Hallo,
Danke für die Auskünfte und den Link.
Schade, dass es nur eine Briefhülle ist ...
Viele Grüße
Michael
Hallo,
Danke für die Auskünfte und den Link.
Schade, dass es nur eine Briefhülle ist ...
Viele Grüße
Michael
Liebe Sammlerfreunde,
bei dem folgenden Beleg verstehe ich die Taxierungen nicht so ganz.
Es handelt sich um einen Franko-Brief vom 24. Mai 1850 aus Elberfeld via Ostende nach London.
Laut dem gültigen Postvertrag kostete ein einfacher Brief unabhängig vom Leitweg und der Entfernung 10 Sgr. bzw. 12 d., wovon England 6 d. zustanden, 4 d. (oder 3 1/2 Sgr.) Preußen und 2 d. (oder 1 Sgr. 8 Pfg.) Belgien.
Die Röternotierung links unten entziffere ich als 10 ? (entweder ein Bruchstrichwert oder kryptisches Kürzel für Sgr. ?)
Die Rötelnotierung links oben heißt 5 ?? (evtl. Gewichtsnotierung ? Es scheint aber ein einfach schwerer Brief gewesen zu sein)
Schließlich die englische Notierung: 10 (Pence) - wofür ?
Viele Grüße
Michael
Lieber Michael,
Zitatbei dem folgenden Beleg verstehe ich die Taxierungen nicht so ganz.
... und da bist du nicht der einzige hier ... ![]()
Zum Trost sei dir der folgende Brief gezeigt, den bei dem Preis keiner außer mir haben wollte:
London N20 (wo war das genau, doch nicht etwa Tottenham - etwa schon eingemeindet?) am 31.3.1868 über Ostende und Aachen nach Augsburg.
Zu der Zeit galt als Franko meines Wissens 6d bzw. 18 Kr. von Bayern aus.
Der Brief ist aber mit 7d frankiert, was für mich als Laien auf eine "late fee" hindeuten könnte. Links von "Bavaria" steht geschrieben "Extra Start", wenn ich es richtig deute (das 2. Wort ist fraglich). Weist dieser Vermerk des Absenders auf etwas postalisches hin?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die 6 Pence Porto nach Bayern ist korrekt. Würde auch auf 1 Penny Late fee tippen.
Hallo asmodeus,
zwei Dumme, ein Gedanke. ![]()
Kannst du das links unten sicher lesen? Gibt es überhaupt Briefe, bei denen man Vermerke mit "Extra ... " findet?
Was war hier extra?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber bayern klassisch,
wie gewohnt, ein spezielles und schönes Stück. ![]()
Faszinierend zunächst mal, dass die Marken am Rand so gut erhalten sind, wo doch das Papier darunter fehlt.
Die 6 Abschläge mit dem Duplex-Stempel hat der Postler auch ganz ordentlich hinbekommen.
Der preußische Beamte hatte da keine Chance, seinen blauen Stempel noch vernünftig unterzubringen - ein sprechendes Beispiel für die Dominanz des Empire ![]()
Leider kann ich dir bei der Extra-Notiz auch nicht helfen. Höchstens mit dem Hinweis, dass es sich bei dem 3.Buchstaben wahrscheinlich nicht um ein "a" handelt, wenn man es mit den Buchstaben von Bavaria vergleicht.
Danke fürs Zeigen
Viele Grüße
Michael
Lieber Michael,
weil du es nicht sehen konntest: Es ist ein Trauerkuvert, daher die perfekten 7 Marken. Leider sieht es so aus, als wären die Marken über den Rand geklebt, aber hier ist kein schwarzer Kopierrand drumherum, sondern schwarzes Papier. ![]()
Mit dem Vermerk komme ich nicht so recht weiter - vlt. weiß Nigel mehr?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Es muß nicht unbedingt "Extra Start" heißen. Ich tu mich gerade schwer. Es gibt sonst keine andere Erklärung: Porto+ 1 P. Late fee!
Hallo bayern klassisch,
glaube auch, daß das nicht Extra heißt. Das "x" schreibt man in deutscher Schrift völlig anders. Wie wäre es mit einer Straße in Augsburg, die fehlt ja noch bei der Anschrift.
Zu dem Titel des Empfänger William Bischoff "Esqu" gibt es hier Erklärungen dazu:
(Titel)
Es erscheint nicht gleich die richtige Seite, am Ende der ersten Zeile noch einmal auf die Worte "Esquire (Titel) drücken!
Gruß kartenhai
Hallo bayern klassisch
Ein sehr schöner Brief mit einem geheimnisvoller Vermerk. Glückwünsche
![]()
Ich komme auch nicht weiter hier. Es sieht aber für mich aus als es ein Vermerk von dem Absender ist. Ob es "Extra Start" geschrieben ist oder nicht weiss ich nicht. Sieht meiner Meinung nach so aus. Der Vermerk muss nicht postalisch sein, ist es sicher hier.
Wenn "Late fee" bezahlt ist ist es eine Bitte um "Heutige" Spedition obwohl der Brief spät angekommen ist. Der London Stempel X 31 März und der blaue "Aus England per Aachen schon 1. April deuten meiner Meinung nach an einen schnellen Spedition.
Ohne es weiter belegen zu können denke ich dass es so ist ![]()
Viele Grüsse
Nils
Hallo Kartenhai und Nils,
danke für euren Einsatz. ![]()
Weil wir alle nicht sicher sein können, habe ich Nigel angemailt mit der Bitte sich das mal anzusehen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo @bayern klassisch.
Vielleicht heisst es nicht "Extra Start" sondern "Extra Hart".
Anfangen kann ich damit aber auch nichts.
Grüße von
Kreuzerjäger
Hallo bayern klassisch,
oder soll es "Extra stamp" heissen und bezieht sich auf die zusätzliche 1-Pence-Marke unten links als "late fee" ?
Gruß kartenhai
Hallo kartenhai,
ich halte es für möglich, aber warum sollte ein Absender, der ein Trauerkuvert schnell losschicken möchte, noch erwähnen, was er vlt. gar nicht weiß, weil er ja nicht ahnen kann, ob er überhaupt eine Latefee geben wird, ob sie 1, 2 oder 3d kostet und und und.
Mittlerweile zweifle ich auch an "Extra" - vlt. heißt es doch ganz anders.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo bayern klassisch,
noch ein Deutungs-Versuch:
Nachdem keine Straße in Augsburg angegeben ist, ist der Empfänger bei dieser Großstadt ja für die Post schwer zu ermitteln. Deshalb könnte das unbekannte Wort ein näherer Hinweis für die Post zur Zustellung sein, z. B. Eschenhaus. In Augsburg gibt es ein Wohnviertel namens: Am Eschenhof. Vielleicht stand damals da ein Haus mit diesem Namen, in dem der Angeschriebene wohnte?
Das Wort ist ja in lateinischer Schrift und nicht wie sonst von dieser Zeit gewohnt in deutscher Schrift geschrieben.
Gruß kartenhai
Wie schon geschrieben: Das Porto nebst Late fee stimmt.
Hallo asmodeus,
danke, ist klar. ![]()
Hallo kartenhai,
für die heutige Zeit denkst du völlig logisch und korrekt.
Aber wir müssen bei dem Brief etwas mehr in die Vergangenheit einsteigen:
Wenn ein Ausländer, wie hier unser Herr William Bischoff, in einer Stadt ankam, egal ob Augsburg oder Neuendettelsau, dann musste er sich polizeilich melden, seine Daten wurden aufgenommen und in der Zeitung, wenn er es wünschte, eine Annonce geschaltet (galt primär für Geschäftsreisende, was man hier nicht ausschließen kann).
In dieser stand dann, wer von wo wann angekommen war, wie lange er wo logieren würde und welchen Stand er hatte und was er vor Ort suchte. Da (fast) alle Zeitungen durch die Post vertrieben wurden, wußte man spätestens am 1. Tag nach der Ankunft, wer wo wie lange logieren würde.
Wurde keine Annonce geschaltet (ungewöhnlich für Geschäftsleute), dann ging man zur Post und meldete sich für den Fall eingehender Poststücke unter Angabe der o. g. Daten.
Die Zustellung in Augsburg dürfte also das kleinste Problem bei dem Brief sein. ![]()
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Alle Marken sind aus dem selben Bogen, was auf eine Frankierung bei der Post deutet, und keine "Vor" Frankatur.
Im wesentlichen haben die PLZ der Stadt London kaum geändert.
Hier ein Link dazu
Ich meine es heißt "Extra Stamp", das P wurde einst fast wie ein F in der alten Englischen Laufschrift geschrieben. Noch zu meiner Kindheit hatten wir in der Schule aufzupassen, der einer Lehrer wollte so geschrieben, der andere hatte sich die neue Laufschrift angepaßt.
Zum Schreiben hatten wir es mit einem Bleistift oder Feder unsere Schreibsel zu erledigen. Kuli, und später Filzstifte waren verboten. Die Glücklichen hatten Fullfeder, unsereins hatte der Feder in die Tinte zu tunken, und dabei aufzupassen das es nicht kleckste, was bei den ungeübten Händen von 5 jährigen oft der fall war. Manchmal sah das Endergebnis aus als ob ein besoffener Spinner draufgetorkelt war.
In Ermangelung an Platz ist der Stempel Too Late oder Late Fee nicht aufgeschlagen worden. Rückseits dürfte dieser Stempel nicht verwendet werden. Aus Unwissenheit ist dann Extra Stamp geschrieben.
Die geläufige Abkürzung für "Esquire" ist Esq, da Esqu geschreiben worden ist weist auf Unbildung (Weltlichkeit) des Absenders.
Also richtig und portogerecht 6d. plus 1d. Late fee.
mfG
Nigel
Lieber Nigel,
danke für deine wertvollen Informationen. Extra Stamp - jetzt wissen wir also, was es bedeutet - eine echte Hilfe, wie immer bei dir. ![]()
Schönes Wochenende und liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo zusammen !
Heute kann ich – endlich – eine Neuerwerbung zeigen, die in mehr als einen Thread passt: natürlich zu @baldersbrynd’s aktuellen „Baden-Briefen“, aber auch zu @mikrokern’s „großen Einheiten“ (nur zu den Postablagen eigentlich weniger .....)
Aber es gibt ja noch eine dritte Option, die postgeschichtlich die naheliegendste ist – außerdem steckt in diesem Thread so viel Substanz, dass er es wert ist, noch einmal aus der Versenkung geholt zu werden.
Ganz abgesehen davon, dass mir eine ganz bestimmte Frage von @bayern klassisch seit Monaten keine Ruhe lässt:
ZitatOriginal von bayern klassisch
Nur bei der Leitung über Frankreich (hast du da auch einen?) gab es Unterschiede, denn Bayern und Baden hatten eigene, nicht kongruente Postverträge mit Frankreich abgeschlossen.
Zumindest einen „Engländer“ kann ich heute zeigen, wenn auch bisher leider noch keinen „Amerikaner“ über Frankreich ![]()
Nach dem Tarif von 1857 galt für die über Frankreich (Calais) beförderte Post aus Baden nach England der Tarif A IV: 3 Kreuzer Vereinsporto je 1 Loth (excl.) plus 12 Kreuzer fremdes Porto je 9/20 Loth (incl.).
Mein Brief ging am 4. April 1863 aus Heidelberg per Bahnpost nach Strassburg (5.4.), von dort über Paris (6.4.) nach North Hampton, wo er am 7. April eintraf.
Er war mehr als 7,5 Gramm (= 9/20 Loth) schwer, aber weniger als 1 Loth – also nur in Frankreich „doppelt schwer“, demnach setzt sich das Porto wie folgt zusammen:
3 Kr. Postvereins-Anteil + 2 mal 12 Kr. Transit-Anteil = 27 Kr.
Der Brief ist portorichtig frankiert mit einem Dreierstreifen MiNr. 15 a.
Viele Grüße
balf_de