Russische Zensur in Russisch-Polen.
Am bekanntesten ist wohl Zensur aus Warschau zwar auch nicht häufig aber durchaus erschwinglich.
Russische Zensur in Russisch-Polen.
Am bekanntesten ist wohl Zensur aus Warschau zwar auch nicht häufig aber durchaus erschwinglich.
Jetzt habe ich verstanden - mir war der Zusammenhang mit der Schreibweise "Militär" nicht klar, da mir der Beleg fehlte.
Aus der Anschrift (Straßenname) der Apotheke geht klar Ostrow/Lomscha hervor. Wie ich schon schrieb, liegt der zweite Postort mit gleichem Namen im Gouvernement Cholm (dort gibt es keine Straße gleichen Namens) - wesentlich weiter südlich.
Man muss sich über den Zuschlagspreis wundern...
Von Ostrow/Pskow (Pleskau) gibt es im Nachtrag noch den Typ 2.
Weitere Orte mit diesem Namen und eigener Post gibt es im Gouvernement Lomscha an einer Zweigbahn Warschau-Bialystok und im Gouvernement Cholm zugehörig zum Kreis Wlodawa nördlich Lublin, also beide in russisch Polen.
Deine Ableitung das es zwei Zensurorte sein sollen verstehe ich nicht.
Merkwürdig ist das mit den hochgeladenen Bildern schon, sind für mich nur teilweise sichtbar auch auf meinem Smartphone.
Nun nochmal zum vorhergehenden Beleg:
Kriegsgefangenenpost-Russische Postkarte im Bahnhof Kasatin/Kiew am 03.07.1916 aufgegeben. Empfänger war in Wien.
Rückseitig der Zensurstempel von Kasatin, die Initialen sind hier etwas deutlicher sichtbar "A. B-инъ = A. W-in".
Die Zensur stammt aus dem Bahnhof Kasatin einem Eisenbahnknotenpunkt im Gouvernement Kiew. Speeckaert hat ihn als Typ 1 gelistet. Er ist relativ selten daher ist dein Beleg mit Zeitraum 8.15 erweitert.
Mein Beleg - kann ich leider nicht hochladen wird wie auch einige vorhergehende Abbildungen nicht mehr angezeigt, weiß der Himmel warum.
Das Feldpostamt war in Sewastopol selbst. Die Matrosen der im Hafen liegenden Schiffe konnten ihre Post dort aufgeben. Nicht auf allen Schiffen gab es eigene Feldpostexpeditionen. Wie ich schon schrieb, war die 158 dem Hauptquartier der Schwarzmeerflotte angegliedert.
Du hast das Rätsel schon gelöst.
Das Feldpostamt wurde gebildet und geöffnet im Dezember 1915 in Sewastopol zur Bedienung des Hauptquartiers der Schwarzmeerflotte, der Schiffe und Institutionen vor Ort. Geschlossen im Februar 1918.
Gerichtet ist die Bildpostkarte nach Djakowka/Nowousensk/Samara.
Ist eine Überlegung wert!
In meinem Bestand findet sich dieser unbekannte Zeilenstempel mit handschriftlicher Nummerierung, mit Nummeratorstempel sowie einem weiteren Initialenstempel in der von dir oben gezeigten.
Hast du den Typ 3 in deinem Bestand?
Das ist ja interessant! Ich habe vor zwei Tagen einen Aufsatz auch über diesen Zensurstempel an unseren Redakteur geschickt.
Hier nun ein Beleg daraus - mit dem unbekannten Typ ähnlich des Typs 7, jedoch mit Initialenstempel des bekannten Prüfers Oberst Dshakeli (Speeckaert Typ 1B).
Russische Ganzsachenkarte aus Saratow von einem gefangenen KuK Apotheker an seine Frau in Wien.
Lediglich das einfache Poststück von Front in Richtung Heimat war von Porto befreit! Da er ins Ausland (Schweiz) gerichtet ist musste er zum gültigen Tarif von 15 Kopeken für den einfachen Brief frei gemacht werden (er ist mit einem Kopeken überfrankiert). Der Stempel "Von der aktiven Armee" war der Nachweis zur eigentlichen Portofreiheit.
Feldpostämter die als "normale" Postämter betrieben wurden hatten in der Übergangszeit bis zur Auslieferung neuer Stempel stumme Stempel mit Nummern.
Allem Anschein nach lag Speeckaert ein Beleg vor der diese Zensur mit Lublin in Verbindung brachte.
Meinen Glückwunsch nachträglich!
Der Zensurstempel wird Lublin als Typ 1 zugeordnet. So wird auch der stumme Stempel aus einem Ort im Gouvernement Lublin stammen.
Die Zensur ist aus Jekaterinoslaw Typ 8 (Seltenheit 4) also durchaus passend zum stummen Stempel (Ort der Aufgabe). Die Wachssiegel sind durch Wiederverschluss sicherlich vom Prüfer.
Schöner Beleg!
Das ist ein recht interessanter Beleg!
Die Zensur ist aus Wladiwostok Typ 3A.
Der stumme Stempel scheint der aus Berdijansk/Taurien zu sein und nach Frankreich gerichtet, merkwürdig ist dann der Transport nach Primorskaja.
Zum Vergleich anbei ein Privatpostbeleg aus Wladiwostok, dort zensuriert und nach Charbin/Mandschurei weitergeleitet. Die Frankatur wurde von der Zensur teilweise abgerissen.
Üblicherweise wurden von Besatzungstruppen gerne örtliche Postkarten verwendet, dass trifft auch auf deine Karte zu.
Das Feldpostamt 56 nahm seine Tätigkeit ab September 1916 auf und war in dieser Zeit der russischen Dobrudscha Armee innerhalb der Südwestfront zugeteilt. Der Einsatzort ist unschwer mit Constanta auszumachen. Schon Mitte Oktober wurde die Stadt von den Verbänden der Heeresgruppe Mackensen eingenommen und mit dem Zurückwerfen der russischen Verbände auch das Feldpostamt 56 zunächst nach Braila und später nach Bessarabien evakuiert.
Bisher nicht bekannt sind die Initialen "М. Ш." = M. Sch. des Typ 20. Hier auf einem Kriegsgefangenenvordruck aus Barnaul dessen Druck überwiegend in französisch (Sprache des Weltpostvereins) gehalten ist. Der eckige Rahmenstempel ist ein Hinweisstempel zur Kriegsgefangenenpost - ungewöhnlich ist darin die Nennung des Lagers. Abgeschlagen wurde er in der Lagerkanzlei. Der kopfstehende große rote Eingangsstempel des GZNB in Wien ist nicht häufig, da nur drei Monate in Gebrauch (9.15-12.15).
Das sind nicht so häufige Belege aus einer bekannten Korrespondenz. Diese Art Kriegsgefangenenkarten mit unterschiedlichen Zierabtrennungen zwischen Absender- und Adressatenteil kommen auf markant farbigen als auch auf weißem, grauen und braunem Papier vor. Auch die Papierstärken variieren stark - es wurde halt genommen was verfügbar war.
Eine orangefarbene Karte und einer Zierabtrennung mit Griffen ist auch auffällig. Zensuriert mit dem von dir gezeigten Typ 20 jedoch mit den Initialen E.M.
Das ist der Typ 28A von Speeckaert!
Er hat nur einen Teil der vorhandenen Initialen benannt (weitere Nennungen sind in den Ergänzungen). Jeder dieser Stempel unterscheidet sich geringfügig voneinander (Sterne, Anordnung der Ziffer und Buchstaben, Größe). Im Laufe der zweijährigen Verwendung, 8.15 - 11.17 (nicht nur das halbe Jahr wie im Speeckaert) findet man starke Abnutzung beispielsweise im inneren Kreis der, wenn überhaupt nur noch als Fragment erscheint.
Deine Karte ist ein russischer Druck der speziell für Kriegsgefangene angefertigt und im Lager von Petropawlowsk ausgegeben wurde. Die Kennzeichnung das es sich um Kriegsgefangenenpost handelt (portofrei) findet sich in dem schönen Rahmenstempel oben rechts, der vor Ort und nicht in der Zensurstelle abgeschlagen wurde.
Einen weiteren 28A mit den Initialen "В.П." = W.P. bilde ich zum Vergleich ab. Der Hinweisstempel "Correspondances des prisonniers de guerre" fand im Lager Kurgan Verwendung. Der Vordruck ist ein russisches Erzeugnis für das Lager (Kurgan).
Mir ist eine weitere Variante des neuen Typ 15 mit der Zensornummer 39 bekannt, die ich nicht vorenthalten möchte.
Natürlich wieder auf einer Geldanweisung nach Samarkand - in dieser Kriegsgefangenen-Korrespondenz sind ungewöhnlich viele vertreten.
Über die Zensurierung dieser Anweisungen in Petrograd könnte man einen eigenen Aufsatz schreiben, hier lassen sich viele Parallelen finden.