Na, dann gebe ich mich mal dran (sitze im Büro und warte auf Olympia-Ergebnisse, die in ein Buch einfließen ...)
Das ist der eigentliche Text:
Lieber August,
Deinen Brief fand ich hier vor.
In Karls Befinden keine Besserung
eingetretten sehr schwach, das Fieber
jedoch mäßig, einige Unter Leibs
Stöhrung, immer Eisüberschläge,
bey Tag lichter Augenblike. Nachts zimmlich Phanta-
sieren und Unruh.
Imer große Gefahr
ich bin in unaussprechlicher
Angst.
Den hinzugefügten hast du ja ausgezeichnet gelesen:
Der Sohn Karl (mein Onkel, Vaterbruder) war junger absolv. Apotheker und zog als Leutnant mit in den Krieg (Artillerie). Kam heil wieder nach Hause und bekam gleich nach dem Kriege als Leutnant in einem Münchner Regiment den Typhus, woran /er/ auch bald darauf starb. Er liegt im südl. Friedhof in München begraben. Nach dem Kriege wurden die ledigen Leutnants aufgefordert in der Garnison noch einige Monate Dienst zu tun, damit die verheirateten Offiziere noch etwas bei ihrer Familie ausruhen und sich erholen konnten.
Theodor Koller
Viele Grüße vom
Erdinger