Hallo,
einen R-Brief bis 20 Gramm aus der PP 15 (SollPorto 2000 M), nur frankiert mit 1000 Mark statt 2000 Mark, abgestempelt am 30.8.23 in Dresden und versendet nach Walldürn.
Eigentlich unterfrankiert, oder?
Wenn da nicht noch zusätzliche Abschläge (Gebühr bezahlt) und ein Namenszug (Teich) neben der Marke vorhanden sind.
Warum wurden diese beiden noch zusätzlich angebracht:
Die Augustverfügung von 1923 über Gebührenvermerke besagte, dass bei Markenmangel die Portogebühren in bar zu entrichten seien, der Bargeldempfang von einem Beamten bescheinigt und in einem Einnahme - Nachweisbuch eingetragen werden mußte. Ein zweiter Beamte (Postvorsteher) sollte als Kontrolle gegenzeichnen.
Da das Postamt Dresden / Neustadt 8 in der Radebergerstrasse ein Postamt der A1 Klasse mit uneingeschränktem Postbetrieb war und sie zu diesem Zeitpunkt anscheinend keine weiteren 1000 Mk-Marken mehr vorrätig hatten; ab nächsten Tag stieg das Porto für einfache Briefe ja auf 20.000 Mark, benutzte der Postvorsteher sein Namenzeichen "Teich" statt händisch gegenzuzeichnen.
Zur Zeit gibt es nur 51 Postmeisterstempel aus den verschiedensten Postämter, die mit ihrem Namenszug bekannt sind.
Weitere Infos: Infla Berlin Bücherei Band 28, Die Gebührenstempel der Inflationzeit von Johannes Nawrocki .
mfg
erron