Bei meinem letzten Besuch in Japan habe ich durch Zufall beim Besuchen des Philatelie Museums in Tokyo die zweiteilige Mangareihe Kittedeka (キッテデカ) von Daisuke Terasawa aus den Jahren 2011-2014 entdeckt und habe keinerlei Mühen gescheut, diese doch recht schwer zu ergatternden Ausgaben zu finden. Wenn man an Manga denkt, kommen einem meist Action, Fantasy, Romance oder Krimis in den Sinn – aber Briefmarkensammeln?
Dass ausgerechnet Briefmarken zum zentralen Element einer Manga-Serie werden, wirkt zunächst überraschend, zeigt aber, wie vielseitig Manga als Medium und wie spannend und aktuell das Briefmarkensammeln doch noch sein kann.
Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt von Kittedeka steht Detective Maejima Yuya, ein Mitarbeiter der Sonderermittlungseinheit der Kriminalpolizei Tokio. Doch anstatt sich mit der üblichen Leidenschaft eines Ermittlers auf Verbrecherjagd zu begeben, gilt seine ganze Aufmerksamkeit den Briefmarken. Er ist ein fanatischer Sammler, der scheinbar nur Augen für gezähnte Ränder, seltene Motive und Poststempel hat und sich seiner eigenen Bedeutung als Ermittler kaum bewusst ist.
Gerade diese Obsession wird jedoch zu seiner größten Stärke. Briefmarken spiegeln Zeitgeschichte, politische Umstände und kulturelle Besonderheiten wider – Details, die Maejima mit detektivischem Gespür zu lesen weiß. In einer Welt, in der digitale Kommunikation flüchtig ist, liefern physische Briefe, Umschläge und Stempel greifbare Spuren. Immer wieder gelingt es ihm, durch sein spezialisiertes Wissen entscheidende Hinweise zu entdecken und selbst die kniffligsten Fälle zu lösen. So erhält er schließlich den Spitznamen „Kitte Deka“ – der Briefmarken-Detektiv.