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Postbetrug bei AD

  • bayern klassisch
  • 28. Mai 2009 um 16:29
  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Mai 2009 um 16:29
    • #1

    Liebe Sammlerfreunde,

    sicher ist das Thema Postbetrug bei altdeutschen Poststücken eines der spannendsten Gebiete, die man sich vorstellen kann, waren doch alle Postbetrügereien strafbewehrt bzw. kostenpflichtig.

    Mein neuestes "schwarzes Baby" eignet sich für diesen Thread besonders, weil es zeigt, wie man die Post um 2 Kreuzer Franko bzw. 5 Kr. Porto bringen konnte.

    In Regensburg wurde am 24.10.1850 eine Schwarze Eins der Platte 1 für eine scheinbare Drucksache verklebt (das Kreuzband mit der Adresse hat die Zeiten nicht überlebt).

    Gerichtet war sie ausweislich ihres Inhalts nach Neuburg an der Donau, welches innerhalb der 12 Meilen Zone von Regensburg lag. Drucksachen durfte nichts Geschriebenes beigefügt werden, außer der Unterschrift und dem Datum.

    Hier hat der Absender aber ein kleines Briefchen geschrieben, geschickt gefaltet und mit nur einem Kreuzer "frankiert" aufgegeben. Die Regensburger Aufgabepost hat den Betrug nicht bemerkt, weil sie den Inhalt nicht kontrollierte und auch die Abgabepost sich nicht weiter kümmerte.

    Da es keine unterfrankierten Drucksachen gab, sondern nur unterfrankierte Briefe, hätte hier gerechnet werden müssen:

    3 Kr. Franko bis 1 Loth und 12 Meilen plus 3 Kr. Portozuschlag abzüglich der verklebten Marke = noch 5 Kr. vom Empfänger einzuziehen.

    Dass dies nicht geschehen ist, macht das Stück aber nicht wirklich schlechter. :)

    Wer weitere erfolgreiche oder gescheiterte Postbetrügereien zeigen kann, soll dies gerne hier tun. :)

    1. Scan Vorderseite, 2. Scan Inhalt und 3. Scan Absendervermerk.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
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    29. April 1962 (63)
    • 28. Mai 2009 um 18:55
    • #2

    Hallo bayern klassisch

    Danke fürs Zeigen.
    Ein gutes Stück Postgeschichte. :)

    Wer sich zutraut ein weisses Stuck Papier mit eine Marke zu kaufen, findet ab und zu Gold. Glückwünsche.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. September 2010 um 09:09
    • #3

    Liebe Sammlerfreunde,

    nachdem ich vor längerer Zeit die schwarze Eins mit Postbetrug zeigen konnte, der sich damals gelohnt hatte, möchte ich nun mit einer anderen Marke der Erstausgabe nach legen, der 4I, jetzt jedoch in der Variante "Ätsch, das war wohl nichts". :D

    Versetzen wir uns in das Nürnberg des Jahres 1853. Die 4I wurde im Herbst 1850 von der 4II abgelöst und lief auch bei den Privaten und Firmen im Laufe des Jahres 1851 aus.

    Am 3. Juni 1853 musste jemand einen wichtigen Brief nach Coburg schicken, damals im TT - Postbezirk. Von Nürnberg nach dorthin waren es über 10 bis 20 Meilen, so dass er eine 6 Kr. Marke hätte zur Hand nehmen müssen.

    Das tat er auch, aber er nahm eine nur mit Federzug entwertete, alte 4I aus 1849 von einem Brief ab und klebte sie auf. Plump, aber optimistisch.

    Bei der Hauptbriefpostexpedition Nürnberg um 7-8 Uhr Abends stellte man den versuchten Postbetrug fest und notierte unter der Marke "gebrauchte Marke".

    Hierzu kann uns der belesene Luitpold eine VO zeigen, die genau diesen Tatbestand aufzeigt und wie vorzugehen war.

    Da die Marke "verbraucht" war, rechnete man wie bei einem Portobrief, also 6 Kr. plus 3 Kr. Portozuschlag in den Postverein und notierte "9" Kr., die vom Empfänger bezahlt werden mussten und die Bayern allein zustanden.

    "Um sofortige Abgabe wird höflichst gebeten" ist ein netter Satz, aber die expresse Versendung hat er nicht nach sich gezogen, denn diese konnte nur am Schalter bewirkt werden und da hätte man ihm einige nette Worte ( :D :D :D ) erzählt.

    Dies ist der einzige mir bekannte Postvereinsbrief mit Postbetrug einer bayer. Erstausgabe und eine Verwendung von Sommer 1853 wäre allein schon sehr außergewöhnlich und ist nur in ganz wenigen Fällen dokumentiert. Herr Rauhut war so nett, unserem lieben Michael D. in meinem Auftrag den Zuschlag zu erteilen und der Preis war moderat. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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    2 Mal editiert, zuletzt von bayern klassisch (4. September 2010 um 09:10)

  • Michael D
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    5. August
    • 6. September 2010 um 18:11
    • #4

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für diese interessante Beschreibung zu dem schönen Beleg!

    Wahrscheinlich werden aber nicht viele hier etwas beisteuern können.
    Häufig sind derartige Belege nicht (auch nicht von Preußen), wenn man mal Forwarding-Briefe aussen vor läßt.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Bayern-Nils
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    • 6. September 2010 um 18:55
    • #5

    Hallo bayern klassisch

    Ja, einige Postbetrüge sind normaler als die anderen. Einige sind erwischt geworden. Gott sei dank sonst hätten wir hier diese seltene Beispiel nicht gefunden.

    Danke fürs Zeigen und Beschreiben :) :) :) :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    Geburtstag
    7. August 1955 (70)
    • 7. September 2010 um 07:02
    • #6

    Lieber bayern klassisch,

    dann gratuliere ich auch recht herzlich zu diesem
    postgeschichtlichen Ausnahmebeleges in den DÖPV
    mit einer Bayern 4 I. Nach dem Kaufpreis zu urteilen,
    war es ein günstiger Kauf und der Brief wird sicherlich
    einen herausragenden Platz in Ihrer großartigen Sammlung
    bekommen.


    Liebe Grüße von VorphilaBayern

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 7. September 2010 um 08:41
    • #7
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Hierzu kann uns der belesene Luitpold eine VO zeigen, die genau diesen Tatbestand aufzeigt und wie vorzugehen war. :)
    Liebe Grüsse von bayern klassisch


    Lieber bayern klassisch,

    Du meinst sicherlich diesen Passus aus der Postordnung, der so immer wieder fortgeschrieben wurde (hier aus 1868):

    "Bereits verwendete Marken dürfen nicht wieder gebraucht werden.

    Für den Fall des Versuches der Wiederverwendung bereits gebrauchter Marken werden die Briefe, deren Marken sich als wieder verwendet erkennen lassen, nicht an ihre Bestimmung abgefertigt, sondern als unbestellbar behandelt.

    Ist zu der Vermuthung Grund gegeben, daß die verwendeten Marken nachgemacht seien oder durch Auslöschug des Entwerthungszeichens den Anschein ungebrauchter erhalten haben, so werden die damit beklebten Briefe einer näheren Prüfung behufs der Veranlassung des gerichtlichen Strafverfahrens unterzogen."

    Beste Grüße
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. September 2010 um 10:51
    • #8

    ... in chronologischer Reihefolge:

    Lieber Michael,

    diese Briefe sind große Seltenheiten, denn die Masse der heute bekannten Postbetrügereien liefen unerkannt und sind erst heute bei gutem Licht und fachlicher Kenntnis zu entlarven. Das dürfte überall in AD Gültigkeit haben und wenn du kein Beispiel von Preußen hast, dann sagt mir das auch etwas aus.

    Hallo Nils,

    ich denke, dass viele Postbetrügereien, die entlarvt wurden, heute nicht mehr vorhanden sind, weil sie zu Kriminalfällen wurden und nach 10 oder 30 Jahren amtlich vernichtet wurden. Von daher ist jeder, der noch heute verfügbar ist, ein Geschenk unseres geliebten Hobbys.

    Lieber VorphilaBayern,

    der Preis lag unter 700 Euro - für mich ein glattes Schnäppchen. Hätte ich im Vorfeld nicht ein paar Freunde um Passivität gebeten, hätte ich viel höher geboten; so war ich mir meiner Sache sicher. ;)

    Danke für die netten Worte. :)

    Lieber Luitpold,

    eigentlich hatte ich auf eine frühere Verfügung gezielt, die ich heute einstellen möchte. Von dem bei dir geschilderten späteren Fall ist meines Wissens kein Beleg erhalten geblieben.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 7. September 2010 um 11:48
    • #9

    Lieber bayern klassisch,

    welche meinst Du:

    1851 S. 212 / 1852 S. 298
    1858 S. 184 - S. 407

    Fand noch dies:

    Briefe, die mit bereits abgestempelten oder sichtlich früher schon entwertheten Frankomarken in den Briefkästen sich finden, dürfen nicht abspedirt, sondern müssen sogleich mit Bericht an das vorgesetzte Bezirksamt eingesetzt werden. Werden derartige Briefe bei Revision der ankommenden Briefpackete gefunden, so sind dieselben,

    a) wenn sie im Ort verbleiben, zu bestellen, nachdem die Marke vorerst abgelöst wurde; wenn letzteres aber unthunlich, ist die Adresse vom Empfänger zu verlangen. Jene oder diese ist an das vorgesetzte Bezirksamt einzusenden, b) wenn sie über Bayern hinausgehen, mit eigenem Aviso an das nächste auf der Route gelegene Bezirks- oder Postamt zu spediren, welches den Fall zu constatiren, den Brief selbst aber sofort weiter zu befördern hat.

    Besten Gruß
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. September 2010 um 13:13
    • #10

    Lieber Luitpold,

    genau die meinte ich - :ups: :).

    Magst du sie hier einstellen, weil sie ja auch von generellem Interesse sind?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 7. September 2010 um 14:39
    • #11

    Lieber bayern klassisch,

    bisher habe ich noch nicht aus der gekauften VO hier einene Scan eingestellt (Grund ist ja bekannt). Deshalb überlasse ich das dir ?(

    Beste Grüße
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. September 2010 um 15:05
    • #12

    Lieber Luitpold,

    Nr. 3 ist nicht uninteressant:

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
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    • 7. September 2010 um 17:25
    • #13

    Lieber bayern klassisch,

    dann ist der Brief falsch behandelt worden. Warum ist noch die Marke drauf?

    Oder hat man, weil das Entfernen der Marke "unthunlich" war, die Adresse vom Empfänger verlangt und hat diese dann an das vorgesetzte Bezirksamt geschickt zu weiteren Nachforschungen?

    Es können nur Vermutungen angestellt werden, Nachweise liegen - leider und wie so oft - nicht vor.

    Besten Gruß
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. September 2010 um 17:32
    • #14

    Lieber Luitpold,

    du weißt doch, dass der bayerische Postler flexibel im Geiste und schnell bei der Hand war. Lieber 9 Kr. von Taxis kassiert, als einen Papierkrieg angefangen, in den der Absender, die Aufgabepost, das Bezirksamt und wer weiß noch involviert worden wäre.

    Der Begriff "Contraventionen" inkludiert ja diejenigen von beiden Seiten - vom Absender und von der Post ... das zeigt auch meine Sammlung. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Wolffi 13. April 2021 um 11:12

    Hat das Thema aus dem Forum Altdeutschland nach Altdeutschland verschoben.

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