Hallo in die Runde,
ich habe wieder einmal einige Fragen zu einem Brief weil ich nicht in der Lage bin die die ganzen Vermerke und Rötel zu deuten. Da hier ja fast nur Belege aus Bayern gezeigt werden hoffe ich das mir jemand aus der Thurn und Taxis Fraktion helfen kann.
Es handelt sich um einen Einschreibbrief von Roda(Thurn und Taxis) nach Leipzig (Sachsen) vom 17. August 1844 an den Herrn Posamentirer Hollberg. Rückseitig der handschriftliche Vermerk: Es gibt keinen Posamentirer dieses Namens hier, aber einen Kaufmann Hollberg welcher aber die Annahme verweigert. Der Brief kam am 28. September 1844 wieder in Roda an.
Hoffentlich kann mir jemand helfen, damit ich meine Ausstellungssammlung komplettieren kann.
Viele Grüße und schönen Sonntag
Roda127
Charge Vorphilabriefe
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Liebe Sammlerfreunde,
möchte folgenden Beleg zeigen:
Unfrankierter eingeschriebener Brief (Partei Sache)
von Amberg ins benachbarte Sulzbach (Oberpfalz)
vom 17. Januar 1821. Beim Empfänger wurden
neben 6 Kreuzer Porto, 4 Kreuzer Charge (Einschreiben)
Gebühr eingezogen. Habe ich so noch nicht gesehen.Beste Grüße,
VorphilaBayern -
Hallo VorphilaBayern
Ein Wunderschönen Brief.
Hätte ich auch genommen.Aber ich verstehe nicht warum Kartierungsnummer auch überstrichen ist. Kann es sein dass die 4 Kreuzer ein Botenlohn war?
Viele Grüsse
Nils -
Hallo,
ein Klasse Brief, auf den man nur stößt, wenn man sich "etwas" auskennt.
Eine Botengebühr fiel hier sicher nicht an. Die Reko-Nummern wurden gestrichen, oder auch nicht, neue vergeben und notiert, oder auch nicht ... die Fehlerquote bei der Manipulation der rekommandirten Briefpost war recht hoch (bei der Fahrpost war sie wesentlich geringer, aber das ist eine andere Geschichte).
Die Belastung des Empfängers mit der Chargégebühr war nicht rechtens. Dass es trotzdem versucht wurde, zeigt dieser Brief auf vorzügliche Weise. Manchmal prallte er von der Aufgabepost ab, manchmal, so wie hier, ließ man den Absender gewähren.
Man fragt sich was passiert wäre, wenn die Empfängerbehörde deswegen die Annahme verweigert hätte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo bayern klassisch und Bayern-Nils,
herzlichen Dank für eure Kommentierungen
und Beschreibungen meines Chargebriefes.Beste Grüße,
VorphilaBayern -
Liebe Sammlerfreunde,
folgenden Brief möchte ich zeigen:
Eingeschriebene (Charge) Postsache
als Ortsbrief in Schwabach um 1820
verwendet. Rückseite dreimal gesiegelt.
Ein Siegel kann ich entziffern: "Kön. Bayer.
Postverwaltung Schwabach". Von Schwabach
wurde der Brief dann nach Ansbach und von
dort nach Nürnberg gesandt. Ich könnte mir
vorstellen, daß in diesem Brief ein Laufzettel
verschickt, bzw. weiter geschickt wurde.Beste Grüße,
VorphilaBayern -
Lieber VorphilaBayern,
ein außergewöhnliches Stück und ich teile die Interpretation desselben völlig.
Vermutlich hat der Absender, eine Behörde aus Schwabach, einen Ortsbrief an die dortige Post aufgegeben und diesem ein Reklamationsschreiben nebst Postschein beigefügt.
Die Schwabacher Post kopierte diesen Postschein, gab das Original dem Behördenboten wieder retour und schickte der Einfachheit halber das Schreiben als Laufzettel an die nächste Poststelle, hier Nürnberg.
Da es in Nürnberg getrennte Postdienste gab, also Hauptbrief- und Hauptfahrpostexpeditionen, musste die Adresse präzisiert werden. Dann lief er die beiden Stationen ab, so dass man wohl sagen kann, es handelte sich um einen Laufzettel für eine qualifizierte Postsendung von Schwabach über Nürnberg nach Ansbach.
Die Paraphe unter "Dahier" legt den Schluß nahe, dass der Laufzettel vollzogen zurück lief, alles somit korrekt seinerzeit verlaufen war.
Glückwunsch zu dieser Rosine und liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo VorphilaBayern
Nochmals vielen Dank fürs Zeigen.
Und nochmals viel gelernt.
Es war also ein Laufzettel. Ab wann sind die Laufsetteln als Laufsettel genannt? Hier ist offensichtlich dieser Begriff nicht benutzt.Viele Grüsse
NIls -
Hallo Nils,
der Begriff Laufzettel ist alt - "Lauffschreyben" oder "Lauffzedel" gab es schon im 18. Jahrhundert. Ganz am Anfang hießen sie "Monitum" bzw. "Monita", welches aus dem lateinischen abgeleitet worden war.
Die ersten Vordrucke kenne ich ab ca. 1850 (ich habe hier in den Thread der 9 Kr. grün mal einen LZ von 1852 aus Ansbach nach Preußen eingestellt, der einen frühen Vordruck zeigt).
In der Interimsphase wurde einfach ein Bogen Papier (nie ein Kuvert!) zurecht gefaltet und mit Laufzettel (Laufzödel, Laufzedel, Laufschreiben o. ä.) beschriftet. Selten kommen auch LZ vor, denen man es von außen kaum ansieht, wie der von VorphilaBayern.
Immer haben auch diese Exemplare Postadressen, sind recommandirt, haben i. d. R. mehrere Rekonummern und Streichungen der Zielorte.
Haben sie noch den Inhalt, wäre sowieso alles klar, aber der wurde oft entnommen, vor allen in den Fällen, bei denen die Post eine Ersatzleistung vornehmen musste (Unterschlagung, Diebstahl, Verlust, Defekt usw.).Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo bayern klassisch
Besten Dank für die Antwort.
Die frankierten Lauzetteln wird oft für viel Geld bei der Auktionshäuser verkauft. Ich nehme an dass die Laufzetteln in der Vorphilazeit genau so selten sind wie die frankierten?
Viele Grüsse
Nils -
Liebe Sammlerfreunde,
folgenden Brief möchte ich zeigen:
Eingeschriebener Frankobrief (Rückseite
2 und 3 Kr), die der Absender aus Waldshut
(Baden) am 9. Dezember 1849 bezahlte.
Der Brief ging nach Henner ? (den Ort finde
ich nicht), muß aber über die Grenze gelaufen sein
(zwei Taxierungen auf der Rückseite). Auf jeden
Fall ein interessanter Brief, der nur den Charge
Stempel trägt. Der Aufgabestempel wurde ver-
gessen.Beste Grüße,
VorphilaBayern -
Hallo,
anbei ein Chargè-Brief vom 23.04.1836 von Dischingen, Stiftungssache, portofrei. Der Stempelabschlag von Dischingen nicht so arg toll, aber dafür als Chargé ziemlich nett, wie ich finde.
Viele Grüße,
SitzendeUndMehr -
Hallo,
anbei eine Hülle (leider) von Künzelsau nach Sennfeld in Bayern. Manualnummer 1 oben, unten links entziffere ich "frei gegen Postschein".
Rückseitig 4/6 Kreuzer und ein Vermerk "Recommandation 3 Kreuzer".
Die Gesamtgebühr für den Sender dürften damit 13 Kreuzer gewesen sein. 4 Kreuzer für Bayern, 6 Kreuzer für Württemberg, 3 Kreuzer Recommandation. Richtig?
Sicher bin ich mir da nichtViele Grüße,
SitzendeUndMehr -
... da widerspreche ich nicht ...
Schöner Brief, Glückwunsch.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo Bayernfreunde,
heute kam folgender Brief in meine Sammlung:
Frankobrief vom 18.3.1840, der von Remlingen ins 6,5 Meilen entfernte Castell gelaufen ist.
Der Absender hatte auf dem Brief vermerkt "frey gegen Schein".
Im Postamt Remlingen gab es zu dieser Zeit - aus welchen Gründen auch immer - wohl keinen Chargé-Stempel (vielleicht verlegt, defekt?).
Der Postexpeditor wusste sich jedoch zu helfen. Er "malte" das Wort "Chargé" in die rechte obere Briefecke. Dabei bemühte er sich - und das ist ihm auch recht gut gelungen - den üblichen Chargé-Stempel in Schreibschrift zu kopieren.
In die linke obere Briefecke setzte er die Chargé-Nummer 372.Ich habe einen vergleichbaren Brief bisher noch nicht gesehen. Aber geben wird es so etwas bestimmt. Vielleicht können noch weitere Briefe hier im Forum vorgestellt werden?
Viele Grüße
bayern-kreuzer -
Hallo Bayern-Kreuzer,
ein sehr schöner und besonderer Brief. Erlaubt war das nicht, aber bei diesen Briefen von Expedition zu Expedition war die Aufdeckungswahrscheinlichkeit gering.
So etwas habe ich auch, aber wo?
Diese Zuwiderhandlung kam schon hin und wieder vor, aber man wird lange suchen müssen, einen zweiten so schönen Brief aufzutreiben.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Zitat
Original von SitzendeUndMehr
anbei eine Hülle (leider) von Künzelsau nach Sennfeld in Bayern. Manualnummer 1 oben, unten links entziffere ich "frei gegen Postschein".
Rückseitig 4/6 Kreuzer und ein Vermerk "Recommandation 3 Kreuzer".
Die Gesamtgebühr für den Sender dürften damit 13 Kreuzer gewesen sein. 4 Kreuzer für Bayern, 6 Kreuzer für Württemberg, 3 Kreuzer Recommandation. Richtig?ZitatOriginal von bayern klassisch
... da widerspreche ich nicht ...Schöner Brief, Glückwunsch.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Da muß ich leider wiedersprechen. der Brief war zunächst nach ADELSHEIM in Baden adressiert und wurde ins benachbarte Sennfeld weitergeleitet. Der Brief scheint höhergewichtig gewesen zu sein, denn ein Normalbrief kostete von Künzelsau ins vergleichbar entfernte Boxberg nur 3 Kreuzer. Der Brief war vermutlich bis 1,5 Loth schwer. Dann passt auch die badische Taxe, die ab 1834 für Briefe bis 2 Meilen und 1 bis 1,5 Loth Gewicht 4 Kreuzer beträgt.
Grüßle
lickle
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Zitat
Original von bayern klassisch
Hallo Bayern-Kreuzer, ein sehr schöner und besonderer Brief. Erlaubt war das nicht, aber bei diesen Briefen von Expedition zu Expedition war die Aufdeckungswahrscheinlichkeit gering. Diese Zuwiderhandlung kam schon hin und wieder vor - Liebe Grüsse von bayern klassisch... und deshalb wurde dazu in einer Postverordnung dies unter Androhnung einer Strafe angemahnt (aber ob dies was half ist unbekannt, da darüber in der POV nichts zu finden ist). Bitte jetzt nicht nach einem Scan fragen = verboten und ich weiß nicht so recht, wo das stand. bayern klassisch weiß das aber auch!
Interessant auch der Zusatz auf den Postort POSSENHEIM. Erinnert sich jemand an das Thema Austausch der Post zwischen Bayern und TuT = Würzburg in Zeiten des Großherzogtums Würzburg -
Luitpold
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Hallo bayern-klassisch und Luitpold,
vielen Dank für Eure Antwort auf meinen - etwas aus dem Rahmen fallenden - Chargé-Brief.
Falls bayern-klassisch seinen vergleichbaren Brief mal finden sollte - hier würde mich ein Scan schon sehr interessieren.
Und auch über einen Hinweis oder Scan der von Luitpold zitierten Postverordnung würde ich mich freuen.Viele Grüße
bayern-kreuzer -
Hallo Bayern-Kreuzer,
bei fast 2000 Briefen und ca. 12.000 Seiten Verordnungen könnte das etwas dauern ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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