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Baden - Bayern Postverhältnisse

  • bayern klassisch
  • 25. März 2008 um 17:23
  • bayern klassisch
    Gast
    • 25. März 2008 um 17:23
    • #1

    Weil ich so nett gebeten wurde, und ich postgeschichtlich motivierte Bitten kaum abschlagen kann, soll ich etwas über die Postverhältnisse Badens zu Bayern schreiben, aufgeteilt in die Vormarkenzeit (VMZ) und die Markenzeit, wobei sich der Eintritt Badens zum 1.5.1851 in den Deusch - Österreichischen Postverein (DÖPV) terminlich als Trennung anbietet.

    Ich möchte daher mit dem Vertrag vom 1.3.1811 beginnen und diesen, sowie die ihm zugrunde liegenden Belege näher vorstellen.

    Briefe aus dem Erstmonat eines Vertrages sind immer gesucht, beweisen sie doch, ob das, was auf ministerieller Ebene vertraglich fixiert worden war, auch unten beim Fußvolk angekommen war und umgesetzt werden konnte.

    Der 1. Brief aus Karlsruhe vom 10.3.1811 war an den Baron von Gemmingen in Ansbach gerichtet. Der § 14A stellte fest, dass die Portofreiheiten nach den Gegebenheiten des großherzoglichen Erblandpostmeisters Thurn und Taxis anerkannt wurden, so dass die Herrscherhäuser mit ihren Ministern und Oberbeamten portofrei ihre Poststücke überlassen bekamen.
    Sie genossen also die aktive (Briefe kosteten nichts abzusenden) und passive (Briefe kosteten nichts bei der Zustellung) Portofreiheit.

    So fiel hier weder in Baden, noch in Bayern irgendein Porto an, denn der Absender war das Ministerium selbst und der Empfänger der Rechtsberater seiner Majestät. Ein absolut elitärer Brief also (wie er in meine Sammlung kommen konnte, ist mir immer noch schleierhaft ...).

    Nicht jedem war dieses Privileg zugestanden worden, denn grundsätzlich konnte man nach dem § 6 entweder ganz unfrankiert (= porto), oder bis zur badischen Grenze bezahlt (= teilfrankiert) versenden.

    Der 2. Scan zeigt das Schreiben einer bayer. Behörde aus Neustadt an der Aisch vom 26.2.1812, welches als solches ohne den Inhalt nicht erkennbar wäre. Weil es eine Erbschaftssache eines badischen Bürgers betraf, frankierte man den Brief (siegelseitig 12 Kr.) bis zur badischen Grenze. Der unten links vom Absender gesetzte "frco" - (franco) Vermerk war daher nicht ganz richtig, denn die badische Gebühr konnte der Absender weder kennen noch entrichten.
    So war es korrekt, dass an der badischen Grenze die dortige Post neben "frco" noch in Rötel "Grz", also Grenze, vermerkte und bis zum Empfänger in Neckargemünd 10 Kr. Porto forderte.
    Der Bote, welcher ihn darauf zustellte, notierte hinten "11 x", also 11 Kreuzer, weil auch er leben wollte.
    Gesamtkosten daher: 12 Kr. für Bayern, 10 Kr. für Baden und 1 Kr. für den badischen Boten = 23 Kr..

    Fortsetzung folgt

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  • Xeno
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    • 25. März 2008 um 20:43
    • #2

    Hallo bayern klassisch,

    danke für die Eröffnung des Threads, wird sicherlich sehr interessant.

    Eine Frage hätte ich noch zu den zwei gezeigten Briefen von Dir.
    Es gabe ja nur im Norden beider Länder eine gemeinsame Grenze.
    Ansonsten waren beide Länder durch das KR Württemberg getrennt.
    Die gezeigten Briefe könnten alle über die geimeinsame Grenze im Norden gegangen sein.

    Ist davon auszugehen, das alle Briefe aus dieser Zeit zwischen Baden und Bayern über diese Grenze im Norden verliefen, oder sind da nicht noch Transitgebühren aus Württemberg angefallen.
    Oder gab es einen Vertrag mit Württemberg für die Durchquerung der Briefe?

    Gruß Xeno

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    4 Mal editiert, zuletzt von Xeno (27. März 2008 um 11:14)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. März 2008 um 06:52
    • #3

    Hallo Xeno,

    es freut mich, wenn dir das Thema zusagt. Ich möchte aber erst heute abend weitere Briefe einstellen, die auch das Thema Transit durch Württemberg anschneiden.

    Prima Karte von dir - toll gemacht, vielen Dank!
    Gerade bei diesem Thread von besonderer Wichtigkeit und den Nachvollzug der Laufwege enorm erleichternd.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • Xeno
    aktives Mitglied
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    • 26. März 2008 um 12:14
    • #4

    Da bei solchen Dingen, die geschichtlichen Hintergründe auch von Interesse sein könnten, habe ich mal versucht geschichtliche Hintergründe des Landes Baden zusammen zu fassen, und habe da mal einige Quellen zusammen geführt.

    Das Land Baden, so wie wir es heute kennen entstand am Anfang des 19. Jahrhundert.
    Napoleon spielte bei der Entstehung des Großherzogtums Baden eine wichtige Rolle.

    Baden das 1803 zum Kurfürstentum erhoben wird, gewinnt im Reichsdeputationshauptbeschluß, als Ausgleich für die 1796 an Frankreich abgetretenen linksrheinischen Gebiete das Hochstift Konstanz, die rechtsrheinischen Gebiete der Hochstift Basel, Speyer und Straßburg sowie der Reichsstifte Petershausen und zum Teil Salem, die Herrschaft, die Reichsstäde Überlingen, Pfullendorf, Gengenbach, Biberach, Wimpfen, Offenburg und Zell a.H. sa,t zugehöriger Gebiete, die bisher zu Hessen gehörenden Ämter Lichtenau und Willstätt, die Güter der Abteien Schwazach, Lichtental und Frauenalb sowie vieler anderer Klöster und nicht zuletzt die kurpfälzischen Ämter Heidelber, Bretten und Ladenburg mit den Städten Heidelberg und Mannheim.

    1805 stellt Baden im Krieg zwischen Frankreich und Österreich Truppen für Frankreich. Nach Sieg der Franzsosen über Österreich, wurden die ehemlas Vorderösterreichischen Gebiete des Breisgaus mit der Stadt Freiburg und der Stadt Konstanz badisch.

    Napoleon hat somit einen Pufferstaat errichtet gegenüber den feindlichen Linien. Napoleon presste aus dem zum Großherzogtum ernannten Baden Geld und vorallem frische Truppen, die er für den Feldzug 1812 gegen Russland braucht. Von den 150.000 deutschen Männern die mit der Grande Armee kämpften kehrten nur noch 1000 Mann in die Heimat zurück.

    Im März 1813 erklärte Preußen dem napoleonischen Frankreich den Krieg. Durch diesen Beifreiungskrieg schwenkten auch die vom Rhein östlich liegenden Gebiete um, und wendeten sich von Napoleon ab, als Lohn für den gerade noch rechtzeitigen Seitenwechsel wurde Baden der bisherige Besitz des Gebietes beim Wiener Konreß 1815 garantiert.

    1819 erreicht schließlich Baden, von geringfügigen späterern Grenzkorrekturen und minimalem innerdeutschen Gebietsausgleich abgesehen, seinen heutigen Umfang, zusätzlich erhielt Baden eine
    fortschritliche liberale Verfassung, die Baden zur konstitutinonellen Monarchie machte.

    Im Jahr 1835 trat Baden dem deutschen Zollverein bei, dies auch einen wirtschaftlichen Aufschwung zu Folge hatte.

    Einige Jahre schon vor der Badischen Revolution von 1848 kam es zu Unruhen im Land. Missernten und wirtschaftliche Schwierigkeiten aber auch der Streit um den Deutschkatholizismuns liesen die Lage verschärfen, so kam es im September 1847 in Offenburg zu einer Versammlung, in der 13 Forderungen des Volkes gestellt worden sind, die im wesentlichen ganze normale Grundrechte beinhalteten.

    Mit der Mannheimer Volksversammlung im Februar 1848 beginnt die badische Revolution. Diese Versammlung wurde von radikalen Liberalen, der Name Gustav Struve ist zu erwähnen, einberufen.
    Anlass der Versammlung war auch die Nachricht aus Paris, das es dort zu revolutionären Unruhen gekommen ist. Es wurde ein Beschwerde an die Regierung in Karlsruhe gerichtet. Inhalt dieser Beschwerden waren Wohlstand, Bildung und Freiheit für alle Klassen, Volksbewaffnung mit freien Wahlen der Offiziere, unbedingte Pressefreiheit, Schwurgerichte ( nach dem Vorbild England), sofortige Herstellung eines deutschen Parlaments.
    Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass diese Forderungen in Deutschland erstmalig gemacht worden sind und die späteren Revolutionen auf Grundlage dieser Geschehnisse waren.

    Am Ende scheiterte die Revolution am 23.Juli 1849 nach zuvor dreiwöchiger Belagerung der Festung Rastatt und vielen Kämpfen zwischen 1848-1849 im ganzen Land, durch die Einnahme der Festung Rastatt durch preußische Truppen.
    27 Revolutionäre werden durch ein badisch-preußisches Standgericht hingerichtet, viele andere können fliehen ins Exil. darunter auch Srtuve.

    Aufgrund der Niederlage der Revolution und der weiterhin anhaltenden wirtschaftlichen Not, wanderten in dieser Zeit ca. 80 000 Menschen aus, vorallem nach Amerika.
    Baden blieb bis 1851 von Preußen besetzt.
    Im Mai 1851 wurden die ersten Briefmarken herausgeben, mit Einführung der Marken wurde Baden auch Mitglied des DÖPV.

    Die Streitigkeiten des Großherzogtum mit der katholischen Kirche führten 1860 zur Bildung einer liberalen Regierung.

    1866 kämpfte Baden nach Auseinandersetzungen zwischen Österreich und Preußen um die Führungsrolle im deutschen Bund mit Österreich gegen Preußen

    1871 trat Baden dann dem Deutschen Reich bei.

    Gruß Xeno

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    3 Mal editiert, zuletzt von Xeno (26. März 2008 um 15:37)

  • Xeno
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    • 26. März 2008 um 15:28
    • #5

    Da ich von Baden bereits versucht habe die Geschichte darzustellen habe ich dies nun auch bei Bayern versucht.

    Auch bei Bayern spielte Napoleon eine wichtige Rolle.

    Dem Kurfürstentum Bayern wurde bei Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 große Teile Frankens und Schwaben zugesprochen.

    Bayern stand Anfangs des 19. Jahrhundert auf der Seite Frankreich, und konnte einige Gebiete dazu gewinnen, u.a. Salzburg, Tirol und Voralberg.

    1806 wurde Bayern zum Königreich, König wurde Maximilian I

    1808 wurde in Bayern ein Staat gegründet mit eigener Verfassung, die Freiheits und Gleichheitsrechte gewährte, der König war nur noch ein Staatsorgan.

    Nach dem Tod von Maximilian I am 13.10.1825 folgte sein Sohn Ludwig I

    Ludwig I teilte sein Königreich auch in folgende Gebiete auf: Mittelfranken, Niederbayern, Oberbayern, Oberfranken, Oberpfalz, Pfalz, Schwaben und Unterfranken.
    Ebenso wurde Ludwgishafen als neuer bayrischer Rheinhafen ausgebaut, als Gegenpol zur badisch gewordenen Stadt Mannheim.
    Unter der Herrschaft Ludwig I wurde auch die erste Eisenbahnlinie 1835 zwischen Nürnberg und Fürth in Deutschland gebaut.

    Im März 1848 dankte Ludwig I nach einer Affäre mit der spanischen Tänzerin Montez ab. Nachfolger wurde sein Sohn Maximilian II.

    Zu dieser Zeit kam es auch zu demokratisch und liberal motivierten Unruhen.

    In den Monaten Mai und Juni 1849 kam es in der Pfalz zu Aufständen. Die Ziele der Revolutionäre waren u.a. auch die Abspaltung vom Königreich Bayerns.
    In Kaiserslautern rief man im Mai 1849 die Repuplik aus, wie in Baden schon geschehen.
    Es kam somit für wenige Wochen zur Ablösung der bayrischen Herrschaft. Es wurde sogar ein Bündnis mit der badischen Republik geschlossen.
    Dieser Aufstand wurde aber von preußischen Truppen niedergeschlagen und die Revolutionäre flüchteten aus dem Land. Bayern besetzte wieder seine Ämter.

    Am 1. November 1849 wurden in Bayern Briefmarken eingeführt. Bayern wurde nach dem Vertrag vom 06.04.1850, gültig ab 01.07.1850 Mitglied des DÖPV.

    Nach dem Tod von Maximilian II 1864 wurde sein Sohn Ludwig II mit 18 Jahren König von Bayern.
    Ludwig II ist heute noch bekannt als großer Bauherr u.a auch durch das Schloß Neuschwanstein.

    Ludwig II hatte aber auch schwere Entscheidungen zu treffen.
    Durch Auseinandersetzungen um die Führungsrolle im deutschen Bund kam es 1866 zu Krieg zwischen Österreich und Preußen. Bayern kämpfte u.a. mit Baden, Württemberg und Teilen Hessens an Seite mit Österreich gegen Preußen. Der deutsche Bund wurde somit 1866 auch aufgelöst.
    Am 23.08.1866 wird der Krieg zwischen Österreich und Preußen beendet.

    Nach dem Tod von Ludwig II übernahm sein Onkel Luitpold die Führung des Könighauses, nach dessen Tod wurde Ludwig III zum König.

    Nach dem 1.Weltkrieg wurde von Kurt Eisener das Königreich für beendet erklärt und es wurde die Republik ausgerufen was Bayern zu einem Volksstaat machte. Am 15.09.1919 wurde Bayern zum Freistaat mit eigener Posthoheit bis zum 31.03.1920.


    Gruß Xeno

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    2 Mal editiert, zuletzt von Xeno (26. März 2008 um 19:31)

  • carolinus
    Gast
    • 26. März 2008 um 16:45
    • #6

    Hallo Xeno,

    sehr schöne Beiträge. Bin momentan eher in nördlichen Regionen beschäftigt, aber Geschichtliches in Süddeutschland fasziniert doch immer wieder.

    Nachdem du die Geschichte Badens geschrieben hast, wollte ich die Bayerns nachtragen. Du warst schneller. Ich beschränke mich daher einfach auf ein paar Karten, die die geografischen und geschichtlichen Ereignisse veranschaulichen.

    Baden war bis zum 18. Jhdt. eine unbedeutende Markgrafschaft.
    Erst durch Napoleon wurde die Kurpfalz zerschlagen (Reichsdeputationshauptschluss). Im Reichsdeputationshauptschluss wurde festgelegt, dass Fürsten abgefunden werden sollten, die in Folge der franz. Revolutionskriege Besitz verloren hatten. In Folge der napoleonischen Verordnungen erreichte Baden in den Jahren 1803 bis 1810 erhebliche Gebietsgewinne - rechtsrheinische Territorien vieler kleiner Fürstentümer - von einem Vielfachen seiner bisherigen Größe: Baden konnte sein Gebiet von 4000 km2 auf über 15000 km2 vergrößern! Das heißt fast das Vierfache! Die im Anhang gezeigte Karte „Baden Gebietsgewinne“ veranschaulicht das.
    Baden (wie wir es aus philatel. Sicht sehen), entstand also quasi am Beginn des 19. Jahrhunderts unter kräftiger Mitwirkung Napoleons.

    Weiter zeige ich noch eine „Eisenbahnkarte Württemberg und Baden“ von 1867 und eine Badenkarte von 1850, also zu Beginn der Ausgabe der ersten Briefmarken.

    Viele Grüße
    carolinus

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    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (26. März 2008 um 17:02)

  • Xeno
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    6. November 1975 (50)
    • 26. März 2008 um 17:18
    • #7

    Hallo Carolinus,

    danke für die interessanten Karte, die Du als Ergänzung mit angefügt hast.
    Ich wollte Dir nicht zuvor kommen.

    Gruß Xeno

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. März 2008 um 18:18
    • #8

    Nachdem Xeno und carolinus uns mit wichtigen Informationen und feinem Kartenmaterial beeindrucken, versuche ich mal die Transitverhältnisse im Wechselverkehr zu verdeutlichen.

    Der 1. Brief von Lahr datiert vom 18.12.1830 und lief eingeschrieben nach Waal bei Augsburg. Er war mit 10 Kr. siegelseitig teilfrankiert bis zur württembergisch - bayerischen Grenze. Ab da kostete er noch 4 Kr. bis zum Empfänger. Die Einschreibegebühr zahlte der Absender. Um sicher zu gehen, dass der Brief nicht untergeht, stempelte der Lahrer Postler auch hinten nochmals mit dem Chargéstempel, was denkbar ungewöhnlich ist.

    Im Falle eines Verlustes hatte die Postanstalt 25 Gulden Entschädigung dem Besitzer des Postscheins zu zahlen, holte sich jedoch das Geld von dem Individuum wieder, welches ihn zuletzt gegen Unterschrift übernommen hatte. Der durfte dann einen Monat umsonst arbeiten ...

    Da der Brief Württemberg - damals von der Thurn und Taxischen Lehenspost verwaltet - transitierte, musste diese mit 2 Kr. je Loth = 17,5g brutto von der jeweils absendenden Postanstalt bezahlt werden (§ 3 c).
    Hier griff folgende Kostenstruktur:

    Baden kassierte 4 Kr. Chargé plus 10 Kr. bis Grenze WÜ - Bayern, musste aber für diesen unter 1/2 Loth schweren Brief 1 Kr. an Taxis/Württemberg Transitkosten zahlen.
    Bayern erhielt 4 Kr..

    Etwas komplizierter war es, wenn weitere nach hinten gelegene Postgebiete betroffen waren. Alle süddeutschen Staaten rechneten in Kreuzern rheinisch, Österreich aber in Kreuzer Conventionsmünze (CM), die über 20% höherwertiger war.

    Der 2. Brief aus Freiburg vom 6.8.1830 stützt sich auf den Additionalvertrag vom 1.7.1818, der nach den territorialen Änderungen beider Länder nach dem Wiener Kongreß notwendig geworden war, und anhand dessen dieser Brief wie folgt erklärt wird:

    Franko Grenze zu Bayern, hier 8 Kr. siegelseitig, bezahlte der Absender.
    Aus diesen musste Taxis/Württemberg aber nicht mit 1 Kr. abgefunden werden. Ab Baden lief er über Württemberg und Bayern im geschlossenen Transit (Bayern sah den Brief also nie, sondern transportierte ihm mit vielen anderen in einem von Baden verschlossenen Kasten) nach Österreich. Dort vergütete man Bayern für seinen Transit 6 Kr. Conventionsmünze und forderte 2 weitere Kreuzer CM für die Strecke ab der Grenze bis Feldkirch, so dass der Empfänger total 8 Kr. CM bezahlte. Aus diesen 6 Kr. CM, die 8 Kr. rheinisch entsprachen, musste jetzt Bayern an Württemberg einen Kreuzer Tansitentschädigung zahlen.

    Fortsetzung folgt

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    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (26. März 2008 um 18:19)

  • Xeno
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    • 27. März 2008 um 11:10
    • #9

    Hallo Bayern klassisch,

    mit großem Interesse habe ich die ersten vier gezeigten Briefe verfolgt.
    Ich habe mir nun noch mal Gedankanken gemacht zwecks der Kostenstruktur.

    Der erste Brief von Karlsruhe nach Ansbach ist klar, es war ein Dienstbrief und es sind keine Gebühren angefallen. Der Brief lief Gebührenfrei.

    Der zweite Brief von Neustadt a. d. Aisch nach Neckargemünd hat bis zur bayrisch badischen Grenze 12 Kreuzer gekostet, ab der Grenze nach Neckargemünd noch mal 10 Kreuzer + 1 Kreuzer für die Zustellung des Boten.
    Ich habe versucht diesen Brief noch mal zu analysieren, dabei ist mir folgendes aufgefallen:
    In Bayern als auch in Baden rechnete man eine Meile mit 7420m direkte Richtung. Die Währung in Kreuzer war ähnlich, (Süddeutsche Kreuzer)
    Von Neustadt a.d. Aisch waren es ca. 12 Meilen zur Grenze. Von der Grenze nach Neckargemünd waren es auch so ca. 12 Meilen.
    Meine Frage ist nun, wie waren zur damaligen Zeit die Gebühren eingeteilt. Wurde da auch schon unterschieden in bis 12 Meilen und in über 12 Meilen, oder sogar Abrechnung pro Meile?

    Der dritte Brief von Lahr nach Waal bei Augsburg löst bei mir folgende Frage auf. Die Badische Post verlangte für den Brief von Lahr bis zur württemberg-bayrischen Grenze 10 Kreuzer. Bayern verlangte für die Zustellung 4 Kreuzer und musste 1 Kreuzer Transit bezahlen
    Von Lahr bis württembergische Grenze ca. 10 Meilen, Transit durch Württemberg ca. 22 Meilen. Zustellung ab Grenze nách Augsburg ca. 10 Meilen.
    Württemberg verlangte für Durchquerung von ca. 22 Meilen nur 1 Kreuzer Transitgebühren. Dies kommt mir sehr wenig vor, oder wurde generell nur 1 Kreuzer berechnet. Transpotierte die Post in Würrtemberg den Brief weiter, ab badische Grenze zur bayrischen Grenze, oder brachte die badische Post mit Postkutsche den Brief selbst an die bayrische Grenze?

    Der vierte Brief von Freiburg nach Feldkirch ist sehr interessant, wenn man bedenkt, das 30 Jahre zuvor diese beiden Städte zur gleichen Verwaltungsregion aus habsburgerischen Zeiten gehörten.
    Gab es zu dieser Zeit schon Schiffsverkehr am Bodensee, die Post transpotierte, da ansonsten ja eventuell noch andere Möglichkeiten hätten bestehen können, den Brief nach Feldkirch zu bringen.

    Gruß Xeno

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    Einmal editiert, zuletzt von Xeno (27. März 2008 um 14:15)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. März 2008 um 17:07
    • #10

    Hallo Xeno,

    ein paar Antworten auf deine Fragen:

    Meine Frage ist nun, wie waren zur damaligen Zeit die Gebühren eingeteilt. Wurde da auch schon unterschieden in bis 12 Meilen und in über 12 Meilen, oder sogar Abrechnung pro Meile?

    Beide Länder rechneten allein nach ihrem inländischen Tarif. Für Bayern galt der Tarif vom 1.12.1810 mit den Entfernungszonen bis 6, 12, 18, 24, 30, 36, 42, 48, 54, 60, 70 und über 70 bis 80 Meilen.
    Der einfache Brief bis 1/2 Loth kostete daher entfernungsaufsteigend 3, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22 und 24 Kr. analog zu oben.
    Bei höheren Gewichten entsprechend mehr.

    Hat der 2. Brief also 12 Kr. für Bayern gekostet, dann war er von 12 - 18 Meilen Entfernung über 1 bis 1,5 Loth schwer.

    Ich füge mal eine Taxtabelle unten an.

    Württemberg verlangte für Durchquerung von ca. 22 Meilen nur 1 Kreuzer Transitgebühren. Dies kommt mir sehr wenig vor, oder wurde generell nur 1 Kreuzer berechnet. Transpotierte die Post in Würrtemberg den Brief weiter, ab badische Grenze zur bayrischen Grenze, oder brachte die badische Post mit Postkutsche den Brief selbst an die bayrische Grenze?

    Die Post wurde bis zur Grenze Württembergs gefahren, dort übergeben, und von Württemberg entweder nach Richtung Baden oder Bayern gefahren. Hierfür wurden 2 Kr. je Loth brutto an Württemberg vergütet.
    Da ein Brief üblicherweise unter 1/2 Loth wog - es gab natürlich auch viel schwerere - kostete ein einfacher Brief Baden und Bayern etwa 1 Kr. Transitgebühren. Welche Meilenzahl hierbei zurück zu legen war, war unerheblich.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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  • Xeno
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    • 27. März 2008 um 19:55
    • #11

    Hallo bayern klassisch,

    diese Antworten und die anhängendeTaxtabelle für Bayern helfen mir beim Verstehen der Briefe schon um einiges weiter.
    War dieser Tarif vom 01.12.1810 gültig bis zur Markeneinführung, oder wurde dieser Tarif noch mal geändert?

    Vielen Dank für die Infos!

    Vielleicht ist es noch möglich eine ähnliche Taxtabelle für Baden noch
    darzustellen.
    Vielleicht hat jemand Infos darüber, oder aus welcher Quelle man diese beziehen kann?

    Gruß Xeno

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. März 2008 um 20:20
    • #12

    Hallo Xeno,

    die badische Taxtabelle habe ich leider nicht - damals hatte sie der bayer. Postler auch nicht.

    Vielleicht kann die ARGE Baden da weiterhelfen ...

    Diese Tarife galten in Bayern bis zum 31.12.1842. Danach kamen die Gebühren vom 1.1.1843 bis zum 30.6.1849, dann die bekannten Gebühren vom 1.7.1849.

    Beim vorletzten Postvertrag Badens mit Bayern zum 1.8.1843, ich werde noch auf ihn ausführlich zu sprechen kommen, haben wir jedoch die nationalen Gebührensystems in veränderter Form zu gewärtigen, also eigene Entfernungstarife, nur für die Korrespondenz zwischen diesen beiden Ländern!

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 31. März 2008 um 17:11
    • #13

    Zum 1.1.1834 wurden durch die Münchner Verträge viele Transite von Nord nach Süd et vice versa neu geregelt, ohne dass dies die Gebührenordnungen der vorherigen Verträge im Wechselverkehr änderte.

    Der 1. Brief zeigt den Postlauf am 10.2.1843 von Offenburg nach Nürnberg über Würzburg, also ohne die Transitierung Württembergs. Von Offenburg bis zur bayer. Grenze (nicht bis Würzburg!) wurden 12 Kr. notiert und in Würzburg mit dem Auslagestempel bedruckt. Hinzu kamen weitere 6 Kr. bayer. Porto bis zum Empfänger, so dass dieser 2 Tage später 18 Kr. total zahlen durfte.
    Während es für Baden das alte Inlandsporto war, war in Bayern seit dem 1.1.1843 das neue Gebührenregulativ gültig, so dass von der bayer. Grenze bis Nürnberg nur noch 6 Kr. angesetzt wurden.

    Wenn man ihn liest, stellt man fest, dass der Offenburger an den Nürnberger Pakete mit Schokolade und Gewürzen versandte, in die er Briefe und Rechnungen für andere bayer. Empfänger einschloss, wie auch umgekehrt der Nürnberger seinen Spezereien nach Offenburg und Umgebung Briefe und Rechnungen für dortige Kunden beifügte. Rechtlich zwar verboten, aber wer wollte es kontrollieren? Der Fachausdruck hierfür war "Unterschleif".

    Der 2. Brief belegt die gleiche Leitung. Nun aus Walldürn vom 19.10.1842 nach Ühlfeld, in Bayern noch nach dem alten Regulativ bis zum 31.12.1842 taxiert. 4 Kr. für Baden, in Würzburg mit der roten Auslage überstempelt, und die 4 Kr. Inlandsporto ergabe total 8 Kr. für den Empfänger.

    Der 3. Brief zeigt eine Besonderheit, die ich seitdem nicht mehr fand. Er wurde am 23.2.1836 vom k. b. Hauptzollamt Speyer an die vorgesetzte General - Zoll - Administration in München als gebührenfreie R.S. gesandt. Jedoch nicht über Baden - Würzburg nach München, sondern "wegen Dringenheit durch Baden und Württemberg". Also statt des kostenfreien Transits durch Baden aus der Pfalz, kostete er die bekannte Transitgebühr für Württemberg, womit es eben 1 - 2 Tage schneller ging.

    Der 4. Brief ist nur über den Inhalt zu erklären. Er datiert vom 7.5.1841
    und wurde im französischen Strasbourg geschrieben. Man brachte ihn noch am selben Tag über den Rhein in das gegenüberliegende badische Kehl, von wo aus er direkt über Würzburg nach Hof lief. Baden bekam 10 Kr. und Bayern 12 Kr., so dass der Empfänger 22 Kr. zahlen musste. Das ist etwa die Hälfte dessen, was er bei einer Postaufgabe in Strasbourg gekostet hätte.
    Die Ersparnis war also enorm!

    Fortsetzung folgt

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 2. April 2008 um 17:40
    • #14

    Der letzte vormarkenzeitliche Vertrag mit Wirkung vom 1.8.1843, war wohl der modernste, den es damals gab. Nun wurde alles anders, vor allem aber günstiger und problemärmer gestaltet. Nach den §§ 2 und 3 kostete das Franko und das Porto gleich viel, und zwar für einfache, bis 1/2 Loth schwere Briefe bis 6 Meilen total 4 Kr., bis 15 Meilen total 8 Kr. und darüber hinaus nur noch 12 Kr.. Diese Gebühren waren nach Quartalsende halbscheidig zu teilen.

    Darüber hinaus gab es ermäßigte Gebühren zwischen:

    Esselbach und Wertheim 2x
    Miltenberg und Hundheim 2x
    Oggersheim und Mannheim 2x
    Speyer und Waghäusel 2x
    Speyer und Mannheim 3x
    Langenkandel und Karlsruhe 2x
    Miltenberg und Wertheim 3x und
    Roßbrunn und Wertheim 3x.

    War ein Brief aber schwerer als das halbe Loth, wurde die Taxe nach der für das Inland geltenden Progression berechnet, was bedeutete, dass schwere Briefe aus Baden nach dem kölnischen Markgewicht, schwere bayerische aber nach dem Münchner Loth tarifiert wurden!

    1) Brief aus Freiburg vom 23.3.1847 nach München. In Augsburg wurden 12 Kr. in Auslage genommen, die in München 3 Tage später kassiert wurden. Mit der Generalrechnung vom 31.3. wurde Baden die Hälfte überwiesen.

    2) Brief des bayer. Hauptzollamts in Neuburg am Rhein nach München vom 30.4.1844. Da Neuburg keine eigene Post hatte, brachte man den Brief über den Rhein mit einem Flößer nach Durmersheim und gab ihn dort auf. Dort hatte man keine Probleme damit und spedierte ihn gratis weiter nach München. Nur 2 Briefe sind bisher derart behandelt bekannt geworden (hätte ein Düsseldorfer Auktionator nicht gepennt, hätte ich den 2. auch noch!).

    3) Brief aus Schopfheim vom 2.11.1845 nach Steyr in Österreich. Der § 9 bestimmte, dass bei transitierenden Briefen die einfache Taxierung Anwendung findet, indem "die Taxe vom Aufgabeort bis zur Grenzstation gegen das dritte (hier Österreich) Postgebiet maßgebend ist".
    Im geschlossenen Transit durch Bayern wurden also 12 Kr. Conventionsmünze in Österreich kassiert, die 15 Kr. rheinisch entsprachen. Das badische Kartierungspostamt kennzeichnete korrekt mit BAD.Oe., also Badisch - Oesterreichische Korrespondenz um den günstigen Tarif zu dokumentieren.

    wird fortgesetzt

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 2. April 2008 um 17:59
    • #15

    Finale:

    Aus einer Korrespondenz, die vor vielen Jahren aufgelöst wurde, konnte ich ein paar Briefe ersteigern, die ich taxmäßig damals nicht recht verstand.
    Dreimal der selbe Absender, dreimal der selbe Laufweg, dreimal der selbe Empfänger und dreimal andere Porti, obwohl alle Briefe gleich groß und ähnlich schwer waren.
    Heute weiß ich es besser.

    Der 1. stammt vom 17.5.1819, der 2. vom 2.5.1834 und der letzte vom 1.1.1844.

    Wer gut aufgepasst hat, kann sie vielleicht entschlüsseln.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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  • Xeno
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    • 4. April 2008 um 10:57
    • #16

    Hallo bayern klassisch,

    Bei allen 3 Briefen wurden drei unterschiedliche Verträge zu Grunde gelegt. Es gibt Verträge ab dem 01.03.1811, ab dem 01.01 1834 und dem 01.08.1843.

    Die Briefe gingen von Wertheim (eigentlich direkt an der badisch bayrischen Grenze gelegen) via Würzburg an einen für mich unbekannten Ort, da ich durch die Schrift den Empfangsort nicht entziffern kann.

    Meine These:
    Bei den ersten beiden Briefe musste der Absender 8 Kreuzer an das badische Postamt bezahlen. Unter dem Auslagestempel Würzburg steht einmal 4 und einmal 5, diese waren die Kosten für den Weg Grenze nach Würzburg, anschließend fielen noch mal Gebühren für die Zustellung innerhalb Bayerns an. Einmal 13 das andere mal 12 Kreuzer.

    Beim dritten Brief musste der Absender nur noch 20 Kreuzer für den kompletten Weg bezahlen.

    Ich bin mir allerdings sehr unsicher was dies angeht, und eine genaue Beschreibung zu den Briefen wäre wohl sehr hilfreich für mich.

    Danke für das Zeigen, der schönen Briefe. Ich hatte die letzten Tage sehr viel um die Ohren und melde mich daher erst heute zu den Briefen.

    Gruß Xeno

    It´s a 106 miles to Chicago. We´ve got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, it´s dark and we´re wearing sunglasses.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. April 2008 um 11:07
    • #17

    Hallo Xeno,

    der 1. Brief kostete 5 Kr. bis zur bayer. Grenze und ab da 8 Kr. bis zum Emfpänger nach Markt Ippesheim (links unten Vermerk "p(ar) Uffenheim").

    Der 2. Brief kostete nur noch 4 Kr. bis zur bayer. Grenze und wieder 8 Kr. bis zum Empfänger. Baden hatte also sein Tarifsystem nach unten verändert, Bayern nicht.

    Der 3. Brief nach dem neuen Vertrag kostete 20 Kr., weil er schwerer war, und nach dem kölnischen Gewicht tarifiert wurde. Eigentlich waren ja 4, 8 oder 12 Kr. für einfache Briefe, je nach Entfernung, vertraglich festgesetzt worden. Dieser wog aber mehr und wurde so auf 20 Kr. von Baden allein taxiert! Bayern standen hiervon 10 Kr. zu. Vermutlich wog er 1,5 - 2 Loth kölnisch. Bayern wog nicht nach, sondern akzeptierte die gemeinschaftliche Forderung.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • BaD
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    • 20. April 2008 um 19:53
    • #18

    Dieser Brief wurde in Konstanz, was zu Baden gehörte, aufgegeben.
    Er wurde aber in Dornbirn, was wohl zur Schweiz gehörte geschrieben. War es von Konstanz billiger? Ich denke mit Botzen ist das jetzige Bozen in Südtirol gemeint. Gehören die Zahlen auf der Rückseite zur Taxierung?

    Vielleicht weiß jemand was.

    Mit besten Grüssen BaD

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. April 2008 um 20:01
    • #19

    Hallo Bernd,

    wenn der Brief in Dornbirn geschrieben wurde, dann stammt er ja aus Österreich. Bozen lag auch in Österreich.
    Konstanz war badisch, das ist korrekt. Er lief also wieder ins eigene Land retour.

    Ein Grund kann sein, dass der Absender ihn schon geschrieben hatte, vorbehaltlich einer Geschäftsreise nach oder über Konstanz.
    Dort gab es wohl nichts neues, oder man hat dort ihm etwas beigefügt, und ihn dann zur Post gegeben. Es kann auch andere Gründe geben. Vielleicht geht aus dem Inhalt etwas hervor?

    Statt 14 Kr. CM kostete er so 6 Kr. rheinisch für Baden plus 14 Kr. für Österreich. 6 Kr. war es das dem Absender wohl wert.

    Sehr interessantes Stück und so mir nur ein paar mal bekannt.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • BaD
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    • 20. April 2008 um 20:25
    • #20

    Vielen Dank bayern klassisch,

    er hat ihn am Tag des Poststempels in Dornbirn geschrieben oder ist das Datum im Brief 28.9.? Es war wohl ein Kaufmann, da waren die 6kr.wohl nicht so schlimm.

    Gruß BaD

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