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Charge Vorphilabriefe

  • Bayern-Nils
  • 25. September 2008 um 15:59
  • Bayern-Nils
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    • 26. September 2008 um 19:17
    • #21

    Hallo Bayern Klassisch

    Also fürchterliche fürstliche small-talk. Aber es ist jedenfalls interessant dass die dafür ein Chargegebühr bezahlt haben.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. September 2008 um 19:34
    • #22

    Hallo Nils,

    ob man die Chargégebühr tatsächlich bezahlt hat, ist die eine Sache.

    Schau dir Abender und Empfänger an - die hat es nicht interessiert, ob etwas 4 Kreuzer oder 4 Gulden gekostet hat.

    Ludwig II von Bayern hat in seinem Leben über 5.000 Briefe allein an eine Brieffreundin in Italien geschrieben, eine Schauspielerin.

    Sie sind alle erhalten - glaubst du denen, die sie gelesen haben, könnte man auch 90% davon zum Anzünden des Feuers benutzen ...

    Außer zu korrespondieren hatte die Herrschaften damals nicht viele Hobbys - ist das nicht gut für uns?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Baldersbrynd
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    • 26. September 2008 um 19:54
    • #23

    Hallo Alle

    Chargé Briefe habe ich nicht viel, aber einige kann ich schauen.
    Hier ist eine aus Stuttgart, Württemberg nach Hanau 20. Juni 1846. Hanau war unter Th u. T, aber war es in Groschen oder in Kreuzer Gebiet, ich meine in Groschen Gebiet. Porto 4 Gr. 3½ + ½. Was am oben recht steht mit rot kann ich nichts lesen. Im mitte mit blau 1¼ ?

    Kann Jemand mir Helfen mit dem Porto betrag?

    Viele Grüße

    Jørgen

    Bilder

    • Stuttgart 001.jpg
      • 62,47 kB
      • 792 × 513
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  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. September 2008 um 20:30
    • #24

    Hallo Jörgen,

    schönes Stück mal zuallererst. Württemberg hatte ab 1819 das Postregal an Taxis als Lehen gegeben, so dass es eigentlich ein postalisch innertaxischer Brief war.

    Hanau war Groschenbezirk, das ist richtig.

    Von Stuttgart bis Südhessen kostete es 4 Kr., die links notiert wurden.

    Diese wurden in Frankfurt in 1 1/4 Silbergroschen reduziert (blau).

    Dazu kamen von Südhessen bis Hanau 2 1/4 Silbergroschen, total dann 3 1/2 Sgr..

    Für die Zustellung in Hanau kam ein halber Sgr. hinzu, so dass der Empfänger total 4 Sgr. zu zahlen hatte.

    Die Chargégebühr hatte der Absender mit 4 Kr. zu zahlen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 27. September 2008 um 13:38
    • #25

    Hallo Jørgen

    Ich stimme zu; schönes Stück.
    Aber hast du keine NB-Briefe in deine Sammlung. Ich habe keine, deswegen hätte ich sehr gern einige gesehen.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • Bayern-Nils
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    • 27. September 2008 um 14:01
    • #26

    Hallo Alle.

    Habe hier ein Chargebrief aus Regensburg, der 26. September 1812 nach Berlin ging. Ich nehme an dass es ein reiner Portobrief war, weil hinten steht es gar nichts ausser etwas Tinte die keine Meinung habe (würde ich schätzen).

    Ich glaube der Empfänger 5 Gr 6 Pfennige = 21 Kreuzer (nach 20 Gulden fuss) die überstrichen ist. Dann ist Rötel (vielleicht) erklärt. Aber es gibt auch ein überstrichenen 9, ist es 9 Kreuzer Porto bis zum Grenze, die an Bayern bezahlt sind?

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. September 2008 um 15:22
    • #27

    Hallo Nils,

    ich würde den Brief anders interpretieren:

    21 Kr. für Bayern bis zur Grenze der taxischen Lehenspost, da es noch keinen Postvertrag mit Preußen gab. Diese 21 Kr. wurden in 5 1/2 Batzen reduziert, die auch gleich etwa 5 gute Groschen entsprachen.
    Mit dem nicht eigens für Taxis ausgeworfenen Porto ergab dies eine Gesamtforderung ab der preußischen Grenze von 9 guten Groschen.

    Offensichtlich genoß der Empfänger in Preußen Portofreiheit, so dass diese 9 gGr. abgestrichen wurden (auf Kosten der leeren Staatskasse).

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 27. September 2008 um 16:23
    • #28

    Vielen Dank Bayern Klassisch.

    So die taxische Lehenspost hat die Rechnung an der Preussische Regierung geschickt um Hatzfeld Portofreiheit zu geben.

    Mit Röteln bin ich noch kein Freund. Aber warum in Batzen umgerechnet, das war doch ein Schweizer-Münz.

    Weiss du vielleicht wie viel die Charge-Gebühr zu dieser Zeit war?

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. September 2008 um 16:31
    • #29

    Hallo Nils,

    die Chargégebühr war auf 4 Kr. fixiert.

    Frankfurt rechnete in Batzen, dort war der postalische Hauptsitz von Taxis.

    Batzen war keine Schweizer Münze, sondern im süddeutschen Raum gängig.

    Vielleicht verwechselst du das mit dem ostschweizer Bluzger.

    Taxis berechnete 9 gGr., die Preußen zahlen musste. Davon mussten Sie 21 Kr. an Bayern rückvergüten.

    In Bayern betrug die Chargégebühr vom 1.12.1808 - 30.6.1850 4 Kr., dann bis 31.12.1867 6 Kr., danach 7 Kr., weil der norddeutsche Bund das so wollte (2 Groschen = 7 Kreuzer rheinisch).

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Online
    Nordlicht
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    • 27. September 2008 um 16:40
    • #30

    Hallo,

    den Batzen gab es auch in der Schweiz: 1 Batzen = 10 Rappen.

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. September 2008 um 16:51
    • #31

    Hallo Nordlicht,

    ich habe mich etwas unglücklich ausgedrückt. Ich wollte sagen, dass der Batzen eine Reichsmünze war, die in Süddeutschland gängig war.

    In der multinationalen Schweiz war fast jede Münze der Zeit in Umlauf gehalten, auch Batzen, sogar Kreuzer. Für die Beschreibung des Briefes ist es aber nebensächlich, weil die CH ja nicht tangiert wurde.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Online
    Nordlicht
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    • 27. September 2008 um 17:03
    • #32

    Hallo bayern klassisch,

    da ich nun kein Währungsexperte bin, habe ich mal im Internet geforscht und danach sieht es so aus, dass es eher umgekehrt war:

    Nach dem Motto "wer hat es erfunden?" entstand der Batzen in der Schweiz und süddeutsche Staaten schlossen sich an !?

    Aber für die Beschreibung des Briefes ist es tatsächlich egal, aber man kann ja auch mal über den Tellerrand gucken ...

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • Bayern-Nils
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    • 27. September 2008 um 17:04
    • #33

    Hallo Bayern Klassisch.

    Batzen und Schweiz (Bern) habe ich von Wikipedia.
    Ich zitiere auch von mein "Handbuch der Münzkunde": "Als Vierkreuzerstück blieb der Batzen bis zur Einführung der Frankenwährung im Jahr 1850 gültig. Auch im deutschen Münzwesen des 16. Jahrhundert wurde der Batzen zur wichtigen Rechnungseinhet,...".
    Deutsche Münzwesen im 19. Jahrhundert ist ein grosses Thema. Wie lange hat Taxis Batzen benutzt?

    Kannst du vielleicht deuten welche von den Hatzfeldern der Anfänger war?

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • Bayern-Nils
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    • 27. September 2008 um 17:21
    • #34

    Hallo.

    Für Spass zitiere ich noch etwas von mein "Münzkunde"
    "Am schlimmsten war die Münzverwirrung in Süddeutschland. Ein typisches Beispiel ist eine Liste von Münzen, die ein Händler in einer süddeutschen Kleinstadt im Jahre 1869 eingenommen hatte und seiner Bank zur Gutschrift übergab. Die Summe von 15 834 Gulden setzte sich aus folgenden Sorten zusammen: Doppelkronentaler, Kronentaler, 21/2-Guldenstücke, 1-Guldenstücke, 1/2-Guldenstücke, 1/3-, 1/6- 1/12 Reichstaler, 5-,2-,1-Frankenstücke. Aus Gold Pistolen, Einfach und doppelte Friedrichsd´or, 1/2 Souveriens, Wilhelmsd´or, östereichische und würtembergische Dukaten, hessische 10-Guldenstücke und noch ein Stück dänisches Gold."
    Trapp/Fried: Handbuch der Münzkunde und des Geldwesens in Deutschland.

    Bankarbeit war auch nicht unbedingt einfach.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. September 2008 um 17:29
    • #35

    Hallo ihr 2,

    kurzer Ausflug in die Geschichte: Der Batzen wurde in Bern im 16. Jahrhundert geprägt. Richtig. Die Schweiz wurde mit dem Vertrag von Münster und Osnabrück 1648 aus dem Reich gelöst (so habe ich das noch gelernt). Damit ist jede Münze, die vorher in Bern oder anderswo in der CH geprägt wurde, eine Reichsmünze.

    Später wurde sie zum klassischen Zahlungsmittel für Silbermünzen im süddeutschen Raum - die CH war da 3 Nummern kleiner und unwichtiger, als dieser damals hochindustrialisierte Raum, auch das Herz des Reiches genannt.

    Bei dem Brief geht es um postalische Währungen, die nicht immer mit dem, was man im Geldbeutel hatte, überein stimmen mussten. Frankfurt rechnete als freie Reichsstadt damals noch in Batzen, die CH in der Masse nicht.

    Wie lange man dort in Batzen gerechnet hat, kann ich aus der Hüfte nicht sagen. Mir liegen Briefe aus den frühen zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts vor, die auf Batzenbasis verrechnet wurden (Südhessen - Odenwald).

    Zur Genalogie derer zu Hatzfeld kann ich leider nichts beitragen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Baldersbrynd
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    • 27. September 2008 um 22:30
    • #36

    @ Bayern-Nils

    Ich habe keine NB briefe, Ich habe einige gesehen von Dänemark, (nicht meine Eigentum). Ein Tag finden ich vielleicht eine.

    Viel Grüß
    Jørgen

  • Bayern-Nils
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    • 30. September 2008 um 19:20
    • #37

    Hallo Alle.
    Ich gebe zu; es ist viel einfacher zu kaufen als zu verstehen was ich gekauft habe.
    Ich gebe zu; etwas von meine Bücher rauszufinden ist schwierig, und es geht so verdamt langsam was zu kapieren.
    Ich gebe zu; ich brauche hilfe

    Hier ist ein Chargebrief von München nach Randers in Dänemark, mit dem Vermerk "Über Hamburg".
    T&T Stempel auf die Rückseite heisst wohl, dass T&T den Brief irgendwo übernommen hat und der Brief nach Hamburg gebracht haben. In Hamburg hat Dänemark der Brief übernommen.

    Franko bezahlt in München ist gleich 3 + etwas ich nicht lesen kann
    Rötel und Tinte vorne verstehe ich kaum, aber ich nehme an dass 81 ist das Porto für den Empfänger, davon 1 Riksbankskilling Botenlohn.

    Kann jemand mich mit dem Rest helfen, wäre ich sehr Froh.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 30. September 2008 um 21:24
    • #38

    Hallo Nils,

    da hast du ein feines Stück, um das man dich nur beneiden kann. :P

    Zu den Taxierungen:

    Es war ein eingeschriebener Portobrief, also hat der Absender nur die 4 Kr. für die Einschreibung bezahlt.

    Bayern setzte 18 Kr. Porto bis Aschaffenburg an, dem Grenzpunkt zu Taxis.

    Ab dort bis Hamburg kamen mit dem bayer. Porto total 16 HShC in Ansatz. Das NB - Zeichen wurde also in Hamburg appliziert.

    Diese 16 HShC plus die dänische Inlandstaxe wurden zusammen mit 80 Reichsbankschillingen angeschrieben, zu denen 1 RBSh für den Boten die notierten 81 RBSh ergaben.

    Auf der Rückseite sind nur dänische Notationen, da Bayern ja nichts kassiert hatte, was man hätte siegelseitig notieren müssen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 1. Oktober 2008 um 16:00
    • #39

    Hallo Bayern Klassisch.

    Noch mal Danke.
    Ich habe endlich Zeit ein andern Thread durchzulesen und habe jetzt auch verstanden dass die Rückseitige Vermerke dänische sind. Daraus sehe ich jetzt dass es ein Portobrief ist.

    Hätte gern gewusst; ist NB bei dem taxischen oder dänischen Postamt gemacht?
    Kartiernummer 856 ist der ganze weg bis Hamburg da - also keine Postämter dascwischen hatte der Brief gesehen. Stimmt?

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. Oktober 2008 um 16:05
    • #40

    Hallo Nils,

    Bayern hat den Postsack in München verschlossen. In Hamburg (teils in Frankfurt) wurde dann umspediert. Daher nur eine Nummer, das hast du ganz richtig gesehen.

    Das NB - Zeichen scheint von Taxis in Hamburg appliziert worden zu sein. Das geben die leicht unterschiedlichen Rötelzahlen her.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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