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BayernBriefe ohne Marken

  • Bayern-Nils
  • 19. Oktober 2008 um 18:39
  • kartenhai
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    • 11. November 2009 um 18:43
    • #121

    Hallo Bayern-Nils,

    es heißt Ringenberg, nicht Rungenberg, heute Altringenberg und ist ein Weiler, der zu Gestratz gehört.

    Gruß kartenhai.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. November 2009 um 18:44
    • #122

    Hallo mikrokern und Nils,

    fast - es steht da "Ringenberg". Das war ein Weiler (10 Einwohner) nordwestlich von Maierhöfen, etwa 4 km östlich von Gestratz.

    Ein schöner Brief mit seltener Rötel für einen Portobrief und einer Bestellung im Landbezirk, die sicher nicht kostenlos war, denn von dem Dorf Weiler bis dorthin waren es sicher 12 km.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 11. November 2009 um 19:52
    • #123

    Hallo die Runde

    Ich habe von dieser Zeit nur drei Portobriefe und zwei davon sind rot, dachte nicht dass es seltener war :)

    Die Bestellung in Landbezirk ist nicht vermerkt. Aber ich denke dass der Brief nicht von Weiler ausgetragen war weil es rückseitig ein Röthenbach Stempel gibt. So etwas 9 Kilometer von Ringenberg entfernt.

    Danke für die Antworte

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-Nils (11. November 2009 um 19:53)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. November 2009 um 20:03
    • #124

    Hallo Nils,

    bei deiner Sammlung wundert mich das nicht. :)

    Meistens haben die bayer. - schwäbischen Poststellen mit Rötel, wie in alter Zeit, weiter gearbeitet.

    Egal ob von Weiler oder Röthenbach - wenn der Brief nicht von der Expedition abgeholt wurde (und wer lief schon jeden Tag 9 oder 12 km, um nach seiner Post zu sehen?), dann musste er ausgetragen werden. Aber nicht immer steht eine Botengebühr auf dem Brief.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 11. November 2009 um 20:32
    • #125

    Hallo bayern klassisch

    Ich denke auch dass es ein Bote der Brief ausgetragen hatte. Ich habe mich nur etwas schlecht ausgedruckt.

    Ich will mich diese "Rötelgeheimnis" hinter mein Ohr schreiben.
    (Sagt man sowas auf Deutsch?)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 12. November 2009 um 05:40
    • #126

    Hallo Nils,

    "merken" wäre besser. Wenn sich jemand etwas hinter die Ohren schreiben soll, hat das schon einen etwas imperativen Charakter. Dessen bedarf es hier sicher nicht. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Sepp
    neues Mitglied
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    66
    • 16. November 2009 um 23:08
    • #127

    Hallo zusammen,

    ausgerechnet mir flattert als Beifang ein Beleg ohne Marke rein.
    Jetzt bin ich total aufgeschmissen und bräuchte dringend Hilfe.

    Auch wenn ich mich als blutiger Anfänger mit null Ahnung oute, versuche ich mal eine rudimentäre Beschreibung des Briefes…


    Der Brief wurde am 29.4.1841 geschrieben und am 6.5. in Abendsberg aufgegeben. Er ging vom k.b. Landgericht Abendsberg an den Magistrat(?) nach Wien(?).
    Links unten steht mit 12 Kr. Münzen (?), daher wohl Wertbrief – was darüber steht keine Ahnung!
    Es wurde von der Post portofrei vermerkt.
    Links oben ist das Gewicht von 1 Loth, die durchgestrichene 4 kann ich nicht deuten.
    Rechts die Nr. 9 sagt mir auch nichts.
    Die 11/5 ist wohl das Franco – ich dachte aber der Brief wäre portofrei. Oder ist das das Auslandsfranco?
    Bei den 33.057 muß ich auch passen…
    29.5.1841 etc. ist wohl ein Vermerk des Empfängers.

    Ungemein hilft, dass auf der Rückseite Auslandwertbrief portofrei mit Bleistift steht :D Sonst ist sie leer.
    Anbei noch der Inhalt und das Innere der Rückseite (sieht aus wie eine Empfangsbestätigung) evtl. hilft es ja bei der Beschreibung.
    Mir würde schon helfen die Schrift besser lesen zu können…


    Ich würde mich freuen, wenn jemand die Geduld aufbringt mir den Brief zu erklären.
    Es ist kein Perlen-vor-die-Säue-werfen – versprochen!


    Viele Grüße
    Sepp

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 17. November 2009 um 05:50
    • #128

    Hallo Sepp,

    das war ein Fahrpostbrief, den ich als Nicht - Fahrpostsammler so beschreiben würde:

    Portofreie Regierunssache aus Abensberg vom 6.5.1841 nach Wien gem. des Postvertrages Bayern - Österreich von 1819. Die Aufgabepost versah den Wertbrief, dem eine 12 Kr. Münze beigefügt worden war, mit dem Gewichtsvermerk "1 Loth" oben links und notierte die Manualnummer "4" unter der er im Wertbriefmanual eingetragen wurde.

    Im Laufe seines Transports wurde er umkartiert und erhielt die neue Manualnummer "#3" von der österreichischen Post. Diese beließ den Brief auch gebührenfrei, was nicht immer der Fall war.

    Der Vermekr "11 / 5" gab das Ankunftsdatum wieder. Der Empfänger notierte später unten rechts "/ 25. May (1)841" als Datum der Bearbeitung und darunter mit "35" die internen Kosten als Kreuzer Conventionsmünze. Diese Kosten können vielerlei Komponenten gehabt haben und wären nur über den vollständigen Inhalt zuordenbar.

    Unten links in typischer weinroter Tinte findet sich die Eingangsnummer des Empfängers mit "33.051". Unter dieser Nummer wurde dieser Fall im Postbuch der Behörde geführt.

    Siegelseitig wurde von dem Empfänger notiert:" Aufzubehalten vom Civil Gerichte der Stadt Wien dato 28. May 1841".

    Ich glaube, dass du mit der Beschreibung keinen Reinfall erleben wirst.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (17. November 2009 um 05:51)

  • Sepp
    neues Mitglied
    Beiträge
    66
    • 17. November 2009 um 23:12
    • #129

    Hallo Bayern klassisch,

    vielen Dank für die prompte und wie immer kompetente Antwort.
    So ergeben die vielen Zahlen einen Sinn – faszinierend…
    Also ein „portofreier Fahrpostauslandswertbrief“.
    Da ich mich hier auf für mich unbekanntes Gebiet wage, habe ich versucht den Fahrpost-Thread zu lesen. Trotzdem habe ich noch ein paar Anfängerfragen, da die Themen dort schon sehr fortgeschritten sind.

    Woran erkennt man den überhaupt einen Fahrpostbrief?
    An der Manualnummer, dass es wie hier ein Wertbrief war, an der Zeit…

    Als Vermerk für Regierungssache müsste doch R. S. zu lesen sein? Oder erschließt sich das vom Absender?

    Welchen Zweck hatte die beigefügte 12 Kr. Münze?
    Wonach entschied die österr. Post, ob ein Brief gebührenfrei blieb?
    Was meinst du mit „internen Kosten als Kreuzer Conventionsmünze“? Ein Behördenvermerk, der mit der Post an sich nichts zu tun hatte?

    Die Dauer (5 Tage) von Abendsberg nach Wien ist relativ lang im Vergleich zur Briefpost – für eine Kutsche aber wohl normal. Wie häufig sind denn Auslandsfahrpostbriefe?
    In Wien muß ja damals die Hölle los gewesen sein, wenn der Brief erst nach 14 Tagen bearbeitet wurde.


    Viele Fragen, ich weiß! Je mehr ich verstehe umso spannender finde ich diese Fahrpostbriefe…

    Viele Grüße
    Sepp

  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. November 2009 um 05:57
    • #130

    Hallo Sepp,

    nur zur Rekapitulation: Ich bin kein Fahtpostsammler oder gar Experte.
    Mein rudimentäres Wissen in diesem Bereich wird nicht ausreichen, komplizierte Briefe zu erklären.

    Nun zu deinen Fragen:

    Zitat

    Woran erkennt man den überhaupt einen Fahrpostbrief?

    An vielem oder an wenig:

    Welche Sendung war es? Wertbrief? Immer Fahrpost. Schwerer Brief? Ab 4 Loth Fahrpost bei Privaten, ab einem Pfund bei Dienststellen.
    Ein Paket? Immer Fahrpost. Personenbeförderung? Immer Fahrpost.
    Nachnahme? Immer Fahrpost.

    Weder - noch: Dann Briefpost!

    Primär erkennt man Fahrpostbriefe an ihrer Funktion. Manchmal auch an besonderen Stempeln, an der Manualnummer, oft in dickerer Schrift ausgeführt als die damit verwechselbaren Rekonummern bei eingeschriebenen Briefpoststücken.

    Vor den Eisenbahnen an der Laufzeit (bei größeren Entfernungen wie hier), aber das ist nur ein Notbehelf.

    Zitat

    An der Manualnummer, dass es wie hier ein Wertbrief war, an der Zeit…

    In alter Zeit gab es auch Nummern ohne Charagé, ohne Fahrpost usw.. Da bedarf es einer großen Erfahrung, dies zu beurteilen. Auch können z. B. die Farben der Stempel Hinweise geben: Landau in der Pfalz - Fingerhutstempel rot = Briefpost, Fingerhutstempel schwarz = Fahrpost.
    Huch, jetzt habe ich aus dem Nähkästchen geplaudert ... ;)

    Zitat

    Welchen Zweck hatte die beigefügte 12 Kr. Münze?

    Irgend jemand schuldete einem in Wien 12 Kr.. Also 12 Kr. rheinisch = 9 Kr. Conventionsmünze für Österreich. Da eine Bezahlung nicht per Banküerweisung möglich war, blieb nur das Medium Fahrpost übrig.

    Zitat

    Wonach entschied die österr. Post, ob ein Brief gebührenfrei blieb?

    Das läßt sich nicht leicht beantworten, weil der Vertragstext von 1819 nicht eindeutig war und man Freiräume hatte, mal so und mal anders die Briefe zu bearbeiten. Selbst Beispiele würden den Rahmen hier weit sprengen und dich derzeit noch überfordern. Es gab auf beiden Seiten innere Abrechnungssysteme, ich komme bei einer späteren Frage noch punktuell darauf zurück.

    Zitat

    Was meinst du mit „internen Kosten als Kreuzer Conventionsmünze“? Ein Behördenvermerk, der mit der Post an sich nichts zu tun hatte?

    Jein - die intenen Kosten setzten sich aus mehreren Positionen zusammen, die auch mit Postporti zusammen hingen oder hängen konnten. Eine Aufschlüsselung findet sich häufig in den Briefen selbst wieder, kann jedoch auch nach Schließung des Vewaltungsakts separat oder summarisch vorgenommen worden sein. Daher auch die Zeitdiskrepanz bei deinem Brief.

    Auch wenn Briefe zunächste postalisch nichts kosteten, wie deiner hier, heißt das nicht, dass sie gratis gewesen wären. Das waren sie i. d. R. eben nicht.

    Zitat

    Die Dauer (5 Tage) von Abendsberg nach Wien ist relativ lang im Vergleich zur Briefpost – für eine Kutsche aber wohl normal. Wie häufig sind denn Auslandsfahrpostbriefe?

    Nun ja, wir waren ja in der Kutschenzeit, da wurde die Briefpost auch mit der Kutsche transportiert, vermutlich sogar zusammen in einer Postkutsche, aber in getrennten Behältnissen.

    Bayerische Auslandsfahrpostbriefe sind, von der Destination Österreich abgesehen, nicht häufig. Auf Grund der Tatsache, dass viele gar nicht wissen, was Fahrpost überhaupt ist und demnach für dergleichen Briefe keine Aufschläge bewilligen, halten sich die Preise in eher engen Grenzen.

    Zitat

    In Wien muß ja damals die Hölle los gewesen sein, wenn der Brief erst nach 14 Tagen bearbeitet wurde.

    Sie Antwort von oben - es gibt Verwaltungsakte, deren Bearbeitung Jahre dauerte; die Zeit hing von den zu beachtenden Vorschriften und Fristen ab. Kam das Ausland ins Spiel, so war innerhalb kürzester Zeit kein Ergebnis bzs. keine Fallentscheidung möglich. Gerade bei Erbangelegenheiten (bei dieser Korrespondenz häufig) lagen zwischen 1. Brief und letzter Entscheidung viele Monate.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 18. November 2009 um 10:14
    • #131

    Liebe Sammlerfreunde,

    ein barbezahlter Brief von Paris nach Nürnberg
    vom 29. Juli 1857. Der Absender bezahlte die
    gesamte Gebühr bis Nürnberg gemäß Postver-
    trag vom 1.7. 1847 - 30.6.1858 - Bayern -
    Frankreich) (bis 1/2 Loth) von 5 Decimes
    (Siegelseite vermerkt).
    5 Decimes = 1/2 Franc = 14 Kreuzer.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. November 2009 um 10:32
    • #132

    Lieber VorphilaBayern,

    ist es möglich, dass über dem Wort "frei" eine 50 Centimes Marke abgenommen wurde? Barfrankaturen von Bayern waren ab dem 1.10.1851 nach und über Frankreich nicht mehr erlaubt und umgekehrt frankierte Frankreich immer nach Bayern mit Marken, auch schon davor.
    Eine Portofreiheit schließe ich hier aus.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (18. November 2009 um 11:09)

  • Bayern-Nils
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    • 18. November 2009 um 10:41
    • #133

    Hallo bayern klassisch

    Der Brief ist nach Bayern geschickt, dann war es wohl keine 18 Kreuzer Marke darauf, sondern eine 50 Centimes Marke?

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. November 2009 um 11:10
    • #134

    Hallo Nils,

    danke - ich habe den Text korrigiert. :) Wie schön hätte er ausgesehen mit einer Nr. 7 und französischem Nummernstempel ... :P

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    7. August 1955 (70)
    • 18. November 2009 um 13:52
    • #135

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für den Hinweis.
    Habe nicht gewußt, daß Barfrankierungen
    zwischen Frankreich und Bayern ab 1.10.1851
    nicht möglich waren, sonst hätte ich es gleich
    erkannt.
    Der Brief kostete nur 3,- Euro,
    da habe ich nicht viel in den Sand gesetzt.


    Liebe Grüße,
    VorphilaBayern

  • Sepp
    neues Mitglied
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    66
    • 18. November 2009 um 23:12
    • #136

    Hallo Bayern klassisch,

    Du bist also kein Experte und hast nur rudimentäres Wissen (bezogen auf Fahrpost). Soso…
    Viele Experten nach deinen Maßstäben kann es aber dann nicht geben.

    Auf jeden Fall vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das bringt mich wirklich weiter. So macht das Sammeln Spaß!

    Viele Grüße
    Sepp

  • bayern klassisch
    Gast
    • 6. Dezember 2009 um 09:37
    • #137

    Hallo Sepp,

    ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten möchte ich mal zeigen, bei dem ich die Beschreibung wohl haben könnte. ;)

    Es war eine Begleitadresse zu einem Paket aus Ludwigshafen am Rhein vom 21.2.1868 nach Straubing. Die kgl. Filialbank versandte 411 Gulden und 52 Kreuzer mit einem Gewicht von 9 Pfund und 5 Loth (waren wohl Münzen), wofür an Porto und Gebühren anfielen:

    11. Entfernung von 42 Meilen = 1 Gulden 5 Kr..
    Wertgebühr je 175 Gulden = 21 Kr..
    Zustellung in Straubing = 3 Kr..

    Die Summe steht links vom Stempel Ludwigshafen mit "Porto 1 f 29 x erhalten Nagl".

    Weil ich es nicht sammle, kann ich es abgeben oder tauschen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Bayern-Nerv
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    4. Januar 1966 (60)
    • 6. Dezember 2009 um 18:27
    • #138

    Hallo zusammen!

    Habe heute auf dem Tauschtag in Neuss in einer 1-€-Grabbelkiste ein paar nette Belege "ausgegraben", die förmlich danach schrien, mitgenommen zu werden.
    Mache hier mal den Anfang mit einem Paketbegleitbrief von Nürnberg nach Langenschwalbach vom 20.07.1871 - zwar ein wenig fleckig der Beleg, aber wollte unbedingt mit! :)

    Schöne Grüße vom
    bayernfarbenvielfaltverrückten

    Bayern-Nerv

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    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein - denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)

  • Sepp
    neues Mitglied
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    66
    • 7. Dezember 2009 um 22:23
    • #139

    Hallo bayern klassisch,

    sehr interessanter Beleg.
    Wieviel wert waren denn 420 Gulden damals (z.B. in Maß Bier oder einer anderen Größe, die man sich vorstellen kann :D)?
    Waren diese Transporte eigentlich irgendwie gesichert? Wenn man mit viel Geld alleine durch den Wald fährt, kann so einiges passieren...

    Die Fahrpost ist ein sehr interessantes Thema, aber noch traue ich mir es nicht zu hier gezielt zu sammeln. Aber was nicht ist kann ja noch werden!

    Ich versuche mich momentan bei den Chargebriefen und im entsprechenden Thread habe ich gelesen, dass man für weitere Informationen 1. den Sem lesen sollte,
    oder 2. jemanden fragt der sich damit auskennt!

    Dann werde ich mal den Thread wieder nach oben holen…

    Viele Grüße
    Sepp

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Dezember 2009 um 05:52
    • #140

    Hallo Sepp,

    in der frühen Zeit, also noch vor den Eisenbahnen, fuhren die Kutschen mit 2 - 3 Mann Besatzung. Diese hießen Condukteure. Bewaffnet waren sie aber bei der civilen Postverwaltung nicht, wenn ich mich nicht irre.

    Sicher wurden hin und wieder solche Kutschen überfallen, auch wenn diese noch Passagiere oder Mitreisende transportierten. In den mir vorliegenden Primärquellen wurden sie aber nur selten aufgeführt. Zu Zeiten am Ende großer Kriege oder kurz nach solchen Kriegen kam es durch Marodeure aber häufiger zu Überfällen.

    Zu der Fahrpost: Sie ist interessant, aber nur unvollkommen aufgearbeitet. Sie kennt in Bayern erst ab dem 1.2.1874 die Verwendung von Marken, was sie unattraktiv macht.

    Die Behandlung war komplizierter als bei der Briefpost und ist daher für heutige Sammler noch immer ein Buch mit 7 Siegeln. Die Vorschriften stehen nicht im Michel (und die dort stehen sollte man auch nicht immer glauben).

    Dazu sind die Briefe oft schlecht gestempelt und mit Vermerken und Taxen übersäät; reizvoll für die einen, abschreckend für die meisten.

    Zum Wert: 420 Gulden war das Jahressalär eine mittleren Beamten (brutto würden wir heute sagen). Auf dem Big - Mack - Index zu vergleichen mit ca. 10.000 dieser Dinger.

    Ich bin für jeden Beitrag froh, der sich mit der Klassik beschäftigt - sei der Thread älter oder nagelneu. Bitte nicht zögern und loslegen, womit auch immer.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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