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Alte Briefe ohne Marken...

  • rabege
  • 18. März 2008 um 18:00
  • bayern klassisch
    Gast
    • 30. November 2008 um 17:05
    • #401

    Hallo Schnulli,

    der Stempel heisst "Recommandirt".

    Die Taxe von 4 Ngr. setzt sich aus dem Porto von 2 Ngr. und der Reco - Gebühr von 2 Ngr. zusammen.

    Der Absender zahlte daher gar nichts und überließ die Kosten dem Empfänger.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • mremeier
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    • 1. Dezember 2008 um 23:13
    • #402

    Von Hungen nach Lich (Hessen) 4.4.1851

    Weshalb sind absolut keine Gebührenvermerke auf diesem Brief?

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  • mremeier
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    • 1. Dezember 2008 um 23:29
    • #403

    Stempel aus den Jahren 1839 / 1840 / 2x 1844 / 1850

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  • stampsx
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    • 2. Dezember 2008 um 00:19
    • #404

    Auf dem Hungenbrief steht der Grund: DS (Dienstsache), siehe unten links, die zwei Buchstaben oben

    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
    AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
    kontakt@stampsx.com - Stempeldatenbank

  • mremeier
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    • 2. Dezember 2008 um 23:12
    • #405

    Danke.

  • Totalo-Flauti
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    • 6. Dezember 2008 um 20:40
    • #406

    Hallo liebe Sammlerfreunde,

    ich habe neulich einen Porto-Brief ersteigert. Er wurde am 25.Jan.1860 von Leipzig über Berlin Anhalter Bahnhof (25.Jan.), Hamburg (26.Jan.), Svinesund (30.Jan.) und Christiania (03.02.) nach Valders (ist hier eventuell Valdersund gemeint ?) in Norwegen versendet. Wenn ich meinen Milde richtig verstehe, sollte ab Dez. 1858 ein Brief aus Sachsen mit 9 1/2 NGr bezahlt sein. 3 NGr für die Vereinsgebühr und 6 1/2 NG für die Fremdgebühr im Winter (über Schweden). Aber ich komme über die 3 NGr. Vereinsgebühr nicht weiter. Siegelseitig sind 2 mal Taxen mit jeweils 3 und Vorderseitig einmal mit 3 und zweimal mit 4 taxiert worden. Sind hier die unterschiedlichen Währungen berücksichtigt? Oder gibt es gar einen Unterschied in der Taxierung zwischen Porto- und Franco-Brief? Was könnte der Vermerk L 28 auf der Siegelseite über dem Berliner Stempel bedeuten? Auch kann ich den Vermerk auf der Vorderseite über dem Leipzig-Stempel nicht deuten. Ich würde mich sehr über Eure Hilfe freuen.

    Gruss Totalo-Flauti

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  • Bayern-Nils
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    • 6. Dezember 2008 um 22:18
    • #407

    Hallo Totalo-Flauti

    Obwohl ich Norweger bin kenne ich die norwegische Postverhältnisse ganz schlecht. Aber etwas zu dein Brief kann ich sofort sagen. Etwas muss ich noch untersuchen.

    Dein Brief ist nach Sør-Aurdal in Valdres gerichtet.

    Die Taxierungen kann ich (falls ich kann) morgen etwas dazu sagen. Am besten wäre es wenn solid611 antwortet. Er kann diese Sachen sehr gut.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • mremeier
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    • 7. Dezember 2008 um 00:20
    • #408

    Eine Geldsendung von Wien nach Hamburg.
    Ist das oben links ein Postwertzeichen oder eine Werbung dafür?

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  • solid611
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    • 7. Dezember 2008 um 00:56
    • #409

    Hallo Totalo-Flauti und Nils,

    erstmal danke für das Lob Nils.:-)
    Totalo-Flauti ohne zu wissen was du bezahlen mußtest, denke ich es war nicht zuviel für diesen posthistorischen Leckerbissen.

    Dann versuche ich mich mal. Die Anschrift ist ja schon perfekt entschlüsselt. Für die "Nichtnorweger" eine kleine Ergänzung: Sør = Söndre = Süd.

    Der Brief lief über Dänemark (das dänische OPA Hamburg) direkt nach Norwegen und trotz Winters nicht über Schweden. Die Schifffahrt wird 1860 im Januar möglich gewesen sein, sonst wäre der Brief in Hamburg dem schwedischen Postamt übergeben und von diesem mit einem Transitstempel versehen worden. Hier ging er jedoch beim norwegischen Schiffspostkontor in Svinesund ein.
    Die Taxe war 1860 für Porto- und Frankobriefe noch gleich. Sie setzte sich bei Schiffsbriefen über Dänemark aus vier Teilen zusammen:
    1. DÖPV-Anteil: 3 NGr = 3 Sgr diese sind siegelseitig notiert und in Hamburg vom dänischen Postamt in 4 lübbische Schilling (LSK) umgerechnet und vorderseitig in Rötel angeschrieben. LSK war die Vertragswährung zwischen den skandinavischen Staaten. In Hamburg galt zwar der Hamburger Schilling, der aber 1:1 dem LSK entsprach.

    2. Dänischer Transit: 3 LSK
    3. Seepostgebühr: 3 LSK
    4. Norwegisches Landporto: 3 LSK
    Da die letzten drei Anteile jeweils 3 betragen sind die Taxzahlen auf dem Brief nicht exakt zuzuordnen. Ich denke die dänische Transitgebühr und die Seegebühr sind angeschrieben, da Norwegen das Landporto in dem Gesamtbetrag berechnete.
    In Norwegen ist der Brief dann zunächst in Christiania in Landeswährung austaxiert 1 LSK = 2 Skilling Species (SkSp):
    1. DÖPV 4 LSK = 8 SkSp
    2. Dänemark 3 LSK = 6 SkSp
    3. Seegebühr 3 LSK = 6 SkSp
    4. Landporto 3 LSK = 6 SkSp
    8+6+6+6 = 26 SkSp die sind mit der Kartiernummer 1 (der erste Brief an diesem Tag!) siegelseitig angeschrieben 1____26 (der Vermerk, den du als L 28 identifiziert hast, ist schwer zu entziffern).

    Von Christiania ist der Brief dann mit einer Nebenpost (einer Art Privatpost) befördert worden (Sehr selten!!!). Vermutlich weil im tiefen Winter die Hauptpost die Versorgung nicht gewährleisten konnte. Bis zum Empfänger sind dafür noch 4 SkSp berechnet worden. Die sind links unten angeschrieben und mit derselben Tinte zu der Gesamtgebühr von 30 SkSp addiert (oben mittig). Den Schriftzug davor kann ich nicht entziffern, vermutlich der Name des Zustellers.

    Der alte Milde kannte seine Sachsenpost. Bei Frankobriefen war natürlich die private Beförderung nicht berücksichtigt. Der Auslandsanteil von 6 1/2 NGr entsprach 18 SkSp

    Weil es sich anbietet noch ein wichtiger Hinweis:
    Svinesund war eine norwegische Postanstalt. Sie wurde am 1.7.1839 eröffnet und etwa 1852 ein Schiffspostkontor. In einiger Fachliteratur (aber niemals in norwegischer!) wird bis heute geschrieben, dass es ein schwedisches Postamt ist. Das stimmt für diese Zeit nicht. Die "Verwirrung" kommt vermutlich daher, dass es in Norwegen heute keine Ort Svinesund gibt. Nur eine Grenzstation am Svinesund. Dafür gibt es heute in Schweden ein Svinesund. Dieser Ort hat aber nichts mit dem norwegischen zu tun und liegt nicht mal am Svinesund. Das schwedische Postamt Svinesund wurde über 100 Jahre später am 1.2.1951 eröffnet.

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Nils
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    • 7. Dezember 2008 um 11:05
    • #410

    Hallo solid611

    Besten Dank für deine sehr ausführliche Beschreibung. Toll!!

    Aber ich habe eine Frage dazu. Bist du sicher dass Svinesund ein Schiffspostamt ist? Ich habe einige norwegische "Circularie" durchgelesen und finde nicht Svinesund als Schiffspostamt erwähnt. Svinesund ist aber als Landpostamt für Briefe nach Schweden und Europa erwähnt. Im Winter kommen die Briefe über Svinesund, im Sommer über Moss (circ. 1858).

    Ich glaube auch nicht dass die Briefe über das Schwedisch/Norwegische Postamt in Hamburg nach Norwegen zu dieser Zeit ein Stempel hatten. Sicher bin ich aber nicht.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • mremeier
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    • 7. Dezember 2008 um 17:43
    • #411

    Ein schöner Faltbrief von 1818 aus Magdeburg
    nach Bordeaux.

    Kann mir jemand die Zusatzstempel erklären?
    C.P.R.3. und PRUSSE PAR GIVET

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Dezember 2008 um 18:02
    • #412

    Hallo mremeier,

    der CPR3 Stempel ist ein Vertragsstempel von Preußen - Frankreich, ich glaube von 1821.

    Beide Länder wurden in 5 Rayons aufgeteilt, wobei der Rhein die "Grenze" bildete. Rayon 1 war also nah am Rhein von beiden Seiten, Rayon 5 war am weitesten entfernt (Pyrenäen bzw. Ostpreußen).

    Unveränderlich blieben die anderen 3 Teile des Stempels.

    Er heißt also: Correspondance Prusse Rayon 3.

    Der Stempel Prusse par Givet bedeutete, dass Preußen die Post nach Frankreich hier über den Paketschluß Givet leitete. Dieser Paketschluß war auch vertraglich genannt. Es gab auch andere Grenzübergänge (Forbach zum Beispiel).

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 7. Dezember 2008 um 18:13
    • #413

    Hallo mremeier

    Die zwei Stempeln sind beide Grenzstempeln.

    CPR 3 - Correspondance Prusse Rayon 3. Ein französischer Rayon-Stempel zeigen welcher abstand von Frankreich der Brief kam und zeigte dadurch wie viel Porto/Franko den Brief kostet.

    Prusse par Givet zeigt das der Brief durch die Grenzstadt Givet in Frankreich gegangen ist.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    OK, bayern klassisch war etwas schneller. Dann hast du auch ein ausführlicher Antwort gekriegt. :)

    NEH

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-Nils (7. Dezember 2008 um 18:15)

  • mremeier
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    • 7. Dezember 2008 um 18:30
    • #414

    Herzlichen Dank für die schnelle Antwort.
    Jetzt habe ich noch einen Schrottbrief, der aber auch Fragen aufwirft.
    Ich kann die Adresse nicht entziffern.
    An das ........................
    Stralsund

    und auf dem 3. Scan sieht man woraus der Brief gemacht wurde. Sind das irgendwelche Feldpost Formulare? Im Dez. 1871 war ja der Krieg vorbei.

    Gruss
    Erich

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Dezember 2008 um 18:58
    • #415

    Die Adresse lautet:

    An das Kaiserliche Postamt in Stralsund.

    Als Postdienstsache aufgegeben, zeigt sich, wie sparsam man war und hat, wie du richtig vermutet hast, Feldpostvordrucke als Umschlag benutzt.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • mremeier
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    • 7. Dezember 2008 um 20:14
    • #416

    An den Kaiser hab ich nicht gedacht. Ich war immer beim "Königlichen" und das ging einfach nicht auf.

    Danke.
    Gruss
    Erich

  • solid611
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    • 8. Dezember 2008 um 00:02
    • #417

    Hallo Nils,

    das in Svinesund auch Schiffspost bearbeitet wurde habe ich in irgendeinem Buch gelesen. Ich weiß aber nicht mehr wo. Daneben wurde natürlich auch die Landpost bearbeitet.
    Offiziell heißt es auch "Umkartierungscomitor".

    In Hamburg bestand 1860 nur noch ein Schwedisches Postamt. Der norwegische Teil wurde 1858 aufgehoben. Stempel gab es bereits ab 1858 mit der Abkürzung K.S.P.A.

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Nils
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    • 8. Dezember 2008 um 07:38
    • #418

    Hallo solid611

    Besten Dank für deine Erklärung. :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Bayern-Nils
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    • 19. Dezember 2008 um 22:20
    • #419

    Hallo Alle

    Ich habe hier ein Brief, dazu kann ich nicht viel sagen.
    Schon sehe ich dass der Brief von Ludwigsburg in Württemberg gegangen ist. Aber wohin?
    Es ist ein Portobrief wo der Empfänger 4 Kreuzer bezahlt hatte?
    Sonst kann ich nichts deuten.

    Kann jemand alles hier deuten wäre ich sehr froh.

    Viele Grüsse
    Bayern-Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 19. Dezember 2008 um 22:43
    • #420

    Hallo Nils,

    der Brief lief nach Hengstfeld bei Roth am See in Württemberg.

    Die Adresse lautet:

    Seiner Wohlgeboren dem Rentamtmann Beyerlein.

    Er sollte per Kirchberg laufen.

    Interessant ist der Vermerk unten links:

    Im Kirchberger Postwägelein bei starkem Regen den 7. Mai Morgens so
    durchnäßt zu Roth am See angekommen K.

    Wieso ein Brief am 29.4. abgeschickt wurde, der dann erst am 7.5. ein paar Kilometer weiter nass wurde, ist schwer zu vermitteln.

    Vielleicht kann ein Kenner Württembergs (VorphilaBayern oder silberlocke1940) uns schildern, welchen Postlauf das gute Stück genommen hat.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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