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Nachgebühr

  • mx5schmidt
  • 30. August 2008 um 20:55
  • mx5schmidt
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    • 30. August 2008 um 20:55
    • #1

    Ich habe zum Thema Nachgebühr hier noch keinen Thread gefunden und daher dieses Thema neu aufgemacht!

    Sofern es Euch auch interessiert sollten wir dieses wie ich finde sehr interessante Thema hier gemeinsam bearbeiten!

    Auslöser ist, dass ich hier einen Brief habe, aufgegeben am 22.01.1960 in Athen mit Stempeln "PAR AVION", also per Luftpost gelaufen, sowie "TAXE PERCUE DRACHMES 3,50", also Gebühr bezahlt.

    Dieser Brief wurde in Deutschland mit Nachgebühr in Höhe von 44 Pf belegt.

    Entsprechender roter Hinweisstempel "Nachgebühr 26.1.60 9 p".

    Dann hört es bei mir aber auch schon auf:

    Warum wurde hier Nachgebühr erhoben?

    Wer kann die "9 p" im Nachgebührstempel deuten?

    Warum ist der Rahmen unter dem "p" im Nachgebührstempel unterbrochen?

    Wer kann mir weiterhelfen?

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 31. August 2008 um 22:00
    • #2

    Ist das Thema Nachgebühr generell uninteressant für Euch?

    Oder könnt Ihr mir bei meinem gezeigten Brief nur nicht weiterhelfen???

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

  • wajdz
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    • 31. August 2008 um 22:23
    • #3

    Ich lese 2, 50 Drachmen, daraus resultiert vielleicht die nachgebühr
    und im kastenstempel könnte 9 wohl die uhrzeit sein und p die abkürzung für >past meridiem< also ~vormittags~. Da es sich um einen gummistempel handelt, haben fehlende linienteie wohl kaum etwas zu bedeuten.
    Mal sehen was andere dazu sagen.
    Mfg wajdz8

    Briefmarken sammeln, welch vernünftige Leidenschaft

  • dietbeck
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    • 1. September 2008 um 07:23
    • #4

    Man müsste wissen, was ein Luftpostbrief zum entsprechenden Zeitpunkt von Griechenland nach Deutschland gekostet hat. Offensichtlich sind 2,50 Drachmen nicht ausreichend gewesen, so dass zum fehlenden Porto eine Nachgebühr von 44 Pfennig erhoben wurde. Zu klären wäre noch, ob der griechische Absender aufgrund seines offiziellen Status ein reduziertes Porto bezahlen "durfte".

    Postkrieg, Zurückgezogene Marken, Territoriale Konflikte, Aland
    -----------------------------
    Es kommt nicht drauf an wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

    Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

  • ubahuga
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    • 21. November 2008 um 11:35
    • #5

    Frage zur Bewertung, wenn Nachgebühr erhoben wurde.
    Ich habe ein Beispiel angehängt.
    ?(
    Wie ist ein solcher Beleg zu bewerten? Zwar ist es eine Einzelfrankatur EF, aber ungenügend hoch, also in Bezug auf die EF-Bewertung im Briefekatalog nicht korrekt.
    Ist es als eine Mischfrankatur MIF zu taxieren?
    Oder gelten da ganz andere "Gesetze"? Wenn ja, welche?
    ?(
    Komplizierter wird es dann noch, wenn eine vermeintliche EF ins Ausland gelaufen ist, und dort mit einer Nachportomarke verklebt wurde.

    Weiteres Beispiel:
    Eine Germania 35Pf. 103c klebt einzeln auf einem zu wenig frankierten Beleg.
    Briefekatalog: EF 1500 Euro, MEF 1700 Euro, MIF 220 Euro.
    Daneben ein Stempel Nachgebühr usw. Was gilt nun für diesen Beleg? Gar nur der Markenwert für lose?


    ubahuga :)

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  • mar-vel
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    5. März 1970 (56)
    • 21. November 2008 um 12:00
    • #6

    @mx5schmitt
    Das Thema Nachgebühr finde ich sehr interessant. Leider kann ich Dir bei Deinem Brief nicht weiter helfen.
    Aber vielleicht hast Du bei meinem Brief eine Idee. Diesen hatte ich hier schon mal vorgestellt.

    Schönen Gruß
    Marc

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    Ich suche Bremer Schüsselstempel auf Brief zum Tausch oder Kauf.
    Ich bin auch dankbar für Tipps zu Auktionen oder Händlern.

  • mx5schmidt
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    • 21. November 2008 um 21:20
    • #7

    Schön, dass Euch das Thema Nachgebühr interessiert!

    ubahuga
    Deine gezeigte Postkarte werte ich prinzipiell als Einzelfrankatur, da 800 Tausend Mark bis zum 9.10.1923 als Postkartenporto im Fernverkehr galt.

    Diese Karte wanderte dann aber etwas zu spät in den Briefkasten und wurde erst am 10.10.1923 gestempelt.

    Aus der ersten Briefkastenleerung des 10.10.1923 stammend wäre sie noch zum alten Tarif frankiert akzeptiert worden, weil später am 10.10.1923 aufgegeben wurde der neue Tarif 2 Millionen Mark fällig.

    Das 1 1/2 fache des Fehlportos in Höhe von 1.800.000 Mark wurde als Nachgebühr erhoben.

    Interessant ist insbesondere der ovale Nachgebührstempel, denn zu dieser Zeit waren meistens noch Stempel mit der Inschrift "Porto" im Einsatz.

    Den Wert deiner Karte schätze ich netto auf 20 bis 50 Euro!


    mar-vel
    Dein Brief ist unterfrankiert, da für die 2. Gewichtsstufe ab 21 g ein Porto in Höhe von 6 Mark fällig wurde, hier aber nur 4 Mark verklebt worden waren.

    Die Vereinnahmung des Fehlportos wurde in Amsterdam dann per 20 Cents Portomarke dokumentiert.

    Die Umrechnung erfolgte generell über die im internationalen Verkehr geltende französische Währung in Centimes beim hinweisenden T-Vermerk.

    Nähere Details dazu habe ich spontan leider auch nicht parat!

    Hierzu müßten weitere Vergleichsstücke her!!!


    Liebe Grüße

    mx5schmidt

  • ubahuga
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    • 21. November 2008 um 21:44
    • #8

    Danke, mx5schmidt

    Das ist ja doch eine Superstory, die Du mir da über diese Karte schreibst. Herrlich!
    :D
    Der Stempel ist tatsächlich 10.OKT.23, 10-11V.

    Zu deiner Orientierung, die Nachgebühr-Belege haben es mir auch angetan. Das heisst, ich sammle Nachporto-Belege aus aller Welt in die Schweiz gelaufen. Und zwar bis zu der Zeit, als hier noch Nachportomarken in Gebrauch waren, also bis 31. Dezember 1956.

    Das Interessante an den Nachporto-Belegen ist, dass vielfach eine Geschichte drum herum auszumachen ist. Das beste Beispiel ist eben die obgenannte Karte.

    ubahuga :D

  • mx5schmidt
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    • 21. November 2008 um 22:04
    • #9

    Hallo ubahuga,

    Freut mich, dass Dir meine Beschreibung Deiner schönen Karte zusagt!

    Ich sammle Nachgebührbelege von und nach Deutschland.

    Auch ich finde die erklärende Hintergrundgeschichte bei vielen Belegen einfach nur spannend.

    Nachgebührbelege waren, weil "nicht portogerecht", bis vor einigen Jahren für ganz kleines Geld zu bekommen.

    Deine gezeigte Postkarte hätte man zur DM-Zeit noch zu 5 - 10 DM gehandelt.

    Inzwischen sind die meisten Anbieter aufgewacht und die Preise für so schöne Stücke wie die von Dir gezeigte Postkarte sind heftig gestiegen und werden das sicherlich auch weiterhin tun.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

  • postschild
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    • 22. November 2008 um 20:13
    • #10

    .... den ich hier mal zeige. Da ich kein Nachporto Spezialsammler bin hatte der Beleg mir einige Zeit Kopfzerbrechen gemacht, ich konnte mir keinen Reim darauf machen.

    Mal sehen ob einer der anwesenden den Beleg erklären kann, BPP Jäschke-Lantelme konnte es nicht als ich ihm den Beleg bei einem Treffen einmal gezeigt habe, also braucht keiner Angst haben sich zu blamieren :zwinklach:

    Mitglieder der Arge Krone & Adler bitte nicht antworten, ihr kennt den Beleg ja, das wäre nicht fair :oneien:

    Gruß

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  • mx5schmidt
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    • 22. November 2008 um 21:24
    • #11

    Hallo postschild,

    die 15 Pfennig Nachporto, die erhoben wurden, stellten zu dieser Zeit üblicherweise das 1 1/2 fache des Fehlportos dar.

    Somit war dieser Beleg um 10 Pfennig unterfrankiert.

    Da es im Jahre 1900 keine Portostufe 14 Pfennig gab erkläre ich mir das so, dass die verklebten 4 Pf nicht gewertet wurden, da der Beleg als Sendung Geschäftspapiere/Mischsendung bis 250 g, für die Freimachungszwang herrschte, nicht ausreichend frankiert war.

    Den handschriftlichen Vermerk deute ich als "Geschäftskorrespondenz".

    Als Briefsendung wäre der Brief, weil über 20 g schwer, mit dem 1 1/2 fachen des Fehlportos in Höhe von 16 Pf, also mit 24 Pf an Nachporto belegt worden.

    Da Du ja augenscheinlich die Auflösung dieses gordischen Knotens bereits kennst bin ich gespannt, wie nahe ich an der Wahrheit dran bin!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

  • lickle
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    • 22. November 2008 um 21:53
    • #12

    mx5schmidt

    Das Fehlporto wurde sogar verdoppelt :)

    Grüßle

    lickle

  • mx5schmidt
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    • 22. November 2008 um 22:11
    • #13

    @ lickle

    Jetzt bin ich wirklich mit meinem Latein am Ende, denn wenn das Fehlporto hier sogar verdoppelt wurde und dann 15 Pf ergab, dann muß das eigentliche Fehlporto ja 7 1/2 Pf betragen haben???

    Auf jeden Fall: ein spannender Beleg!!!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (22. November 2008 um 22:12)

  • lickle
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    • 22. November 2008 um 22:22
    • #14

    Das 1½-fache wurde meiner Meinung nach erst nach 1923 berechnet.

    Hier zeige ich einen Beleg, bei dem auch der Fehlbetrag zunächst verdoppelt wurde. Die Frankatur wurde also auch mit berücksichtigt. Trotzdem hätte der Absender die Postkarte auch unfrankiert absenden können, denn das Nachporto wäre gleich geblieben.

    Grüßle

    lickle

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    • 23. November 2008 um 08:02
    • #15

    Ich hab zwar keine Nachgebührentabelle aus dieser Zeit aber ich denk mal der Fehlbetrag von 6 Pfennig wurde verdoppelt (12 Pfennig) und auf einen durch 5 teibaren Betrag ( 15 Pfennig ) aufgerundet.

    Schöne Grüße
    Guido

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  • postschild
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    • 23. November 2008 um 10:26
    • #16

    dann will ich einmal auflösen.

    mx5schmidt:

    der handschriftliche Vermerk bedeutet "Geschäftsp." also liegst du mit Geschäftspapieren richtig.

    Diese Sendungsform war im Inland erst ab dem 1.4.1900 zulässig und es bestand, wie du geschrieben hast, Freimachungszwang.

    Für unzureichend frankierte Sendungen mit Geschäftspapieren wurde das doppelte des Fehlbetrages unter Aufrundung auf eine durch 5 teilbare Pfennigsumme angesetzt.

    Also in diesem Falle, wie Guido gedacht hat, 12 Pfennig Fehlbetrag auf 15 Pfennig aufgerundet.

    Eine Nachgebührentabelle gibt es leider nicht, hier muss die Postordnung herhalten. Geschäftspapiere mit K&A Frankaturen sind richtig selten, ob das an der zeitgleichen Gültigkeit der Germania Reichspost liegt?

    Gruß

    Einmal editiert, zuletzt von postschild (23. November 2008 um 10:27)

  • tigo
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    • 23. November 2008 um 13:08
    • #17

    Dieser T-Stempel auf einer Wiener Ansichtskarte steht so viel ich weiss auch für Nachgebühr. Ich weiss nur nicht wieviel. 400 Schilling oder Groschen kann eigentlich nicht sein. Der rote handschriftliche Teil könnte ein Namenskürzel sein oder aber 30 bzw 300 bedeuten.
    Vielleicht kennt sich ja jemand aus.

    gruss vom tigo

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  • mx5schmidt
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    • 23. November 2008 um 21:30
    • #18

    Hallo Tigo,

    solche T-Stempel sind in zahlreichen Variationen zu finden.

    Sie wurdem im Auslandsverkehr eingesetzt.

    Unter dem Bruchstrich steht das Porto für einen Standardbrief ins Ausland, hier "400 (Groschen)".

    Auf dem Bruchstrich wurde hier handschriftlich eine "300 (Groschen)" eingetragen.

    Dabei handelt es sich um das Doppelte des Fehlbetrages.

    Hier war die Sendung als Auslandspostkarte mit 2,50 Schilling freigemacht worden, wurde aber als solche nicht anerkannt, sondern als Briefsendung zu 4 Schilling eingestuft.

    Der Grund dafür könnte gewesen sein, dass die Standardmaße für eine Postkarte hier nicht eingehalten wurden.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

  • mx5schmidt
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    • 23. November 2008 um 21:45
    • #19

    Hallo ubahuga,

    jetzt weiss ich wieder, warum mir die von Dir gezeigte Postkarte vom 10.10.1923 so bekannt vorgekommen ist!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 23. November 2008 um 21:51
    • #20

    Hier ein Brief im Ortverkehr von Berlin, der unfrankiert aufgegeben wurde.

    Wohl weil es sich um Behördenpost handelte wurde hier lediglich der seit 1.7.1923 geltende einfache Tarif für Briefe bis 20 g im Ortsverkehr in Höhe von 120 Mark erhoben.

    Auf das Fehlporto weist ein violetter L1 "Porto" hin.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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