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Baden - Bayern Postverhältnisse

  • bayern klassisch
  • 25. März 2008 um 17:23
  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. April 2008 um 20:45
    • #21

    Hallo Bernd,

    das Datum des Briefinhalts ist der 28.11. (Novembris). Von Dornbirn nach Konstanz an einem Tag - das war zu schaffen, wenn es auch knapp wurde.

    6 Kr. waren zwar für normale Leute viel Geld, aber, da hast du Recht, der Handel hat das umgelegt.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 11:55
    • #22

    Als Endphase der VMZ bezeichne ich die Zeit vom 1.11.1849 bis zum 30.4.1851, jene Zeit nämlich, in der Bayern schon Marken herausgebracht hatte, ab dem 1.7.1850 auch schon dem Postverein angehörte, aber Baden weder Marken noch Postvereinszugehörigkeit besaß.

    Es ist dies eine interessante Periode und man muss schon ein wenig länger nach Briefen suchen, was aber die Freude nach einem Kauf nur verdoppelt.

    Anfangen möchte ich mit einem Portobrief aus Ettlingen vom 31.3.1850 nach Haarburg (Harburg) bei Donauwörth, wie er kaum schöner sein könnte.
    Wie wir wissen, war ab dem 1.8.1843 nur noch eine Gebühr bei Franko- wie Portobriefen zu notieren, die halbscheidig zu teilen war.

    Der Auslagestempel von Augsburg zeigt also nicht, wie davor, den fremden = badischen Anteil bis zur bayer. Grenze an, sondern den Gesamtbetrag, den der Empfänger zu zahlen hatte. Hier 12 Kr. für Briefe über 15 Meilen. Einen Portozuschlag gab es nicht in der Vormarkenzeit (VMZ).

    Der 2. Brief stellt ein Unikum dar, denn es ist ein frankierter aus Freiburg vom 26.11.1850 nach München. Siegelseitig hat man 12 Kr. vom Absender erhoben. Da er schwerer war, als einfach, wog man ihn später nach und stellte fest, dass er "noch 6 x p(or)to" kostete. Elegant schlug man den Auslagenstempel von Augsburg genau auf der 6 ab. Der frei - Vermerk des Absenders war also hinfällig.

    Schließen möchte ich mit einem Transitbrief aus Freiburg nach Steyr vom 27.11.1849, wie er schöner kaum sein könnte. Er trägt den badischen Vertragsstempel BAD.Oe. für die badisch - österreichische Korrespondenz.
    Da Bayern und Baden als ein einheitliches Postgebiet anzusehen waren, kam nur die Gesamttaxe von 12 Kr. in Ansatz. Ab der bayer. Grenze zu Österreich wurden 4 weitere Kr. fällig, so dass der Empfänger total 16 Kr. Conventionsmünze zu entrichten hatte. Diese entsprachen etwa 20 Kr. rheinisch.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 5. Oktober 2008 um 13:29
    • #23

    Liebe Sammlerfreunde,

    möchte einen interessanten Beleg nachreichen:
    Herzoglich Bayerische Dienstsache von Holzkirchen (bei Remlingen - Kgr. Bayern) nach Gerlachsheim (bei Tauberbischofsheim - Großherzogtum Baden) vom 4.6.1842.
    Aufgabestempel REMLINGEN in rot. In Bayern bestand Portofreiheit (Rückseite roter Querstrich), in Baden jedoch nicht.
    Nach der Postreform in Baden im Jahr 1841 war folgender Tarif:
    Bis 3/4 Loth über 3 bis 6 Meilen = 4 Kreuzer, die der Empfänger zu zahlen hatte.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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    Einmal editiert, zuletzt von VorphilaBayern (5. Oktober 2008 um 13:35)

  • Bayern-Nils
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    • 12. März 2009 um 15:13
    • #24

    Hallo Freunde

    Kürzlich habe ich einen Brief bekommen wo ich die Taxen nicht richtig verstehe. Es ist ein Franko Chargebrief von Nürnberg nach Freiburg in Baden, der 27. September 1834 abgeschickt ist. Der Absender hat die Chargegebühr bar bezahlt und ist nirgends auf den Brief notiert. So was es Siegelsetig notiert ist, ist was der Absender für den Postgang bezahlt hat. Und Rückseitig ist es 12/15 geschrieben. Falls 12 Kreuzer bis nach bayerische-badische Grenze bezahlt ist, bleibt es für Baden nur 3 Kreuzer übrig. Stimmt wohl nicht.
    Falls jeder 6 Kreuzer gekriegt haben, was ist dann die 3 Kreuzer? Ist es 3 Kreuzer für Württemberg?

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 12. März 2009 um 16:56
    • #25

    Hallo Nils,

    da ist ja wieder ein schöner Brief im Land der Fjorde gelandet - Respekt!

    Die Chargégebühr wurde immer bar entrichtet, hier 4 Kr..

    Da der Empfänger eine großherzoglich badische Behörde war, die einen unfrankierten Brief nicht angenommen hätte oder hätte annehmen müssen, musste voll frankiert werden.

    Im Nenner nannte man sich immer selbst, also hier Bayern, und bekam 15 Kr..
    Darin enthalten waren 2 Kr. je Loth brutto für den geschlossenen Transit durch Württemberg, den immer die Absendepostanstalt zu zahlen hatte (franko wie porto).

    Für die badische Post kamen noch 12 Kr. hinzu, so dass der Brief total 31 Kr. gekostet hat. Dafür hätte man auch 6 Pfund Kalbsfleisch kaufen können ... wenngleich Kalbsfleisch von 1834 heute, schon aus optischen Gründen, an deinen Brief nicht heran reicht, und ich denke, dass auch die Fleischerinnung es heute so sieht. :D

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 12. März 2009 um 17:35
    • #26

    Hallo bayern klassisch

    Besten Dank für deine Antwort.

    Wenn ich es richtig verstehen habe ist dieser Brief in 3. Taxrayon in 3. Gewichtsstufe eingeliefert. So das Württemberg 3 Kreuzer für bis 1 1/2 Loth Gewicht gekriegt hat.

    Ist es richtig?

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 14. März 2009 um 06:39
    • #27

    Hallo Nils,

    spät kommt meine Antwort, doch sie kommt!

    Du hattest Recht, es war ein Brief über 12 - 18 Meilen in Bayern, der über 1 bis 1,5 Loth wog.

    Wie viel er genau gewogen hat, wenn er heute nicht so schwer sein sollte, wird man nicht mehr sagen können.

    Das Gewicht wurde brutto gewogen, nicht netto. Das Gewicht des einzelnen Briefes war also egal, da pauschal vergütet wurde.

    Beispiel: Jeden Tag liefen 100 Loth Briefe, egal wie viele und wie schwer die einzelnen gewesen waren, aus Bayern über Württemberg nach Baden.

    Dann musste Bayern an Württemberg (Taxis damals) 200 Kreuzer je Tag vergüten. Hätte dein Brief genau 1,5 Loth gewogen, wären es 3 Kr. gewesen, hätte er nur 1,01 Loth gewogen, wären es nur 2 Kr. gewesen.

    Bei einer Netto - Vergütung hätte man jeden Brief individuell verwiegen und einzeln abrechnen müssen. Dies wäre sehr zeitaufwändig gewesen und hätte für alle Verwaltungen wesentlich höhere Kosten nach sich gezogen, die logischerweise auf die Porti umgelegt worden wären. Es war also eine Maßnahme der Vergünstigung von Postgebühren.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 14. März 2009 um 13:52
    • #28

    Hallo bayern klassisch

    Besten Dank für deine Bestätigung. :)

    Die Unterschied zwischen brutto und netto Gewicht verstehe ich, aber nicht in diesem Zusammenhang. Der Brief ist wohl von ein Postbeamter gewogen und dann hat der Absender den Franko bezahlt. Er hat die tatsächliche Beitrage bezahlt.
    Was du hier nennt ist, wie ich es verstehe, ist wie es zwischen die Behörden gemacht ist? Also in diesem Fall, dass Württemberg nicht notwendigerweise die drei Kreuzer gekriegt hat, sondern nach dem Gewicht von dem Postsack.
    Habe ich es richtig verstanden.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 14. März 2009 um 14:34
    • #29

    Hallo Nils,

    so ist es! Es gab die Einzelabrechnung und die Bruttoabrechnung.

    Die erste war zeitaufwändig, teuer, kompliziert, oft fehlerhaft, mehrfach nachzukontrollieren usw. usw..

    Hatte man einen Postsack von z. B. 30 Loth = 1 Pfund Gewicht, dann brauchte man nur von dem Gesamtgewicht des Postsacks mit den Briefen diese 30 Loth abzuziehen und diese Lothzahl aufgerundet mit 2 zu mulitplizieren, um die bayerische Ablieferschuldigkeit an Württemberg (Taxis) zu ermitteln.

    Stelle dir mal vor man hätte vereinbart, dass Bayern für jeden Brief bis 1 Loth 2 Kreuzer Transit zu zahlen gehabt hätte. Ich stelle mal beide Abrechnungsarten gegenüber:

    Briefgewicht: Bruttoabrechnung: Individualabrechnung:

    0,25 Loth............ 0,5 Kr............................2 Kr.
    0,5 Loth...............1 Kr............................. 2 Kr.
    1 Loth................. 2 Kr..............................2 Kr.
    1,5 Loth...............3 Kr. (dein Brief).............4 Kr.
    2 Loth..................4 Kr..............................4 Kr.
    4 Loth..................8 Kr..............................8 Kr.

    Man hätte also mit der Individualverrechnung mehr Geld eingenommen aber gleichzeitig die vielfache Arbeit gehabt - auch für die Korrespondenten war durch die schnellere Bearbeitung der Bruttoverrechnung der zügige Versand ihrer Briefe gewährleistet, so dass wir eine klassische win - win - Situation haben.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
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    29. April 1962 (63)
    • 14. März 2009 um 15:49
    • #30

    Hallo bayern klassisch

    Besten Dank.
    Dann ist alles klar :) :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • columbus
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    • 5. April 2009 um 17:40
    • #31

    Hallo Sammlerfreunde,

    ich möchte einen Brief vom 16.8.1840 von Constanz nach Steyer in Österreich zur Diskussion stellen. Er könnte über München, Braunau und Linz gelaufen sein.

    Auf der Anschriftseite befindet sich zwar der Vermerk "fco", aber vor dem Gemeinschaftsvertrag Baden/Österreich von 1843 konnte er nicht ganz franko verschickt werden. Die vorderseitige Taxierung von 10 Kr CM ist wohl der österreichische Anteil für 7 bis 9 durchlaufene Posten von Braunau bis Steyer. Falls der Brief über Bregenz gelaufen wäre, müsste der österreichische Anteil wohl 14 Kr CM für mehr als 12 durchlaufene Posten sein.

    Bayern klassisch hatte in diesem Thread einen Brief von Freiburg nach Feldkirch von 1830 gezeigt, der vom Absender bis zur Grenze Baden/Württemberg frankiert ist. Der Empfänger musste den bayerischen (inkl. Transit Württemberg) und den österreichischen Anteil bezahlen.

    Auf meinem Brief befindet sich rückseitig die Taxierung 12 und 6 Kr rh. Der Absender bezahlte damit den badischen und den bayerischen Teil??? Für einen klärenden Hinweis (auch bezüglich der Gebührenhöhen) wäre ich sehr dankbar.

    Freundliche Grüße
    columbus

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. April 2009 um 18:13
    • #32

    Hallo columbus,

    es war ein Teilfrankobrief mit folgender Gebührenteilung:

    6 Kr. für Baden (abzüglich 1 Kr. für den Transit über Württembergs an die dortige Lehenspost Thurn und Taxis)
    12 Kr. für Bayern bis zur österreichischen Grenze bei Salzburg und 10 Kr. CM für Österreich nach dem Reglement von 1819 (heute alles aus dem Kopf) wenn ich nicht irre.

    Briefe über 30 - 36 Meilen bis 0,5 Loth kosteten 12 Kr. in Bayern; ich denke, dass das hier hinkommt.

    Die 6 Kr. für Baden entsprechen dem badischen Inlandstarif.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • columbus
    neues Mitglied
    Beiträge
    42
    • 5. April 2009 um 20:25
    • #33

    Hallo bayern klassisch,

    vielen Dank für die wiederum sehr kompetente Antwort. Verstehe ich das richtig, dass die Absender in Baden entscheiden konnten, ob sie Sendungen nach Österreich bis zur Grenze Baden/Württemberg oder bis zur Grenze Bayern/Österreich frankieren konnten?

    Viele Grüße
    coöumbus

  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. April 2009 um 20:44
    • #34

    Hallo columbus,

    so war es. Leider kenne ich die badischen Bestimmungen nicht, aber die beiden Briefe zeigen eindeutige Merkmale, auf Grund derer dies gefolgert werden kann.

    Gäbe es mehr Briefmaterial, würde man sicher mehr heraus finden können.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • columbus
    neues Mitglied
    Beiträge
    42
    • 5. April 2009 um 20:59
    • #35

    Hallo bayern klassisch,

    vielen Dank. Dann werde ich auch mal nach weiteren Belegen Ausschau halten.

    Viele Grüße
    columbus

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
    Beiträge
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    Geburtstag
    7. August 1955 (70)
    • 8. April 2009 um 13:17
    • #36

    Liebe Sammlerfreunde,

    möchte zum Thema "Baden - Österreich" zwei Belege zeigen.
    Den erstgenannten Brief habe ich bereits an anderer
    Stelle gezeigt.

    Unfrankierte Parteisache von Meersburg nach Graz
    vom 24. März 1850. In Graz wurde auf der Rückseite
    vermerkt: "Wird nur Franko angenommen". Der Brief
    ging daher wieder zurück und der Absender mußte
    28 Kreuzer Porto bezahlen.

    Dienstsache aus Gerlachsheim mit Aufgabestempel
    Bischofsheim nach Wien vom 26. März 1836.
    In Wien bezahlte der Empfänger 42 Kreuzer Porto
    zuzüglich 1 Kreuzer Bestellgebühr (im Brief vermerkt).


    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. April 2009 um 16:29
    • #37

    Liebe Sammlerfreunde,

    heute zeige ich einen Portobrief aus Freiburg vom 28.12.1855, der zuerst nach München gerichtet war. Von dort war der Empfänger aber nach Faenza abgereist, so dass man ihn nach dorthin senden musste.

    Wer kann die Gebühren interpretieren und den Laufweg rekonstruieren?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. April 2009 um 07:48
    • #38

    Hallo,

    vlt. ist der Brief noch etwas zu schwierig zu interpretieren, so dass ich das PO - Rätsel mal löse.

    1. Teil der Reise

    Unfrankiert in Freiburg am 28.12.2855 aufgegeben, notierte die Aufgabepost dort 12 rheinische Kreuzer (Kr. rh.) für Briefe unter einem Loth über 20 Meilen Entfernung, also ein reiner Postvereinsbrief.

    Über Württemberg lief er im geschlossenen Transit nach München, wobei Württemberg ab 1855 seine inneren Vereinstransite mit Baden pauschal verrechnete und hierfür etwa 1/2 Kr. rh. später von Baden vergütet bekam.

    Bei seiner Ankunft in München am 30.12.1855 unterstich man mit Rötel die badischen 12 Kr. und versuchte die Zustellung zu bewirken.

    Dies gelang nicht, jedoch erhielt man die neue Adresse des Empfängers in Faenza, welches damals im Kirchenstaat lag.

    2. Teil der Reise

    Der Brief wurde nun als neu aufgegeben angesehen, obwohl man hierfür hätte den Münchner Aufgabestempel vorne abdrücken müssen, was unterblieb. Man beließ die badischen 12 Kr. rh. und notierte rechts davon / 9 für den bayerischen Portoanspruch von 9 Kr. ab München bis zur Grenze Österreichs mit dem Kirchenstaat. Da es nun ein Auslandsbrief geworden war, war für Briefe über 20 Meilen keine Portozuschlag anzusetzen, daher nur 9 statt 12 Kr. rh..

    Hier hat München falsch gehandelt, denn wenn der Brief ausgeliefert worden wäre, hätte man nicht die 12 Kr. von Baden weiter rechnen dürfen, und wenn er nicht ausgeliefert worden war, hätte man nicht die eigenen 9 Kr. ansetzen dürfen.

    Österreich (Innsbruck) bekam den Brief am 8.4.1856 von München zukartiert und addierte die beiden Gebührenteile 12 / 9 zu 21 Kr. CM (!)mit schwarzer Tinte. Dann leitete man ihn nach Ferrara weiter. Beim dortigen Grenzaustausch wurden diese 21 Kr. CM gestrichen und mit Rötel 21 Kr. CM erneut angesetzt, da der Brief schon etwas unübersichtlich geworden war.

    Am 12.1.1856 endlich wurde er seinem Empfänger in Faenza (der Ort ist und war berühmt für keramische Erzeugnisse, nach denen diese auch benannt werden) für 17 Bajocchi zugestellt, denn 12 Bajocchi entsprachen den von Österreich geforderten 21 Kr. CM und 5 Bajocchi entsprachen dem Inlandsporto des Kirchenstaats.

    Nach Einzug dieser 17 Bajocchi wurden der österreichischen Postverwaltung quartaliter die geschuldeten 21 Kr. CM, die etwa 26 Kr. rh. entsprachen, gutgeschrieben.

    Diese vergütete Bayern 21 Kr. rh. und machte so 5 Kr. rh. Gewinn für ihre Tätigkeit, obwohl hier für Österreich keine Transitkosten (im Gegensatz zu Württemberg) angefallen waren, ein reiner Währungsgewinn also (sogenannter "Windfall - Profit").

    Bayern behielt seine 9 Kr. rh. und vergütete Baden 12 Kr. rh., die wiederum Württemberg 1/2 Kr. rh. abtraten.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • balf_de
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    Geburtstag
    26. August 1943 (82)
    • 29. April 2009 um 21:14
    • #39

    Donnerwetter!
    Bis zu den 12 Kreuzern Postvereinsporto (9 Kreuzer für >20 Meilen + 3 Kreuzer Strafe für nicht frankiert) und - vielleicht - bis zur Korrektur in "9", da für Auslandsbriefe noch kein Strafporto anfiel, bin ich auch noch gekommen. Aber dann ging es ja bei Dir erst richtig los!
    Muss man das mit den Bajocchi eigentlich immer parat haben ???
    Viele Grüße
    balf_de

    Einmal editiert, zuletzt von balf_de (29. April 2009 um 21:15)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. April 2009 um 21:24
    • #40

    Hallo balf_de,

    nein, musst du nicht. Ab 1868 rechnete der Kirchenstaat in Centesimi! ;)

    Aber die anderen italienischen Staaten teils in Crazie, Scudi, Decimi, Soldi, Grana usw. usw. - da kommt schon einiges zusammen für einen armen AD - Sammler. Hauptsache man verliert nicht ganz den Überblick. :jaok:

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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