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„Echte“ Auktionen, aber wo?

  • sakkermann
  • 1. Oktober 2008 um 13:49
  • sakkermann
    neues Mitglied
    Beiträge
    11
    • 1. Oktober 2008 um 13:49
    • #1

    hey,...
    wer kennt sich mit echten auktionen aus??
    wer weiß ob es ratsam ist in der schweiz zu verkaufen, wo werden bessere preise erzielt??
    würde mich sehr über eine antwort freuen....
    lg

    sascha

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. Oktober 2008 um 14:39
    • #2

    Hallo Sascha,

    welches Auto fährt schneller, ein gelbes, oder ein grünes?

    Also etwas mehr Infos solltest du schon preisgeben, oder würdest du eingeschriebene Ortsbriefe Japans des 19. Jahrhunderts bei einer isländischen Fernauktion einliefern?

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • ubahuga
    aktives Mitglied
    Beiträge
    270
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    29. Juni
    • 1. Oktober 2008 um 15:00
    • #3

    Hallo sakkerman

    Wo Du mit Marken an Auktionen am meisten heraus holst unter dem Strich, kommt zur Hauptsache auf das Material und den Umfang an, das Du verkaufen willst.
    Selbstverständlich spielt auch die Seriösität des Auktionshauses eine gewichtige Rolle. Seriösität und perfekter Service sind nicht abhängig vom Bekanntheitsgrad.

    Grosse Namen sind nicht alles, auch wenn sie mit grossen Versprechungen verbunden werden. Das musste ich am eigenen Leib erfahren, und zwar sehr schmerzlich. Es handelte sich um eine umfangreiche, ungestempelte Sammmlung Brit. Com. von 1952 zurück bis Viktoria. Die Sammlung war bespickt mit einer Vielzahl von gesuchten Raritäten. Auch hatte es eine Menge Briefe vor 1900 auch aus kleineren Kolonien (St.Lucia, Virgin Island usw.) dabei. Der Grossteil der Länder waren von 1952 retour komplett, inkl. allen Druck-, Papier-, Wasserzeichen- und Zähnungsvarianten und aufgelockert mit interessanten Briefen, beinahe zu jedem Satz mindestens ein Bedarfsbrief.

    Vor Auktion wurden jene Versprechungen abgegeben, zum Beispiel dass ein Spezialist zugezogen werde für die Losaufteilung, diverse Farbfotos wurden versprochen usw. Nichts wurde gehalten. Die Losaufteilung war eine absolute Katastrophe, die Präsentation dasselbe. Weltraritäten wurden zum Teil nicht mal abgebildet. Keine einzige Farbfoto, dafür waren bei derselben Auktion Indienmarken von einem andern Einlieferer mit KW 60 Euro gross farbig abgebildet.

    Sammlungsteile auf die der Angestellte des Auktionshauses selber scharf war, versorgte er halbwegs versteckt irgendwo im Katalog unter "Verschiedenes", wohl in der Hoffnung, dass die Brit. Com.-Sammler diese Lose nicht finden.
    Die bis auf drei Marken komplette Sammlung New Fundland enthielt gegen 600 Marken und über 50 Belege. Im Auktions-Katalog stand: Sammlung New Fundland mit zirka 50 Marken und einigen Belegen ...!!!?
    Eine seltene Marke mit bedrucktem Unterrand von Grenada, die bei einer Auktion von Harmers mal das Tittelblatt schmückte, wurde zwar s/w abgebildet, dabei hat man aber den Unterrand im Bild auf 2mm eingekürzt, so dass das Imprint nicht mehr sichtbar war. Marken mit Imprintbogenrand werten aber gerade bei solchen Seltenheiten überproportional.
    usw., usw. X( X( X(
    Insgesamt ein grosses Aergernis, bei welchem es dann auch noch zu einem Gerichtsfall kam, den ich wenigstens gewonnen habe.
    Und das bei einer sehr bekannten Auktionsfirma in der Schweiz. Bei der gleichen Auktion wurde - so erfuhr ich im Nachhinein - ein anderer Einlieferer in der gleichen Art beschissen. Mit riesigen Versprechungen, was den Erlös angeht und warmer Luft als es um die Abrechnung ging, welche sich auf einen Drittel des Versprochenen bezifferte.

    Du siehst, ein grosser, bekannter Namen ist kein Garant für perfekten Service.
    Aber wie gesagt: Wo der beste Preis erzielt wird, kommt vornehmlich auf das Material an.

    Gruss

    ubahuga 8)

    Einmal editiert, zuletzt von ubahuga (1. Oktober 2008 um 15:04)

  • sakkermann
    neues Mitglied
    Beiträge
    11
    • 1. Oktober 2008 um 18:53
    • #4

    danke, das ist mal eine nachricht mit der ich arbeiten kann...
    so was soll mir nicht passieren, habe alles was ich zur begutachtung aus der hand gebe sorgfältig eingescannt..und katalogisiert..habe am we einen termin im stuttgarter auktionshaus. die haben dort einen spozialisten für die kolonien, und da gibt es ja in der sammlung auch einige karten die von weiter weg sind..
    also, vielen dank nochmal...werde mich hier mal wieder melden um von meinen erfarungen zu berichten.

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    651
    • 1. Oktober 2008 um 19:22
    • #5

    Hallo,

    vielen Dank für den ausführlichen Erfahrungsbericht. Am besten ist es wohl, sich doch die Mühe zu machen und verschiedene Angebote konkurrierender Auktionshäuser einzuholen anstatt alles gleich beim erstbesten Versteigerer einzuliefern.

    Möglicherweise empfiehlt sich auch eine Aufteilung des gesamten Bestandes auf mehrere, spezialisierte Auktionen mit entsprechendem Klientel als "Alles-quer-durch-den-Gemüsegarten-Experten", die dann von allem ein bisschen, aber von nichts richtig Ahnung haben.

    Ebenso sollte man sich all die blumigen Versprechungen schriftlich geben lassen, denn so etwas mögen windige Geschäftemacher gar nicht.

    Gruß philnum

  • Online
    lickle
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    721
    Geschlecht
    Männlich
    • 1. Oktober 2008 um 20:40
    • #6

    sakkermann

    Die Auswahl des richtigen Auktionshauses ist entscheidend für einen höchstmöglichen Erlös.

    Nehmen wir mal eine komplette Bayernsammlung der Kreuzerzeit als Beispiel. Alle Werte sind in guter bis überdurchschnittlicher Qualität mehrfach enthalten.
    Da mußt Du die Auswahl treffen zwischen den spezialisierten Häusern in Bayern und den großen Häusern in Deutschland. Beide werden wohl recht ähnliche Ergebnisse erzielen, weil die großen Häuser in Deutschland den besseren Internetauftritt, und die bayerischen Häuser die größere Nähe zur Kundschaft haben.
    Sind jetzt in der Sammlung noch einige interessante und werthaltige(!) postgeschichtliche Belege vorhanden oder interessante Stempel in ausreichender Zahl, so empfiehlt es sich ein spezialisiertes Haus in Bayern zu suchen, das diese Spezialitäten auch zu würdigen weiß. Standardmaterial - auch hochwertiges - erzielt überall sehr ähnliche Preise. Da sind die Konditionen (Provision etc.) viel wichtiger.

    Regel: Große Raritäten -> große Häuser ;
    kleine Raritäten -> kleinere Häuser

    Man muß noch wissen, dass viele kleinere Auktionshäuser bei den "Großen" Häusern Sammlungen einkaufen, um sie auf ihren Auktionen wieder detailliert weiter zu verkaufen.

    Daraus ergibt sich für eine Sammlung, die Marken und Belege im mittleren Preisbereich ( bis ca. 300€) enthält, dass man bei einem kleineren Auktionshaus besser aufgehoben sein kann als bei einem großen. Ein großes Haus würde die Sammlungen im wesentlichen komplett anbieten und ein kleineres Haus die Sammlung wesentlich mehr detaillieren. Das kann sich aber über 2-3 Auktionen hinziehen! Detailverkauf ist immer auch mit höherem Zeitaufwand verbunden. Will man das Geld schnell haben, dann sollte man über ein größeres Haus verkaufen. Hat man dagegen Zeit, so kann man über ein kleineres Haus versuchen die Erlöse zu optimieren.

    Es ist für einen Laien nicht einfach das richtige Auktionshaus zu finden. Professionelle Beratung - auch wenn sie etwas kosten sollte - ist da sicherlich nicht verkehrt.

    Grüßle

    lickle

  • Wolffi 10. Februar 2026 um 17:28

    Hat den Titel des Themas von „echte auktion, wo??“ zu „„Echte“ Auktionen, aber wo?“ geändert.

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