westen, dann bis hornburg von dort
    in den osten ca 8 km in den kleinen ort

    der rest so wie philnum schrieb


    mfg eisi
    ps :schöner link den du in deinem profil hast dietbeck

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  • dietbeck
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    • 22. Juli 2009 um 15:48
    • #10
    Zitat

    Original von eisberg007

    meine idee: -der brief wurde morgens aufgegeben
    -der postbeamte am schalter stempel normal ohne beachtung
    -in der verteilung lag ein veralteteter laufweg für den ort vor
    (wie pilnum schrieb:post per bahn{wie bis ende des krieges}bis
    hornburg und von da zum bestimmungsort )also postleitzahl 20
    drauf für hornburg ...falsche marke entdeckt und am selben
    tag zurück zum absender
    -am nächsten tag wurde der brief nochmals aufgegeben mit
    24pf schwarzaufdruck die noch 1 monat gültig war
    -per bahn berlin in den westen, dann bis hornburg von dort
    in den osten ca 8 km in den kleinen ort

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    Der Beleg kann mit der Schwarzaufdruck-Marke nicht per Bahnpost in den Westen gelaufen sein, da dies ja SBZ-Hoheitsgebiet war und die Marke nicht gültig war und im Postkrieg unterbunden worden wäre. Kann allenfalls über die Luftbrücke von Westberlin in den Westen transportiert worden sein und von dort über Hornburg Zuleitung nach Osterwieck, immer unter der Voraussetzung, dass die SBZ dies geduldet hat (weil der Postverkehr gestört war), oder dass die Westberlin-Marke "übersehen" wurde.

    Dem Beginn Deiner Ausführungen würde ich als logisch möglich empfinden, auch der Zettel, den Du erwähnst macht Sinn und war wahrscheinlich in dieser oder ähnlicher Form auf dem Brief.

    Mehr oder weniger klar für mich ist:

    1. Brief mit SBZ-Marke aufgegeben
    2. Beim Postamt gestempelt
    3. Postleitzahl-Gebiet 20 "ermittelt"/draufgeschrieben
    4. Deswegen falsche Marke konstatiert
    5. An Absender zurück
    6. Dieser hat dann die Westberliner Marke draufgeklebt ohne das ganze selbst nochmal zu überprüfen und ohne Hinweis oder Erkennung, dass Osterwieck in der SBZ lag (wenn dem so ist, was ich mal annehme)
    7. Brief erneut abgestempelt

    Hier die Vermutung


    8. Mit Luftbrücke und eventuell Weiterbeförderung nach Leitzahl 20 (Gebiet Hannover/Braunschweig transportiert
    9. Dort dann über Hornburg oder ähnlich nach Osterwieck befördert unter EINBEZIEHUNG der SBZ-Post und entweder Übersehen oder Tolerierung der Westberliner Frankatur durch die SBZ-Post. Letzteres aber NUR, wenn der Postweg nicht anders möglich war

    Danke für das Lob der Webseite.

    Aber es ist doch schön immer mal auf Belege zu treffen, die ein echtes Rumrätseln erfordern.

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    4 Mal editiert, zuletzt von dietbeck (22. Juli 2009 um 16:07)

  • dietbeck
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    • 23. Juli 2009 um 06:43
    • #11
    Zitat

    Original von dietbeck

    9. Dort dann über Hornburg oder ähnlich nach Osterwieck befördert unter EINBEZIEHUNG der SBZ-Post und entweder Übersehen oder Tolerierung der Westberliner Frankatur durch die SBZ-Post. Letzteres aber NUR, wenn der Postweg nicht anders möglich war[/B]

    Es gäbe noch eine weitere Möglichkeit. Die SBZ hat die beiden Marken als eine Art "Doppelfrankatur" in diesem Fall kulanterweise anerkannt. Echte Doppelfrankaturen waren zwar erst später im Jahr sinnvoll und bewusst genutzt um die postalischen Schwierigkeiten zu umgehen (und die Marken wurden natürlich neben und nicht aufeinander geklebt), aber da in diesem Fall trotzdem eine SBZ-Marke sichtbar auf dem Beleg vorhanden war hat man eventuell auf die Postkriegsmassnahme verzichtet

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    Einmal editiert, zuletzt von dietbeck (23. Juli 2009 um 06:44)

  • zenne
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    • 24. Juli 2009 um 16:44
    • #12
    Zitat

    Es gäbe noch eine weitere Möglichkeit. Die SBZ hat die beiden Marken als eine Art "Doppelfrankatur" in diesem Fall kulanterweise anerkannt. Echte Doppelfrankaturen waren zwar erst später im Jahr sinnvoll und bewusst genutzt um die postalischen Schwierigkeiten zu umgehen (und die Marken wurden natürlich neben und nicht aufeinander geklebt), aber da in diesem Fall trotzdem eine SBZ-Marke sichtbar auf dem Beleg vorhanden war hat man eventuell auf die Postkriegsmassnahme verzichtet

    Ich zeige mal zwei Belege, bei denen die SBZ-Marken (tw. PK) mit Berlin-Marken (März bzw. Oktober 1949) überklebt wurden.

    Eine PK lief von West-Berlin in die SBZ und wurden nicht beanstandet.

    Interessant:

    Bei der anderen Postkarte ist der Absender aus der SBZ!!

    Wohl bei einem Besuch in West-Berlin schickte er die PK nach Hamburg und "schütze" sie auch mit Doppelfrankatur.

    Einige Meinungen zu den abgebildeten Belegen würden mich freuen !

    Bilder

    • doppel-sbz-berlin1.jpg
      • 320,63 kB
      • 1.714 × 1.254
      • 362
    • doppel-sbz-berlin2.jpg
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      • 1.739 × 1.220
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    2 Mal editiert, zuletzt von zenne (24. Juli 2009 um 16:46)

  • eisberg007
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    30. August 1971 (54)
    • 24. Juli 2009 um 17:59
    • #13

    hallo
    amateur antwort:postkarten im osten schon mit dem gültigen porto bestückt gekauft..
    nr 1 eindeutig bei seinem besuch in westberlin (berlin steglitz1 b)nachfrankiert damit die karte ankommt
    nr2 karte im osten gekauft nachfankiert und von west berlin (nikolassee)nach halberstadt geschickt im oktober 49 evtl schon fast ende des postkrieges?

    guss eisi

    Freiheit für Grönland !
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    2 Mal editiert, zuletzt von eisberg007 (24. Juli 2009 um 18:09)

  • Kontrollratjunkie
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    7.106
    • 25. Juli 2009 um 00:06
    • #14

    Hier ein noch amateurhafterer Einwurf: Wäre es nicht evtl. möglich, daß die SBZ - Karten von zenne als Postformulare aufgebraucht wurden ?

    Gruß
    KJ

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
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    650
    • 25. Juli 2009 um 09:32
    • #15
    Zitat

    Original von zenne
    Ich zeige mal zwei Belege, bei denen die SBZ-Marken (tw. PK) mit Berlin-Marken (März bzw. Oktober 1949) überklebt wurden.

    Eine PK lief von West-Berlin in die SBZ und wurden nicht beanstandet.

    Interessant:

    Bei der anderen Postkarte ist der Absender aus der SBZ!!

    Wohl bei einem Besuch in West-Berlin schickte er die PK nach Hamburg und "schütze" sie auch mit Doppelfrankatur.

    Einige Meinungen zu den abgebildeten Belegen würden mich freuen !

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    Hallo zenne,

    die Postkarte aus "BERLIN-NIKOLASSEE" (Westteil) in die Ostzone vom 26. 10. 1949 trägt eine Doppelfrankatur aus SBZ-Köpfen (unten Ganzsache + zusätzlich verklebte Marke) sowie West-Berliner Grünaufdruck (darüber). Von daher wurde sie nicht postkriegsmäßig beanstandet. Wie so eine Doppelfrankatur aufgeklebt wurde (ob schräg versetzt/überlappend, also sichtbar übereinander oder einfach nebeneinander), dafür gab es wohl verschiedene Möglichkeiten je nach Platz - hier sollte sicher "Postkarte" lesbar bleiben und das Anschriftfeld war schon vollgeschrieben.

    Die andere Postkarte bedurfte zwischen West-Berlin ("BERLIN-STEGLITZ 17. 3.49.-10") und Hamburg (Bizone) keines "Schutzes" vor postkriegerischen Maßnahmen durch eine Doppelfrankatur (die Karte wurde über die Luftbrücke nach Westen ausgeflogen, kam also unter normalen Umständen nie in ostzonales Gebiet). Der Absender aus der Ostzone ging bei der Verwendung einer SBZ-Ganzsache mit SBZ-Zusatzfrankatur wohl lediglich noch davon aus, dass diese Freimachung - wie weiter oben ausgeführt - in West-Berlin nach wie vor Gültigkeit besessen hätte. Um Rückgabe an den Absender wegen mangelnder Freimachung oder gar Nachgebühr beim Empfänger (12 + 6 Pf-West!) in der Bizone zu vermeiden, klebte er lieber einen West-Berliner Schwarzaufdruck (für 12 Pf-Ost noch am West-Berliner Postschalter erhältlich; Schwarzaufdrucke verloren Ende März ihre Gültigkeit) nach.


    Zitat

    Original von Kontrollratjunkie
    Hier ein noch amateurhafterer Einwurf: Wäre es nicht evtl. möglich, daß die SBZ - Karten von zenne als Postformulare aufgebraucht wurden ?


    Hallo KJ,

    in West-Berlin wurden gewiss keine in der SBZ noch voll frankaturgültigen bzw. von West-Berlin als Doppelfrankatur in die SBZ verwendbaren Ganzsachen als Postformulare aufgebraucht - weder offiziell am Postschalter und normalerweise wohl auch nicht privat (trotz eines erheblichen Währungsgefälles).

    Beste Sammlergrüße

    philnum

  • dietbeck
    Stamm Mitglied
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    • 25. Juli 2009 um 18:34
    • #16

    zenne

    1. Beides sind keine Postkriegsbelege

    2. Der Berliner Postkrieg endete am 15.9.49, daher ist der Beleg vom Oktober schonmal definitiv kein Postkrieg. Hier handelt es sich simpel und einfach um eine ungültige Frankatu, was die SBZ-Marken angeht, da in Westberlin die SBZ-Marken längst nicht mehr zur Freimachung verwendet werden durften (bereits seit 31.3. nicht mehr). Die überklebet Westberliner Grünaufdruckmarke hingegen war gültig. Diese wurde wohl überklebt BEVOR die Ganzsache losgeschickt wurde, daher also das Porto regelgerecht beglichen und keinerlei Beanstandung (wie auch zu erwarten)

    3. Auch der Beleg mit dem Schwarzaufdruck regelgerecht, da nur Westberliner Marken in die Westzonen zu diesem Zeitpunkt verwendet werden durften, und wie philnum schreibt, diese im März noch gültig waren. Also einfach die SBZ-Marken überklebt, mit gültiger Frankatur, alles regelgerecht, und daher kiene Beanstandung.

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    Es kommt nicht drauf an wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

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  • eisberg007
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    30. August 1971 (54)
    • 25. Juli 2009 um 20:39
    • #17

    das macht spass hat jemand noch andere belege zum rätseln?

    gruss eisi

    Freiheit für Grönland !
    Weg mit dem Packeis !

  • Wolffi 11. September 2021 um 18:16

    Hat den Titel des Themas von „Wer kann helfen“ zu „Schwierige Postwege“ geändert.

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